Charakter: Das Temperament eines echten Anführers

Riesenschnauzer sind Hunde mit einer außerordentlich entwickelten Intelligenz und einer „menschlichen“ Sicht auf die Welt. Vertreter dieser Rasse gehören zu den treuesten Freunden, die man sich vorstellen kann. Sie leben nicht einfach nur neben dem Menschen, sie leben sein Leben. Der Riese ist der Schatten seines Besitzers.
Diese Hunde sind mutig, kühn und willensstark. Dank ihrer hohen Intelligenz lernen sie schnell, haben aber ihren eigenen Kopf. Das ist kein Hund, der Befehle mechanisch ausführt, wenn er keinen Sinn darin sieht oder den Hundeführer nicht respektiert. Der Riesenschnauzer braucht einen Partner, nicht einfach einen „Dosenöffner“. Sie passen sich allen Bedingungen an: vom Leben in der Wohnung bis zum Dienst an der Grenze.
Arbeitsqualitäten: Diese Hunde werden hervorragende Polizeihunde, arbeiten erfolgreich in Suchdiensten, spüren Drogen und Sprengstoff auf. Sie werden auch in der Canis-Therapie eingesetzt – trotz ihres grimmigen Aussehens können sie zärtlich zu Kindern mit Einschränkungen sein. Sie haben einen starken Jagdinstinkt (das Erbe der Vorfahren), daher sollte man bei Spaziergängen auf Katzen und kleines Wild achten, wenn der Hund nicht gut sozialisiert ist.
Wichtig: Der Riesenschnauzer ist ein dominanter Hund. Wenn Sie nicht vom ersten Tag an klare Regeln aufstellen, wird er die Führung der Familie in seine Pfoten nehmen. Dies ist nicht die beste Wahl für Anfänger in der Kynologie ohne erfahrenen Mentor.
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
|---|---|
| Hervorragender Wächter. Angeborener Instinkt zum Schutz von Territorium und Besitzer. | Braucht viel Bewegung. Kein Sofahund; ohne Auslastung wird er destruktiv. |
| Haart nicht (bei richtiger Pflege). Keine Haare im ganzen Haus. | Aufwendige Fellpflege. Erfordert professionelles Trimmen und regelmäßiges Waschen des Bartes. |
| Hohe Intelligenz. Fähig, komplexeste Ausbildungskurse zu meistern (IGP, Obedience). | Schläue und Sturheit. Kann den Besitzer manipulieren und Grenzen austesten. |
| Stabile Psyche. Ausgeglichen, adäquat im städtischen Umfeld. | Dominanz. Mögliche Aggression gegenüber anderen großen Hunden des gleichen Geschlechts. |
| Vielseitigkeit. Geeignet für Sport, Schutzdienst, Familie. | Spätentwickler. Werden psychisch erst mit 2–3 Jahren erwachsen. |
Erziehung und Sozialisierung

Riesenschnauzer begreifen schnell, was man von ihnen will, sie haben ein hervorragendes Gedächtnis. Dennoch muss man die Erziehung dieser Rasse sehr ernst nehmen. Das Verhalten der großen Schnauzer hängt stark von der Autorität des Besitzers ab.
Wichtige Aspekte des Trainings:
- Frühe Sozialisierung. Der Welpe muss andere Menschen, Hunde, Verkehrsmittel sehen und Stadtlärm hören. Andernfalls wird aus angeborenem Misstrauen angstbedingte Aggression.
- Kein stupider Drill. Der Riese mag keine langweiligen Wiederholungen. Das Training sollte ein Spiel sein, eine Herausforderung für seinen Intellekt.
- Konsequenz, aber keine Härte. Mit einem Riesenschnauzer darf man nicht grob umgehen; sie akzeptieren keine körperliche Bestrafung und können darauf reagieren oder sich in sich selbst zurückziehen. Diese Hunde fordern Partnerschaft.
- Sport. Riesenschnauzer zeigen hervorragende Ergebnisse im IGP (Vielseitigkeitssport: Fährte, Unterordnung, Schutzdienst), Agility und Obedience.



