Westfälische Dachsbracke

By tvaryny
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Der Westfälische Dachsbracke (Westphalian Dachsbracke) ist eine einzigartige deutsche Jagdhunderasse, die die Ausdauer und Schnelligkeit eines hochbeinigen Bracken mit der Kompaktheit und Hartnäckigkeit eines Dackels vereint. Dieser Hund wurde speziell für die Jagd unter schwierigen Bedingungen in Waldgebieten gezüchtet und verfügt über einen außergewöhnlich feinen Geruchssinn, eine laute Stimme und eine unermüdliche Leidenschaft für die Verfolgung von Wild. Dank seiner Arbeitsqualitäten führt er den Jäger stets zum verletzten Wild, insbesondere zu Wildschweinen oder Rehen. Trotz seiner „beruflichen“ Schärfe gegenüber dem Wild, verwandelt er sich zu Hause in einen sanften und treuen Begleiter. Mehr über diese faszinierende Rasse erfahren Sie auf Tvaryny.

Seine Professionalität bei der Jagd gilt nicht für andere Haustiere (auch nicht für Katzen), mit denen der Westfälische Dachsbracke zusammen aufwächst. Er verhält sich geduldig gegenüber den Kindern seines Besitzers und empfängt Gäste ohne Aggression, was ihn zu einem wunderbaren Familienhund macht. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass dieser energiegeladene und intelligente Hund nur für erfahrene Jäger oder sehr aktive Menschen geeignet ist, die ihm das nötige Maß an körperlicher und geistiger Auslastung bieten können.

Hauptmerkmale der Rasse Westfälische Dachsbracke

MerkmalBeschreibung
HerkunftDeutschland (Region Westfalen)
FCI-KlassifizierungGruppe 6 (Laufhunde, Schweißhunde und verwandte Rassen), Sektion 1.3 (Kleine Laufhunde). Arbeitsprüfungen sind obligatorisch.
Lebenserwartung12-15 Jahre
Widerristhöhe30-38 cm
Gewicht15-18 kg
TemperamentIntelligent, treu, leidenschaftlicher Jäger, zu Hause ruhig, stur
VerwendungJagd auf Klein- und Großwild (Hase, Fuchs, Wildschwein), Schweißarbeit
FellfarbeRotbraun bis Gelb mit schwarzem Sattel oder Mantel, weiße Abzeichen
FellpflegeMinimal, wöchentliches Bürsten
AktivitätSehr hoch, benötigt tägliche, intensive Auslastung
ErziehungBenötigt einen erfahrenen, konsequenten und geduldigen Besitzer

Geschichte und Ursprung der Rasse

Die Geschichte des Westfälischen Dachsbracke ist eng mit den Jagdtraditionen Deutschlands, insbesondere der Region Westfalen, verbunden. Die Rasse wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch die gezielte Kreuzung von lokalen hoch- und mittelhochbeinigen Bracken, bekannt als Deutsche Bracken, mit Dackeln gezüchtet. Das Ziel der Züchter war es, einen Hund zu schaffen, der den ausgezeichneten Geruchssinn, die Stimme und den Jagdeifer der großen Bracken beibehielt, aber kürzere Beine hatte. Dies ermöglichte es ihm, das Wild langsamer zu verfolgen, es nicht zu weit aus dem Jagdgebiet zu treiben und effektiv in dichtem Unterholz und unwegsamem Gelände zu arbeiten.

Der erste Rassestandard wurde 1886 erstellt, die offizielle Anerkennung durch den VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) erfolgte jedoch erst viel später. Der Westfälische Dachsbracke wurde zu einem unersetzlichen Helfer für deutsche Jäger, besonders bei der Jagd auf Hase, Fuchs und Wildschwein. Interessanterweise bildete diese Rasse die Grundlage für die Züchtung des schwedischen Bracken — des Drever, der heute in Skandinavien viel beliebter ist als sein deutscher Urahn in seiner Heimat. Die Internationale Kynologische Föderation (FCI) hat die Rasse 1953 offiziell anerkannt.

Standard und Erscheinungsbild des Westfälischen Dachsbracke

Der Westfälische Dachsbracke ist ein kräftiger, niedriger Hund von gestrecktem Format, der den Eindruck von Stärke und Ausdauer vermittelt. Sein Äußeres vereint harmonisch die Merkmale eines Bracken und eines Dackels.

  • Kopf: Mittelgroß, edel, schmal. Schädel etwas breiter als der Fang. Der Stop ist fließend. Der Fang ist spitz, aber nicht zu sehr. Die Lippen sind trocken und liegen fest an.
  • Augen: Dunkel, klar, mit einem freundlichen und intelligenten Ausdruck.
  • Ohren: Hängend, mittellang, breit, liegen eng am Kopf an. Die Ohrspitzen sind abgerundet.
  • Körper: Gestreckt, mit einem starken und geraden Rücken. Der Widerrist ist ausgeprägt. Die Lenden sind breit und kräftig. Der Brustkorb ist tief und lang, mit gut entwickelten Rippen, die viel Platz für die Lunge bieten.
  • Rute: Hoch angesetzt, kräftig an der Basis. Der Hund trägt sie säbelförmig oder leicht nach oben gerichtet. Der untere Teil der Rute kann eine kleine Bürste aus rauerem Haar aufweisen.
  • Gliedmaßen: Kurz, sehr knochig und muskulös. Die Vorderpfoten sind oft leicht gekrümmt, was dem Hund hilft, sein Gleichgewicht besser zu halten. Die Pfoten sind geschlossen, mit starken Ballen.
  • Fell: Sehr dicht, rau, liegt eng am Körper an. Am Kopf und an den Ohren ist das Fell kürzer, auf dem Rücken, Nacken und dem unteren Teil der Rute länger. Unterwolle ist praktisch nicht vorhanden.
  • Fellfarbe: Die Grundfarbe ist von rotbraun bis gelb, mit einem ausgeprägten schwarzen Sattel oder Mantel. Obligatorisch sind weiße Abzeichen: eine Blesse im Gesicht, ein weißer Hals (Kragen), weiße Brust, Pfoten und eine weiße Rutenspitze.

Besonderheiten von Charakter und Temperament

Der Charakter des Westfälischen Dachsbracke ist eine Mischung aus Jagdleidenschaft und familiärer Treue. Auf der Jagd ist er ein mutiger, beharrlicher und selbstständiger Hund, der stundenlang einer Fährte folgen und dabei die Stimme geben kann. Seine Hartnäckigkeit grenzt manchmal an Sturheit, was eine typische Eigenschaft vieler Bracken ist. Er wird nicht von seiner Aufgabe ablassen, bis er sie erledigt hat.

Zuhause ist er jedoch ein ganz anderer Hund — ruhig, sanft und sehr auf seine Familie fixiert. Er versteht sich gut mit Kindern und erträgt ihre Spiele geduldig. Bei richtiger Sozialisation von klein auf lebt er friedlich mit anderen Haustieren, einschließlich Katzen, zusammen. Man sollte jedoch seinen starken Jagdinstinkt nicht vergessen: Kleine Tiere wie Nagetiere oder Vögel wird er immer als potenzielle Beute ansehen. Fremden gegenüber ist er eher zurückhaltend, aber ohne Aggression, was ihn zu einem guten Wachhund macht, der die Ankunft von Gästen immer mit lautem Bellen ankündigt. Ähnlich wie der kleine Gascogne-Saintongeois-Laufhund ist er ein treuer und actionbereiter Begleiter.

Vor- und Nachteile der Rasse Westfälische Dachsbracke

VorteileNachteile
Ausgezeichnete Jagdeigenschaften: unübertroffener Geruchssinn, Ausdauer, laute Stimme.Sehr hoher Aktivitätsbedarf: nicht für das Leben in einer Wohnung und für Bewegungsmuffel geeignet.
Treue zur Familie: wird ein wunderbarer Begleiter und Freund.Neigung zu Sturheit: benötigt einen erfahrenen und konsequenten Besitzer.
Gutes Verhältnis zu Kindern und anderen Haustieren (bei richtiger Sozialisation).Starker Jagdinstinkt: kann weglaufen, wenn er eine Fährte aufnimmt, benötigt eine sichere Leine.
Robuste Gesundheit und einfache Fellpflege.Benötigt geistige Auslastung: ohne „Arbeit“ kann er sich langweilen und Dinge zerstören.
Kompakte Größe, praktisch für die Haltung in einem Haus mit Garten.Laute Stimme: kann zu Problemen mit den Nachbarn führen, wenn er oft bellt.

Pflege und Haltung

Foto eines Westfälischen Dachsbracke im Wald

Der Westfälische Dachsbracke ist eine Rasse, die keine komplizierte Pflege erfordert, aber spezifische Bedürfnisse hinsichtlich der Haltung hat, die ein potenzieller Besitzer berücksichtigen muss.

Fellpflege

Das raue und dichte Fell des Westfälischen Dachsbracke erfordert keine besonderen Anstrengungen. Es reicht aus, es einmal pro Woche mit einer harten Bürste oder einem Gummihandschuh zu bürsten, um abgestorbene Haare zu entfernen und ein gepflegtes Aussehen zu erhalten. Während des saisonalen Fellwechsels (Frühling und Herbst) sollte dies häufiger getan werden. Baden sollte man den Hund nur bei dringender Notwendigkeit, unter Verwendung spezieller Shampoos für rauhaarige Rassen.

Hygiene von Ohren, Augen und Krallen

Besondere Aufmerksamkeit sollte den hängenden Ohren gewidmet werden, da sie schlecht belüftet sind, was eine günstige Umgebung für die Entwicklung von Infektionen schafft. Überprüfen und reinigen Sie regelmäßig die Ohrmuscheln mit einer speziellen Lotion. Auch die Augen müssen regelmäßig kontrolliert werden. Die Krallen schleifen sich normalerweise bei aktiven Spaziergängen auf hartem Untergrund von selbst ab, aber wenn dies nicht der Fall ist, müssen sie mit einem Krallenschneider geschnitten werden.

Körperliche Aktivität

Dies ist der wichtigste Aspekt der Haltung eines Westfälischen Dachsbracke. Dieser Hund wurde für die Arbeit geschaffen, und ohne sie wird er unglücklich. Er benötigt täglich mindestens 1,5-2 Stunden intensive Spaziergänge. Dies können keine gemütlichen Spaziergänge im Park sein — der Hund braucht Laufen, Spiele und die Möglichkeit, neue Gerüche zu erkunden. Ideal ist das Leben in einem Privathaus mit einem großen, sicher eingezäunten Grundstück. Bei Spaziergängen an öffentlichen Orten sollte er an der Leine gehalten werden, da er bei einem interessanten Geruch sofort aus dem Blickfeld verschwinden kann. Seine Energie kann mit Rassen wie dem Karelischen Bärenhund verglichen werden, auch wenn ihr Charakter ganz anders ist.

Dresură und Socializare

Die Erziehung eines Westfälischen Dachsbracke ist eine Aufgabe für einen erfahrenen Besitzer. Diese Hunde sind sehr intelligent und lernen schnell, aber ihre angeborene Sturheit und Selbstständigkeit erfordern eine besondere Herangehensweise. Der Schlüssel zum Erfolg sind Konsequenz, Geduld und positive Verstärkung. Grobheit und körperliche Strafen sind inakzeptabel, da sie zum Verlust des Vertrauens und zur Verweigerung der Zusammenarbeit führen können. Mit dem Training sollte man bereits in einem frühen Alter beginnen. Eine frühe Sozialisation ist sehr wichtig: Der Welpe sollte verschiedene Menschen, Tiere, Geräusche und Situationen kennenlernen, damit er zu einem ausgeglichenen und selbstbewussten Hund heranwächst. Besondere Aufmerksamkeit sollte dem Befehl „Komm!“ geschenkt werden, da dies der schwierigste Befehl für jeden Bracken ist.

Fütterung: Wichtige Empfehlungen

Der Westfälische Dachsbracke ist nicht wählerisch, aber seine Ernährung muss hochwertig und ausgewogen sein, insbesondere angesichts seines hohen Aktivitätsniveaus. Die Basis der Ernährung kann sowohl hochwertiges Trockenfutter der Premium- oder Super-Premium-Klasse für aktive Hunde mittlerer Rassen als auch natürliche Nahrung sein.

Bei der natürlichen Fütterung sollte die Ration aus Folgendem bestehen:

  • Mageres Fleisch (70-80%): Rind, Pute, Huhn, Innereien.
  • Getreide (10-15%): Reis, Buchweizen.
  • Gemüse und Obst (10-15%): Karotten, Kürbis, Zucchini, Äpfel.
  • Sauermilchprodukte: Kefir, magerer Quark.

Es ist wichtig, den Hund nicht zu überfüttern, da Übergewicht eine zusätzliche Belastung für seine lange Wirbelsäule darstellt. Die Futtermenge hängt vom Alter, Gewicht und Aktivitätsniveau ab. Ein Arbeitshund während der Jagdsaison benötigt eine deutlich kalorienreichere Ernährung als in Ruhephasen. Sorgen Sie immer für Zugang zu frischem Trinkwasser.

Gesundheit und typische Krankheiten

Westfälische Dachsbracke in der Natur

Westfälische Dachsbracken sind im Allgemeinen eine gesunde Rasse mit einem starken Immunsystem. Wie viele andere Rassen haben sie jedoch eine Neigung zu bestimmten genetischen und rassetypischen Krankheiten:

  1. Bandscheibenerkrankung (IVDD): Aufgrund des gestreckten Körperformats, das sie von den Dackeln geerbt haben, gehören diese Hunde zur Risikogruppe. Es ist wichtig, dem Hund nicht zu erlauben, aus großer Höhe zu springen und sein Gewicht zu kontrollieren.
  2. Ohreninfektionen (Otitis): Hängende Ohren schaffen ein warmes und feuchtes Milieu, das ideal für die Vermehrung von Bakterien und Pilzen ist. Regelmäßige Ohrenhygiene ist die beste Vorbeugung.
  3. Hüftgelenksdysplasie: Obwohl diese Krankheit eher für große Rassen typisch ist, kann sie auch bei Bracken vorkommen.
  4. Blasensteine: Eine unausgewogene Ernährung kann zur Bildung von Steinen in der Blase beitragen.

Rechtzeitige Impfungen, Parasitenbehandlungen und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt helfen, die Gesundheit Ihres Haustieres für viele Jahre zu erhalten.

Interessante Fakten über die Rasse

  • Der Name „Dachsbracke“ bedeutet wörtlich „Dachslaufhund“ und verweist auf seine Fähigkeit, auf der Fährte und in Bauen zu arbeiten, ähnlich wie ein Dackel.
  • Der Westfälische Dachsbracke ist ein direkter Vorfahre der schwedischen Rasse Drever. 1910 wurden einige Hunde nach Schweden gebracht, wo sie die Grundlage für eine neue, leicht modifizierte Rasse bildeten.
  • Die Rasse bleibt selbst in ihrer Heimat Deutschland relativ selten und ist außerhalb ihrer Grenzen praktisch unbekannt. Die meisten Vertreter der Rasse gehören Jägern.
  • Im Gegensatz zu vielen anderen Laufhunden, wie zum Beispiel dem Karelischen Bärenhund, die oft im Rudel jagen, jagt der Westfälische Dachsbracke gewöhnlich allein oder in Paaren.

Häufig gestellte Fragen zur Rasse (FAQ)

Ist der Westfälische Dachsbracke für das Leben in einer Wohnung geeignet?Kategorisch nein. Dieser Hund braucht Platz zur Bewegung. Ideale Bedingungen sind ein Privathaus mit einem großen, gut eingezäunten Grundstück.
Kann man diesen Hund als erstes Haustier halten?Es wird nicht empfohlen. Aufgrund seiner Sturheit und der hohen Anforderungen an die Aktivität ist diese Rasse besser für erfahrene Besitzer, idealerweise Jäger, geeignet.
Wie viel kostet ein Welpe des Westfälischen Dachsbracke?Es handelt sich um eine seltene Rasse, daher kann es schwierig sein, einen Welpen zu finden, insbesondere außerhalb Deutschlands. Der Preis hängt vom Stammbaum und der Reputation der Zuchtstätte ab, ist aber in der Regel recht hoch.
Haart diese Rasse stark?Der Haarausfall ist moderat und verstärkt sich zweimal im Jahr. Regelmäßiges Bürsten hilft, dies unter Kontrolle zu halten.
Kann man diesen Hund längere Zeit allein lassen?Wie jeder soziale Hund verträgt er Einsamkeit schlecht. Wenn er längere Zeit ohne Aufsicht und Beschäftigung gelassen wird, kann er aus Langeweile und Stress anfangen, Dinge zu zerstören.

Video über die Rasse

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