Charakter und Temperament des italienischen Laufhundes

Der Charakter des italienischen Laufhundes ist eine erstaunliche Kombination aus zwei Gegensätzen. Bei der Jagd ist er ein unermüdlicher, eifriger und unabhängiger Verfolger, der stundenlang einer Spur folgen kann, während er seine berühmte, melodische Stimme ertönen lässt. Zuhause verwandelt er sich jedoch in einen ruhigen, sanftmütigen und äußerst treuen Begleiter. Diese Dualität ist eine der attraktivsten Eigenschaften der Rasse.
Der Segugio ist sehr auf seine Familie und seinen Besitzer fixiert. Er baut eine tiefe Bindung auf und verträgt Trennungen oder Besitzerwechsel nur schwer. Er ist eine sehr sensible Natur, die fein auf die Stimmung des Menschen reagiert. Grobheit, Schreien und unfaire Bestrafungen können ihn zutiefst verletzen, daher sind bei der Erziehung Geduld, Konsequenz und positive Verstärkung gefragt.
Mit Kindern kommt der italienische Laufhund in der Regel gut aus und zeigt Geduld und Zärtlichkeit, besonders wenn er mit ihnen aufgewachsen ist. Aufgrund seiner Jagdinstinkte sollte jedoch jede Interaktion mit kleinen Kindern überwacht werden. Mit anderen Hunden kommt er normalerweise gut zurecht, da er es gewohnt ist, in einer Meute zu arbeiten. Mit Katzen, Nagetieren und anderen Kleintieren wird er sich jedoch kaum anfreunden – sein Verfolgungsinstinkt ist einfach zu stark.
Es ist erwähnenswert, dass dies ein sehr „gesprächiger“ Hund ist. Sein Bellen ist nicht einfach nur Bellen, sondern eine laute, melodische, anhaltende Stimme, die über weite Entfernungen zu hören ist. Das ist eine hervorragende Eigenschaft für die Jagd, kann aber zu einem Problem für Nachbarn werden, wenn der Hund in einer Wohnung lebt und sich oft langweilt.
Vor- und Nachteile der Rasse
Vor- und Nachteile der Rasse · 6
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| ✅ Robuste Gesundheit und Ausdauer | ❌ Sehr hoher Bedarf an körperlicher Auslastung |
| ✅ Familientreue und sanftes Wesen zu Hause | ❌ Starker Jagdinstinkt, Tendenz zum Weglaufen |
| ✅ Minimale Fellpflege | ❌ Lautes und häufiges Bellen (die anhaltende Stimme) |
| ✅ Hohe Intelligenz und Lernfähigkeit | ❌ Nicht für die Haltung mit Kleintieren geeignet |
| ✅ Kommt gut mit anderen Hunden zurecht | ❌ Neigung zur Unabhängigkeit und Sturheit beim Training |
| ✅ Elegantes und schönes Aussehen | ❌ Verträgt Einsamkeit schlecht und kann zerstörerisch werden |
Training und Erziehung

Die Erziehung eines italienischen Laufhundes ist eine interessante, aber nicht die einfachste Aufgabe. Er ist ein sehr intelligenter Hund, aber seine Intelligenz ist mit natürlicher Unabhängigkeit und einer gewissen Sturheit gepaart, was typisch für viele Jagdhunderassen ist. Er wurde über Jahrtausende hinweg darauf trainiert, bei der Jagd eigenständige Entscheidungen zu treffen, daher sollte man nicht mit bedingungslosem Gehorsam rechnen.
Die Hauptregel lautet: Der Besitzer muss sich um das Training kümmern. Der Segugio bindet sich stark an eine Person und wird ihr am besten gehorchen. Ein Training, das von einem externen Hundetrainer ohne die Beteiligung des Besitzers durchgeführt wird, führt möglicherweise nicht zum gewünschten Ergebnis. Seine Erziehungsbedürfnisse sind denen anderer selbstständiger Laufhunde ähnlich, wie zum Beispiel dem Griechischen Laufhund oder sogar dem Kleinen Blauen Gascogne-Laufhund, bei denen gegenseitiges Verständnis und Respekt der Schlüssel sind.
Am besten funktionieren Methoden, die auf positiver Verstärkung beruhen: Lob, Leckerlis, Spiele. Die Trainingseinheiten sollten kurz, dynamisch und interessant sein, damit der Hund nicht das Interesse verliert. Die wichtigsten Kommandos sind „Komm!“, „Bei Fuß!“ und „Aus!“. Das Kommando zum Herankommen sollte von klein auf und unter verschiedenen Bedingungen geübt werden, da auf der Straße der Jagdinstinkt die Gehorsamkeit überwiegen kann.
Eine frühe Sozialisierung ist von entscheidender Bedeutung. Machen Sie den Laufhund schon im Welpenalter mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Orten und anderen Tieren vertraut. Dies hilft, einen ausgeglichenen und selbstbewussten Hund heranzuziehen.
