{"id":17034,"date":"2014-10-04T00:00:00","date_gmt":"2014-10-03T21:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/tvaryny.com\/?p=17034"},"modified":"2026-08-29T18:46:27","modified_gmt":"2026-08-29T15:46:27","slug":"briard","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-briard","title":{"rendered":"Briard"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der <strong>Briard<\/strong>, auch <strong>Berger de Brie<\/strong> genannt, ist ein franz\u00f6sischer H\u00fctehund, den der FCI-Standard Nr. 113 betont n\u00fcchtern beschreibt: \u00abchien de berger et de garde\u00bb, H\u00fcte- und Wachhund, Gruppe 1, Sektion 1, <strong>mit Arbeitspr\u00fcfung<\/strong>. Alles \u00dcbrige \u2014 das lange gewellte Haar, der Bart, die Augenbrauen, der Stirnschopf \u2014 sitzt auf dem Ger\u00fcst eines Bauernhundes. Zwei Eigenheiten teilt diese Rasse mit fast keiner anderen: eine anatomische Forderung, deren Fehlen einen Hund von der Zucht ausschlie\u00dft, und eine Rolle in der Medizingeschichte, die ihren Namen in die Literaturverzeichnisse der Augen\u00e4rzte gebracht hat. Beides \u2014 und alles Weitere \u2014 sehen wir uns hier auf <strong><a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\">Tvaryny<\/a><\/strong> an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Briard: Ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die Rasse<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/gallery-139942-1536x1024-1.jpg\" alt=\"Logo der Rasse Briard\"\/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td><strong>Merkmal<\/strong><\/td><td><strong>Angabe<\/strong><\/td><\/tr><tr><td>Herkunft<\/td><td>Frankreich<\/td><\/tr><tr><td>FCI-Klassifikation<\/td><td>Standard Nr. 113, Gruppe 1 (H\u00fctehunde und Treibhunde, ausgenommen Schweizer Sennenhunde), Sektion 1 (Sch\u00e4ferhunde), mit Arbeitspr\u00fcfung<\/td><\/tr><tr><td>G\u00fcltige Fassung des Standards<\/td><td>Ver\u00f6ffentlicht am 04.11.2008; FCI-Ausgabe vom 23.01.2009<\/td><\/tr><tr><td>Verwendung laut Standard<\/td><td>H\u00fcte- und Wachhund<\/td><\/tr><tr><td>Widerristh\u00f6he (FCI Nr. 113)<\/td><td>R\u00fcden 62\u201368 cm, H\u00fcndinnen 56\u201364 cm. Abweichung \u00fcber die Toleranz von +2 cm bzw. \u22121 cm hinaus: ausschlie\u00dfender Fehler<\/td><\/tr><tr><td>Gewicht<\/td><td>Der FCI-Standard Nr. 113 normiert die H\u00f6he, nicht die Masse: Gewichtsangaben enth\u00e4lt er \u00fcberhaupt nicht<\/td><\/tr><tr><td>Haar (FCI Nr. 113)<\/td><td>Geschmeidig, lang, trocken (\u00abZiegenhaar\u00bb), mit leichter Unterwolle; k\u00fcrzer als 7 cm, weich oder wollig: schwerer Fehler<\/td><\/tr><tr><td>Farben (FCI Nr. 113)<\/td><td>Schwarz, falb, falb mit Kohlenanflug (leicht bis mittelstark), oft mit Maske, grau, blau<\/td><\/tr><tr><td>Hinterhand<\/td><td>Doppelte Afterkralle vorgeschrieben; einfache Afterkralle oder deren v\u00f6lliges Fehlen: Disqualifikation<\/td><\/tr><tr><td>Wesen laut Standard<\/td><td>Ausgeglichen, \u00abweder aggressiv noch \u00e4ngstlich\u00bb; Charakter \u00abklug und mutig\u00bb<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hinter dieser Tabelle steckt, entfaltet der folgende Text: woher die Rasse kommt, wozu sie eine sechste Zehe braucht, was Zuchtvereine in den einzelnen L\u00e4ndern tats\u00e4chlich verlangen \u2014 und wie der Briard in die Medizingeschichte geraten ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Geschichte der Rasse Briard: vom Landwirtschaftslehrbuch zum Sanit\u00e4tshund<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte des Briards hat einen bequemen Anfangspunkt, und der steht im FCI-Standard selbst. Lange kannte man diese Hunde unter der Sammelbezeichnung \u00abfranz\u00f6sische H\u00fctehunde der Ebene\u00bb; <strong>der Name \u00abchien de Brie\u00bb \u2014 Hund aus der Brie \u2014 taucht erstmals 1809 auf<\/strong>, im <em>Cours complet d&#8217;agriculture<\/em> des Abb\u00e9 Rozier. Die Rasse trat also nicht \u00fcber die Kynologie in die Schriftkultur ein, sondern \u00fcber ein landwirtschaftliches Nachschlagewerk \u2014 als Betriebsmittel des Hofes, gleich neben den Schafrassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Brie ist eine Ackerbauregion \u00f6stlich von Paris, und die Aufgabe des Hundes war dort genau jene, die der Standard bis heute festh\u00e4lt: <strong>die Herde f\u00fchren und bewachen<\/strong>. Die franz\u00f6sische Ebene ist kein Gebirge: Es gibt keine nat\u00fcrlichen Grenzen, die Schafe weiden auf ungez\u00e4unten Feldern entlang der Kulturen, und vom Hund wird nicht verlangt, die Herde vorw\u00e4rtszutreiben, sondern sie in Grenzen zu halten \u2014 er arbeitet als lebender Zaun. Daher die charakteristische Gangart: ein raumgreifender Trab mit gutem Schub aus der Hinterhand, den der Standard w\u00f6rtlich fordert \u2014 der Hund soll sich \u00abmit einem Minimum an Aufwand und Erm\u00fcdung\u00bb bewegen und arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die \u00f6ffentliche Laufbahn beginnt sp\u00e4ter. Auf der Pariser Landwirtschaftsausstellung von 1863 wurden Briards gezeigt und dort regelm\u00e4\u00dfig mit dem anderen franz\u00f6sischen H\u00fctehund der Ebene verwechselt, dem <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-beauceron\">Beauceron<\/a>: dasselbe Land, dieselbe Arbeit, der Unterschied liegt vor allem im Haar. Ein erster Rassestandard entstand 1897, der Spezialklub Club des Amis du Briard 1909 \u2014 zwei verschiedene Ereignisse, die in Zusammenfassungen oft zu einem verschmelzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das amerikanische Kapitel ist recht gut belegt. Im Oktober 1789 kaufte Thomas Jefferson, damals auf der Heimreise aus Frankreich, in Le Havre eine tragende H\u00fcndin namens Berg\u00e8re; sie warf zwei Welpen w\u00e4hrend der Atlantik\u00fcberquerung, und Anfang 1790 waren die Hunde in Monticello. Der Marquis de Lafayette schickte Jefferson sp\u00e4ter ein weiteres Paar. Der amerikanische Rasseklub erkennt in diesen \u00abchiens bergers de Brie\u00bb Briards. Die Verbindung zu Napoleon ist anderer Art: Sie beruht auf Rassetradition und kynologischer Literatur, nicht auf einem Archivbeleg wie im Fall Jefferson.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und schlie\u00dflich der Krieg. Hier braucht es keine Vereins\u00fcberlieferung: <strong>Der geschichtliche Abriss im FCI-Standard Nr. 113 h\u00e4lt selbst fest, dass die Rasse von der franz\u00f6sischen Armee in beiden Weltkriegen eingesetzt wurde \u2014 unter anderem als Wachhund (sentinelle) und als Sanit\u00e4tshund (chien ambulancier), der Verwundete auf dem Schlachtfeld suchte.<\/strong> Es ist ein seltener Fall: Die milit\u00e4rische Vergangenheit einer Rasse steht nicht in einem popul\u00e4ren Buch, sondern im g\u00fcltigen offiziellen Dokument. Der Sanit\u00e4tshund arbeitete dabei nicht \u00abheldenhaft\u00bb, sondern nach Protokoll: das Gel\u00e4nde im Suchlauf absuchen, einen liegenden Menschen finden, zum Hundef\u00fchrer zur\u00fcckkehren und dabei einen Gegenstand des Verwundeten bringen oder die Richtung anzeigen \u2014 also dieselbe Aufgabe wie auf der Weide, nur dass das Gesuchte kein zur\u00fcckgebliebenes Lamm war. Beide Kriege dezimierten den Bestand; die Z\u00fcchter bauten die Rasse in Friedenszeiten wieder auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die mittelalterliche Erz\u00e4hlung von Aubry de Montdidier, dessen Hund den M\u00f6rder seines Herrn \u00fcberf\u00fchrt haben soll, hat keine dokumentarische Grundlage \u2014 sie ist eine hartn\u00e4ckige Legende, die von Buch zu Buch weitergereicht wird und in der der Name \u00abAubry\u00bb zuweilen sogar als Ursprung des Wortes \u00abBrie\u00bb angeboten wird. Genau in diesem Status sollte man sie belassen: als Legende.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So sieht ein Briard aus: Was der FCI-Standard Nr. 113 genau verlangt<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/gallery-139942.jpg\" alt=\"Briard \u2014 Foto eines erwachsenen Hundes\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesamterscheinungsbild fasst der Standard in vier Worte: ein <strong>rustikaler, geschmeidiger, muskul\u00f6ser und gut proportionierter<\/strong> Hund, lebhaft und aufmerksam. Das Format ist leicht gestreckt \u2014 die K\u00f6rperl\u00e4nge vom Buggelenk bis zum Sitzbeinh\u00f6cker \u00fcbertrifft die Widerristh\u00f6he geringf\u00fcgig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Kopf wird gemessen<\/strong>, nicht nach Augenma\u00df beurteilt. Der Standard gibt drei Proportionen auf einmal vor: Die Kopfl\u00e4nge betr\u00e4gt <strong>2\/5 der Widerristh\u00f6he<\/strong>; die Sch\u00e4delbreite ist etwas geringer als die halbe Kopfl\u00e4nge; Sch\u00e4del und Fang sind gleich lang. Im Profil verlaufen die Linien von Sch\u00e4del und Nasenr\u00fccken parallel, der Stop ist ausgepr\u00e4gt und liegt genau in der Mitte zwischen Hinterhauptbein und Nasenspitze. Der Nasenschwamm ist kr\u00e4ftig, die Nasenl\u00f6cher gut ge\u00f6ffnet, und er ist <strong>stets schwarz \u2014 au\u00dfer bei blauen Hunden, wo er blau oder bl\u00e4ulich ist<\/strong>. Das Kopfhaar bildet Bart, Schnurrbart und Augenbrauen, die die Augen leicht verschleiern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Augen<\/strong> sind oval, waagerecht eingesetzt, gut ge\u00f6ffnet, eher gro\u00df und dunkel; bei blauen Hunden sind etwas hellere Augen zugelassen. Ein zu helles (gelbes) Auge oder Glasauge steht auf der Liste der ausschlie\u00dfenden Fehler.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Ohren<\/strong> sitzen hoch an und liegen nicht flach am Kopf; unkupiert sind sie eher kurz \u2014 die L\u00e4nge des Ohrknorpels soll der halben Kopfl\u00e4nge entsprechen oder etwas darunter liegen. Sie sind stets flach und mit langem Haar bedeckt. Der Standard beschreibt weiterhin die kupierte Variante, \u00abin L\u00e4ndern, in denen diese Praxis nicht verboten ist\u00bb; in den meisten europ\u00e4ischen Rechtsordnungen ist das Kupieren untersagt, und das nat\u00fcrliche Ohr ist im Ring l\u00e4ngst die Norm. Ausdr\u00fccklich festgehalten ist zudem: ein von Natur aus stehendes Ohr ist ein ausschlie\u00dfender Fehler \u2014 dies ist keine Rasse, bei der das Ohr von selbst stehen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der K\u00f6rper:<\/strong> gerader R\u00fccken, kurze und feste Lende, leicht abfallende, sanft gerundete Kruppe. <strong>Die Brust ist breit und lang und reicht bis zu den Ellenbogen herab<\/strong>, die Rippen sind gut gew\u00f6lbt. Diese Formulierung ist keine Zierde: Gerade der tiefe Brustkorb r\u00fcckt die Rasse in die Risikogruppe f\u00fcr Magendrehung, wovon weiter unten die Rede ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Rute<\/strong> bleibt unkupiert, ist tief angesetzt, reicht mindestens bis zum Sprunggelenk, wird ohne seitliche Abweichung getragen und bildet am Ende einen leichten Haken in Form eines J. In der Bewegung darf sie h\u00f6chstens bis zur R\u00fcckenlinie angehoben werden. Eine \u00fcber dem R\u00fccken wie ein Jagdhorn getragene oder senkrecht aufgerichtete Rute schlie\u00dft den Hund aus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Haar<\/strong> ist knapp und sehr genau beschrieben: geschmeidig, lang, trocken, <strong>\u00abnach Art von Ziegenhaar\u00bb (genre poil de ch\u00e8vre)<\/strong>, mit leichter Unterwolle. Als schwerer Fehler gilt Haar <strong>unter 7 cm<\/strong> sowie weiches oder wolliges Haar \u2014 normiert ist bei dieser Rasse also nicht nur die L\u00e4nge, sondern auch die Textur. Trockenes, sprungfestes Haar verfilzt nicht so rasch wie weiches; ein Hund mit \u00abfalschem\u00bb, wolligem Haar ist zudem ganz praktisch ein Hund, der schwerer zu halten ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Farbe<\/strong> ist der Punkt, an dem Zusammenfassungen am h\u00e4ufigsten danebenliegen. Der Standard erlaubt nicht \u00abjede einfarbige F\u00e4rbung au\u00dfer Wei\u00df\u00bb: Er z\u00e4hlt die zul\u00e4ssigen Farben als geschlossene Liste auf \u2014 <strong>Schwarz, Falb, Falb mit Kohlenanflug (leicht bis mittelstark, oft mit Maske), Grau und Blau<\/strong>. Ein warmes Falb darf an den Extremit\u00e4ten und an den unteren K\u00f6rperpartien Ton in Ton aufhellen; Schwarz, Grau und Blau lassen ebenfalls hellere Partien Ton in Ton zu; jede Farbe darf mehr oder weniger ergrauen. Von der Zucht ausgeschlossen wird wegen wei\u00dfer, brauner und mahagonifarbener F\u00e4rbung, wegen eines Haarkleides aus zwei deutlich verschiedenen Farben, wegen einer wei\u00dfen Blesse, wei\u00dfer Haare an den Extremit\u00e4tenenden sowie wegen falber Mantelzeichnung und falber Mantelzeichnung mit Kohlenanflug. Ein insgesamt zu heller Farbton ist ein schwerer Fehler.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und eine Zeile, die jeder Welpenk\u00e4ufer lesen sollte: Der Standard endet mit dem Hinweis, dass <strong>nur gesunde Hunde zur Zucht verwendet werden d\u00fcrfen, die die Aufgaben erf\u00fcllen k\u00f6nnen, f\u00fcr die die Rasse gez\u00fcchtet wurde, und die dem Rassetyp entsprechen<\/strong>. Das ist keine H\u00f6flichkeitsformel, sondern die Norm, auf die sich jeder nationale Klub st\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die doppelte Afterkralle: Anatomie, ins Reglement geschrieben<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rassestandards verlangen sonst Proportionen, Winkelungen, Farbe und Typ. Der Briard ist einer der seltenen F\u00e4lle, in denen der Standard <strong>das Vorhandensein einer bestimmten anatomischen Struktur<\/strong> fordert und ihr Fehlen nicht mit einer schlechteren Note, sondern mit dem Ausschluss ahndet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Formulierung des FCI-Standards Nr. 113 im Abschnitt Hinterhand lautet: \u00abAfterkrallen: Aus Tradition haben die Sch\u00e4fer auf der Erhaltung der doppelten Afterkralle bestanden. Die Afterkrallen bilden gut getrennte &#8222;Daumen&#8220; mit Krallen, ziemlich nahe an der Pfote.\u00bb Und unter den <strong>ausschlie\u00dfenden Fehlern<\/strong> steht eine unmissverst\u00e4ndliche Zeile: <strong>\u00abeinfache Afterkralle oder v\u00f6lliges Fehlen der Afterkrallen an der Hinterhand\u00bb<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bemerkenswert ist, wie der Standard die Forderung sich selbst erkl\u00e4rt. Er beruft sich nicht auf die Biomechanik, sondern schreibt <strong>\u00abpar tradition\u00bb<\/strong> \u2014 aus Tradition, weil die Sch\u00e4fer an diesem Merkmal festhielten. Die verbreitete Deutung, die doppelte Afterkralle habe dem Hund geholfen, sich an H\u00e4ngen im Boden festzukrallen, kursiert in der Rasseliteratur und in \u00e4lteren franz\u00f6sischen Fassungen des Standards; der g\u00fcltige FCI-Text nennt als Grund ausdr\u00fccklich die Zuchttradition. Das ist ehrlicher und, bei Licht besehen, interessanter: ein Merkmal, das eine Z\u00fcchtergemeinschaft bewusst als Erkennungszeichen bewahrt hat \u2014 und so streng verankert, dass ein Hund ohne dieses Merkmal aus der Zucht f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hei\u00dft das in der Praxis?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Der Welpe wird darauf schon in den ersten Tagen untersucht.<\/strong> Doppelte Afterkrallen m\u00fcssen an beiden Hinterl\u00e4ufen vorhanden sein, gut getrennt, mit Krallen. Ein Z\u00fcchter kennt den Zustand der Afterkrallen jedes Wurfwelpen \u2014 das ist die erste Frage, die er ohne Z\u00f6gern beantworten muss.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Sie werden nicht entfernt.<\/strong> Bei Rassen, in denen die Afterkralle als Rudiment gilt, nimmt man sie mitunter in den ersten Lebenstagen ab. Beim Briard bedeutet die Entfernung, dass der Hund dem Standard nicht mehr entspricht.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Krallen brauchen gesonderte Aufmerksamkeit.<\/strong> Die Afterkralle ber\u00fchrt den Boden nicht, ihre Krallen nutzen sich in der Bewegung also nicht ab \u2014 sie wachsen im Kreis und k\u00f6nnen in die Haut einwachsen. Praktische Pflegeanleitungen zur Rasse warnen ausdr\u00fccklich davor: Die Krallen der Afterzehen wachsen ringf\u00f6rmig und m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig gek\u00fcrzt werden. Hinzu kommt, dass das lange Haar sowohl die Zehe als auch das Problem verdeckt; beim Ausk\u00e4mmen der Hinterhand sucht man sie gezielt mit der Hand.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Es ist eine empfindliche Stelle.<\/strong> Eine abstehende Zehe mit langer Kralle bleibt h\u00e4ngen \u2014 am Teppich, im hohen Gras, im Maschendraht. Nach einem Ausflug ins Unterholz die Hinterhand zu kontrollieren, ist eine vern\u00fcnftige Gewohnheit.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Charakter des Briards: Temperament und Verhalten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch hier steckt der Standard den Rahmen ab: Das Wesen soll <strong>ausgeglichen sein, \u00abweder aggressiv noch \u00e4ngstlich\u00bb<\/strong>, dabei \u00abklug und mutig\u00bb. Ein aggressiver oder \u00e4ngstlicher Hund wird von der Zucht ausgeschlossen \u2014 eine eigene Zeile in der Liste der ausschlie\u00dfenden Fehler. F\u00fcr den K\u00e4ufer hei\u00dft das schlicht: Beim Briard sind weder Bissigkeit noch Scheu eine \u00abLinieneigenheit\u00bb, beides sind Fehler.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeitsspezialisierung erkl\u00e4rt das Alltagsverhalten besser als jede Adjektivreihe. Ein H\u00fctehund, der als lebender Zaun arbeitet, entscheidet den ganzen Tag allein: Der Mensch ist weit weg, die Schafe bewegen sich, die Lage \u00e4ndert sich im Minutentakt. Daraus folgen zwei Dinge, die Halter zugleich als Vorzug und als Problem schildern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Erstens die Selbstst\u00e4ndigkeit im Urteil.<\/strong> Der Briard begreift schnell und schl\u00e4gt ebenso schnell seine eigene Version der \u00dcbung vor. Er verweigert die Arbeit nicht \u2014 er pr\u00fcft, ob es wirklich so sein muss. Aus Sicht des Hundef\u00fchrers wirkt das wie Sturheit, aus Sicht des Schafes wie Kompetenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zweitens die W\u00e4hlerischkeit im Kontakt.<\/strong> Fremden gegen\u00fcber ist der Briard zur\u00fcckhaltend: erst die Einsch\u00e4tzung, dann das Vertrauen. Das ist weder Aggression noch Furcht, sondern der Wachanteil, der in der Verwendung der Rasse steckt (\u00abchien de berger et de garde\u00bb). Ohne fr\u00fche und abwechslungsreiche Sozialisierung kippt Zur\u00fcckhaltung leicht in Misstrauen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Bindung an die Familie ist sehr stark.<\/strong> Der Briard vertr\u00e4gt Alleinsein und Halterwechsel schlecht, will an allem teilhaben, was im Haus geschieht, und schaltet ab, wenn man ihn an den Rand des Familienlebens schiebt. Mit Kindern ist er meist geduldig, doch der H\u00fcteinstinkt verschwindet nicht: Der Hund kann versuchen, ein laufendes Kind mit dem K\u00f6rper zu \u00absammeln\u00bb. Das l\u00e4sst sich korrigieren \u2014 und es geh\u00f6rt korrigiert, nicht niedlich gefunden. Spiele zwischen Kindern und einem gro\u00dfen Hund finden ausnahmslos unter Aufsicht Erwachsener statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rasse bew\u00e4hrt sich in der Herdenarbeit, in der Rettungshundearbeit, im Franz\u00f6sischen Ring, in Agility, Obedience, im Zughundesport und im Dogdance; Briards arbeiten auch als Assistenzhunde. Wie andere H\u00fctehunde \u2014 der <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-australian-shepherd\">Australian Shepherd<\/a> oder der <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-australian-kelpie\">Australian Kelpie<\/a> \u2014 braucht der Briard geistige ebenso wie k\u00f6rperliche Auslastung: Ein Hund, der nichts zu entscheiden hat, entscheidet irgendwann selbst etwas.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gesundheit des Briards: Was in der Literatur steht<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim Briard gibt es Themen, zu denen echte Daten vorliegen und nicht die \u00fcblichen Allgemeinpl\u00e4tze \u00fcber \u00abgro\u00dfe Rassen\u00bb. Der Reihe nach.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">CSNB und das Gen RPE65: die Rasse, auf der die Gentherapie des Auges aufbaute<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist das gro\u00dfe medizinische Kapitel der Rasse, und es ist in begutachteter Fachliteratur dokumentiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">1999 erschien in der Zeitschrift <em>Genomics<\/em> die Arbeit von Veske, Nilsson, Narfstr\u00f6m und Gal (Band 57, S. 57\u201361): Bei schwedischen Briards und Kreuzungen Briard \u00d7 Beagle mit erblicher Netzhautdystrophie fanden die Autoren eine <strong>homozygote Deletion von vier Basenpaaren (485delAAGA) im caninen Gen RPE65<\/strong>. Die Deletion verschiebt das Leseraster und f\u00fchrt zu einem vorzeitigen Stoppcodon: Mehr als zwei Drittel des Proteins entstehen nicht, das Allel ist funktionslos. Der Erbgang ist <strong>autosomal-rezessiv<\/strong> \u2014 ein betroffener Welpe f\u00e4llt nur aus der Verpaarung zweier Anlagetr\u00e4ger, die selbst klinisch gesund sind. Die Autoren hielten sogleich fest, dass das klinische Bild beim Hund dem menschlichen stark \u00e4hnelt, und schlugen die Linie als Modell vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann geschah genau das, wof\u00fcr Modelle da sind. 2001 ver\u00f6ffentlichte <em>Nature Genetics<\/em> (Band 28, S. 92\u201395) die Arbeit von Acland, Aguirre, Bennett und Kollegen unter einem sprechenden Titel: \u00abGentherapie stellt das Sehverm\u00f6gen in einem Hundemodell kindlicher Blindheit wieder her\u00bb. Hunden mit RPE65<sup>\u2212\/\u2212<\/sup> wurde ein rekombinantes adeno-assoziiertes Virus mit einer normalen RPE65-Kopie verabreicht, und die Sehfunktion kehrte zur\u00fcck. Das menschliche Gegenst\u00fcck der Erkrankung ist die <strong>Lebersche kongenitale Amaurose Typ II<\/strong>, eine Form angeborener Blindheit. Im Dezember 2017 lie\u00df die FDA Voretigen Neparvovec (Luxturna) f\u00fcr Patienten mit biallelischen RPE65-Mutationen zu \u2014 die erste in den USA zugelassene Gentherapie einer Erbkrankheit. Der Weg dorthin f\u00fchrte \u00fcber Briards.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgt eine wichtige Korrektur am Namen. Die historische Bezeichnung des Leidens in der Rasse, <strong>CSNB (kongenitale station\u00e4re Nachtblindheit)<\/strong>, setzte sich fest, weil man die St\u00f6rung zun\u00e4chst f\u00fcr nicht fortschreitend hielt. Die Arbeit von 1999 beschreibt die Netzhautdystrophie beim Briard ausdr\u00fccklich als <strong>fr\u00fch beginnend und fortschreitend<\/strong>; in der sp\u00e4teren Literatur hei\u00dft sie \u00aberbliche Netzhautdystrophie\u00bb. Das Wort \u00abstation\u00e4r\u00bb in der Abk\u00fcrzung stammt aus den ersten Beschreibungen \u2014 beim Lesen von Rassematerial sollte man das im Kopf behalten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die praktische Schlussfolgerung ist einfach: <strong>Es handelt sich um einen DNA-testbaren Zustand mit bekannter Mutation.<\/strong> Der Test erfolgt \u00fcber einen Wangenabstrich und liefert drei Status \u2014 frei, Tr\u00e4ger, betroffen. Die Verpaarung zweier Tr\u00e4ger ist der einzige Weg zu einem betroffenen Welpen, und genau sie gilt es auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">H\u00fcftgelenkdysplasie<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Standardproblem gro\u00dfer Rassen, hier allerdings mit funktionierendem Rahmen: In Frankreich verlangt das Zuchtraster des Klubs von Zuchthunden eine H\u00fcftbeurteilung <strong>A oder B<\/strong>, im Vereinigten K\u00f6nigreich wird nach dem BVA\/KC-Schema ausgewertet, in den USA \u00fcber OFA oder PennHIP. Die Dysplasie hat eine genetische und eine umweltbedingte Komponente; zum Welpen aus untersuchten Elterntieren kommen deshalb Gewichtskontrolle im Wachstum und dosierte Belastung. Lange L\u00e4ufe auf hartem Boden und Spr\u00fcnge sind f\u00fcr einen heranwachsenden Briard nichts.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Magendrehung (GDV)<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist es wichtig, Daten nicht durch Eindr\u00fccke zu ersetzen. Die gro\u00dfe prospektive Studie von Glickman und Kollegen (<em>JAVMA<\/em>, 2000, Band 217, Nr. 10) begleitete 1637 Hunde aus elf gro\u00dfen und Riesenrassen und zeigte, dass <strong>das Verh\u00e4ltnis von Brusttiefe zu Brustbreite ein morphometrischer Risikofaktor f\u00fcr die Drehung ist<\/strong>: Je tiefer und schmaler die Brust, desto h\u00f6her das Risiko. Der Briard war in dieser Kohorte nicht vertreten \u2014 der FCI-Standard beschreibt seine Brust jedoch als \u00abbreit und lang, bis zu den Ellenbogen herabreichend\u00bb, also einen tiefbr\u00fcstigen Hund, und eben deshalb muss sein Halter die Symptomatik kennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Magendrehung ist ein chirurgischer Notfall, gerechnet wird in Stunden. Anzeichen: Unruhe, erfolglose W\u00fcrgeversuche, aufgebl\u00e4hter Bauch, Speicheln, rasch zunehmende Schw\u00e4che. Es gibt nur eine Handlung \u2014 sofort in die Klinik. Vorbeugung: Portionsf\u00fctterung, Ruhe nach dem Fressen, N\u00e4pfe, die das Schlingen bremsen, keine gro\u00dfen Wassermengen auf einen Zug nach Belastung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Lymphom<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Onkologie hat die Rasse eine konkrete Publikation statt allgemeiner S\u00e4tze. Die deutsche epidemiologische Untersuchung von Ernst, Kessler, Lautscham, Willimzig und Neiger (<em>Tier\u00e4rztliche Praxis Ausgabe K<\/em>, 2016, Band 44, S. 245\u2013251) wertete 411 Hunde mit multizentrischem Lymphom aus und verglich sie mit zwei Referenzpopulationen. <strong>Der Briard geh\u00f6rte zu den Rassen mit nachgewiesener Pr\u00e4disposition: Odds Ratios von 5,6 und 9,5<\/strong> gegen\u00fcber den beiden Vergleichsgruppen. In derselben Stichprobe lag das mittlere Alter der erkrankten Hunde bei 7,9 Jahren, und der B-Zell-Immunph\u00e4notyp machte 79,4 % der F\u00e4lle aus gegen\u00fcber 20,6 % T-Zell-Typ.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Odds Ratio ist keine Erkrankungswahrscheinlichkeit, sondern ein Ma\u00df f\u00fcr den \u00dcberschuss gegen\u00fcber der Vergleichspopulation, hier gewonnen an klinischem Material eines Landes. Die praktische Folgerung bleibt dennoch klar: <strong>Vergr\u00f6\u00dferte, schmerzlose, symmetrische Lymphknoten bei einem Briard mittleren oder h\u00f6heren Alters geh\u00f6ren sofort dem Tierarzt vorgestellt und nicht eine Woche lang beobachtet.<\/strong> Sie sind leicht zu tasten: unter dem Kiefer, vor dem Schulterblatt, in der Kniekehle. Bei einem langhaarigen Hund geht das mit der Hand, nicht mit dem Auge \u2014 und das w\u00f6chentliche K\u00e4mmen ist der passende Anlass, es zur Gewohnheit zu machen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Schilddr\u00fcse, Augen, Ohren<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Hypothyreose<\/strong> z\u00e4hlt zu den Erkrankungen, f\u00fcr die der amerikanische Rasseklub ein Screening der Zuchthunde \u00fcber die OFA-Schilddr\u00fcsendatenbank empfiehlt. Klinisch zeigt sie sich in unspezifischen Zeichen \u2014 Gewichtszunahme bei gleicher Ration, Tr\u00e4gheit, schlechteres Haar und schlechtere Haut; die Diagnose stellt eine Blutuntersuchung, behandelt wird lebenslang mit Hormonersatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Augen<\/strong> werden nicht nur \u00fcber den RPE65-DNA-Test \u00fcberwacht: Die US-Klubempfehlungen sehen zus\u00e4tzlich eine j\u00e4hrliche augen\u00e4rztliche Untersuchung (CAER) vor. Der DNA-Test beantwortet eine Frage, die nach einer bestimmten Mutation; die Untersuchung sieht alles \u00dcbrige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Ohren<\/strong> verlangen schon aus anatomischen Gr\u00fcnden regelm\u00e4\u00dfige Aufmerksamkeit: ein h\u00e4ngendes, von langem Haar bedecktes Ohr und Haar rund um den Geh\u00f6rgang ergeben ein warmes, feuchtes Milieu. R\u00f6tung, Geruch, Kopfsch\u00fctteln und Kratzen sind Anlass zur Untersuchung, nicht zum Eintropfen eines aufs Geratewohl gew\u00e4hlten Mittels.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th>Problem<\/th><th>Anzeichen<\/th><th>Was der Halter tut<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td>Magendrehung (GDV)<\/td><td>Unruhe, erfolgloses W\u00fcrgen, Bl\u00e4hung, Schw\u00e4che<\/td><td>Sofort in die Klinik; Vorbeugung durch Portionsf\u00fctterung und Ruhe nach dem Fressen<\/td><\/tr><tr><td>H\u00fcftgelenkdysplasie<\/td><td>Lahmheit, Schmerz, Bewegungsunlust, \u00abHasensprung\u00bb<\/td><td>Welpe aus untersuchten Eltern (A\/B, OFA, PennHIP), Gewichtskontrolle, dosierte Belastung<\/td><\/tr><tr><td>RPE65-assoziierte Netzhautdystrophie (CSNB)<\/td><td>Schlechte Orientierung in der D\u00e4mmerung von klein auf<\/td><td>DNA-Test der Eltern; niemals zwei Tr\u00e4ger verpaaren<\/td><\/tr><tr><td>Lymphom<\/td><td>Vergr\u00f6\u00dferte schmerzlose Lymphknoten, Apathie, Gewichtsverlust<\/td><td>Monatliches Abtasten beim K\u00e4mmen; bei einem Befund sofort zum Tierarzt<\/td><\/tr><tr><td>Hypothyreose<\/td><td>Gewichtszunahme, Tr\u00e4gheit, schlechtere Haut und Haar<\/td><td>Blutuntersuchung, lebenslanger Hormonersatz<\/td><\/tr><tr><td>Ohrentz\u00fcndungen<\/td><td>Geruch, R\u00f6tung, Kopfsch\u00fctteln<\/td><td>Regelm\u00e4\u00dfige Kontrolle und Reinigung, Haar um den Geh\u00f6rgang im Blick behalten<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie dem anderen franz\u00f6sischen H\u00fctehund der Ebene, dem <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-picardy-sheepdog\">Berger Picard<\/a>, bekommt dem Briard ein Leben mit stetiger, m\u00e4\u00dfiger Bewegung weit besser als der Wechsel aus sitzender Woche und intensivem Wochenende.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was man den Z\u00fcchter fragt: Was die Regeln nicht verlangen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier folgt die n\u00fctzlichste Beobachtung des ganzen Artikels. Man k\u00f6nnte annehmen, dass ein Test bei bekannter Mutation und verf\u00fcgbarem DNA-Verfahren f\u00fcr jeden Zuchthund Pflicht ist. <strong>Das ist nicht so \u2014 die Anforderungen unterscheiden sich nach Land und nach Stufe.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Frankreich.<\/strong> Das Zuchtraster (grille de cotation) des Rasseklubs, angenommen von der Zuchtkommission der Soci\u00e9t\u00e9 Centrale Canine am 24. Juni 2013 und ge\u00e4ndert zum 4. Juli 2025, ist gestuft aufgebaut. Eine H\u00fcftbeurteilung A\/B und die registrierte DNA-Identifizierung werden bereits auf den unteren Stufen verlangt, das <strong>Ergebnis des CSNB-Tests (frei oder Tr\u00e4ger) taucht in den Anforderungen dagegen erst ab der vierten Kotierung auf<\/strong> \u2014 der Stufe der Selektion. Ein Hund kann also v\u00f6llig regelkonform ohne CSNB-Test in der Zucht stehen.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Vereinigtes K\u00f6nigreich.<\/strong> Der Kennel Club z\u00e4hlt den CSNB-DNA-Test und die H\u00fcftauswertung nach BVA\/KC zur nachdr\u00fccklich empfohlenen \u00abbest practice\u00bb, nicht zu den Bedingungen f\u00fcr jede Verpaarung. Es gibt allerdings eine datierte Einzelregel: <strong>Seit dem 6. Januar 2025 werden importierte Briards und W\u00fcrfe von ausl\u00e4ndischen Deckr\u00fcden nur eingetragen, wenn die Hunde nachweislich CSNB-frei oder -Tr\u00e4ger oder erblich frei sind.<\/strong> Das Tor steht beim Import \u2014 damit die Mutation nicht zur\u00fcck in die Population gelangt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>USA.<\/strong> Der nationale Rasseklub ver\u00f6ffentlicht drei empfohlene Untersuchungen \u2014 H\u00fcftbeurteilung, augen\u00e4rztliche Untersuchung und den <strong>CSNB-(LCA-)DNA-Test<\/strong>. Das sind ausdr\u00fccklich <em>Empfehlungen<\/em> des Klubs und keine Bedingung f\u00fcr die Eintragung eines Wurfes.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schlussfolgerung f\u00fcr den K\u00e4ufer lautet nicht \u00abdie Z\u00fcchter sind nachl\u00e4ssig\u00bb, sondern: Das System nimmt Ihnen die Arbeit nicht ab. Ein sinnvoller Fragenkatalog:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>CSNB-\/RPE65-Status beider Elterntiere<\/strong> \u2014 mit Laborbefund, nicht auf Zuruf. \u00abTr\u00e4ger \u00d7 Tr\u00e4ger\u00bb ist die einzige Kombination, aus der betroffene Welpen fallen; \u00abfrei \u00d7 Tr\u00e4ger\u00bb ergibt keine.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>H\u00fcftbeurteilung beider Elterntiere<\/strong> \u2014 mit Angabe des Verfahrens (A\/B nach FCI, BVA\/KC, OFA, PennHIP) und des Datums.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Datum der letzten Augenuntersuchung<\/strong> der Zuchthunde: Der DNA-Test deckt eine Mutation ab, die Untersuchung den Rest.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Doppelte Afterkrallen bei den Welpen<\/strong> \u2014 vorhanden, an beiden Hinterl\u00e4ufen, nicht entfernt.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Was die Elterntiere an Arbeit oder Sport leisten.<\/strong> Die Rasse ist bei der FCI \u00abmit Arbeitspr\u00fcfung\u00bb gef\u00fchrt; ein Hund aus einer Linie, die jahrzehntelang nicht im Einsatz gepr\u00fcft wurde, hat ein anderes Wesen.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fellpflege beim Briard: Wie es tats\u00e4chlich gemacht wird<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/briard_fauve-1024x768.jpg\" alt=\"Fellpflege beim Briard: Geheimnisse eines prachtvollen Haarkleides\" class=\"wp-image-51776\" srcset=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/briard_fauve-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/briard_fauve-300x225.jpg 300w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/briard_fauve-768x576.jpg 768w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/briard_fauve-860x645.jpg 860w, https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/briard_fauve.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Schl\u00fcssel zur Pflege liegt im Aufbau des Haares. Es ist lang, trocken, vom \u00abZiegen\u00bb-Typ, die Unterwolle ist leicht, und das Haar w\u00e4chst st\u00e4ndig nach wie Menschenhaar. Totes Haar f\u00e4llt nicht zu Boden \u2014 <strong>es bleibt im Fell<\/strong>. Daher das Paradox der Rasse: Regelm\u00e4\u00dfig geb\u00fcrstet, hinterl\u00e4sst ein Briard kaum Haare in der Wohnung; vernachl\u00e4ssigt, verfilzt er zu einer dichten Platte, die nur noch die Schermaschine l\u00f6st.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Grundtechnik hei\u00dft Line Brushing, B\u00fcrsten in Linien.<\/strong> Man arbeitet nicht an der Oberfl\u00e4che, sondern in Schichten: Auf einem Abschnitt wird das Haar hochgenommen und festgehalten, dann mit der B\u00fcrste in feinen Str\u00e4hnen nach unten gelegt \u2014 von unten beginnend, vom Fu\u00df her, und die Trennlinie wandert allm\u00e4hlich h\u00f6her. Jeder Durchgang gibt eine neue Str\u00e4hne frei. So sieht man den Scheitel bis auf die Haut und wei\u00df, dass eine ganze Schicht wirklich durchgearbeitet und nicht nur oben gegl\u00e4ttet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Reihenfolge der Werkzeuge z\u00e4hlt mehr als die Werkzeuge selbst.<\/strong> Zuerst die B\u00fcrste, dann der Kamm \u2014 und nie umgekehrt: \u00dcber ungeb\u00fcrstetes Haar gezogen, rei\u00dft und bricht der Kamm das Haar. Der Kamm ist hier der Pr\u00fcfer: L\u00e4uft er frei bis auf die Haut, ist die Stelle fertig. Grundausstattung: ein Pin Brush mit langen Stiften, ein Metallkamm mit grober und feiner Seite und ein separater langzinkiger Kamm zur Kontrolle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Regel, die das Fell rettet: einen verfilzten Hund nicht baden.<\/strong> Wasser zieht einen beginnenden Knoten zu einem festen Klumpen zusammen, der sich danach kaum noch \u00f6ffnen l\u00e4sst. Die Reihenfolge ist immer dieselbe: erst vollst\u00e4ndig ausk\u00e4mmen, dann baden.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>H\u00e4ufigkeit:<\/strong> beim erwachsenen Hund 2\u20133 Mal pro Woche, jeweils eine gute Stunde bis anderthalb, am ganzen K\u00f6rper. Den Welpen gew\u00f6hnt man von den ersten Wochen an in kurzen Einheiten daran: Ruhig auf der Seite zu liegen spart sp\u00e4ter Hunderte Stunden.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zuerst verfilzende Stellen:<\/strong> hinter den Ohren, die Krause unter dem Halsband, die Achseln, Leiste und Innenschenkel, die \u00abHosen\u00bb und der Bereich um die Afterkrallen. Das sind die Zonen von Reibung und Feuchtigkeit.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Baden:<\/strong> nach Verschmutzung, mit Shampoo f\u00fcr langes Haar, unbedingt mit Sp\u00fclung und gr\u00fcndlichem Aussp\u00fclen. Mit k\u00fchler Luft f\u00f6hnen und dabei durchb\u00fcrsten: Trocknet langes Haar unter dem eigenen Gewicht von allein, entstehen neue Knoten.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Schur:<\/strong> Ein Briard wird in der Regel nicht geschoren \u2014 die Haarl\u00e4nge ist im Standard normiert. Hygienisch gek\u00fcrzt wird zwischen den Ballen, um Genitalien und After; die Pfote wird rund ausgeschnitten, damit sie nicht zum \u00abSchneeschuh\u00bb wird.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Stirnschopf:<\/strong> Der Standard sieht Kopfhaar vor, das die Augen leicht verschleiert. Manche Halter k\u00fcrzen das Haar zwischen den Augen etwas oder nehmen den Schopf bei Hitze und bei der Arbeit mit einer Klammer hoch.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Krallen:<\/strong> gesondert und unbedingt die der Afterzehen, die sich nicht abnutzen und ringf\u00f6rmig wachsen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beim K\u00e4mmen anfallende Unterwolle l\u00e4sst sich \u00fcbrigens verspinnen: Man gewinnt daraus Garn \u2014 das gab es sowohl in Rassekreisen als auch im h\u00e4uslichen Handwerk. Ein Haarkleid mit vergleichbarem Aufwand tr\u00e4gt der <a href=\"https:\/\/tvaryny.com\/de\/breed-bearded-collie\">Bearded Collie<\/a>, und die Pflegelogik ist dort dieselbe: in Schichten, B\u00fcrste vor Kamm, regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erziehung und Sozialisierung von Briards<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Briard lernt schnell \u2014 und genau deshalb festigt sich bei ihm auch alles schnell, einschlie\u00dflich dessen, was Sie gar nicht festigen wollten. Die Arbeit beginnt am ersten Tag im Haus.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Positive Verst\u00e4rkung.<\/strong> Die Rasse spricht auf Fairness an und vertr\u00e4gt H\u00e4rte sehr schlecht: Bei einem selbstst\u00e4ndigen H\u00fctehund erzeugen harte Methoden keinen Gehorsam, sondern Verschlossenheit.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Einheitliche Regeln f\u00fcr die ganze Familie.<\/strong> Der Briard liest genau ab, wer im Haus was erlaubt, und nutzt das.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kurze, abwechslungsreiche Einheiten.<\/strong> Monotones Wiederholen von Gekonntem erlebt die Rasse als sinnlos \u2014 und beginnt zu improvisieren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Klare Grenzen.<\/strong> Der Hund wird sie pr\u00fcfen: Das geh\u00f6rt zum Erwachsenwerden und ist keine \u00abDominanz\u00bb.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Geistige Auslastung neben der k\u00f6rperlichen.<\/strong> Neue Fertigkeiten, Suchaufgaben, Denkspiele, Hundesport.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die fr\u00fche Sozialisierung ist beim Briard gerade wegen seines Wachanteils entscheidend: Der Welpe braucht verschiedene Menschen, Untergr\u00fcnde, Ger\u00e4usche, St\u00e4dte, Verkehrsmittel und ruhige Hunde \u2014 bevor sich Zur\u00fcckhaltung zum Charakterzug verfestigt. Zwei typische \u00abNebenwirkungen\u00bb der Rasse sind Versuche, die Familie zu h\u00fcten, und die Neigung zum Meldebellen; beides ist fr\u00fch korrigierbar und beides kaum noch zu beheben, wenn man es jahrelang laufen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In mehreren europ\u00e4ischen L\u00e4ndern arbeiten Briards in der Katastrophenrettung und bei der Suche nach Vermissten. Alleinsein bleibt ihre Schwachstelle: Ein Hund, den man tagelang allein l\u00e4sst, kompensiert das mit Bellen, Zerst\u00f6rung und zwanghaftem Verhalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">F\u00fctterung von Briards: Wichtige Empfehlungen<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.tvaryny.com\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/gallery-139942.jpg\" alt=\"Briard-Welpe\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Besondere an der F\u00fctterung des Briards ergibt sich aus zwei Tatsachen: Er ist gro\u00df und tiefbr\u00fcstig, und er w\u00e4chst lange. Alles Weitere sind die \u00fcblichen Regeln f\u00fcr eine aktive gro\u00dfe Rasse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Rhythmus wiegt schwerer als die Zusammensetzung.<\/strong> Wegen des Brustkorbbaus wird der erwachsene Hund portionsweise gef\u00fcttert \u2014 mindestens zweimal t\u00e4glich, nie eine gro\u00dfe Menge auf einmal; nach dem Fressen braucht er Ruhe, keinen Spaziergang und kein Spiel. Welpen fressen h\u00e4ufiger: 3\u20135 Mahlzeiten am Tag je nach Alter, mit allm\u00e4hlichem \u00dcbergang zum Erwachsenenrhythmus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fertigfutter.<\/strong> Ein Futter f\u00fcr gro\u00dfe aktive Rassen, Fleischkomponenten an den ersten Stellen der Zusammensetzung. N\u00e4hrstoff-Richtwerte f\u00fcr einen erwachsenen Arbeitshund liegen bei etwa 22\u201328 % Protein und 12\u201318 % Fett; Wasser steht immer frei zur Verf\u00fcgung. F\u00fcr einen Welpen einer gro\u00dfen Rasse ist eine Wachstumsformel nicht verhandelbar: Zu viele Kalorien und ein unausgewogenes Kalziumangebot im Wachstum belasten die Gelenke st\u00e4rker als jede Bewegung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Selbst zubereitete Ration.<\/strong> Grundlage sind Fleisch und Innereien (Rind, Pute, Huhn ohne R\u00f6hrenknochen, Herz, Leber, Pansen), etwa die H\u00e4lfte bis zwei Drittel des Volumens; dazu kommen Getreide (Reis, Buchweizen, Hafer), Gem\u00fcse (Karotte, K\u00fcrbis, Zucchini, Brokkoli), Sauermilchprodukte, Eier und entgr\u00e4teter Seefisch sowie etwas Pflanzen\u00f6l. Eine solche Ration selbst nach Kalzium, Phosphor und Vitaminen auszubalancieren ist schwierig \u2014 das geh\u00f6rt zum Ern\u00e4hrungstierarzt und nicht zu einer Tabelle aus dem Netz.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Verboten:<\/strong> Schokolade und Kakao, Zwiebeln und Knoblauch, Weintrauben und Rosinen, R\u00f6hrenknochen, S\u00fc\u00dfigkeiten, Ger\u00e4uchertes, Fettes und Scharfes, Wurstwaren.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die Kondition z\u00e4hlt mehr als die Waage.<\/strong> Bei einem langhaarigen Hund sieht man \u00dcbergewicht nicht \u2014 man ertastet es: Die Rippen sollen unter einer d\u00fcnnen Gewebeschicht ohne Druck zu f\u00fchlen sein.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Erg\u00e4nzungsmittel<\/strong> nur auf tier\u00e4rztliche Anweisung; bei einem Alleinfutter sind sie in der Regel \u00fcberfl\u00fcssig.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Vor- und Nachteile der Rasse Briard<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><thead><tr><th>Vorteile<\/th><th>Nachteile<\/th><\/tr><\/thead><tbody><tr><td><strong>Hohe Intelligenz<\/strong> und schnelle Auffassungsgabe<\/td><td><strong>Selbstst\u00e4ndigkeit im Entscheiden<\/strong>: diskutiert, wenn ihm der Sinn der \u00dcbung entgeht<\/td><\/tr><tr><td><strong>Tiefe Bindung<\/strong> an die Familie<\/td><td><strong>Vertr\u00e4gt Alleinsein<\/strong> und Halterwechsel schlecht<\/td><\/tr><tr><td><strong>Nat\u00fcrliche Wacheigenschaften<\/strong> ohne grundlose Sch\u00e4rfe<\/td><td><strong>Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber Fremden<\/strong> kippt ohne fr\u00fche Sozialisierung in Misstrauen<\/td><\/tr><tr><td><strong>Kaum Haare in der Wohnung<\/strong> bei regelm\u00e4\u00dfigem B\u00fcrsten<\/td><td><strong>Fellpflege bedeutet Stunden pro Woche<\/strong>, nicht gelegentliches Durchk\u00e4mmen<\/td><\/tr><tr><td><strong>Vielseitigkeit:<\/strong> Herde, Suche, Sport, Assistenzarbeit<\/td><td><strong>Hoher Auslastungsbedarf<\/strong> \u2014 k\u00f6rperlich und geistig<\/td><\/tr><tr><td><strong>Klare Zuchtorientierung:<\/strong> RPE65-DNA-Test und H\u00fcftauswertungsverfahren vorhanden<\/td><td><strong>Tests sind nicht \u00fcberall verpflichtend<\/strong> \u2014 der K\u00e4ufer muss die Unterlagen einfordern<\/td><\/tr><tr><td><strong>Ausgepr\u00e4gter, wiedererkennbarer Typ<\/strong>, durch einen strengen Standard gesichert<\/td><td><strong>Gro\u00dfe Statur und tiefe Brust:<\/strong> Platz und Kenntnis der Drehungssymptome n\u00f6tig<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Interessante Fakten \u00fcber Briards<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Die Rasse kam \u00fcber die Agronomie in die Schrift.<\/strong> Der Name \u00abchien de Brie\u00bb ist erstmals 1809 im <em>Cours complet d&#8217;agriculture<\/em> des Abb\u00e9 Rozier belegt \u2014 darauf verweist der FCI-Standard Nr. 113 selbst.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die milit\u00e4rische Vergangenheit steht im g\u00fcltigen Standard.<\/strong> Die FCI h\u00e4lt fest, dass die franz\u00f6sische Armee die Rasse in beiden Weltkriegen einsetzte \u2014 als Wachhund und als Sanit\u00e4tshund, der Verwundete suchte.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die doppelte Afterkralle ist eine mit Ausschluss bewehrte Forderung.<\/strong> Eine einfache Afterkralle oder ihr v\u00f6lliges Fehlen an der Hinterhand nimmt den Hund aus der Zucht; der Standard f\u00fchrt die Regel auf die Tradition der Sch\u00e4fer zur\u00fcck.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Der Briard ist die Modellrasse der Gentherapie am Auge.<\/strong> Die RPE65-Mutation wurde 1999 bei Briards beschrieben, die Wiederherstellung des Sehverm\u00f6gens an diesem Modell 2001 in <em>Nature Genetics<\/em> ver\u00f6ffentlicht, und 2017 lie\u00df die FDA eine Gentherapie f\u00fcr Menschen mit biallelischen RPE65-Mutationen zu.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Eine H\u00fcndin bei Jefferson.<\/strong> Im Oktober 1789 erwarb Thomas Jefferson in Le Havre die tragende H\u00fcndin Berg\u00e8re; die Welpen kamen an Bord zur Welt, und Anfang 1790 waren die Hunde in Monticello. Lafayette schickte ihm sp\u00e4ter ein weiteres Paar.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Das Haar ist nach Textur normiert, nicht nur nach L\u00e4nge.<\/strong> Weiches oder wolliges Haar ist ein schwerer Fehler \u2014 gleichrangig mit Haar unter 7 cm.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>\u00abEin Herz, in Fell gewickelt\u00bb<\/strong> \u2014 der traditionelle Beiname der Rasse, ein Hinweis auf ihre Anh\u00e4nglichkeit.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Kein Anf\u00e4ngerhund.<\/strong> Selbstst\u00e4ndiger Charakter, Arbeitsbedarf und aufwendige Fellpflege machen den Briard zur Rasse f\u00fcr Halter mit Zeit und Erfahrung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufig gestellte Fragen zur Rasse Briard (FAQ)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was sind doppelte Afterkrallen, und darf man sie entfernen?<\/strong><br>Es sind zwei gut getrennte \u00abDaumen\u00bb mit Krallen an der Hinterhand. Der FCI-Standard Nr. 113 verlangt ihr Vorhandensein und z\u00e4hlt eine einfache Afterkralle oder das v\u00f6llige Fehlen der Afterkrallen zu den ausschlie\u00dfenden Fehlern. Beim Briard werden sie nicht entfernt: Der Hund entspr\u00e4che dem Standard dann nicht mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Welche Untersuchungen sollten die Eltern eines Welpen haben?<\/strong><br>Mindestens: den CSNB-\/RPE65-DNA-Status beider Elterntiere mit Laborbefund, eine H\u00fcftbeurteilung nach einem der anerkannten Verfahren (A\/B nach FCI, BVA\/KC, OFA, PennHIP) und eine aktuelle Augenuntersuchung. Beachten Sie: In verschiedenen L\u00e4ndern k\u00f6nnen diese Untersuchungen Empfehlungen und keine Bedingung f\u00fcr die Verpaarung sein \u2014 die Unterlagen m\u00fcssen Sie selbst erfragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Haaren Briards stark?<\/strong><br>Totes Haar bleibt im Fell, statt auszufallen; bei B\u00fcrsten 2\u20133 Mal pro Woche liegt daher wenig Haar in der Wohnung. Die Kehrseite: Ohne regelm\u00e4\u00dfige Pflege verfilzt eben dieses Haar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Stimmt es, dass die \u00abstation\u00e4re Nachtblindheit\u00bb nicht fortschreitet?<\/strong><br>Der Name ist historisch. Die Originalpublikation von 1999 beschreibt die Netzhautdystrophie beim Briard als fr\u00fch beginnend und fortschreitend, und die sp\u00e4tere Literatur verwendet den Begriff \u00aberbliche Netzhautdystrophie\u00bb. Das Wort \u00abstation\u00e4r\u00bb stammt aus den ersten klinischen Beschreibungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Eignet sich ein Briard f\u00fcr die Wohnung?<\/strong><br>Ja, sofern der Hund t\u00e4glich mehrere Stunden k\u00f6rperliche und geistige Arbeit bekommt und nicht lange allein bleibt. Begrenzend ist nicht die Wohnfl\u00e4che, sondern die Lebensweise des Halters.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Versteht sich der Briard mit Kindern?<\/strong><br>In der Regel ja, besonders wenn er mit ihnen aufgewachsen ist. Wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe und des H\u00fcteinstinkts \u2014 er kann ein laufendes Kind mit dem K\u00f6rper schieben \u2014 finden Spiele unter Aufsicht Erwachsener statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ist der Briard aggressiv gegen\u00fcber Fremden?<\/strong><br>Der Standard verlangt ein ausgeglichenes Wesen, \u00abweder aggressiv noch \u00e4ngstlich\u00bb, und z\u00e4hlt Aggressivit\u00e4t wie \u00c4ngstlichkeit zu den ausschlie\u00dfenden Fehlern. Die normale Reaktion eines Briards auf einen Fremden ist zur\u00fcckhaltende Einsch\u00e4tzung \u2014 weder Angriff noch Flucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wie viel Auslastung braucht ein Briard?<\/strong><br>Lange Spazierg\u00e4nge, freies Laufen und regelm\u00e4\u00dfige Besch\u00e4ftigung \u2014 Agility, Obedience, Sucharbeit oder Herdenarbeit. Die Rasse ist bei der FCI als Arbeitsrasse mit Arbeitspr\u00fcfung gef\u00fchrt, und das schl\u00e4gt sich in ihren Anspr\u00fcchen nieder.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Video \u00fcber die Rasse<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Briard - Top 10 Facts\" width=\"1170\" height=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/-QwdCozS6PQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Briard, auch bekannt als Berger de Brie, ist nicht nur ein Hund, sondern eine wahre Legende der franz\u00f6sischen Hundezucht. 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