Charakter: Temparament und Verhalten

Der Charakter des Russischen Schwarzen Terriers ist eine komplexe Mischung aus Ausgeglichenheit und blitzschneller Reaktion. Sie sind aktive, selbstbewusste, entschlossene und furchtlose Hunde. Im Alltag, wenn keine Gefahr droht, verhalten sie sich ruhig, fast schon phlegmatisch, und wuseln nicht unnötig unter den Füßen herum. Sie fangen niemals als Erste einen Streit an und bellen nicht grundlos (Kläffen ist dieser Rasse fremd). Doch diese äußerliche Gelassenheit täuscht.
Sobald jemand die Individualdistanz dieses Hundes verletzt oder, schlimmer noch, das Territorium oder die Sicherheit des Besitzers bedroht, erfolgt die Reaktion augenblicklich. Der „Russe“ schaltet in Sekundenbruchteilen von Ruhe auf aktive Verteidigung um. Für Fremde, die Aggression zeigen, stellen diese Hunde eine reale Gefahr dar. Der Schutzstil des „Schwarzen“ ist spezifisch: Sie greifen nicht an, um zu töten, sondern arbeiten darauf hin, den Eindringling zu stellen oder zu vertreiben; bei echter Gefahr agieren sie jedoch kompromisslos.
Mit diesen Hunden muss man vorsichtig sein und darf sich ihnen gegenüber keinesfalls distanzlos verhalten, wenn man nicht zum „Rudel“ gehört. Gleichzeitig binden sich Schwarze Terrier extrem stark an ihre Besitzer. Sie sind bereit, diejenigen verzweifelt zu beschützen, die sie von klein auf kennen. Diese Rasse verlangt nach ständigem Kontakt zum Menschen. Man kann sie nicht einfach in einen Zwinger sperren und vergessen. Ohne Kommunikation verkümmert der Intellekt des Terriers, und der Charakter verdirbt. Interessanterweise ist ihr Bedürfnis nach emotionalem Kontakt trotz ihrer Größe genauso hoch wie bei Miniatur-Begleithunden. Obwohl er ein Riese ist, braucht er im Herzen nicht weniger Aufmerksamkeit als ein zarter Russischer Toy (Langhaar). Das ist kein Hund, den man einfach wie eine Alarmanlage „scharf schaltet“. Und in puncto Intelligenz können sie sogar mit Aristokraten wie dem Kontinentalen Zwergspaniel (Phalène) mithalten.
Verhältnis zu Kindern: Mit Kindern der eigenen Familie sind Schwarze Terrier in der Regel geduldig und schlüpfen in die Rolle von Kindermädchen und Beschützern. Aufgrund der Größe des Hundes sollte man sie jedoch nicht mit sehr kleinen Kindern allein lassen. Zudem darf man Kindern nicht erlauben, grob mit dem Hund umzugehen - am Bart zu ziehen oder in die Augen zu piken. Russische Schwarze Terrier sind Persönlichkeiten, die Respekt einfordern.
Vor- und Nachteile der Rasse

Bei der Wahl eines so ernsthaften Hundes ist es wichtig, alle Pros und Contras abzuwägen, damit das Zusammenleben harmonisch verläuft. Wir haben eine Vergleichstabelle zusammengestellt.
Vor- und Nachteile der Rasse · 6
| Vorteile (Plus) | Nachteile (Minus) |
|---|---|
| Zuverlässiger Wächter: Angeborener Instinkt zum Schutz von Revier und Mensch. | Aufwendige Fellpflege: Benötigt regelmäßiges Bürsten, Waschen und professionelles Grooming (Schneiden). |
| Ausgeglichenheit: Starkes Nervensystem, keine grundlose Aggression. | Größe und Kraft: Einen solchen Hund physisch zu halten, ist für untrainierte Menschen schwer. |
| Intelligenz: Hohe Lernfähigkeit und Merkfähigkeit für Kommandos. | Eigensinn: Tendenz zur Dominanz, braucht die feste Hand eines erfahrenen Halters. |
| Universalität: Lebt sowohl in der Wohnung als auch im Zwinger (bei ausreichend Auslauf). | „Nasser Bart“: Nach dem Trinken tropft Wasser vom Bart auf den Boden, muss oft abgewischt werden. |
| Robuste Gesundheit: Widerstandsfähig gegen Erkältungen und Infektionen. | Lange Entwicklungsphase: Sind psychisch Spätentwickler (erst mit 2–2,5 Jahren fertig). |
| Haart kaum: Bei richtiger Pflege fliegen keine Haare durchs Haus. | Unterhaltskosten: Hochwertiges Futter und Kosmetik für einen Riesenhund sind nicht billig. |
Erziehung und Sozialisierung

Die Ausbildung eines Russischen Schwarzen Terriers ist keine Option, sondern eine lebenswichtige Notwendigkeit. Ein unkontrollierter Riese von 60 kg ist eine gefährliche Waffe. Ein Welpe muss von den ersten Tagen an erzogen werden. Die Formung seines Verhaltens sollte von der Person übernommen werden, die der Welpe als Hauptbezugsperson, sozusagen als seinen „Rudelführer“, akzeptiert. Denn Hunde dieser Rasse neigen zur Dominanz und müssen von klein auf ihren Platz in der Familie kennen.
Wenn Sie es schaffen, die Position des Anführers in der Beziehung zum Tier einzunehmen (nicht durch Gewalt, sondern durch Charakterstärke und Konsequenz), wird die Erziehung recht einfach sein. Russische Schwarze Terrier sind sehr lernfähig, sie begreifen Kommandos schneller als viele andere Molosser. Im Gegensatz zu Schäferhunden werden sie jedoch nicht mechanisch 100 Mal dasselbe tun. Sie müssen den Sinn der Handlung verstehen.
Sie sind beweglich und aktiv, daher trainiert man am besten draußen. Zudem müssen Russische Terrier ab dem Welpenalter (2–3 Monate) aktiv sozialisiert werden: Machen Sie sie mit anderen Menschen, Kindern, Radfahrern, Verkehrslärm und anderen Hunden bekannt. Das ist kritisch, damit sie als Erwachsene weder übermäßig aggressiv noch ängstlich sind.
Das Training muss konsequent und interessant sein. Grausame körperliche Bestrafung ist verboten - das verbittert den Hund oder macht ihn verschlossen. Diese Hunde können an absolut allen Wettbewerben teilnehmen und in vielen Sportarten Erfolge feiern:
- Begleithundeprüfung (BH);
- Schutzhundesport (IGP/VPG) - ihr Element;
- Obedience (Gehorsam);
- Weight Pulling (Gewichtziehen);
- Fährtenarbeit (dank des Erbes von Airedales und Schnauzern sind sie tolle Suchhunde).


