{"id":127092,"date":"2016-09-23T00:00:00","date_gmt":"2016-09-22T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tvaryny.com\/?p=127092"},"modified":"2026-08-07T12:38:30","modified_gmt":"2026-08-07T09:38:30","slug":"himalaya-schaeferhund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-himalayan-shepherd-dog","title":{"rendered":"Himalaya-Sch\u00e4ferhund"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>Himalaya-Sch\u00e4ferhund (Himalayan Sheepdog \/ Gaddi Kutta)<\/strong> ist eine majest\u00e4tische und m\u00e4chtige Rasse, die seit Jahrhunderten als unersch\u00fctterlicher W\u00e4chter unter den h\u00e4rtesten Bedingungen unseres Planeten dient. Diese Hunde sind nicht blo\u00df Hirten, sondern wahre Symbole f\u00fcr Ausdauer und Treue, geformt von der d\u00fcnnen Luft und den steilen H\u00e4ngen des Himalayas. Erfahren Sie mehr auf <strong><a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\">Tvaryny<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer sich mit dieser Rasse ernsthaft besch\u00e4ftigt, stolpert allerdings schnell \u00fcber zwei Dinge, die in kaum einem Rasseportr\u00e4t sauber auseinandergehalten werden: Erstens tr\u00e4gt dieser Hund je nach Tal einen anderen Namen \u2014 und niemand ist sich einig, ob damit ein Hund gemeint ist oder drei. Zweitens ist er von keinem einzigen der gro\u00dfen Hundeverb\u00e4nde anerkannt, weder von der FCI noch vom VDH, vom AKC oder vom britischen Kennel Club. Beides ist kein Vers\u00e4umnis dieses Textes, sondern der eigentliche Kern der Geschichte. Wir fangen deshalb genau dort an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Himalaya-Sch\u00e4ferhund: Ein kurzer Rasse\u00fcberblick<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized size-full\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"520\" height=\"509\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/36b5460b32cfca4062a6e94356dfda42.jpg\" alt=\"Himalaya-Sch\u00e4ferhund\" class=\"wp-image-126962\" style=\"width:316px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/36b5460b32cfca4062a6e94356dfda42.jpg 520w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/36b5460b32cfca4062a6e94356dfda42-300x294.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><tbody><tr><td><strong>Herkunftsland<\/strong><\/td><td>Indien, Nepal (Himalaya-Region)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Gr\u00f6\u00dfe<\/strong><\/td><td>Gro\u00df (51-66 cm Schulterh\u00f6he)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Gewicht<\/strong><\/td><td>27-40 kg (einzelne Tiere schwerer)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Felltyp<\/strong><\/td><td>Lang, grob, mit dichter Unterwolle<\/td><\/tr><tr><td><strong>Haltungsbedingungen<\/strong><\/td><td>Nur Haus mit Grundst\u00fcck<\/td><\/tr><tr><td><strong>Lebenserwartung<\/strong><\/td><td>10-13 Jahre<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese \u00dcbersicht ist ein Kompromiss aus mehreren Quellen \u2014 und genau das sollte man ihr auch ansehen. Bei einer Rasse ohne geschlossenes Zuchtbuch gibt es keine verbindliche Instanz, die sagt: So gro\u00df ist dieser Hund, so schwer, so alt wird er. Es gibt Feldbeschreibungen von Hirten, Beobachtungen von Forschern und eine ganze Menge voneinander abgeschriebener Internetangaben. Weiter unten stellen wir die widerspr\u00fcchlichen Zahlen deshalb offen nebeneinander, statt eine Scheingenauigkeit zu behaupten, die es schlicht nicht gibt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Hund oder vier? Die Namen entwirrt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eName ist Schall und Rauch&#8220;, l\u00e4sst Goethe seinen Faust sagen. Bei dieser Rasse ist genau das Gegenteil der Fall: Der Name entscheidet dar\u00fcber, von welchem Hund \u00fcberhaupt die Rede ist. Wer im Himalaya nach einem Hund fragt, bekommt je nach Tal, Volksgruppe und Sprache eine andere Antwort \u2014 und die westliche Fachliteratur hat diese Antworten mehr oder weniger wahllos zu Synonymen erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Himalayan Sheepdog<\/strong> \u2014 der Sammelbegriff der Nachschlagewerke. Ein westliches Etikett, das \u00fcber sehr unterschiedliche lokale Hunde gest\u00fclpt wird.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bhotia, Bhutia, Bhote Kukur<\/strong> \u2014 die Bezeichnung in Uttarakhand und Nepal. Die Wortwurzel \u201eBhot&#8220; steht f\u00fcr Tibet; sinngem\u00e4\u00df also \u201eder tibetische Hund&#8220;, was die Blickrichtung nach Norden verr\u00e4t.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Gaddi Kutta<\/strong> oder schlicht Gaddi-Hund \u2014 der Hund der Gaddi, einer Hirtengemeinschaft in Himachal Pradesh. In Indien kursieren daf\u00fcr die griffigen Beinamen \u201eGaddi Leopardhund&#8220; und \u201eIndian Panther Hound&#8220;.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bangara<\/strong> \u2014 im Raum Tehri-Garhwal gebr\u00e4uchlich. Ein Teil der Quellen f\u00fchrt den Bangara ausdr\u00fccklich als eigenen, schwereren Schlag, nicht als blo\u00dfes Synonym.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Himalayan Mastiff<\/strong> \u2014 ein Handelsname ohne jede kynologische Grundlage, der vor allem im Verkaufsgespr\u00e4ch auftaucht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Pahadi Kutta<\/strong> \u2014 w\u00f6rtlich \u201eBerghund&#8220;, die alltagssprachliche Sammelbezeichnung f\u00fcr so ziemlich jeden gro\u00dfen Hund in den Vorbergen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Nachschlagewerke behandeln diese Namen \u00fcberwiegend als Synonyme. Vor Ort widerspricht man dem: Gaddi-Hirten und Bhotia-Halter diskutieren durchaus dar\u00fcber, ob es sich um einen Hund oder um zwei verwandte Schl\u00e4ge handelt. Als Unterscheidungsmerkmal wird meist der Vorderk\u00f6rper genannt \u2014 dem Gaddi schreibt man den massiveren, deutlich gebogenen Hals und die ausgepr\u00e4gte l\u00f6wenartige M\u00e4hne zu, w\u00e4hrend der Bhotia insgesamt schlanker und h\u00f6her aufgeschossen wirkt. Belastbar auseinanderhalten l\u00e4sst sich das ohne Zuchtbuch nicht, und genau da liegt der Hund begraben: Ohne Registrierung, ohne Abstammungsnachweis und ohne einheitliche Merkmalsbeschreibung bleibt jede Zuordnung eine Ermessensfrage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Sie als Leser hei\u00dft das ganz praktisch: Wenn Ihnen jemand einen \u201eHimalaya-Mastiff&#8220; anbietet, sagt dieser Name \u00fcber die Abstammung des Tieres exakt nichts aus. Er sagt etwas \u00fcber den Anbieter.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Anerkennung: Warum es diese Rasse bei FCI, VDH und AKC nicht gibt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Halten wir den wichtigsten Satz dieses Artikels fest: <strong>Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund ist von der F\u00e9d\u00e9ration Cynologique Internationale nicht anerkannt.<\/strong> Er steht in keiner Nomenklatur, tr\u00e4gt keine Standardnummer, ist keiner Gruppe und keiner Sektion zugeordnet. Es existiert kein von der FCI publizierter Rassestandard. Dasselbe gilt f\u00fcr den American Kennel Club, den United Kennel Club und den britischen Kennel Club.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist kein Rechercheloch, sondern eine Tatsache \u00fcber den Status dieser Population. Wenn Sie irgendwo eine \u201eFCI-Nummer&#8220; f\u00fcr den Bhotia, den Gaddi oder den Himalayan Sheepdog lesen, ist die Angabe schlicht erfunden \u2014 und Sie wissen sofort, was Sie vom Rest der Seite zu halten haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg zur Anerkennung f\u00fchrt bei der FCI \u00fcber den nationalen Dachverband des Ursprungslandes: Er muss die Rasse betreuen, einen Standard vorlegen, eine ausreichend gro\u00dfe und dokumentierte Population mit Abstammungsnachweisen \u00fcber mehrere Generationen f\u00fchren und die Rasse aktiv vertreten. F\u00fcr eine Landrasse, die niemandem geh\u00f6rt, die keine Papiere kennt und deren Tr\u00e4ger nomadisierende Hirtenfamilien sind, ist das eine praktisch unerreichbare H\u00fcrde. Es fehlt nicht am Hund. Es fehlt an der Buchhaltung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am Rande erw\u00e4hnenswert: In Nepal hat sich 2025 ein \u201eInternational Kennel Club&#8220; die Anerkennung des Bhote Kukur auf die Fahnen geschrieben, und ein Bhote Kukur Club of Nepal arbeitet an einem Standard. Das ist als Bem\u00fchen um den Erhalt der Population sympathisch \u2014 mit den f\u00fchrenden Dachverb\u00e4nden hat es aber nichts zu tun, und eine Ahnentafel, die in Europa etwas gilt, entsteht daraus nicht. Papier ist geduldig; entscheidend ist, wer hinter dem Papier steht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Januar 2025: Was die ICAR-NBAGR-Registrierung wirklich bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang Januar 2025 ging eine Meldung durch die indische Presse, die seither regelm\u00e4\u00dfig falsch zitiert wird: Der Gaddi wurde als eigenst\u00e4ndige einheimische Hunderasse registriert. Zust\u00e4ndig war das <strong>ICAR-NBAGR<\/strong>, das National Bureau of Animal Genetic Resources im nordindischen Karnal, eine Einrichtung des indischen Agrarforschungsrats. Das genaue Datum schwankt je nach Quelle \u2014 genannt werden der 6. und der 9. Januar 2025, eine Quelle datiert das Ereignis sogar auf 2024. Seri\u00f6s l\u00e4sst sich sagen: Anfang Januar 2025, das genaue Datum ist uneinheitlich \u00fcberliefert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist, <em>was<\/em> dort registriert wurde. Das NBAGR f\u00fchrt ein Register tierischer Genressourcen \u2014 dieselbe Beh\u00f6rde, dieselbe Systematik, mit der auch Rinder-, B\u00fcffel-, Schaf- und Ziegenschl\u00e4ge erfasst werden. Es geht um den Schutz einer landwirtschaftlich und genetisch wertvollen Population, nicht um Kynologie. Aus dieser Registrierung folgt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>kein kynologischer Rassestandard<\/strong> im Sinne von FCI, VDH oder AKC,<\/li>\n\n\n\n<li><strong>kein Abstammungsnachweis<\/strong> und keine Ahnentafel f\u00fcr den einzelnen Hund,<\/li>\n\n\n\n<li><strong>kein Zuchtbuch<\/strong>, in das man einen Wurf eintragen k\u00f6nnte,<\/li>\n\n\n\n<li><strong>keinerlei Zulassung<\/strong> zu Ausstellungen oder Zuchtprogrammen au\u00dferhalb Indiens.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gaddi ist damit die vierte Hunderasse in diesem indischen Register und die erste aus dem Himalaya. Vorangegangen waren der Rajapalayam und der Chippiparai aus Tamil Nadu sowie der Mudhol Hound aus Karnataka. Die wissenschaftliche Grundlage lieferte ein Veterin\u00e4rcollege in Palampur in Himachal Pradesh, das seit 2019 eine ph\u00e4notypische und molekulargenetische Charakterisierung des Gaddi betreibt; die Daten gingen 2022 an das NBAGR und bildeten die Basis der Registrierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr einen Interessenten in Deutschland ist die Unterscheidung nicht akademisch, sondern bares Verwaltungsleben: Eine agrargenetische Ressourcenregistrierung in Karnal \u00f6ffnet Ihnen weder eine VDH-Ahnentafel noch einen Ausstellungsring in Dortmund. Sie ist ein Denkmalschutzbescheid f\u00fcr eine Population, kein Pass f\u00fcr ein Individuum.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geschichte: Von der Antike bis zur Gegenwart<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Wurzeln des Himalaya-Sch\u00e4ferhundes reichen tief in die Antike zur\u00fcck. Forscher glauben, dass diese Rasse eine der \u00e4ltesten der Welt ist und direkt von den urspr\u00fcnglichen Molossern abstammt. Sie entwickelte sich in den isolierten Regionen Nepals, Indiens (Uttarakhand, Himachal Pradesh) und Bhutans. Lokale St\u00e4mme nutzten diese Hunde zum Schutz des Viehs vor Raubtieren und als W\u00e4chter f\u00fcr ihre Siedlungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise ist der Himalaya-Sch\u00e4ferhund genetisch sehr eng mit seinem bekannteren Verwandten verwandt. Viele verwechseln sie, aber wenn der <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-tibetan-mastiff\">Tibet-Dogge (Do Khyi)<\/a> das Schwergewicht der Hundewelt ist, dann ist der Himalaya-Sch\u00e4ferhund die leichtere, beweglichere und athletischere Version, auch wenn sie gemeinsame Vorfahren haben. Historisch gesehen wurden diese Hunde nicht im modernen Sinne gez\u00fcchtet; ihr Aussehen und Charakter wurden durch nat\u00fcrliche Selektion und die harte Notwendigkeit des \u00dcberlebens in den Bergen geformt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man muss sich diesen Selektionsdruck als das Gegenteil einer Zuchtbuchentscheidung vorstellen. Kein Richter vergab Formwerturteile, kein Verein legte Zuchtziele fest. Wer die Herde nicht hielt, wer im Winter zu viel fra\u00df, wer mit dem Aufstieg \u00fcber die P\u00e4sse nicht mithielt oder wer beim ersten Wolf davonlief, gab seine Gene nicht weiter \u2014 oder wurde schlicht nicht durchgef\u00fcttert. Das Ergebnis ist ein Hund, dessen Bauplan man von hinten lesen kann: Jede Eigenart hat eine Aufgabe, und wer sie kennt, versteht auch, warum sich dieser Hund im deutschen Reihenhausgarten so schwertut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite historische Klammer ist die Nachfrage von au\u00dfen. Seit der Tibet-Dogge in den 2000er-Jahren zum Statussymbol wurde, wanderten importierte schwere Molosser in die Himalaya-T\u00e4ler, und die Grenzen zwischen den Populationen verschwammen. Der reinerbige Arbeitshund der Hirten und der massige \u201eHimalaya-Mastiff&#8220; der Verkaufsanzeigen entfernen sich seither immer weiter voneinander \u2014 genetisch wie im Erscheinungsbild.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Arbeitsjahr: Transhumanz, Schneeleopard und Nachtwache<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Jahreslauf dieses Hundes ist eine vertikale Wanderung \u2014 Transhumanz im Wortsinn. Den Winter verbringen die Herden in den Vorbergen der Shivalik-Kette, in den Distrikten Kangra, Mandi und Hamirpur. Im April und Mai beginnt der Aufstieg \u00fcber die P\u00e4sse des Dhauladhar und des Pir Panjal, oft noch \u00fcber Schneefeldern. Der Sommer geh\u00f6rt den alpinen Matten oberhalb der Baumgrenze, im Herbst geht es denselben Weg zur\u00fcck ins Tal. Zwei H\u00f6henwelten, zwei Klimazonen, ein Hund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gegnerliste liest sich entsprechend: In der H\u00f6he sind es der <strong>Schneeleopard<\/strong> und der <strong>Himalaya-Wolf<\/strong>, dazu der <strong>Himalaya-Schwarzb\u00e4r<\/strong>; weiter unten kommt der gew\u00f6hnliche Leopard hinzu. Das ist der eigentliche Berufsalltag dieser Hunde, und er findet \u00fcberwiegend nachts statt. Wer dieses Detail \u00fcberliest, versteht sp\u00e4ter nicht, warum der Hund im deutschen Garten um zwei Uhr morgens hellwach ist und den Zaun abgeht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Untersuchung aus dem Jahr 2025 zur nichtletalen Abwehr von Beutegreifern im nordwestlichen Himalaya kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Der Gaddi ist dort die wirksamste nichtletale Strategie zum Schutz von Weidevieh. Der Effekt reicht \u00fcber den Zaun hinaus \u2014 wo der Hund funktioniert, sinkt der Verlust, und wo der Verlust sinkt, greifen Hirten seltener zu Gift oder Gewehr. Am Ende dieser Kette steht ausgerechnet der Schneeleopard als Nutznie\u00dfer eines Hundes, der ihn vertreibt. Diesen Zusammenhang kennen deutsche Weidetierhalter inzwischen aus eigener Anschauung, seit der Wolf zur\u00fcck ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Herdenschutz ist nicht H\u00fcten: der Unterschied, den fast alle \u00fcbersehen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Deutschen f\u00fchrt schon das Wort \u201eSch\u00e4ferhund&#8220; im Namen in die Irre. Ein H\u00fctehund und ein Herdenschutzhund sind zwei v\u00f6llig verschiedene Berufe, die zuf\u00e4llig beide mit Schafen zu tun haben \u2014 ungef\u00e4hr so verschieden wie Busfahrer und Wachmann. Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund ist unmissverst\u00e4ndlich das Zweite: ein <strong>Herdenschutzhund<\/strong>, kein H\u00fctehund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der H\u00fctehund bewegt die Herde. Sein Verhalten ist ein umgeleitetes Jagdmuster \u2014 Anschleichen, Fixieren, Vorsto\u00dfen, nur eben ohne den finalen Zugriff. Er arbeitet unter dem Kommando des Menschen, h\u00e4ngt an jedem Pfiff und ist tags\u00fcber im Dienst. Der Herdenschutzhund dagegen <em>lebt in<\/em> der Herde. Er treibt nicht, er bleibt. Er entscheidet selbst, wann eine Situation kippt, und er tut es meistens nachts, wenn kein Mensch in der N\u00e4he ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Merkmal<\/th><th>H\u00fctehund (herding)<\/th><th>Herdenschutzhund (guardian)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Aufgabe<\/td><td>bewegt, sammelt, trennt und lenkt die Herde<\/td><td>lebt in der Herde und wehrt die Bedrohung ab<\/td><\/tr><tr><td>Verhaltensgrundlage<\/td><td>umgeleitetes Jagdverhalten (Fixieren, Vorsto\u00dfen, kein Zugriff)<\/td><td>Schutzverhalten; kein Jagdtrieb auf das Weidevieh<\/td><\/tr><tr><td>Wer entscheidet<\/td><td>der Mensch \u2014 der Hund arbeitet auf Kommando<\/td><td>der Hund selbst, autonom und ohne R\u00fcckfrage<\/td><\/tr><tr><td>Wie es entsteht<\/td><td>durch Ausbildung und Kommandotraining<\/td><td>durch fr\u00fche Pr\u00e4gung auf die Herde, etwa ab der 8. Lebenswoche<\/td><\/tr><tr><td>Umgang mit Fremden<\/td><td>\u00fcberwiegend neutral<\/td><td>misstrauisch als Grundeinstellung<\/td><\/tr><tr><td>Hauptarbeitszeit<\/td><td>tags\u00fcber, solange der Sch\u00e4fer arbeitet<\/td><td>nachts, wenn die Beutegreifer kommen<\/td><\/tr><tr><td>Typische Vertreter<\/td><td>Border Collie, Deutscher Sch\u00e4ferhund, Altdeutsche H\u00fctehunde, Kelpie<\/td><td>Himalaya-Sch\u00e4ferhund, Kangal, Pyren\u00e4enberghund, Maremmano-Abruzzese, Kuvasz<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Einschr\u00e4nkung geh\u00f6rt fairerweise dazu: Im Himalaya ist die Rollentrennung nicht so sauber wie im Lehrbuch. Mehrere Beschreibungen berichten, dass dieselben Hunde auch beim Treiben der Herde helfen und gelegentlich zur Jagd mitgenommen werden. Die Gaddi-Hirten haben keinen Zwinger voller Spezialisten, sondern ein paar Hunde, die alles k\u00f6nnen m\u00fcssen. Der Schwerpunkt bleibt trotzdem eindeutig der Schutz.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aussehen und Rassestandards<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"640\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/5577530_orig-1024x640.avif\" alt=\"Himalaya-Sch\u00e4ferhund \u2014 Aussehen und Rassestandards\" class=\"wp-image-126931\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/5577530_orig-1024x640.avif 1024w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/5577530_orig-300x187.avif 300w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/5577530_orig-768x480.avif 768w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/5577530_orig-860x537.avif 860w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/5577530_orig.avif 1100w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund ist ein gro\u00dfer, robuster Hund mit starkem Knochenbau und gut entwickelter Muskulatur. Sein Erscheinungsbild fl\u00f6\u00dft Respekt ein. Das Hauptmerkmal ist das Fell, das es dem Tier erm\u00f6glicht, sich selbst in Schneest\u00fcrmen wohlzuf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kopf des Hundes ist massiv und breit mit starken Kiefern. Die Ohren sind meist h\u00e4ngend und dreieckig, k\u00f6nnen sich aber bei Aufmerksamkeit an der Basis leicht heben. Die Augen liegen tief, sind dunkel und haben einen aufmerksamen, durchdringenden Blick. Der Schwanz ist buschig und oft als Ring \u00fcber dem R\u00fccken gerollt, was ein charakteristisches Merkmal vieler Gebirgsrassen ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Parameter<\/th><th>Eigenschaften<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Widerristh\u00f6he<\/strong><\/td><td>R\u00fcden: 55-65 cm; H\u00fcndinnen: 50-60 cm<\/td><\/tr><tr><td><strong>Gewicht<\/strong><\/td><td>30-45 kg (je nach Geschlecht und Kondition)<\/td><\/tr><tr><td><strong>Felltyp<\/strong><\/td><td>Lang, dicht, grob, mit sehr dichter Unterwolle<\/td><\/tr><tr><td><strong>Farbe<\/strong><\/td><td>Schwarz mit Loh (am h\u00e4ufigsten), gold, creme, grau<\/td><\/tr><tr><td><strong>Lebenserwartung<\/strong><\/td><td>10-13 Jahre<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei den Farben dominieren Schwarz und Schwarz mit lohfarbenem Brand, h\u00e4ufig erg\u00e4nzt durch wei\u00dfe Abzeichen an Brust, Pfoten und Rutenspitze. Ein Wurf umfasst in der Regel vier bis acht Welpen. Und weil hier keine Zuchtkommission \u00fcber Formwert entscheidet, f\u00e4llt die Variationsbreite innerhalb eines einzigen Wurfes gr\u00f6\u00dfer aus, als deutsche Halter es von einer Rassehundzucht gewohnt sind \u2014 Geschwister k\u00f6nnen sich in Gr\u00f6\u00dfe, Fell\u00e4nge und Kopfform deutlich unterscheiden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie gro\u00df ist er wirklich? Ein ehrlicher Quellenabgleich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nirgends widersprechen sich die Angaben so deutlich wie bei den Ma\u00dfen. Das liegt nicht an schlampiger Recherche, sondern daran, dass hier unterschiedliche Populationen unter demselben Namen vermessen wurden. Wir legen die Zahlen deshalb offen nebeneinander, statt sie zu einem h\u00fcbschen Mittelwert zu verr\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Quelle \/ Population<\/th><th>Widerristh\u00f6he<\/th><th>Gewicht<\/th><th>Lebenserwartung<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Allgemeine Nachschlagewerke (\u201eHimalayan Sheepdog&#8220;)<\/td><td>51\u201375 cm, einzelne Tiere bis 76 cm<\/td><td>23\u201341 kg<\/td><td>keine Angabe<\/td><\/tr><tr><td>Gaddi (Himachal Pradesh), Feldbeschreibungen<\/td><td>R\u00fcden 65\u201375 cm, H\u00fcndinnen 60\u201370 cm<\/td><td>R\u00fcden ca. 39 kg, H\u00fcndinnen ca. 33 kg<\/td><td>10\u201312 Jahre<\/td><\/tr><tr><td>Gaddi, indische wissenschaftliche und beh\u00f6rdliche Berichte<\/td><td>\u201emittelgro\u00df, kr\u00e4ftig bemuskelt&#8220;<\/td><td>40\u201345 kg<\/td><td>keine Angabe<\/td><\/tr><tr><td>Bhote Kukur (Nepal), lokale Beschreibungen<\/td><td>keine Angabe<\/td><td>R\u00fcden 30\u201345 kg, H\u00fcndinnen leichter<\/td><td>10\u201312 Jahre<\/td><\/tr><tr><td>Bakarwal (Jammu und Kaschmir) \u2014 zum Vergleich<\/td><td>61\u201376 cm<\/td><td>deutlich schwerer als der Gaddi<\/td><td>keine Angabe<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die realistische Zusammenfassung lautet: ein Hund von etwa <strong>60 bis 75 cm Widerristh\u00f6he bei rund 35 bis 45 kg<\/strong>, in guter Arbeitskondition eher trocken als massig, mit einer Lebenserwartung von 10 bis 12 Jahren \u2014 vereinzelt werden 13 genannt. Wer Ihnen einen \u201e70 Kilo schweren Himalaya-Mastiff&#8220; zeigt, zeigt Ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Tibet-Dogge oder einen Mischling aus importierten schweren Rassen. Ein Hund, der zehn Monate im Jahr P\u00e4sse \u00fcberquert, kann sich diese Masse gar nicht leisten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Panzerhals, M\u00e4hne und \u201efalsche Augen&#8220;: Anatomie als Gebrauchsanweisung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einer Landrasse ist der K\u00f6rper kein Sch\u00f6nheitsentwurf, sondern ein Protokoll \u00fcberstandener Begegnungen. Man kann diesen Hund lesen wie eine Bedienungsanleitung f\u00fcr den Ernstfall.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Der massive, gebogene Hals.<\/strong> Gro\u00dfe Katzen t\u00f6ten \u00fcber den Kehlgriff. Ein kurzer, extrem muskul\u00f6ser und nach oben gew\u00f6lbter Hals ist die direkte Antwort darauf: Er bietet dem Zugriff kaum Angriffsfl\u00e4che und ist zugleich zu dick zum Umfassen. Beim Gaddi ist dieses Merkmal am deutlichsten ausgepr\u00e4gt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die M\u00e4hne.<\/strong> Sie wirkt doppelt \u2014 als zus\u00e4tzliche Polsterung im Halsbereich und als optische Vergr\u00f6\u00dferung. Ein aufgestellter Hund sieht schlicht gr\u00f6\u00dfer aus, und der Kampf, der nicht stattfindet, ist der beste Kampf.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das doppelte Haarkleid.<\/strong> Grobes, abweisendes Deckhaar \u00fcber sehr dichter Unterwolle \u2014 Wetterschutz f\u00fcr N\u00e4chte weit unter dem Gefrierpunkt und f\u00fcr die intensive H\u00f6henstrahlung tags\u00fcber.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die H\u00e4ngeohren.<\/strong> Ein Kompromiss mit Preisschild: Was nicht absteht, kann im Handgemenge auch nicht zerrissen werden. Der Preis hei\u00dft schlechte Bel\u00fcftung \u2014 und damit Ohrentz\u00fcndungen, das h\u00e4ufigste Alltagsproblem dieser Hunde.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das tiefe, weit tragende Bellen.<\/strong> Bitte nicht als Untugend verbuchen: Das ist die Fernwaffe. Ein Herdenschutzhund arbeitet vor allem akustisch, lange bevor irgendetwas k\u00f6rperlich wird. Die Redensart \u201eHunde, die bellen, bei\u00dfen nicht&#8220; ist hier ausnahmsweise kein Trost, sondern eine Berufsbeschreibung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Detail muss man dagegen sauber als das kennzeichnen, was es ist: Die hellen Flecken \u00fcber den Augen, die man in den Bergen \u201efalsche Augen&#8220; nennt und denen nachgesagt wird, der Hund k\u00f6nne mit ihnen im Schlaf wachen, sind <strong>Folklore<\/strong>. Eine sch\u00f6ne Geschichte, kein anatomisches Merkmal.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00f6henanpassung: Mastiff, Wolf und das Gen EPAS1<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie \u00fcberlebt ein S\u00e4ugetier dauerhaft in H\u00f6hen, in denen europ\u00e4ische Bergsteiger Sauerstoffflaschen mitf\u00fchren? Bei Hunden des Tibetischen Hochplateaus ist die Antwort erstaunlich gut untersucht. Im Zentrum steht das Gen <strong>EPAS1<\/strong>, ein Schalter der Sauerstoffregulation. Genetische Arbeiten (unter anderem in <em>Molecular Biology and Evolution<\/em> und in <em>PeerJ<\/em>) zeigen, dass die h\u00f6hentauglichen Varianten dieses Gens nicht neu entstanden, sondern durch <strong>Introgression vom Tibetischen Grauwolf<\/strong> in die Hundepopulation eingeflossen sind \u2014 die Datierungen reichen bis etwa 24.000 Jahre zur\u00fcck. Erg\u00e4nzend wurde eine Anpassung des H\u00e4moglobins beschrieben, die \u00fcber Genkonversion und ebenfalls \u00fcber Introgression zustande kam.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt die notwendige Bremse: <strong>Diese Studien betreffen die Tibet-Dogge und Hunde des Tibetischen Hochplateaus. Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund taucht darin nicht gesondert auf.<\/strong> Es ist plausibel \u2014 geografische Nachbarschaft, gemeinsame Vorfahren, derselbe Selektionsdruck \u2014, dass \u00e4hnliche Mechanismen greifen. Bewiesen ist es f\u00fcr ihn nicht. Wir f\u00fchren es hier als begr\u00fcndete Annahme, nicht als Faktum \u00fcber diese Rasse. Genau solche Unterschiede gehen in Rasseportr\u00e4ts gerne verloren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Charakter und Temperament: Ein Krieger mit der Seele eines Philosophen<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"696\" height=\"411\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/the_tibetan_mastiff_at_our_hostel-696x411-1.avif\" alt=\"Himalaya-Sch\u00e4ferhund \u2014 Charakter und Temperament: Ein Krieger mit der Seele eines Philosophen\" class=\"wp-image-127007\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/the_tibetan_mastiff_at_our_hostel-696x411-1.avif 696w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/the_tibetan_mastiff_at_our_hostel-696x411-1-300x177.avif 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Sie einen Hund suchen, der Ihnen die Hausschuhe bringt und bei jedem Passanten vor Freude h\u00fcpft, ist der Himalaya-Sch\u00e4ferhund nichts f\u00fcr Sie. Dies ist ein ernsthafter W\u00e4chter mit ausgepr\u00e4gtem Territorialinstinkt.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unabh\u00e4ngigkeit.<\/strong> Diese Rasse ist es gewohnt, Entscheidungen selbst zu treffen. In den Bergen, fernab vom Menschen, entschied der Hund selbstst\u00e4ndig, wie er bei einer Begegnung mit einem Raubtier handeln sollte.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Treue zu den &#8222;Eigenen&#8220;.<\/strong> Gegen\u00fcber der Familie des Besitzers zeigt der Himalaya-Sch\u00e4ferhund enorme Z\u00e4rtlichkeit und F\u00fcrsorge. Er ist bereit, seine Menschen um den Preis des eigenen Lebens zu besch\u00fctzen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Misstrauen gegen\u00fcber Fremden.<\/strong> Fremde werden als potenzielle Bedrohung wahrgenommen. Die Sozialisierung ist extrem wichtig, damit dieses Misstrauen nicht in unmotivierte Aggression umschl\u00e4gt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Deutschen gibt es f\u00fcr diese Wesensart eine treffende Wendung: Dieser Hund <strong>hat einen eigenen Kopf<\/strong>. Er denkt nicht nur mit, er denkt vor \u2014 und im Zweifel gegen Sie. Das ist keine Sturheit im Sinne von Begriffsstutzigkeit, sondern eine \u00fcber Jahrhunderte pr\u00e4mierte F\u00e4higkeit: Ein Hund, der auf 3.500 Metern nachts erst auf eine Anweisung wartet, ist ein toter Hund und kostet Schafe. Wer diese Eigenst\u00e4ndigkeit \u201ewegerziehen&#8220; will, erzieht die Rasse weg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist erw\u00e4hnenswert, dass es in der Welt der wilden Hunde verschiedene \u00dcberlebensstrategien gibt. Zum Beispiel verl\u00e4sst sich der <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-african-wild-dog-painted-dog\">Afrikanische Wildhund<\/a> auf das Rudel und die kollektive Jagd in offenen Gebieten und zeigt eine hohe soziale Kommunikation. Im Gegensatz dazu ist der Himalaya-Sch\u00e4ferhund eher ein einsamer W\u00e4chter oder arbeitet im Paar und verl\u00e4sst sich auf rohe k\u00f6rperliche Kraft und Einsch\u00fcchterung des Feindes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund unter Asiens Herdenschutzhunden<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der schnellste Weg, diese Rasse einzuordnen, f\u00fchrt \u00fcber den Vergleich mit ihren bekannteren Nachbarn. Die FCI-Nummern in der folgenden Tabelle sind gepr\u00fcft \u2014 und sie stehen ausschlie\u00dflich bei den Rassen, die tats\u00e4chlich anerkannt sind.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Rasse<\/th><th>Region<\/th><th>Anerkennungsstatus<\/th><th>Gr\u00f6\u00dfe (R\u00fcde)<\/th><th>Wesentlicher Unterschied<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Himalaya-Sch\u00e4ferhund (Bhotia)<\/td><td>Himalaya: Uttarakhand, Nepal<\/td><td>von keinem gro\u00dfen Verband anerkannt<\/td><td>etwa 60\u201375 cm<\/td><td>leichter und beweglicher als die Dogge; hilft mancherorts auch beim Treiben<\/td><\/tr><tr><td>Gaddi (Gaddi Kutta)<\/td><td>Himachal Pradesh, Dhauladhar<\/td><td>ICAR-NBAGR-Register, Indien 2025 \u2014 als genetische Ressource<\/td><td>65\u201375 cm, ca. 39\u201345 kg<\/td><td>massiver \u201ePanzerhals&#8220; und l\u00f6wenartige M\u00e4hne; Ruf als Gegner des Schneeleoparden<\/td><\/tr><tr><td>Tibet-Dogge (Do Khyi)<\/td><td>Tibetisches Hochplateau<\/td><td>FCI Nr. 230, Gruppe 2 (Molossoide, Berghunde)<\/td><td>deutlich schwerer und massiger<\/td><td>Kloster- und Hofw\u00e4chter; von der Showzucht der letzten Jahrzehnte gepr\u00e4gt<\/td><\/tr><tr><td>Bakarwal<\/td><td>Jammu und Kaschmir, Pir Panjal<\/td><td>von keinem gro\u00dfen Verband anerkannt<\/td><td>61\u201376 cm<\/td><td>Hund der Gujjar-Bakarwal-Nomaden; traditionell fast fleischlose F\u00fctterung<\/td><\/tr><tr><td>Kaukasischer Owtscharka<\/td><td>Kaukasus<\/td><td>FCI Nr. 328, Gruppe 2<\/td><td>sehr gro\u00df und schwer<\/td><td>hat die Zuchtbuchselektion des 20. Jahrhunderts durchlaufen; Zuchtb\u00fccher und Ringe vorhanden<\/td><\/tr><tr><td>Zentralasiatischer Owtscharka (Alabai)<\/td><td>Zentralasien<\/td><td>FCI Nr. 335, Gruppe 2 (endg\u00fcltig anerkannt am 25.01.1989)<\/td><td>sehr gro\u00df<\/td><td>funktional der n\u00e4chste Verwandte: autonomer Herdenschutz in der Halbw\u00fcste<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeile, auf die es ankommt, ist die dritte Spalte. Kaukasier und Alabai machen im Prinzip dieselbe Arbeit wie der Himalaya-Sch\u00e4ferhund \u2014 aber hinter ihnen steht ein System aus Zuchtb\u00fcchern, Vereinen, Richtern, Gesundheitsuntersuchungen und erfahrenen Ausbildern. Hinter dem Bhotia steht niemand. Das ist der ganze Unterschied, und er wiegt im Alltag schwerer als jedes Zentimeterma\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Besonderheiten bei Haltung und Pflege<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1012\" height=\"681\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/6fe23218-5059-4f43-a675-f8d277b0514e_hmd2.avif\" alt=\"Himalaya-Sch\u00e4ferhund \u2014 Besonderheiten bei Haltung und Pflege\" class=\"wp-image-126916\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/6fe23218-5059-4f43-a675-f8d277b0514e_hmd2.avif 1012w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/6fe23218-5059-4f43-a675-f8d277b0514e_hmd2-300x202.avif 300w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/6fe23218-5059-4f43-a675-f8d277b0514e_hmd2-768x517.avif 768w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/6fe23218-5059-4f43-a675-f8d277b0514e_hmd2-860x579.avif 860w\" sizes=\"auto, (max-width: 1012px) 100vw, 1012px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Rasse ist absolut nicht f\u00fcr das Leben in einer Wohnung geeignet. Sie braucht Platz, frische Luft und die M\u00f6glichkeit, das Territorium zu patrouillieren. Ein Privathaus mit einem gro\u00dfen, sicher eingez\u00e4unten Grundst\u00fcck ist die ideale Option.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zum Zaun eine unromantische Pr\u00e4zisierung: Gemeint ist ein <strong>mindestens zwei Meter hoher, blickdichter Zaun mit in den Boden eingelassenem Fundament<\/strong>. Maschendraht ist f\u00fcr diesen Hund kein Zaun, sondern ein Fenster \u2014 und was er durch dieses Fenster sieht, kommentiert er. Blickdicht hei\u00dft hier auch: Was der Hund nicht sieht, muss er nicht verteidigen. Das ist die wirksamste einzelne Ma\u00dfnahme gegen Dauerbellen an der Grundst\u00fccksgrenze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-heading wp-block-paragraph\"><strong>Pflege des Fells<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das dichte, doppelte Fell erfordert regelm\u00e4\u00dfiges B\u00fcrsten, besonders w\u00e4hrend des Fellwechsels (Fr\u00fchling und Herbst). Wenn man diesen Prozess vernachl\u00e4ssigt, bilden sich Verfilzungen, die nicht nur das Aussehen beeintr\u00e4chtigen, sondern auch Hautkrankheiten verursachen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Prozedur<\/th><th>H\u00e4ufigkeit<\/th><th>Anmerkungen<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>B\u00fcrsten<\/td><td>1-2 Mal pro Woche<\/td><td>Im Fellwechsel t\u00e4glich mit einer Zupfb\u00fcrste<\/td><\/tr><tr><td>Baden<\/td><td>2-3 Mal pro Jahr<\/td><td>H\u00e4ufiges Waschen entfernt die sch\u00fctzende Fettschicht<\/td><\/tr><tr><td>Ohrenkontrolle<\/td><td>W\u00f6chentlich<\/td><td>Wegen der h\u00e4ngenden Form kann sich Feuchtigkeit sammeln<\/td><\/tr><tr><td>Krallen schneiden<\/td><td>Nach Bedarf<\/td><td>Bei ausreichender Aktivit\u00e4t nutzen sie sich von selbst ab<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Punkt, der in Deutschland regelm\u00e4\u00dfig falsch gemacht wird: <strong>Scheren Sie dieses Fell niemals.<\/strong> Die Unterwolle isoliert in beide Richtungen \u2014 sie h\u00e4lt im Winter die W\u00e4rme und im Sommer die Hitze drau\u00dfen. Ein geschorener Doppelhaarhund \u00fcberhitzt schneller, nicht langsamer, riskiert Sonnenbrand auf der ungesch\u00fctzten Haut, und das Deckhaar w\u00e4chst h\u00e4ufig nur noch struppig nach. Die richtige Sommerhilfe hei\u00dft gr\u00fcndliches Ausb\u00fcrsten der losen Unterwolle, Schatten und Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-heading wp-block-paragraph\"><strong>K\u00f6rperliche Belastung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund ben\u00f6tigt moderate, aber regelm\u00e4\u00dfige Belastung. Er ist kein Sprinter, sondern ein Marathonl\u00e4ufer. Lange Spazierg\u00e4nge in unwegsamem Gel\u00e4nde sind viel n\u00fctzlicher als das Hinterherjagen eines Balls. Denken Sie daran, die Aktivit\u00e4t bei Hitze zu reduzieren, da das dichte Fell eine schnelle \u00dcberhitzung f\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Landrassen-W\u00e4chter in Deutschland: was das im Alltag wirklich hei\u00dft<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Abschnitt ist bewusst unbequem, weil er die Fragen beantwortet, die vor dem Kauf gestellt werden m\u00fcssten und meistens erst danach gestellt werden. Ein Herdenschutzhund aus einer lebenden Arbeitspopulation ist kein \u201eRassehund mit Charakter&#8220;. Er ist ein Tier mit einem festen Berufsbild, das in einer deutschen Wohnstra\u00dfe keinen Auftrag findet.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Territorialit\u00e4t l\u00e4sst sich nicht abschalten.<\/strong> Sie k\u00f6nnen sie kanalisieren, kleinhalten, sauber managen \u2014 abstellen k\u00f6nnen Sie sie nicht. Wer das erwartet, hat den falschen Hund.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Misstrauen gegen\u00fcber Fremden ist die Norm, nicht der Defekt.<\/strong> Gute Sozialisierung sorgt daf\u00fcr, dass der Hund gelassen bleibt statt zu explodieren. Sie macht aus ihm keinen Labrador, der jeden Paketboten begr\u00fc\u00dft.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Nachtaktivit\u00e4t.<\/strong> Bellen um zwei Uhr morgens ist bei diesem Hund kein Fehlverhalten, sondern Dienst. In Deutschland kollidiert das direkt mit den nachbarrechtlichen Ruhezeiten \u2014 und Streit um \u201eHundegebell zur Nachtzeit&#8220; ist ein absoluter Klassiker vor deutschen Amtsgerichten. Wer die Nachbarn hinter dem Gartenzaun in H\u00f6rweite hat, sollte diesen Punkt n\u00fcchtern zu Ende denken.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Er braucht ein Objekt, keine Besch\u00e4ftigung.<\/strong> Agility, Dummytraining und Trickdogging laufen bei ihm ins Leere. Er will etwas haben, f\u00fcr das er verantwortlich ist \u2014 ein Grundst\u00fcck, eine Herde, eine Familie mit festen Abl\u00e4ufen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schwache F\u00fchrigkeit auf Distanz.<\/strong> Der R\u00fcckruf kann in dem Moment versagen, in dem er z\u00e4hlt. Freilauf auf der Hundewiese, Caf\u00e9-Besuche, Zugfahrten im Feierabendverkehr \u2014 das \u00fcbliche deutsche Hundeleben ist auf einen Hund zugeschnitten, der Menschenmengen f\u00fcr Kulisse h\u00e4lt. Dieser hier h\u00e4lt sie f\u00fcr Zust\u00e4ndigkeitsbereich.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Null Unterst\u00fctzung durch das System.<\/strong> Es gibt in Deutschland keinen Rasseverein, keine Zuchtberatung, keinen auf diese Rasse spezialisierten Trainer und keinen Tierarzt mit einschl\u00e4giger Erfahrung. Bei einem Deutschen Sch\u00e4ferhund hilft ein Anruf. Hier sind Sie der Erste, der fragt.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt in Deutschland allerdings eine Br\u00fccke, die es vor zwanzig Jahren noch nicht gab: Seit der Wolf zur\u00fcckgekehrt ist, arbeitet ein wachsender Teil der deutschen Weidetierhalter tats\u00e4chlich mit Herdenschutzhunden. Der Bund f\u00f6rdert Herdenschutzma\u00dfnahmen \u00fcber die Gemeinschaftsaufgabe \u201eVerbesserung der Agrarstruktur und des K\u00fcstenschutzes&#8220; (GAK), die Umsetzung und die F\u00f6rderrichtlinien liegen bei den L\u00e4ndern, und ein <strong>Sachkundelehrgang samt bestandener Eignungspr\u00fcfung f\u00fcr Herdenschutzhunde<\/strong> ist vielerorts die Voraussetzung f\u00fcr eine F\u00f6rderung. Eingesetzt werden dabei etablierte Rassen wie Pyren\u00e4enberghund, Maremmano-Abruzzese, Kangal, Kuvasz, Mioritic \u2014 und der Kaukasische Owtscharka. Das Wissen \u00fcber diesen Hundetyp existiert in Deutschland also durchaus. Es h\u00e4ngt nur an Rassen mit Papieren, mit Zuchtlinien und mit bekannten Wesensz\u00fcgen, nicht an einer namenlosen Landrasse ohne Herkunftsnachweis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dazu kommt ein Konflikt, den deutsche Sch\u00e4fer inzwischen aus dem Effeff kennen: Herdenschutzhunde und ein dicht bewandertes, beradeltes Land vertragen sich schlecht. Genau deshalb gilt ihr Einsatz in dicht besiedelten oder intensiv genutzten R\u00e4umen als nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich \u2014 wegen der Risiken f\u00fcr Spazierg\u00e4nger, Radfahrer und Menschen mit Haushund. Wer sich einen Himalaya-Sch\u00e4ferhund an einen Wanderweg stellt, importiert diesen Konflikt in den eigenen Vorgarten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesundheit und genetische Veranlagung<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"830\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/wmremove-transformed_1.webp\" alt=\"Himalaya-Sch\u00e4ferhund \u2014 Gesundheit und genetische Veranlagung\" class=\"wp-image-126977\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/wmremove-transformed_1.webp 1000w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/wmremove-transformed_1-300x249.webp 300w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/wmremove-transformed_1-768x637.webp 768w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/wmremove-transformed_1-860x714.webp 860w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesundheit gilt als robust, doch eine rassespezifische Liste von Erbkrankheiten wurde nie erstellt \u2014 \u201enicht beschrieben\u201c hei\u00dft \u201enicht untersucht\u201c, nicht \u201enicht vorhanden\u201c. Der Grund ist strukturell: Es gibt kein geschlossenes Zuchtbuch. Die Rasse ist insgesamt robust, aber nicht problemfrei \u2014 die Vorbehalte stehen unten. Die Gesundheit gilt als robust, doch eine rassespezifische Liste von Erbkrankheiten wurde nie erstellt \u2014 \u201enicht beschrieben\u201c hei\u00dft \u201enicht untersucht\u201c, nicht \u201enicht vorhanden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgen zwei Fallen, und beide sind wichtiger als jede Diagnoseliste:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>\u201eNicht beschrieben&#8220; ist nicht dasselbe wie \u201enicht vorhanden&#8220;.<\/strong> Gezielte Untersuchungen an dieser Population hat es kaum gegeben. Das Fehlen von Befunden ist ein Befund \u00fcber die Forschungslage, nicht \u00fcber die Hunde.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Es fehlt die gesamte Pr\u00fcfinfrastruktur.<\/strong> Kein offizielles HD-Auswertungsverfahren, keine Gesundheitsdatenbank, kein Set validierter Gentests f\u00fcr diese Rasse. Ein K\u00e4ufer kann sich also auf keinerlei Papiere st\u00fctzen \u2014 es gibt schlicht keine, auf die er sich st\u00fctzen k\u00f6nnte. Wer in Deutschland gewohnt ist, vor dem Welpenkauf nach HD-Zuchtwerten und Untersuchungsergebnissen der Elterntiere zu fragen, muss hier ohne Netz arbeiten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als urspr\u00fcngliche Rasse zeichnet sich der Himalaya-Sch\u00e4ferhund durch eine starke Immunit\u00e4t aus. Wie die meisten gro\u00dfen Rassen hat er jedoch seine Schwachstellen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>H\u00fcftgelenksdysplasie.<\/strong> Ein erbliches Problem, das durch falsche Aufzucht, \u00dcbergewicht oder \u00fcberm\u00e4\u00dfige Belastung im Welpenalter verschlimmert wird.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Magendrehung.<\/strong> Der tiefe Brustkorb schafft ein Risiko. Es ist wichtig, den Hund nicht direkt vor oder nach aktiven Spielen zu f\u00fcttern.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Fettleibigkeit.<\/strong> Himalaya-Sch\u00e4ferhunde haben einen sehr effizienten Stoffwechsel. Sie k\u00f6nnen ein Maximum an N\u00e4hrstoffen aus einem Minimum an Nahrung aufnehmen. \u00dcberf\u00fctterung f\u00fchrt schnell zu \u00dcbergewicht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ellbogendysplasie, OCD und Arthrose<\/strong> \u2014 die \u00fcbliche Orthop\u00e4die-Baustelle gro\u00dfer, schwerer, schnell wachsender Hunde.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ohrentz\u00fcndungen.<\/strong> Das strukturelle Alltagsproblem der H\u00e4ngeohren, siehe oben. W\u00f6chentliche Kontrolle ist keine K\u00fcr.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Hautprobleme unter Verfilzungen.<\/strong> Unter einer Matte ist es feucht und warm \u2014 die Haut darunter macht das nicht lange mit.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz oben auf der Risikoliste steht in Deutschland aber ein anderer Punkt: der <strong>Hitzschlag<\/strong>. Und hier lohnt es sich, die Klimarechnung einmal umzudrehen. Der deutsche Winter ist f\u00fcr diesen Hund ein Kuraufenthalt \u2014 er stammt aus N\u00e4chten weit unter null. Gef\u00e4hrlich ist der deutsche <em>Sommer<\/em>. Seine Vorfahren arbeiteten in der warmen Jahreszeit auf 3.000 Metern bei Temperaturen um 15 \u00b0C. Eine Hitzewelle mit 35 \u00b0C in der Oberrheinischen Tiefebene oder in Brandenburg ist f\u00fcr einen doppelt behaarten Hochgebirgshund keine Unannehmlichkeit, sondern eine Lebensgefahr. Praktisch hei\u00dft das: Spazierg\u00e4nge in die fr\u00fchen Morgen- und sp\u00e4ten Abendstunden verlegen, im Auto niemals warten lassen, schattige R\u00fcckzugsorte und Wasser rund um die Uhr, und im Zweifel lieber einen Tag Pause als einen Notfall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist sehr interessant, die Anpassungsmechanismen verschiedener Rassen zu vergleichen. Zum Beispiel hat sich der seltene <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-aruba-cunucu-dog\">Aruba Cunucu Dog<\/a> im hei\u00dfen Klima der Karibik entwickelt und besitzt kurzes Fell sowie eine andere Art der Thermoregulatiom. Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund ist das genaue Gegenteil, geschaffen um W\u00e4rme in d\u00fcnner Luft und bei Minustemperaturen zu speichern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ern\u00e4hrung: Vom Hirtenfladen zum modernen Napf<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die historische F\u00fctterung dieser Hunde widerspricht so ziemlich allem, was der deutsche Futtermittelmarkt einem gro\u00dfen Wachhund heute verkaufen m\u00f6chte. Auf der Alm bestand die Ration aus unges\u00e4uerten Fladen, Milch, Molke und den Resten aus dem Kessel. F\u00fcr die verwandten Bakarwal-Hunde beschreiben Quellen sogar eine nahezu vegetarische Ern\u00e4hrung \u2014 Brot aus Reisspelzen und Mais, dazu Milch. Fleisch war kein Alltagsfutter, sondern ein Zufall.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Konsequenz f\u00fcr den heutigen Napf ist eindeutig: Dieser Hund hat sich auf <em>karger<\/em> Kost entwickelt und verwertet extrem effizient. Setzt man ihn auf ein modernes, energiedichtes Futter, legt er in Windeseile zu \u2014 und \u00dcbergewicht ist bei einem gro\u00dfen Hund mit ohnehin belasteten Gelenken kein Sch\u00f6nheitsthema, sondern der schnellste Weg in die Orthop\u00e4die. Die praktischen Regeln:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zwei Mahlzeiten am Tag<\/strong> statt einer gro\u00dfen \u2014 das senkt zus\u00e4tzlich das Risiko einer Magendrehung.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Ruhe vor und nach der F\u00fctterung<\/strong>, jeweils rund eine Stunde. Kein Toben, kein Spaziergang, kein Training.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kondition mit der Hand pr\u00fcfen, nicht mit den Augen.<\/strong> Die Unterwolle versteckt m\u00fchelos f\u00fcnf Kilo. Rippen m\u00fcssen unter leichtem Druck f\u00fchlbar sein; sichtbar m\u00fcssen sie nicht sein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zur\u00fcckhaltung beim Proteingehalt<\/strong>, besonders im Wachstum. Ein zu schnell hochgef\u00fctterter Welpe einer schweren Rasse zahlt das sp\u00e4ter mit den Gelenken.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erziehung: Wie man eine gemeinsame Sprache findet<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"891\" height=\"705\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ca1bcf04-9e2a-4da7-b5b8-7d26b864e5ec_screenshot-2023-07-18-at-10.35.35-am.avif\" alt=\"Himalaya-Sch\u00e4ferhund \u2014 Erziehung: Wie man eine gemeinsame Sprache findet\" class=\"wp-image-126946\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ca1bcf04-9e2a-4da7-b5b8-7d26b864e5ec_screenshot-2023-07-18-at-10.35.35-am.avif 891w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ca1bcf04-9e2a-4da7-b5b8-7d26b864e5ec_screenshot-2023-07-18-at-10.35.35-am-300x237.avif 300w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ca1bcf04-9e2a-4da7-b5b8-7d26b864e5ec_screenshot-2023-07-18-at-10.35.35-am-768x608.avif 768w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/ca1bcf04-9e2a-4da7-b5b8-7d26b864e5ec_screenshot-2023-07-18-at-10.35.35-am-860x680.avif 860w\" sizes=\"auto, (max-width: 891px) 100vw, 891px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund ist klug, aber stur. Standardmethoden des &#8222;Drills&#8220; funktionieren hier nicht. Man muss ihm erkl\u00e4ren, <em>warum<\/em> er einen Befehl ausf\u00fchren soll. Die Grundlage des Erfolgs sind Respekt und die F\u00fchrungsqualit\u00e4ten des Besitzers.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtig:<\/strong> Wenden Sie niemals k\u00f6rperliche Gewalt an. Dies f\u00fchrt nur dazu, dass der Hund sich verschlie\u00dft oder beginnt, sich zu verteidigen. Nutzen Sie positive Best\u00e4rkung, seien Sie aber konsequent in Ihren Forderungen. Die Sozialisierung sollte mit den ersten Tagen des Welpen im Haus beginnen. Machen Sie ihn mit verschiedenen Menschen, Ger\u00e4uschen, Ger\u00fcchen und anderen Tieren bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer aus dem deutschen Hundeschulbetrieb kommt, muss au\u00dferdem seine Erfolgsma\u00dfst\u00e4be umstellen. Ein Begleithundepr\u00fcfungs-Programm mit exakter Fu\u00dfarbeit und Ablage aus der Bewegung wird bei diesem Hund nie gl\u00e4nzen \u2014 und es misst auch nicht das, worauf es ankommt. Sinnvolle Ziele sind: ein zuverl\u00e4ssiges Abbruchsignal, ruhiges Verhalten an der T\u00fcr, kontrolliertes Verhalten beim Besuch, Leinenf\u00fchrigkeit an einem Hund dieser Kraft, Akzeptanz von Tierarztuntersuchung und Fellpflege. Das ist unspektakul\u00e4r, aber es ist der Unterschied zwischen einem gut zu handhabenden und einem unhaltbaren Hund.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und noch ein Realismus-Hinweis: Die Reifezeit ist lang. Ein Herdenschutzhund ist mit zw\u00f6lf Monaten kein erwachsener Hund, sondern ein sehr gro\u00dfer Jugendlicher. Die eigentliche Wachsamkeit setzt oft erst im zweiten oder dritten Lebensjahr voll ein \u2014 h\u00e4ufig genau dann, wenn die Halter dachten, es sei alles geschafft.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">VDH, Rasselisten und der 20\/40-Hund: die Rechtslage in Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier wird aus einer exotischen Rasse ein sehr deutsches Verwaltungsthema. Drei Ebenen sind zu trennen: der Zuchtverband, die Rasselisten der Bundesl\u00e4nder und die allgemeinen Halterpflichten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-heading wp-block-paragraph\"><strong>1. VDH: Papiere gibt es nicht \u2014 und was es stattdessen gibt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Verband f\u00fcr das Deutsche Hundewesen (VDH) ist der deutsche FCI-Mitgliedsverband. Er betreut die von der FCI anerkannten Rassen; der Himalaya-Sch\u00e4ferhund geh\u00f6rt nicht dazu. Praktisch hei\u00dft das: <strong>keine VDH\/FCI-Ahnentafel, kein anerkanntes Zuchtbuch, keine Zuchtzulassung, keine Teilnahme an VDH-Zuchtschauen als Rasse.<\/strong> Papiere, die nicht aus FCI-anerkannter Zucht stammen, d\u00fcrfen weder das VDH- noch das FCI-Logo f\u00fchren \u2014 wer Ihnen ein solches Dokument mit Logo vorlegt, legt Ihnen etwas vor, das es nicht geben d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die VDH-Zucht-Ordnung kennt allerdings einen Nebenweg, den kaum jemand kennt: Hunde ohne anerkannte Ahnentafel k\u00f6nnen nach einer <strong>Ph\u00e4notypbeurteilung<\/strong> durch einen Richter aus der VDH-Zuchtrichterliste in ein Register eingetragen werden. Sie erhalten dann eine Registrierbescheinigung mit einem unmissverst\u00e4ndlichen Zusatz \u2014 sie berechtigt <em>nicht<\/em> zur Zucht und dient ausschlie\u00dflich Ausstellungs- und Arbeitszwecken. F\u00fcr einen Bhotia-Halter, der irgendeine Form von amtlicher Erfassung m\u00f6chte, ist das die realistischste Option. Ein Abstammungsnachweis wird daraus nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-heading wp-block-paragraph\"><strong>2. Rasselisten: nicht gelistet \u2014 aber die Kreuzungsklausel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund, der Bhotia und der Gaddi stehen auf <strong>keiner Rasseliste eines deutschen Bundeslandes<\/strong>. Zu unbekannt, um jemals in einen Verordnungstext geraten zu sein. Damit ist die Sache aber nicht erledigt, denn andere Herdenschutzhunde desselben Typs stehen sehr wohl auf diesen Listen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Bundesland \/ Regelung<\/th><th>Was dort steht<\/th><th>Bedeutung f\u00fcr unseren Hund<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Hessen, Gefahrenabwehrverordnung \u00fcber das Halten und F\u00fchren von Hunden<\/td><td>gelistet unter anderem: Kangal (Karabash), Kaukasischer Owtscharka, Rottweiler, American Bulldog, Dogo Argentino, Fila Brasileiro sowie die bekannten Terrier-Rassen \u2014 <strong>ausdr\u00fccklich auch deren Kreuzungen untereinander oder mit anderen Hunden<\/strong><\/td><td>Der Bhotia selbst ist nicht gelistet. Die Kreuzungsklausel ist die eigentliche Stolperfalle: Entscheidend ist, was die Beh\u00f6rde in die Akte schreibt, nicht was der Verk\u00e4ufer gesagt hat.<\/td><\/tr><tr><td>Hamburg, Hundegesetz<\/td><td>Kangal und Kaukasischer Owtscharka in der Kategorie mit <em>widerlegbarer<\/em> Gef\u00e4hrlichkeitsvermutung; \u00fcber einen bestandenen Wesenstest ist ein Negativzeugnis m\u00f6glich<\/td><td>Zeigt den Ausweg: Wer je in eine Einstufung ger\u00e4t, f\u00fchrt den Nachweis \u00fcber das Verhalten des einzelnen Hundes.<\/td><\/tr><tr><td>Nordrhein-Westfalen, \u00a7 11 LHundG NRW (\u201egro\u00dfer Hund&#8220;)<\/td><td>Als gro\u00dfer Hund gilt jeder ausgewachsene Hund ab 40 cm Widerristh\u00f6he <em>oder<\/em> ab 20 kg. Pflichten: Anzeige bei der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde, Sachkunde und Zuverl\u00e4ssigkeit des Halters, f\u00e4lschungssichere Mikrochip-Kennzeichnung sowie eine Haftpflichtversicherung mit den im Gesetz festgelegten Mindestdeckungssummen \u2014 getrennt f\u00fcr Personensch\u00e4den und f\u00fcr sonstige Sch\u00e4den<\/td><td><strong>Greift bei diesem Hund immer.<\/strong> 60\u201375 cm und 35\u201345 kg \u2014 er ist qua Definition ein 20\/40-Hund, ganz ohne Rasseliste.<\/td><\/tr><tr><td>Niedersachsen, NHundG<\/td><td>Sachkundenachweis seit dem 1. Juli 2013 f\u00fcr alle neuen Hundehalter, unabh\u00e4ngig von Rasse und Gr\u00f6\u00dfe: Theoriepr\u00fcfung vor Beginn der Haltung, Praxispr\u00fcfung im ersten Jahr; Anmeldung im Zentralen Hunderegister; Chippflicht ab sechs Monaten<\/td><td>Wer einmal bestanden hat, muss die Pr\u00fcfung f\u00fcr sp\u00e4tere Hunde nicht wiederholen. F\u00fcr Einsteiger in diesen Hundetyp ist die Praxispr\u00fcfung eher Hilfe als H\u00fcrde.<\/td><\/tr><tr><td>Berlin, Hundegesetz<\/td><td>stadtweite Leinenpflicht; eine Befreiung setzt den Sachkundenachweis (\u201eHundef\u00fchrerschein&#8220;) oder eine anderweitig belegte Sachkunde voraus<\/td><td>F\u00fcr einen Herdenschutzhund ohnehin die kl\u00fcgere Variante: An der Leine bleibt die Entscheidung bei Ihnen.<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Halten Sie an dieser Stelle den entscheidenden Gedanken fest: <strong>Nicht der Name des Hundes bestimmt das rechtliche Risiko, sondern sein Erscheinungsbild und die beh\u00f6rdliche Einsch\u00e4tzung.<\/strong> Ein gro\u00dfer, schwarz-loh gef\u00e4rbter Hund mit M\u00e4hne und ohne Papiere, der in Hessen nach einem Vorfall begutachtet wird, ist rechtlich in einer denkbar schlechten Ausgangslage \u2014 nicht weil er ein Bhotia ist, sondern weil niemand belegen kann, dass er <em>kein<\/em> Kaukasier-Mischling ist. Diese Beweisnot ist der reale Preis der fehlenden Anerkennung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nebenbei die deutsche Pointe des Ganzen: Der Kaukasische Owtscharka ist gleichzeitig eine f\u00fcr den staatlich gef\u00f6rderten Herdenschutz eingesetzte Rasse und in Hessen und Hamburg ein Listenhund. Derselbe Hund, zwei Beh\u00f6rden, zwei Bewertungen. Wer in diesen Typ einsteigt, sollte diese Ambivalenz kennen, bevor er ein Tier ins Haus holt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Import aus Indien oder Nepal: Was die EU tats\u00e4chlich verlangt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt, einen Hund aus dem Ursprungsgebiet zu holen, sollte zuerst wissen: Indien geh\u00f6rt tollwutrechtlich zu den <strong>nicht gelisteten Drittl\u00e4ndern<\/strong>. Damit greift das strengste Einfuhrregime der EU, und die Reihenfolge der Schritte ist nicht verhandelbar.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zuerst die Kennzeichnung.<\/strong> Der Mikrochip muss <em>vor<\/em> der Tollwutimpfung gesetzt sein. Eine Impfung, die vor der Kennzeichnung erfolgte, z\u00e4hlt schlicht nicht \u2014 der h\u00e4ufigste und teuerste Anf\u00e4ngerfehler.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Dann die Tollwutimpfung<\/strong> durch einen Tierarzt, mit korrekter Dokumentation.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Blutprobe fr\u00fchestens 30 Tage nach der Impfung<\/strong>, untersucht in einem von der EU zugelassenen Labor (Tollwut-Antik\u00f6rpertest, Titerbestimmung).<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Danach drei Monate Wartefrist<\/strong> bis zur Einreise, gerechnet ab dem Datum der Blutentnahme.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Amtliche Veterin\u00e4rbescheinigung<\/strong> mit Chipnummer, Impf- und Laborunterlagen sowie eine schriftliche Erkl\u00e4rung, dass die Verbringung nicht dem Verkauf oder einem Besitzerwechsel dient.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>H\u00f6chstens f\u00fcnf Tiere<\/strong> im nichtkommerziellen Verkehr, und die Einreise ist nur \u00fcber zugelassene Einreiseorte zul\u00e4ssig.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rechnet man die Fristen zusammen \u2014 Mindestalter f\u00fcr die Impfung, 30 Tage bis zur Blutentnahme, drei Monate Wartezeit \u2014, kann ein Welpe fr\u00fchestens im Alter von etwa sieben Monaten legal in die EU einreisen. Jedes Angebot, das Ihnen einen j\u00fcngeren Hund aus Indien oder Nepal \u201emit allen Papieren&#8220; verspricht, ist damit rechnerisch unm\u00f6glich. Wird regelm\u00e4\u00dfig nachgeimpft, bleibt der einmal ermittelte Titer im \u00dcbrigen dauerhaft g\u00fcltig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bleibt die Frage, die man sich vor der Logistik stellen sollte: Sollte man das \u00fcberhaupt tun? Die Gaddi-Population wird von Forschern auf <strong>weniger als 1.000 reinerbige Tiere<\/strong> gesch\u00e4tzt. Jeder Hund, der aus dieser Arbeitspopulation nach Europa geht, fehlt dort \u2014 und in einem deutschen Garten kann er nichts von dem tun, wof\u00fcr ihn tausend Jahre Selektion ausgestattet haben. Die ehrliche Antwort f\u00fcr die allermeisten Interessenten lautet: bewundern, verstehen, unterst\u00fctzen \u2014 aber die Herdenschutzarbeit hierzulande einer Rasse \u00fcberlassen, f\u00fcr die es in Deutschland Zuchtlinien, Sachkundelehrg\u00e4nge und Ansprechpartner gibt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vor- und Nachteile der Rasse<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image is-resized size-large\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/bhotia-dog-breed-information-facts-characteristics-1024x768.png\" alt=\"Himalaya-Sch\u00e4ferhund \u2014 Vor- und Nachteile der Rasse\" class=\"wp-image-126901\" style=\"width:413px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/bhotia-dog-breed-information-facts-characteristics-1024x768.png 1024w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/bhotia-dog-breed-information-facts-characteristics-300x225.png 300w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/bhotia-dog-breed-information-facts-characteristics-768x576.png 768w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/bhotia-dog-breed-information-facts-characteristics-860x645.png 860w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/bhotia-dog-breed-information-facts-characteristics.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table><thead><tr><th>Vorteile (+)<\/th><th>Nachteile (-)<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Unbestechlicher und zuverl\u00e4ssiger W\u00e4chter<\/td><td>Neigung zu lautem Bellen (besonders nachts)<\/td><\/tr><tr><td>Robuste Gesundheit und Ausdauer<\/td><td>Starkes Haaren, Fell auf dem ganzen Hof<\/td><\/tr><tr><td>Treue zur Familie und Toleranz gegen\u00fcber (eigenen) Kindern<\/td><td>Neigung zu Dominanz und Sturheit<\/td><\/tr><tr><td>Gen\u00fcgsamkeit beim Futter<\/td><td>Nicht f\u00fcr Wohnungshaltung geeignet<\/td><\/tr><tr><td>H\u00e4lt extremer K\u00e4lte stand<\/td><td>Erfordert einen erfahrenen Besitzer<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den deutschen Kontext muss man dieser Tabelle zwei Zeilen hinzudenken, die in keiner Rassebeschreibung stehen: <em>Es gibt hier keine Infrastruktur f\u00fcr diesen Hund<\/em> \u2014 kein Rasseverein, keine Zuchtberatung, keine Gesundheitsdatenbank, keine spezialisierten Trainer. Und: <em>Herkunft und Identit\u00e4t sind nicht belegbar<\/em>, was im Ernstfall gegen\u00fcber Beh\u00f6rden und Versicherern zum Problem wird. Beides sind Nachteile, die man nicht wegtrainieren kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberlebt die Rasse? Der Status heute<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die n\u00fcchterne Bilanz: Forscher sch\u00e4tzen den Bestand reinerbiger Gaddi-Hunde auf <strong>unter 1.000 Tiere<\/strong>. F\u00fcr eine Population ohne Zuchtbuch, ohne koordiniertes Programm und ohne geschlossene Grenze nach au\u00dfen ist das eine kritische Gr\u00f6\u00dfenordnung. Die Gr\u00fcnde sind bekannt und leider s\u00e4mtlich strukturell:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Das Ende des Nomadentums.<\/strong> Stra\u00dfen, Schulen und Lohnarbeit haben die Transhumanz f\u00fcr viele Hirtenfamilien unattraktiv gemacht. Wo keine wandernde Herde mehr ist, gibt es auch keine Aufgabe f\u00fcr den Hund \u2014 und ohne Aufgabe verschwindet er.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Einkreuzung importierter Rassen.<\/strong> Der Boom um schwere Molosser hat die Grenzen der Population aufgeweicht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kein Zuchtprogramm.<\/strong> Es fehlt die Instanz, die Verpaarungen dokumentieren und steuern k\u00f6nnte.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Bewaffneter Konflikt.<\/strong> F\u00fcr die verwandten Bakarwal-Hunde ist gesondert dokumentiert, dass seit den 1990er-Jahren Hunderte Tiere get\u00f6tet wurden.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es gibt aber auch die andere Seite. In Palampur werden im Rahmen des wissenschaftlichen Programms Welpen aufgezogen und an Hirten abgegeben \u2014 Erhaltung dort, wo der Hund seine Arbeit tut, statt in einem Zwinger. Die NBAGR-Registrierung gibt dem Gaddi erstmals einen formalen Status im indischen System. Und in Nepal versucht ein Klub, den Bhote Kukur zu erfassen und zu beschreiben. Das sind kleine Schritte, aber es sind die richtigen: Eine Landrasse rettet man nicht im Ausstellungsring, sondern auf der Weide.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Interessante Fakten<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die Einheimischen im Himalaya glauben, dass diese Hunde Geister sehen k\u00f6nnen. Ihre &#8222;falschen Augen&#8220; (helle Flecken \u00fcber den Augen, die oft bei schwarz-lohfarbenen Tieren vorkommen) sollen es ihnen erm\u00f6glichen, die Welt zu beobachten, selbst wenn sie schlafen.<\/li>\n\n\n\n<li>Am Hals erwachsener R\u00fcden bildet sich oft eine dichte &#8222;M\u00e4hne&#8220;, die ihnen nicht nur ein majest\u00e4tisches Aussehen verleiht, sondern auch den Hals bei K\u00e4mpfen vor Raubtierbissen sch\u00fctzt.<\/li>\n\n\n\n<li>In Indien wird diese Rasse oft &#8222;Gaddi Kutta&#8220; genannt, was mit dem Stamm der Gaddi verbunden ist, der diese Hunde traditionell z\u00fcchtet.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Beiname \u201eIndian Panther Hound&#8220; ist Marketing, aber er hat einen wahren Kern: Der Ruf des Gaddi gr\u00fcndet auf Begegnungen mit Leopard und Schneeleopard \u2014 nicht auf K\u00e4mpfen, sondern darauf, dass die gro\u00dfe Katze das Weite sucht.<\/li>\n\n\n\n<li>Der Gaddi ist die erste Hunderasse aus dem Himalaya im indischen Register tierischer Genressourcen \u2014 und erst die vierte Hunderasse Indiens \u00fcberhaupt, nach Rajapalayam, Chippiparai und Mudhol Hound.<\/li>\n\n\n\n<li>Das Wort \u201eBhotia&#8220; leitet sich von \u201eBhot&#8220; ab, der historischen Bezeichnung f\u00fcr Tibet. Der Name des Hundes zeigt also nach Norden \u2014 dorthin, wo auch seine Verwandtschaft zur Tibet-Dogge liegt.<\/li>\n\n\n\n<li>Ein funktionierender Herdenschutzhund ist Naturschutz mit vier Beinen: Wo die Herde gesch\u00fctzt ist, greifen Hirten seltener zu Gift oder Gewehr \u2014 und ausgerechnet der Schneeleopard profitiert davon.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen zur Rasse (FAQ)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist der Himalaya-Sch\u00e4ferhund aggressiv gegen\u00fcber Kindern?<\/strong><br>Im Allgemeinen verhalten sie sich gegen\u00fcber Kindern der eigenen Familie tolerant und sogar f\u00fcrsorglich. Aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe kann der Hund ein Kind jedoch beim Spielen versehentlcih umschubsen. Lassen Sie Hund und kleine Kinder niemals unbeaufsichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was f\u00fcttert man so einen Hund?<\/strong><br>Historisch bestand ihre Ern\u00e4hrung aus Fladenbrot, Milch und Essensresten der Hirten. Unter modernen Bedingungen ist es besser, ein hochwertiges Trockenfutter f\u00fcr Riesenrassen oder eine ausgewogene nat\u00fcrliche Ern\u00e4hrung (Fleisch, Innereien, Reis, Gem\u00fcse) zu w\u00e4hlen. Es ist wichtig, nicht zu viel Protein zu f\u00fcttern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kann man ihn an der Kette halten?<\/strong><br>Kategorisch nein. Die Kette bricht die Psyche dieses stolzen Tieres und macht es aggressiv und unberechenbar. Ein Zwinger ist nur als vor\u00fcbergehender Unterschlupf m\u00f6glich, die meiste Zeit sollte sich der Hund frei auf dem eingez\u00e4unten Gel\u00e4nde bewegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist der Himalaya-Sch\u00e4ferhund in Deutschland ein Listenhund?<\/strong><br>Nein. Weder der Himalaya-Sch\u00e4ferhund noch der Bhotia oder der Gaddi stehen auf der Rasseliste eines Bundeslandes \u2014 sie sind hierzulande schlicht zu unbekannt. Vorsicht ist trotzdem geboten: Hessen und Hamburg listen den Kaukasischen Owtscharka und den Kangal, und die hessische Verordnung erfasst ausdr\u00fccklich auch Kreuzungen dieser Rassen mit anderen Hunden. Bei einem gro\u00dfen, m\u00e4hnentragenden Hund ohne jeden Herkunftsnachweis entscheidet im Zweifel die Einsch\u00e4tzung der Beh\u00f6rde, nicht der Name im Kaufvertrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche Auflagen gelten dann \u00fcberhaupt f\u00fcr mich?<\/strong><br>Die allgemeinen \u2014 und die reichen. In Nordrhein-Westfalen ist jeder ausgewachsene Hund ab 40 cm Widerristh\u00f6he oder 20 kg ein \u201egro\u00dfer Hund&#8220; nach \u00a7 11 LHundG NRW: Anzeige bei der Beh\u00f6rde, Sachkunde, Zuverl\u00e4ssigkeit, Mikrochip und eine Haftpflichtversicherung, deren Mindestdeckungssummen das Gesetz getrennt f\u00fcr Personensch\u00e4den und sonstige Sch\u00e4den vorgibt. Ein Himalaya-Sch\u00e4ferhund erf\u00fcllt die 20\/40-Schwelle m\u00fchelos. In Niedersachsen brauchen Sie ohnehin f\u00fcr jeden Hund den Sachkundenachweis mit Theorie- und Praxisteil, und in Berlin gilt stadtweite Leinenpflicht, von der Sie sich nur mit Sachkundenachweis befreien lassen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bekomme ich f\u00fcr einen Bhotia eine VDH-Ahnentafel?<\/strong><br>Nein. Der VDH betreut FCI-anerkannte Rassen, und diese geh\u00f6rt nicht dazu. Ahnentafeln aus nicht FCI-anerkannter Zucht d\u00fcrfen weder das VDH- noch das FCI-Logo tragen. M\u00f6glich ist allenfalls eine Registereintragung nach Ph\u00e4notypbeurteilung durch einen VDH-Zuchtrichter; die daraus resultierende Registrierbescheinigung berechtigt jedoch nicht zur Zucht und dient nur Ausstellungs- und Arbeitszwecken. Auch die indische NBAGR-Registrierung von Anfang Januar 2025 \u00e4ndert daran nichts \u2014 sie ist eine agrargenetische Ressourcenerfassung, kein Abstammungsnachweis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kann ich einen Welpen aus Indien oder Nepal importieren?<\/strong><br>Rechtlich ja, praktisch aufwendig. Indien gilt tollwutrechtlich als nicht gelistetes Drittland: Erst Mikrochip, dann Tollwutimpfung, fr\u00fchestens 30 Tage sp\u00e4ter die Blutprobe in einem EU-zugelassenen Labor, dann drei Monate Wartefrist bis zur Einreise. Ein Welpe kann damit fr\u00fchestens mit rund sieben Monaten legal einreisen. Dazu kommen die amtliche Veterin\u00e4rbescheinigung und die Einreise \u00fcber einen zugelassenen Einreiseort. Wer Ihnen einen j\u00fcngeren Hund \u201ekomplett papierfertig&#8220; anbietet, kann die Fristen nicht eingehalten haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kommt er mit dem deutschen Sommer zurecht?<\/strong><br>Das ist das gr\u00f6\u00dfere Problem als der Winter \u2014 und viele untersch\u00e4tzen es. Seine Vorfahren arbeiteten im Sommer auf rund 3.000 Metern bei etwa 15 \u00b0C. Eine deutsche Hitzewelle ist f\u00fcr einen Hund mit dichter Unterwolle lebensbedrohlich. Spazierg\u00e4nge in die k\u00fchlen Tagesrandzeiten legen, Schatten und Wasser jederzeit verf\u00fcgbar halten, an hei\u00dfen Tagen nichts erzwingen. Und keinesfalls scheren: Das Doppelhaar isoliert auch gegen Hitze, ein geschorener Hund \u00fcberhitzt schneller und riskiert Sonnenbrand.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Video \u00fcber die Rasse<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Himalayan Sheepdog Pros and Cons | Gaddi Kutta Advantages and Disadvantages\" width=\"1170\" height=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/T9GjBAzXImE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit: F\u00fcr wen der Himalaya-Sch\u00e4ferhund passt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund ist einer der beeindruckendsten Gebrauchshunde der Welt und zugleich einer der ungeeignetsten Familienhunde, die man sich in Mitteleuropa aussuchen kann. Beides stimmt gleichzeitig, und beides hat dieselbe Ursache: Er ist genau das geblieben, was er sein musste \u2014 ein autonomer W\u00e4chter f\u00fcr N\u00e4chte, in denen kein Mensch in der N\u00e4he ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Er passt<\/strong> zu Menschen mit einem gro\u00dfen, sicher und blickdicht eingez\u00e4unten Grundst\u00fcck in ruhiger Lage, mit Erfahrung in eigenst\u00e4ndigen Wach- und Herdenschutzrassen, mit Nachbarn in respektvoller Entfernung und mit der Bereitschaft, Verantwortung f\u00fcr ein Tier zu \u00fcbernehmen, das im deutschen Beh\u00f6rden- und Vereinssystem schlicht nicht vorgesehen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Er passt nicht<\/strong> zu Ersthaltern, zu Wohnungshaltung, zu Familien, die einen unkomplizierten Begleiter f\u00fcr Caf\u00e9, Bahn und Hundewiese suchen, und zu allen, denen die Vorstellung unangenehm ist, dass ihr Hund im entscheidenden Moment selbst entscheidet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und noch etwas geh\u00f6rt zum ehrlichen Fazit: Die Rasse braucht derzeit weniger neue Halter in Europa als Aufmerksamkeit dort, wo sie zu Hause ist. Wer den Typ liebt, findet in Deutschland mit dem Pyren\u00e4enberghund, dem Maremmano-Abruzzese, dem Kangal oder dem Kuvasz Herdenschutzhunde, die dieselbe Arbeit tun \u2014 nur eben mit Zuchtlinien, Sachkundelehrg\u00e4ngen und Menschen, die man anrufen kann, wenn es klemmt. F\u00fcr den Bhotia des Himalaya ist die beste Nachricht nicht, dass er nach Europa kommt, sondern dass er in Himachal Pradesh weiterhin gebraucht wird.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Himalaya-Sch\u00e4ferhund (Himalayan Sheepdog \/ Gaddi Kutta) ist eine majest\u00e4tische und m\u00e4chtige Rasse, die seit Jahrhunderten als unersch\u00fctterlicher\u2026<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":126891,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52],"tags":[7075,7182,320],"moimportance":[],"class_list":["post-127092","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-dogs-breeds","tag-begleithunde","tag-weisse-hunde","tag-320"],"views":41,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=127092"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127092\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":127100,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/127092\/revisions\/127100"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/126891"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=127092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=127092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=127092"},{"taxonomy":"moimportance","embeddable":true,"href":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/moimportance?post=127092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}