Kurz: den passenden Hund für die Wohnung wählen
- Entscheidend ist das Temperament, nicht die Größe: viele große Rassen (Labrador, Dogge) sind drinnen ruhig, während kleine Terrier hyperaktiv sein können.
- Am besten passen mäßig aktive Hunde, die wenig bellen und Alleinsein vertragen: Französische Bulldogge, Mops, Cavalier King Charles Spaniel, Shih Tzu, Greyhound.
- Bedenken Sie Haaren, Bewegungsbedarf und Nachbarn (Bellen). Testen Sie das Wesen des Welpen (Campbell-Test — unten).
- Für ein Kind wählen Sie geduldige, freundliche Rassen; meiden Sie sehr kleine und sehr wachsame.

Der Hund ist das einzige Familienmitglied, das wir uns selbst aussuchen. Und diese Wahl prägt die nächsten 10–15 Jahre: wie gut Sie zusammen in der Wohnung leben, ob Sie Zeit für Spaziergänge und Erziehung haben und wie der Hund mit Kindern und anderen Tieren auskommt. Hier eine praktische Schritt-für-Schritt-Orientierung: die Rasse nach Ihrem Lebensstil wählen, einen gesunden Welpen aussuchen und sein Wesen einschätzen, bevor Sie ihn nach Hause holen.
Die Rasse nach dem Lebensstil wählen
Die Rasse bestimmt nicht nur das Aussehen, sondern auch ein angeborenes Wesen, das sich kaum „umerziehen“ lässt. Fragen Sie sich also zuerst ehrlich: Möchten Sie einen Familienhund, einen Begleiter oder einen Wachhund? Nach Verwendung teilt man Hunde grob in vier Typen ein:
| Hundetyp | Für wen | Beispielrassen |
|---|---|---|
| Begleithund | Familien, Alleinstehende, Kinder | Labrador, Golden Retriever, Pudel, Mops, Cavalier King Charles Spaniel, Shih Tzu |
| Schutzhund | Schutz des Halters; erfahrene Hand | Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Dobermann, Dogge |
| Wachhund | Meldet Fremde; territorial | Kaukasischer Owtscharka, Bullmastiff, Riesenschnauzer (auch kleine, laute Hunde) |
| Jagdhund | Aktive Halter, viel Bewegung | Retriever, Spaniel, Terrier, Laufhunde, Huskys |
Am einfachsten in der Wohnung zu halten sind Begleithunde: nicht aggressiv, menschbezogen und gut mit wenig Platz zurechtkommend. Schutz- und Jagdrassen können ebenfalls in der Wohnung leben, brauchen aber ernsthafte Erziehung und lange Auslastung — sonst wird aus Langeweile zerkautes Mobiliar.
Hundegröße und der Platz in der Wohnung
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass in eine Wohnung nur kleine Hunde gehören. Tatsächlich entscheidet nicht die Größe, sondern Temperament und Bewegungsbedarf:
- Kleine Rassen (Chihuahua, Toy-Terrier, Shih Tzu, Pekinese) brauchen wenig Platz — aber „klein“ heißt nicht „ruhig“: manche Terrier sind sehr energisch und laut.
- Mittelgroße Rassen (Spaniel, Bulldoggen, Collies) verkraften wenig Platz dank ausgiebiger Spaziergänge leicht.
- Große und Riesenrassen (Doggen, Mastiffs, Schäferhunde) sind am schwierigsten: selbst ein ruhiger Riese braucht lebenslang lange tägliche Spaziergänge.
Wägen Sie ehrlich die zwei Ressourcen ab, die ein Hund täglich über Jahre braucht: Zeit und Platz. Zeit geht für Pflege, Erziehung und Zuwendung drauf — dekorative Rassen brauchen viel Pflege, Arbeitsrassen Training, Begleithunde Aufmerksamkeit. Ein Teil lässt sich mit Geld ausgleichen (Grooming, Trainer, gutes Futter vom Züchter), aber nicht alles.
Wie man einen gesunden Welpen aussucht
Einen Welpen holt man am besten frühestens mit 8 Wochen — dann sind Gesundheitszustand und Charakter bereits erkennbar. Bevor Sie den Augen verfallen, prüfen Sie den Kleinen:
- Gebiss — korrekt, ohne offensichtliche Fehler.
- Ohren — sauber, ohne Glucksen oder üblen Geruch beim Druck am Ansatz.
- Rippen und Beine — keine Verdickungen (Zeichen von Rachitis), kräftige Gliedmaßen, gleichmäßiger Gang.
- Gesamteindruck — wohlgenährt, guter Appetit, Rute ohne Knick.
- Kot — geformt; Durchfall auch nur bei einem Welpen des Wurfs ist ein Warnzeichen.
Einen gesunden Welpen erkennt man oft auf den ersten Blick. Um das Wesen einzuschätzen, nutzen Züchter jedoch einen speziellen Test.
Der Campbell-Test: das Wesen eines Welpen einschätzen
Der Test von William Campbell wird mit einem Welpen im Alter von 6–8 Wochen an einem ihm unbekannten Ort durchgeführt, ohne Mutter und Wurfgeschwister in der Nähe. Er besteht aus fünf kurzen Übungen; die Reaktionen zeigen den Wesenstyp. Notieren Sie je Übung den Buchstaben (A–E) und schreiben Sie sie in eine Reihe — das ist der „Code“ des künftigen Temperaments.
Übung 1. Kontaktfreude. Setzen Sie den Welpen in die Mitte des Raums, treten Sie einige Schritte zurück, gehen Sie in die Hocke und locken Sie ihn mit der Hand.
| Reaktion | Bedeutung |
|---|---|
| A | Kommt sofort, Rute hoch, zwickt in die Hände |
| B | Kommt ohne Zögern, Rute hoch, bellt |
| C | Kommt ohne Zögern, Rute gesenkt |
| D | Kommt langsam, Rute gesenkt |
| E | Kommt gar nicht |
Übung 2. Folgen. Gehen Sie in normalem Tempo vom Welpen weg — die Art des Folgens zeigt die Selbstständigkeit.
| Reaktion | Bedeutung |
|---|---|
| A | Folgt bereitwillig, schnappt nach den Füßen, Rute hoch |
| B | Folgt bereitwillig, Rute hoch |
| C | Folgt bereitwillig, Rute tief |
| D | Folgt langsam, Rute tief |
| E | Folgt nicht, entfernt sich |
Übung 3. Zwang. Legen Sie den Welpen sanft auf die Seite und halten Sie ihn an der Brust. Ein dominanter Welpe wehrt sich aktiv, ein ruhiger nimmt die Lage an. Hier gibt es keinen Buchstabenschlüssel.
Übung 4. Soziale Dominanz. Streicheln Sie den Welpen, während Sie sich über ihn beugen. Die Reaktion zeigt, wie er die Autorität des Menschen wahrnimmt.
| Reaktion | Bedeutung |
|---|---|
| A | Springt, schlägt mit den Pfoten, zwickt |
| B | Springt, schlägt mit den Pfoten |
| C | Lässt sich streicheln, leckt die Hände |
| D | Dreht sich auf den Rücken und leckt die Hände |
| E | Entfernt sich und kommt nicht zurück |
Übung 5. Selbstwertgefühl. Heben Sie den Welpen für einige Sekunden hoch, indem Sie ihn mit gekreuzten Händen unter dem Bauch stützen, sodass er Sie nicht sieht, und beobachten Sie sein Verhalten.
So liest man das Ergebnis
| Vorherrschende Buchstaben | Charakter | Am besten geeignet für |
|---|---|---|
| Zwei A und zwei B | Zur Dominanz neigend, kann beißen; harte Methoden tabu; schützt den Halter | Nicht für Kinder und ältere Menschen |
| Drei oder mehr B | Anführertyp, treu, wettbewerbsorientiert | Für erfahrene Halter |
| Drei oder mehr C | Idealer Begleiter, ausgeglichen | Empfohlen für Kinder und ältere Menschen |
| Mehrere D mit E | Sehr unterwürfig, braucht Geduld in der Erziehung | Kommt leicht mit Kindern aus |
| Zwei oder mehr E (besonders in Übung 4) | Schwer erreichbar, braucht eine spezielle Methode; evtl. Neigung zum Weglaufen | Nicht für Kinder und Jugendliche |
Sind A- und B-Reaktionen schwer zu unterscheiden, wiederholen Sie den Test in einem anderen Raum. Denken Sie daran: Der Test ist ein Anhaltspunkt, kein Urteil — das Wesen wird noch durch die Erziehung geformt.
Top 10 Hunderassen für die Wohnung
Die Quellen unterscheiden sich leicht, sind sich aber im Wesentlichen einig: ein „Wohnungshund“ ist klein bis mittelgroß, mäßig aktiv, leise und verträglich mit der Familie. Am häufigsten empfohlen werden:
- Französische Bulldogge — ruhig, bellt wenig, braucht keine langen Läufe.
- Mops — anhänglicher Begleiter, der gern nah beim Menschen ist.
- Cavalier King Charles Spaniel — freundlich, wunderbar mit Kindern.
- Yorkshire Terrier — winzig und haart kaum.
- Shih Tzu — ruhiger Haushund.
- Malteser — sanft und auf den Halter bezogen.
- Pekinese — unabhängig, anspruchslos beim Platz.
- Zwergspitz (Pomeranian) — kompakt und fröhlich (auf das Bellen achten).
- Dackel — clever, mäßig aktiv.
- Pudel (Zwerg/Toy) — klug, hypoallergen, leicht zu erziehen.
Überraschend gut eignet sich auch der Greyhound: trotz seiner Größe ist er drinnen bemerkenswert ruhig.
Welchen Hund für ein Kind wählen

Denken Sie daran: Füttern, Erziehen und Pflegen bleibt an den Erwachsenen hängen — selbst ein Teenager schafft Haaren, Tierarztbesuche und vor allem Erziehung nicht allein. Gibt es Kinder im Haus, verzichten Sie auf Kampf-, Dienst- und viele Jagdhunderassen. Andererseits sind sehr winzige Zwergrassen zu zerbrechlich — ein Kind kann sie selbst in einer liebevollen Umarmung verletzen.
Am besten kommen mit Kindern Golden Retriever, Labrador, Collie, Beagle, Pudel, Bichon Frisé und Cavalier King Charles Spaniel aus. Wichtig ist, dem Kind Respekt und Vorsicht beizubringen und den Hund von klein auf zu sozialisieren.
Häufige Fragen (FAQ)
Welcher Hund ist am besten für eine kleine Wohnung?
Ruhige kleine bis mittelgroße Rassen mit geringem Bewegungsbedarf: Französische Bulldogge, Mops, Cavalier King Charles Spaniel, Bichon, Shih Tzu. Auch der Greyhound passt überraschend gut — trotz seiner Größe ist er zu Hause sehr ruhig.
Kann man einen großen Hund in der Wohnung halten?
Ja, wenn die Rasse ruhig und wenig energisch ist (z. B. Dogge oder Labrador mit Spaziergängen). Entscheidend ist die tägliche Bewegung; die Größe selbst ist nicht das Problem — überschüssige Energie ohne Ventil schon.
Welche Hunde bellen am wenigsten?
Der Basenji (bellt kaum), Greyhound, Bulldoggen und der Cavalier. Bellen hängt aber stark von Erziehung und Stress ab, nicht nur von der Rasse.
Welpe oder erwachsener Hund für die Wohnung?
Ein erwachsener Hund bedeutet bekanntes Wesen und bekannte Größe, ist oft ruhiger und stubenrein. Ein Welpe braucht mehr Aufmerksamkeit und Erziehung, passt sich aber schneller an. Der Campbell-Test hilft, das Wesen einzuschätzen.
Wie viel Auslauf braucht ein Wohnungshund?
Mindestens zweimal täglich, insgesamt 30–60 Minuten, aktive Rassen mehr. Wohnungshaltung ersetzt keine Spaziergänge — sie gleichen den fehlenden Platz aus und verhindern zerstörerisches Verhalten.
