Geschichte und Ursprung der Rasse
Die Geschichte des Österreichischen Glatthaarigen Bracke ist eng mit der Jagd in den alpinen Regionen Europas verbunden. Es wird angenommen, dass seine direkten Vorfahren die sogenannten „keltischen Bracken“ waren, die bereits zur Zeit des Römischen Reiches in diesen Gebieten verbreitet waren. Diese Hunde wurden für ihre Ausdauer, ihre Fähigkeit, in schwierigem Gebirgsgelände zu arbeiten, und ihren ausgezeichneten Geruchssinn geschätzt. Über Jahrhunderte wurden sie ausschließlich nach ihren Arbeitsqualitäten gezüchtet, was die Entwicklung eines stabilen Hundetyps ermöglichte, der perfekt an die lokalen Bedingungen angepasst ist.
Erste schriftliche Erwähnungen, die Hunde beschreiben, die den modernen Brandlbracken sehr ähnlich sind, stammen aus dem Mittelalter. Insbesondere Kaiser Maximilian I. (1459–1519) des Heiligen Römischen Reiches, ein großer Jagdliebhaber, erwähnte in seinen Aufzeichnungen „schwarze Bracken mit Brand“, die er zur Jagd auf Hasen und Füchse in den Alpenwäldern einsetzte. Diese Hunde waren schon damals für ihre Fähigkeit bekannt, Wildspuren lange und beharrlich zu verfolgen.
Gezielte Zuchtarbeit und die offizielle Anerkennung der Rasse erfolgten deutlich später. Im Jahr 1884 wurde der erste offizielle Standard des Österreichischen Glatthaarigen Bracke genehmigt, der seine einzigartigen Merkmale festschrieb und ihn von anderen europäischen Bracken abgrenzte. Seitdem wird die Rasse „rein“ gezüchtet, ohne Einkreuzung anderer Hunde. Trotz seiner langen Geschichte und hervorragenden Arbeitsqualitäten hat die Brandlbracke außerhalb ihres Heimatlandes nie eine weite Verbreitung gefunden. In Österreich ist sie jedoch nach wie vor eine der beliebtesten Jagdhunderassen und gilt als nationales Kulturgut. Ähnlich robust und arbeitsfreudig ist der Steirische Rauhaarbracke, der ebenfalls für die alpine Jagd gezüchtet wurde.
Rassestandard und Erscheinungsbild der Brandlbracke

Der Österreichische Glatthaarige Bracke — das ist ein Hund mittlerer Größe, mit einem starken, aber eleganten Körperbau. Sein Aussehen verrät ihn als klassischen europäischen Laufhund, der für Geschwindigkeit und Ausdauer geschaffen wurde. Jedes Element seines Körpers ist funktional und auf effektive Arbeit im Feld ausgerichtet.
Kopf, Augen und Ohren
Der Kopf der Brandlbracke hat einen klar umrissenen, gestreckten Schädel mit einem leicht angedeuteten Stop. Die Schnauze ist kräftig, mit geradem Nasenrücken. Die Lippen sind trocken und eng anliegend. Die Augen sind dunkelbraun, mit einem klaren, intelligenten und selbstbewussten Blick. Die Ohren sind mittellang (reichen bis zur Nasenspitze), hoch angesetzt, mit abgerundeten Spitzen. Sie hängen glatt an den Wangen herab, was ein typisches Merkmal von Laufhunden ist.
Körper und Gliedmaßen
Der Körper des Hundes ist athletisch, mit gut entwickelter Muskulatur. Der Hals ist mittellang, muskulös, ohne lose Haut. Der Rücken ist gerade und lang. Der Brustkorb ist tief und breit, was ausreichend Platz für Lunge und Herz bietet, was für einen ausdauernden Laufhund entscheidend ist. Die Gliedmaßen sind trocken, knochig, mit starken Muskeln. Die Pfoten sind geschlossen, mit kräftigen Ballen, was dem Hund ermöglicht, sich sicher in jedem Gelände zu bewegen. Der Schwanz ist lang, hoch angesetzt und verjüngt sich zum Ende hin. In der Bewegung trägt der Hund ihn leicht nach oben gebogen.
Fell und Farbe
Das Fell — das ist eines der Schlüsselmerkmale der Rasse. Es ist kurz (ca. 2 cm), glatt, eng anliegend am Körper, mit dichter Unterwolle. Diese Struktur schützt den Hund zuverlässig vor schlechtem Wetter. Die klassische Farbe — schwarz mit kleinen, klar abgegrenzten hellen oder dunkelrotbraunen Abzeichen. Die Abzeichen befinden sich an der Schnauze („Vieräugl“ — zwei Flecken über den Augen), an der Brust, an den Gliedmaßen und an der Innenseite des Schwanzes. Kleine weiße Flecken an der Brust sind laut Standard zulässig, aber nicht erwünscht.
Fell und Farbe · 11
| Parameter | Beschreibung gemäß FCI-Standard Nr. 63 |
|---|---|
| Gesamterscheinung | Mittel, starker Laufhund, elegant, mit trockenem Körperbau. |
| Proportionen | Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe. |
| Schädel | Breit, Hinterhauptbeinhöcker kaum sichtbar. |
| Fang | Stark, gerade. Lippen trocken, pigmentiert. |
| Gebiss | Scherengebiss, vollständiger Satz von 42 Zähnen. |
| Augen | Klar, dunkelbraun, ohne sichtbares drittes Augenlid. |
| Ohren | Mittellang, etwas oberhalb der Augenlinie angesetzt, glatt hängend, Spitzen abgerundet. |
| Rücken | Lang, gerade, stark. |
| Brust | Tief und breit, aber nicht tonnenförmig. |
| Rute | Lang, sich allmählich verjüngend, leicht gebogen, dicht behaart. |
| Bewegung | Frei, raumgreifend, weit ausgreifend. |

