Die Geschichte der Rasse
Die Geschichte des Aidi reicht weit in die Vergangenheit zurück und ist eng mit dem Leben der Berberstämme verknüpft, die das Atlasgebirge im heutigen Marokko, Algerien und Tunesien bewohnten. Es gibt keine genauen schriftlichen Aufzeichnungen über den Ursprung der Rasse, aber man geht davon aus, dass diese Hunde bereits seit mehreren Jahrtausenden existieren. Ihre Hauptaufgabe war stets Schutz und Verteidigung. Aidis bewachten die Lager ihrer Besitzer, deren Familien sowie Schaf- und Ziegenherden vor Raubtieren wie Schakalen und anderen wilden Tieren.
Im Gegensatz zu vielen europäischen Schäferhunden wurde der Aidi nie als Hütehund eingesetzt, um die Herde zu lenken. Er war und ist ein reiner Schutzhund. Oft arbeiteten sie im Team mit schnelleren Jagdhunden wie dem Sloughi (Arabischer Windhund). Während der Sloughi die Beute aufspürte und hetzte, trat der kräftige Aidi in den Kampf ein, um sie festzuhalten. Dieses Zusammenspiel war in dem rauen Berggelände äußerst effektiv.
Die Isolation in den Bergregionen trug dazu bei, dass die Rasse in ihrer ursprünglichen Form erhalten blieb. Der Aidi wurde kaum durch andere Rassen beeinflusst, wodurch er seine einzigartigen Arbeitseigenschaften und seine robuste Gesundheit bewahren konnte. Der erste Rassestandard wurde 1963 unter dem Namen „Atlas-Schäferhund (Aidi)“ erstellt. Obwohl die Rasse außerhalb Nordafrikas eher selten anzutreffen ist, bemühen sich Kynologen um ihren Erhalt und ihre weltweite Bekanntheit.
Aussehen und Rassestandard des Aidi

Der Aidi ist ein kräftiger, muskulöser Hund mittlerer Größe. Sein rustikales Erscheinungsbild zeugt von seiner Ausdauer und der Fähigkeit, unter harten Bedingungen zu überleben. Seine ganze Erscheinung strahlt Kraft und Tatendrang aus.
- Kopf: Groß und bärenartig, gut proportioniert zum Körper. Der Schädel ist breit und flach. Der Stopp ist erkennbar, aber nicht zu abrupt.
- Fang: Kegelförmig, kürzer als der Schädel. Der Nasenschwamm ist je nach Fellfarbe schwarz oder braun.
- Augen: Mittelgroß, dunkel (von dunkelbernstein bis braun). Der Blick ist sehr ausdrucksstark, wachsam und aufmerksam.
- Ohren: Mittellang, hal hängend, mit leicht abgerundeten Spitzen. In Ruhe hängen sie herab, bei Aufmerksamkeit richten sie sich nach vorne.
- Körper: Robust mit gut entwickelter Muskulatur. Der Rücken ist gerade und breit, die Lendenpartie kräftig. Der Brustkorb ist tief und bietet viel Platz für die Lungen.
- Rute: Lang und buschig behaart. In Ruhe hängt sie herab, bei Bewegung oder Erregung wird sie säbelförmig getragen.
- Fell: Dicht, rau und mittellang (ca. 6 cm). Es schützt den Hund zuverlässig vor Hitze, Kälte und Bissen von Raubtieren. An Gesicht und Ohren ist das Haar kürzer. Die Unterwolle ist sehr dicht.
- Farbe: Sehr vielfältig. Das Fell kann sandfarben, falb, weiß, rot, gestromt, schwarz oder dreifarbig sein. Weiße Flecken kommen häufig vor und gelten nicht als Fehler.



