Charakter und Temperament

Der Charakter ist das, wofür Labradore am meisten geliebt werden. Er ist ein außerordentlich freundlicher, optimistischer und nicht-konfliktfreudiger Hund. Aggression gegenüber Menschen oder anderen Tieren ist dieser Rasse absolut fremd, daher ist es praktisch unmöglich, aus einem Labrador einen zuverlässigen Wachhund zu machen. Er würde einen Eindringling eher zu Tode lecken, als Aggression zu zeigen. Seine Freundlichkeit erstreckt sich auf alle: Familienmitglieder, Kinder, Gäste, andere Hunde und sogar Katzen.
Labradore sind ideal für Familien mit Kindern jeden Alters. Sie sind geduldig, verspielt und vorsichtig mit den Kleinen. Aufgrund ihrer Energie und Größe kann ein junger Labrador jedoch versehentlich ein kleines Kind umstoßen, daher sollte ihre Interaktion immer überwacht werden.
Sie sind sehr intelligente Hunde, die ihrem Besitzer gefallen wollen, was sie leicht trainierbar macht. Der Labrador freut sich über jede Kleinigkeit und drückt seine Emotionen mit seinem ganzen Körper aus, besonders durch das enthusiastische Wedeln mit seiner „Otterrute“. Sie sind sehr sozial und vertragen Einsamkeit schlecht, da sie ständige Aufmerksamkeit und Kontakt zur Familie benötigen. Einen ähnlich offenen und sanften Charakter hat auch der Golden Retriever, ein naher Verwandter des Labradors. Andere Retriever-Rassen wie der Curly-Coated Retriever oder der ernstere und unabhängigere Chesapeake Bay Retriever können ein etwas anderes Temperament aufweisen.
Vorteile und Nachteile
✅ Vorteile:
- Außergewöhnliche Freundlichkeit: Ein idealer Begleiter für Familien mit Kindern und anderen Tieren.
- Hohe Intelligenz: Leicht zu trainieren, kann unzählige Befehle lernen.
- Energie und Verspieltheit: Ein großartiger Partner für aktive Erholung, Sport und Wanderungen.
- Vielseitigkeit: Kann sowohl ein Familienhaustier als auch ein ausgezeichneter Arbeitshund sein (Blindenführhund, Rettungshund).
- Keine Aggression: Sicher für die Umgebung, neigt nicht zu Konflikten.
- Anspruchslose Fellpflege: Benötigt kein aufwendiges Grooming, nur regelmäßiges Bürsten.
❌ Nachteile:
- Neigung zu Fettleibigkeit: Haben einen ausgezeichneten Appetit und benötigen eine strenge Gewichtskontrolle.
- Starker Haarausfall: Haaren besonders intensiv zweimal im Jahr, das Fell wird überall sein.
- Hoher Bewegungsbedarf: Benötigt tägliche lange Spaziergänge und körperliche Anstrengung. Ohne diese kann er destruktiv werden.
- Neigung zum Kauen: Im Welpen- und Jugendalter kauen sie auf allem herum, was sie finden können.
- Übermäßige Freundlichkeit: Nicht als Wachhund geeignet.
- Gesundheitsprobleme: Anfällig für Gelenkdysplasie und andere Erbkrankheiten.
Training und Erziehung

Labradore gehören zu den gelehrigsten Schülern in der Hundewelt. Ihre angeborene Intelligenz, ihr Wunsch zu gefallen und ihre Menschenorientierung machen das Training angenehm und effektiv. Ihre Energie und Freundlichkeit können jedoch auch gewisse Schwierigkeiten bereiten. Das Training sollte ausschließlich auf positiver Verstärkung basieren – Lob, Leckerlis, Spiele. Körperliche Strafen und Druck sind bei einem Labrador inakzeptabel und können das Vertrauensverhältnis zerstören.
Wichtige Aspekte der Erziehung:
- Frühe Sozialisierung: Machen Sie den Welpen ab einem Alter von 2–3 Monaten mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Orten und anderen ruhigen Hunden bekannt. Dies hilft, einen selbstbewussten und ausgeglichenen Hund heranzuziehen.
- Grundkommandos lernen: Beginnen Sie so früh wie möglich mit dem Beibringen von Befehlen wie „Sitz“, „Platz“, „Hier“, „Bei Fuß“. Die Trainingseinheiten sollten kurz und interessant sein.
- Impulskontrolle: Labradore können besonders in jungen Jahren sehr impulsiv sein. Lehren Sie den Hund Selbstbeherrschung, zum Beispiel vor dem Futternapf oder vor dem Verlassen des Hauses auf ein Kommando zu warten.
- Umgang mit schlechten Angewohnheiten: Erlauben Sie dem Welpen nicht, an Menschen hochzuspringen oder an der Leine zu ziehen. Gewöhnen Sie ihn von klein auf an korrektes Verhalten, da es viel schwieriger sein wird, einen erwachsenen und starken Hund umzuerziehen.


