Steirische Rauhhaarbracke

By tvaryny
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Kurz Ein falbfarbener bärtiger Laufhund der steirischen Berge — beharrlich und unerschütterlich: ausdauernd, mutig, unabhängig und dem Führer treu. Die Steirische Rauhaarbracke (Österreichische Rauhaarige Bracke) ist eine rauhaarige Alpenrasse mit falbfarbenem Fell und typischem „Bart“; ein passionierter Tracker von Schalenwild in felsigen Bergen, der trotz seiner Unabhängigkeit zuverlässig und dem Herrn loyal bleibt.
Wohnung ⚠KinderKatzen ⚠Andere HundeAnfänger ⚠
Parameter
Höhe45–53 cm
Gewicht15–18 kg
Lebenserwartung12–14 Jahre
FCI-Gruppe6 · Laufhunde
HerkunftÖsterreich (Steiermark)
Größe
Schulterhöhe 45–53 cmGewicht 15–18 kg
Bewertungen · 12 · Dataset
FamilieKinderAnfängerErziehungEnergieGesundhe.HaarenSabbernBellenWohnungWetterJagdtrieb
Genaue Bewertungen
Familie4.0
Kinder4.0
Anfänger2.5
Erziehung3.5
Energie4.5
Gesundheit4.5
Haaren2.5
Sabbern2.0
Bellen4.0
Wohnung2.0
Wetter5.0
Jagdtrieb4.5
Häufige Krankheiten
  • Insgesamt eine ausgesprochen gesunde ursprüngliche Rasse
  • Ohrentzündungen (Hängeohren)
  • Hüftgelenkdysplasie (seltener)
  • Übergewicht bei Bewegungsmangel
  • Verletzungen bei der Jagd im Gebirge
Ernährung

Ausgewogenes Futter für einen aktiven Laufhund, Gewichtskontrolle. Die Hängeohren regelmäßig kontrollieren; das raue Fell trimmen; für viel Bewegung und Nasenarbeit in den Bergen sorgen.

Der Steirische Rauhhaarbracke, auch bekannt als Brandlbracke (dt. Brandlbracke), ist ein eleganter und robuster mittelgroßer Jagdhund, dessen Wurzeln tief in den alpinen Regionen Österreichs liegen. Diese Rasse verkörpert den idealen Laufhund: Mit ausgezeichnetem Geruchssinn, unglaublicher Ausdauer und einer klangvollen Stimme ist er zu einem unverzichtbaren Helfer für Jäger im Gebirge geworden. Sein pechschwarzes Fell mit leuchtenden „Brand“-Flecken gab der Rasse nicht nur ihren Namen, sondern verlieh ihr auch ein wiedererkennbares und edles Aussehen. Doch hinter dem strengen Jägeräußeren verbirgt sich ein freundlicher und loyaler Begleiter, der einen aktiven Lebensstil benötigt. Mehr über die Besonderheiten dieser einzigartigen Rasse erfahren Sie hier auf Tvaryny.

Der Rauhaarbracke ist nicht nur ein Hund, sondern ein wahrer Nationalstolz Österreichs, eine Rasse, die über Jahrhunderte hinweg für die Arbeit unter schwierigen Bedingungen geformt wurde. Seine Vielseitigkeit ermöglicht die Jagd auf Kleinwild wie Hase oder Fuchs, aber auch auf Großwild, insbesondere Wildschweine. Außerhalb der Jagd wird er zu einem wunderbaren Familienmitglied, allerdings nur unter der Bedingung, dass seine Energie richtig kanalisiert wird. Dieser Artikel beleuchtet detailliert alle Aspekte des Lebens mit einem Steirischen Rauhhaarbracken – von seiner reichen Geschichte bis hin zu den Feinheiten der Pflege und Erziehung.

Die Geschichte der Rasse Steirischer Rauhhaarbracke

Die Geschichte des Steirischen Rauhhaarbracken ist eng mit der Geschichte der Jagd in den Alpen verknüpft. Es wird angenommen, dass seine Vorfahren alte keltische Laufhunde waren, die bereits zur Zeit des Römischen Reiches im heutigen Österreich verbreitet waren. Diese Hunde waren bekannt für ihren außergewöhnlichen Geruchssinn und ihre Fähigkeit, Beute unermüdlich auf der Spur zu verfolgen. Über Jahrhunderte hinweg kreuzten sie sich mit anderen lokalen Laufhunden und bildeten so allmählich einen Hundetyp, der ideal an die rauen Bergbedingungen angepasst war.

Gezielte Zuchtarbeit begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Jäger strebten danach, die besten Arbeitsqualitäten zu festigen: Ausdauer, exzellenter Geruchssinn, laute Stimme und Orientierung im Gelände. Besonderes Augenmerk wurde auf die Fähigkeit des Hundes gelegt, auf „kalter Fährte“ zu arbeiten, d.h. Wild auch lange nach dessen Passage zu verfolgen. Den Namen „Brandlbracke“ erhielt die Rasse aufgrund der charakteristischen rotbraunen oder falbfarbenen Abzeichen („Brand“ – „Feuer“, „Brandzeichen“) auf schwarzem Grund. Diese Markierungen machten den Hund im Wald gut sichtbar.

Die offizielle Anerkennung der Rasse erfolgte 1884, als der erste Standard genehmigt wurde. Damit war der Steirische Rauhhaarbracke eine der ersten offiziell registrierten Laufhunderassen in der Region. Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkannte die Rasse 1954 unter der Nummer 63 an. Seitdem ist die Brandlbracke ein fester Begleiter österreichischer Jäger, obwohl sie außerhalb ihrer Heimat und angrenzender Länder wie Deutschland und der Schweiz eher selten geblieben ist. Ihre Zucht konzentriert sich bis heute auf die Bewahrung ihrer außergewöhnlichen Arbeitsqualitäten und nicht auf das Exterieur, was der Rasse ermöglicht, gesund und funktional zu bleiben.

Standard und äußeres Erscheinungsbild der Rasse
Steirischer Rauhhaarbracke Logo

Der Steirische Rauhhaarbracke ist ein mittelgroßer Hund von kräftigem, aber elegantem Körperbau. Sein Erscheinungsbild vereint die Kraft und Ausdauer, die für lange Arbeit in den Bergen notwendig sind. Jedes Element seines Körpers ist funktional und auf maximale Effizienz bei der Jagd ausgerichtet.

MerkmalBeschreibung gemäß FCI-Standard Nr. 63
GrößeRüden: 50-56 cm; Hündinnen: 48-54 cm
Gewicht15-22 kg (nicht im Standard festgelegt, aber ein Richtwert)
KopfTrocken, länglich. Schädel breit, leicht gewölbt. Stop deutlich ausgeprägt.
FangKräftig, gerade. Lefzen trocken, straff anliegend, gut pigmentiert.
AugenKlar, dunkelbraun, nicht hervorstehend. Blick intelligent und selbstbewusst.
OhrenMittellang (reichen bis zur Nasenspitze), hoch angesetzt, breit, mit abgerundeten Spitzen, glatt an den Wangen herabhängend.
KörperRechteckiges Format. Rücken lang, gerade und kräftig. Brust tief und breit, bietet viel Volumen für die Lungen.
RuteLang, sich zum Ende verjüngend. Leicht gebogen. Im Ruhezustand herabhängend, in der Bewegung erhoben. Auf der Unterseite mit rauem Haar, das eine „Bürste“ bildet.
FellKurz (ca. 2 cm), dicht, glatt, mit dichter Unterwolle. Schützt gut vor Witterungseinflüssen.
FarbeSchwarz mit kleinen, klar abgegrenzten hellbraunen oder falbfarbenen Abzeichen (Brand). Zwei Abzeichen über den Augen (bilden das „vierte Auge“).

Kopf und Fang des Hundes zeigen edle Züge. Der Schädel ist breit, aber nicht massiv, was auf eine entwickelte Intelligenz hindeutet. Die Augen sind stets dunkel, mit einem wachsamen und ruhigen Ausdruck. Helle Augen gelten als Fehler. Die Ohren sind typisch für Laufhunde – lang, hängend, was hilft, Gerüche vom Boden „aufzunehmen“ und zur Nase zu leiten. Der Körper des Hundes ist gestreckt, was ihm Flexibilität und Ausdauer beim Laufen verleiht. Ein kräftiger Rücken und eine tiefe Brust sind die Grundlage für die Fähigkeit, große Distanzen ohne Ermüdung zu überwinden. Eine einzigartige Besonderheit ist die Rute, die unten mit gröberem Haar bedeckt ist und eine Art Bürste bildet – dies ist ein charakteristisches Merkmal vieler alpiner Laufhunde. Die Fellfarbe ist das Markenzeichen der Rasse: Auf tiefschwarzem Grund befinden sich klare, nicht verwischte Abzeichen an den Läufen, der Brust, dem Fang und über den Augen.

Charakter und Temperament des Steirischen Rauhhaarbracken

Der Charakter des Steirischen Rauhhaarbracken ist eine harmonische Kombination aus Jagdleidenschaft und einem ruhigen, freundlichen Wesen. Es ist ein Hund mit einer doppelten Natur: Bei der Jagd ist er unermüdlich, eifrig und eigenständig, während er zu Hause ein zärtlicher, gehorsamer und loyaler Begleiter ist.

  • Intelligenz und Klugheit. Die Brandlbracke ist ein sehr intelligenter Hund, der in der Lage ist, eigenständige Entscheidungen zu treffen, was bei der Verfolgung von Beute in den Bergen lebenswichtig ist. Dieselbe Eigenschaft kann sich als Sturheit äußern, wenn das Training uninteressant oder inkonsequent ist.
  • Familienbindung. Er bindet sich stark an seinen Besitzer und die Familie. Er versteht sich gut mit Kindern, besonders wenn er mit ihnen aufwächst, und zeigt Geduld und Zärtlichkeit. Wie bei jedem Hund sollte jedoch die Interaktion mit kleinen Kindern beaufsichtigt werden.
  • Jagdinstinkt. Dies ist das dominierende Merkmal seines Charakters. Hat er eine Spur aufgenommen, vertieft sich der Bracke vollständig in die Arbeit und verwendet seine laute Stimme, um den Jäger über seine Bewegung zu informieren. Aufgrund dieses starken Instinkts wird nicht empfohlen, ihn in unzäunten Gebieten von der Leine zu lassen.
  • Umgang mit anderen Tieren. Wie die meisten Laufhunde ist er es gewohnt, im Rudel zu arbeiten, daher kommt er normalerweise gut mit anderen Hunden aus. Kleine Haustiere (Katzen, Nagetiere, Kaninchen) können jedoch als Beute wahrgenommen werden. Eine frühe Sozialisierung kann helfen, aber der Instinkt bleibt immer bestehen.
  • Energie. Dies ist eine äußerst aktive Rasse, die täglich intensive körperliche Bewegung benötigt. Ein einfacher Spaziergang an der Leine reicht für ihn nicht aus. Er braucht Laufen, lange Wanderungen und Spiele zur Entwicklung des Geruchssinns. Ohne ausreichende Aktivität kann er destruktiv und unruhig werden.

Der Österreichische Bracke ist nicht für das Leben in einer Wohnung geeignet. Am besten fühlt er sich in einem Privathaus mit einem großen, sicher eingezäunten Garten, wo er frei laufen kann. Dieser Hund ist für Raum und Bewegung geschaffen, und die Einschränkung seiner Freiheit würde seine geistige und körperliche Gesundheit negativ beeinflussen.

Jagd mit dem Steirischen Rauhhaarbracken
Steirischer Rauhhaarbracke bei der Jagd

Die Jagd ist das Element und der Sinn der Existenz des Steirischen Rauhhaarbracken. Seine Arbeitsqualitäten wurden über Jahrhunderte hinweg verfeinert, was ihn zu einem der besten Laufhunde für die Arbeit im bergigen und bewaldeten Gelände macht. Er ist spezialisiert auf die Jagd auf „kalter Fährte“ auf Hase und Fuchs und wird auch zum Aufspüren von verletztem Großwild (Hirsch, Wildschwein) auf der Schweißfährte eingesetzt.

Das Hauptmerkmal seiner Arbeit ist seine Stimme. Der Bracke hat eine helle, melodische und sehr laute Stimme, die er auf der Spur abgibt. Ein erfahrener Jäger kann anhand der Tonlage und Häufigkeit des Bellens bestimmen, wie frisch die Spur ist, wen der Hund verfolgt und wie weit er entfernt ist. Diese Eigenschaft ist in dichtem Wald oder in den Bergen, wo der visuelle Kontakt zum Hund verloren geht, unverzichtbar.

Die Brandlbracke arbeitet methodisch und beharrlich. Sie lässt sich nicht durch fremde Spuren ablenken, sondern konzentriert sich voll und ganz auf die gestellte Aufgabe. Ihre Ausdauer ermöglicht es ihr, Beute stundenlang zu verfolgen und dabei Dutzende von Kilometern in unwegsamem Gelände zurückzulegen. Im Gegensatz zu einigen anderen Laufhunden, wie dem Chien d’Artois, der für seine Geschwindigkeit in der Ebene bekannt ist, ist der Österreichische Bracke ein Marathonläufer, ideal angepasst an das schwierige Gelände. Seine Arbeit erfordert oft Eigenständigkeit, aber er hält stets akustischen Kontakt zum Jäger. Er wird oft für die Einzeljagd eingesetzt, bei der Hund und Mensch als ein einziges Team zusammenarbeiten, im Gegensatz zum Anglo-Französischen Kleinen Laufhund, der eher für große Meuten in der Ebene geeignet ist.

Pflege und Haltung

Die Pflege des Steirischen Rauhhaarbracken ist unkompliziert, erfordert aber Regelmäßigkeit und Verständnis für die Bedürfnisse der Rasse. Der Hauptaugenmerk sollte auf der Sicherstellung eines angemessenen Niveaus an körperlicher Aktivität liegen.

Fellpflege

Das kurze und dichte Fell des Bracken benötigt keine aufwendige Pflege. Es genügt, es einmal pro Woche mit einer Gummibürste oder einem Pflegehandschuh zu bürsten, um abgestorbene Haare zu entfernen und einen gesunden Glanz zu erhalten. Der Fellwechsel findet zweimal im Jahr statt, im Frühling und Herbst. In dieser Zeit sollte der Hund häufiger gebürstet werden, 2-3 Mal pro Woche. Baden sollte man ihn nur bei Bedarf, um die natürliche Schutzschicht der Haut nicht zu stören. Es ist wichtig, die Ohren regelmäßig zu kontrollieren und zu reinigen, da ihre hängende Form die Ansammlung von Schmutz und die Entwicklung von Infektionen begünstigt. Auch die Länge der Krallen sollte überwacht und bei Bedarf gekürzt werden.

Körperliche Auslastung

Dies ist der wichtigste Aspekt der Haltung. Die Brandlbracke benötigt täglich mindestens 1,5-2 Stunden aktive Bewegung. Dies können sein:

  • Lange Spaziergänge oder Läufe im Wald oder Park.
  • Wanderungen in den Bergen.
  • Apportierspiele.
  • Beschäftigungen wie Nosework (Nasenarbeit) oder Fährtenarbeit, die seine natürlichen Instinkte befriedigen.

Unzureichende Aktivität führt zu Verhaltensproblemen: Der Hund kann ängstlich, laut werden oder anfangen, Dinge im Haus zu zerstören.

Ernährung

Die Ernährung eines aktiven Jagdhundes sollte ausgewogen und kalorienreich sein. Am besten geeignet ist hochwertiges Trockenfutter für aktive Hunde mittlerer Rassen. Auch eine natürliche Fütterung ist möglich, aber der Ernährungsplan sollte von einem Tierarzt erstellt werden. Wichtig ist, dass die Grundlage tierische Proteine (Fleisch, Innereien) bilden. Die Portionsgröße hängt vom Alter, Gewicht und Aktivitätsniveau des Hundes ab. Man sollte den Bracke nicht überfüttern, da Übergewicht die Gelenke zusätzlich belastet.

LebensphaseFütterungsart und -häufigkeitUngefähre tägliche Futtermenge (für Premium-Klasse)
Welpe (2-6 Monate)Welpenfutter für mittelgroße Rassen, 3-4 Mal täglich200-300 g
Junghund (6-12 Monate)Junghundefutter, 2-3 Mal täglich300-400 g
Erwachsener Hund (1-7 Jahre)Futter für erwachsene, aktive Hunde, 2 Mal täglich250-350 g (je nach Belastung)
Senior (nach 7 Jahren)Seniorenfutter, 2 Mal täglich200-280 g (mit reduzierter Kalorienzahl)
Dressur und Erziehung

Die Dressur des Steirischen Rauhhaarbracken ist eine Aufgabe für einen geduldigen und konsequenten Besitzer. Seine Intelligenz und natürliche Neigung zur Selbstständigkeit erfordern einen besonderen Ansatz. Die Grundlage für erfolgreiches Lernen ist positive Verstärkung: Lob, Leckerlis und Spiele. Harte Methoden und Bestrafungen können beim Hund Sturheit und eine Weigerung zur Zusammenarbeit hervorrufen.

Frühe Sozialisierung ist entscheidend. Der Welpe muss mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Orten und anderen Tieren vertraut gemacht werden. Dies hilft, einen selbstbewussten und ausgeglichenen Hund heranzuziehen. Besonderes Augenmerk sollte auf die Sozialisierung mit anderen Hunden gelegt werden, um seine natürlichen Kommunikationsfähigkeiten im Rudel zu entwickeln.

Erlernen der Grundkommandos. Befehle wie „Komm“, „Sitz“, „Platz“, „Aus“ müssen von klein auf gelernt werden. Am schwierigsten ist in der Regel das Kommando „Komm“, da der Jagdinstinkt oft den Gehorsam überwiegt. Es sollte an einem sicheren Ort geübt werden, unter Verwendung einer langen Leine und sehr attraktiver Leckerlis.

Jagdliche Ausbildung. Wenn der Hund für die Jagd eingesetzt werden soll, sollte seine Ausbildung (Einarbeitung) ab dem 6.-8. Monat unter Anleitung eines erfahrenen Spezialisten beginnen. Dies umfasst die Fährtenarbeit, die Entwicklung der Stimme, die Gewöhnung an Schüsse und den Gehorsam unter Feldbedingungen. Auch wenn der Hund nicht jagen wird, sind Fährtenarbeit (Trailing) eine ausgezeichnete intellektuelle und körperliche Auslastung.

Gesundheit und Krankheiten der Rasse
Gesunder Steirischer Rauhhaarbracke

Der Steirische Rauhhaarbracke ist im Allgemeinen eine gesunde und robuste Rasse mit einem starken Immunsystem. Da die Zucht auf Arbeitsqualitäten und nicht auf Mode konzentriert war, konnte die Rasse viele genetische Krankheiten vermeiden, die bei anderen Hunden verbreitet sind. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 12-14 Jahre.

Wie jede Rasse hat die Brandlbracke jedoch eine Veranlagung zu bestimmten Gesundheitsproblemen:

  • Hüftgelenksdysplasie. Obwohl selten, kann diese Krankheit Hunde mittlerer und großer Rassen betreffen. Es ist wichtig, einen Welpen von seriösen Züchtern zu wählen, die ihre Zuchttiere testen.
  • Ohrenentzündungen (Otitis). Hängende Ohren schaffen ein günstiges Milieu für die Entwicklung von Bakterien und Pilzen. Regelmäßige Reinigung und Kontrolle der Ohren ist eine obligatorische Prophylaxe.
  • Jagdbedingte Verletzungen. Schnitte, Verstauchungen, Insekten- oder Tierbisse – das sind Risiken, denen jeder Jagdhund ausgesetzt ist. Es ist wichtig, Grundkenntnisse der tierärztlichen Ersten Hilfe zu haben und den Hund nach Waldspaziergängen regelmäßig zu untersuchen.
  • Magendrehung. Wie bei anderen Hunden mit tiefem Brustkorb besteht das Risiko dieser gefährlichen Erkrankung. Zur Vorbeugung sollte der Hund nicht direkt vor oder nach intensiver körperlicher Anstrengung gefüttert werden.
KrankheitSymptomeProphylaxe
HüftgelenksdysplasieLahmheit, Schwierigkeiten beim Aufstehen, „Hasenhoppeln“.Gewichtskontrolle, moderate Belastung während des Wachstums, Auswahl eines Welpen von geprüften Elterntieren.
Otitis (Ohrenentzündung)Hund schüttelt den Kopf, kratzt sich an den Ohren, unangenehmer Geruch aus den Ohren, Ausfluss.Regelmäßige Ohrenreinigung (1-2 Mal pro Woche), trocken halten.
JagdverletzungenSchnitte, Kratzer, Lahmheit.Gründliche Untersuchung des Hundes nach jedem Waldspaziergang, Vorhandensein einer Erste-Hilfe-Ausrüstung.
MagendrehungBlähungen, Unruhe, erfolglose Versuche zu erbrechen, Schwäche.Fütterung in kleinen Portionen, Ruhe nach dem Fressen (mindestens 1 Stunde).
Vor- und Nachteile der Rasse Steirischer Rauhhaarbracke

Bevor man sich einen so anspruchsvollen Hund anschafft, ist es wichtig, alle „Pros“ und „Contras“ abzuwägen.

✅ Vorteile

  • Ausgezeichneter Jäger: Eine der besten Rassen für die Fährtenjagd.
  • Loyal und zärtlich in der Familie: Bei richtiger Erziehung wird er zu einem wunderbaren Begleiter.
  • Hohe Intelligenz: Lernt schnell, wenn der richtige Ansatz gefunden wird.
  • Robuste Gesundheit: Die Rasse ist nicht durch Überzüchtung verdorben und hat ein gutes Immunsystem.
  • Pflegeleicht: Kurzes Fell benötigt keine aufwendige Fellpflege.
  • Kommt gut mit anderen Hunden aus.

❌ Nachteile

  • Sehr hoher Energiebedarf: Nicht geeignet für passive Menschen.
  • Nicht für die Wohnungshaltung geeignet: Benötigt Platz und einen eigenen Garten.
  • Sehr starker Jagdinstinkt: Darf in gefährlichen Gebieten nicht von der Leine gelassen werden.
  • Laute Stimme: Kann für Nachbarn ein Problem sein.
  • Kann stur sein: Erfordert einen erfahrenen und konsequenten Besitzer.
  • Verträgt Einsamkeit schlecht: Kann unter Trennungsangst leiden.
Vergleich mit anderen Bracken

Die Brandlbracke gehört zu einer großen Gruppe europäischer Laufhunde, die in deutschsprachigen Ländern als „Bracken“ bezeichnet werden. Ihr nächster Verwandter ist die Österreichische Glatthaarbracke (Peintinger Bracke), die sich durch ihre falbfarbene Fellzeichnung und einen etwas leichteren Körperbau unterscheidet. Die Arbeitsqualitäten sind bei beiden sehr ähnlich. Ein weiterer bekannter Verwandter ist die Deutsche Bracke, die eine ähnliche Bestimmung hat, sich aber durch eine dreifarbige Fellzeichnung und etwas andere Körperproportionen auszeichnet. Im Vergleich zu französischen Laufhunden, wie zum Beispiel dem Anglo-Französischen Kleinen Laufhund, ist der Österreichische Bracke besser an die Einzelarbeit in den Bergen angepasst, während die „Franzosen“ häufiger für die Jagd in großen Meuten in der Ebene eingesetzt werden.

Interessante Fakten über die Rasse
Steirischer Rauhhaarbracke Portrait
  • Der Name „Brandlbracke“ leitet sich vom deutschen Wort „Brand“ ab, das „Feuer“ oder „Brandzeichen“ bedeutet, und weist auf die leuchtenden rotbraunen Abzeichen am Körper des Hundes hin.
  • Zwei charakteristische Flecken über den Augen werden oft als „viertes Auge“ (Vieräugl) bezeichnet. Nach alten Jägerglauben ermöglichen sie dem Hund, die Spur des Wildes auch im Dunkeln zu sehen oder böse Geister zu vertreiben.
  • Kaiser Maximilian I., der an der Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert regierte, war ein großer Jagdliebhaber und setzte Laufhunde, die den modernen Brandlbracken sehr ähnlich waren, für die Jagd in den Tiroler Alpen ein.
  • Obwohl die Rasse ein Jagdhund ist, nehmen ihre Vertreter manchmal an Sportarten wie Agility und Obedience teil und demonstrieren dabei ihre Vielseitigkeit und Intelligenz.
  • Dies ist eine der wenigen Rassen, bei der der Standard das Vorhandensein einer dichten Unterwolle vorschreibt, was eine direkte Anpassung an das kalte Alpenklima darstellt.
Häufig gestellte Fragen zur Rasse (FAQ)

Ist der Steirische Rauhhaarbracke für eine Familie mit Kindern geeignet?

Ja, vorausgesetzt, die Familie führt einen sehr aktiven Lebensstil und ist bereit, viel Zeit für Spaziergänge und Spiele aufzuwenden. Der Bracke ist geduldig und zärtlich zu Kindern, aber seine Größe und Energie erfordern eine Beaufsichtigung beim Spielen mit Kleinkindern.

Wie viel kostet ein Welpe des Steirischen Rauhhaarbracken?

Dies ist eine seltene Rasse außerhalb Österreichs, daher kann es schwierig sein, einen Welpen zu finden. Der Preis hängt vom Stammbaum, dem Ruf des Züchters und dem Land ab. Er liegt ungefähr zwischen 800 und 1.500 Euro und höher. Es ist wichtig, Züchter zu wählen, die sich auf Arbeitsqualitäten und Gesundheit konzentrieren.

Haart die Brandlbracke stark?

Der Haarwechsel ist moderat, saisonal und findet zweimal im Jahr statt. In dieser Zeit ist tägliches Bürsten erforderlich. Ansonsten ist die Fellpflege minimal.

Kann dieser Hund mit einer Katze im selben Haushalt leben?

Das ist aufgrund des extrem starken Jagdinstinkts sehr schwierig. Es ist vielleicht möglich, wenn sie von klein auf zusammen aufgewachsen sind, aber selbst dann bleibt ein Risiko bestehen. Es wird nicht empfohlen, einen Bracke in eine Familie zu holen, in der bereits kleine Haustiere leben.

Kann man einen Österreichischen Bracke halten, wenn man kein Jäger ist?

Ja, aber nur, wenn Sie bereit sind, dem Hund alternative Beschäftigungen anzubieten, die die Jagd ersetzen. Dies können tägliche lange Läufe, Wanderungen in den Bergen, Fährtenarbeit (Nosework, Trailing) oder andere Arten von Hundesport sein. Ohne dies wird der Hund unglücklich sein.

Fazit

Der Steirische Rauhhaarbracke ist ein außergewöhnlicher Hund, der ideal für einen engen Kreis von Besitzern geeignet ist. Er ist in erster Linie ein Jäger, dessen Glück in der Arbeit und Bewegung liegt. Er wird ein unglaublich loyaler Freund und zuverlässiger Partner für einen Jäger oder einen sehr aktiven Menschen, der außerhalb der Stadt lebt und bereit ist, sein Leben den Bedürfnissen dieses energiegeladenen und intelligenten Hundes zu widmen. Potenzielle Besitzer sollten ihre Kräfte und ihren Lebensstil realistisch einschätzen, denn die Brandlbracke ist kein Schoßhund, sondern eine wahre Naturgewalt, die Raum, Aufmerksamkeit und die richtige Anwendung ihrer unerschöpflichen Energie benötigt.

Video über die Rasse
Vorteile
  • Beharrlicher, ausdauernder Tracker
  • Mutig und unerschütterlich in den Bergen
  • Zuverlässig und dem Führer loyal
  • Raues Fell schützt in Felsen und bei Unwetter
Nachteile
  • Unabhängig — nichts für Anfänger
  • Lautfreudig — „meldet“ die Fährte
  • Starker Jagdtrieb (gefährlich für Katzen)
  • Hoher Bewegungsbedarf — nichts für die Wohnung
Vergleich mit ähnlichen Rassen
BrandlbrackeTiroler BrackeBayerischer Gebirgsschweißhund
Höhe48–56 cm42–50 cm44–52 cm
Energie4.54.54
Wohnung221.5
Anfänger32.51.5
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Steirische Rauhaarbracke von der Glatthaarigen?
Vor allem im Fell und in der Farbe: die Rauhaarige (Steirische) hat raues Fell mit „Bart“ in falbfarbenem Ton, die Glatthaarige (Brandlbracke) glattes schwarz-lohes Fell.
Wofür wurde die Steirische Rauhaarbracke gezüchtet?
Für die Fährtenarbeit auf Schalenwild in den rauen felsigen Bergen der Steiermark; das raue Fell schützt sie vor Unwetter und Dornen, und ihre Ausdauer und Beharrlichkeit erlauben selbstständiges Arbeiten.
Eignet sich die Rasse für Anfänger?
Nein — ein unabhängiger, mutiger Arbeitslaufhund mit starkem Trieb; er braucht einen erfahrenen Führer, Berge und ernsthafte Auslastung, keine Wohnung.
Quellen

FCI-Standard Nr. 62 · Österreichischer Kynologenverband

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