Charakter und Temperament

Der Charakter des Tollers ist eine der interessantesten und zugleich anspruchsvollsten Eigenschaften der Rasse. Er ist nicht nur ein Hund, sondern eine Persönlichkeit mit hoher Intelligenz und eigenem Willen. Sie sind unglaublich intelligent und aufgeweckt, was sie schnell lernen lässt, aber sie langweilen sich auch leicht bei eintönigen Aufgaben. Ihr Verstand verlangt nach ständigen Herausforderungen und Anregungen.
Im Familienkreis ist er ein liebevoller, verspielter und treuer Begleiter. Sie binden sich stark an ihre Familie und wählen oft einen „Haupt“-Besitzer, dem sie die meiste Aufmerksamkeit schenken. Mit Kindern, die den Umgang mit Hunden gewohnt sind, kommen Toller in der Regel gut aus und werden zu unermüdlichen Spielpartnern. Aufgrund ihrer hohen Energie sollten kleine Kinder jedoch nicht ohne Aufsicht mit ihnen gelassen werden.
Fremden gegenüber verhalten sich Toller zurückhaltend und distanziert. Dies ist keine Aggression, sondern eher eine natürliche Eigenschaft, die sie zu guten Wachhunden macht – sie werden die Ankunft von Gästen immer mit lautem Bellen ankündigen. Eine richtige und frühe Sozialisierung ist entscheidend, damit diese Eigenschaft nicht in Ängstlichkeit oder übermäßiges Misstrauen umschlägt. Ihr Verhalten gegenüber anderen Hunden kann variieren; einige Toller verstehen sich hervorragend mit Artgenossen, andere können Dominanz zeigen. Eine der bekanntesten Eigenschaften der Rasse ist der „Toller-Schrei“ (Toller Scream). Dies ist ein durchdringender, hoher Laut, den der Hund bei starker Aufregung oder Vorfreude ausstößt, zum Beispiel vor einer Fahrt zum See oder einem Ballspiel. Dieser Laut kann unerwartet und ziemlich laut sein.
Vor- und Nachteile der Rasse
Bevor Sie sich für eine so ungewöhnliche Rasse wie den Nova Scotia Duck Tolling Retriever entscheiden, ist es wichtig, alle Vor- und Nachteile abzuwägen.
Vor- und Nachteile der Rasse · 6
| 👍 Vorteile | 👎 Nachteile |
|---|---|
| Hohe Intelligenz: Sehr klug, lernen schnell neue Befehle und Tricks. | Hoher Bewegungsdrang: Benötigen täglich mindestens 1,5–2 Stunden intensive Bewegung. |
| Verspieltheit und Energie: Idealer Begleiter für aktive Menschen und Familien. | Eigensinn: Können bei Entscheidungen selbstständig sein, was die Erziehung erschwert. |
| Kompakte Größe: Der kleinste der Retriever, praktisch für die Haltung im Haus. | „Toller-Schrei“: Der spezifische laute Schrei bei Aufregung kann störend sein. |
| Familientreue: Sehr liebevoll und an ihre Besitzer gebunden. | Starker Haarausfall: Haaren zweimal im Jahr sehr intensiv und benötigen regelmäßiges Bürsten. |
| Vielseitigkeit: Erfolgreich in vielen Hundesportarten (Agility, Flyball, Obedience). | Zurückhaltung gegenüber Fremden: Benötigen frühe und gründliche Sozialisierung. |
| Auffälliges Aussehen: Schöne rote Farbe und fuchsähnliche Züge ziehen die Blicke auf sich. | Bedürfnis nach „Arbeit“: Ein gelangweilter Toller kann destruktiv werden. |
Erziehung, Training und Sozialisierung

Die Erziehung eines Tollers ist ein spannender, aber zugleich anspruchsvoller Prozess. Ihr scharfer Verstand ermöglicht es ihnen, alles im Flug zu lernen, aber ihre angeborene Sturheit erfordert vom Besitzer Geduld, Konsequenz und Einfallsreichtum. Das Training sollte kurz, interessant und auf positiver Verstärkung (Leckerlis, Lob, Spiel) basieren. Harte Methoden oder Strafen funktionieren bei einem Toller nicht und können zu Vertrauensverlust und Kooperationsverweigerung führen.
Wie andere Retriever, zum Beispiel der Labrador Retriever oder der Curly Coated Retriever, ist der Toller zum Apportieren geboren, und diese Eigenschaft sollte im Training genutzt werden. Spielerisch aufgebaute Übungen führen zu den besten Ergebnissen. Eine frühe Sozialisierung ist absolut notwendig. Machen Sie den Toller von Welpenalter an mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Orten und anderen Tieren vertraut. Dies hilft, einen selbstbewussten und ausgeglichenen Hund heranzuziehen, anstatt eines schreckhaften oder übermäßig misstrauischen.

