Die Geschichte der Rasse
Die Geschichte des Brasilianischen Terriers ist eine fesselnde Erzählung darüber, wie europäische Traditionen mit brasilianischem Flair verschmolzen. Obwohl die Rasse erst 1995 die offizielle FCI-Anerkennung erhielt, reichen ihre Wurzeln viel weiter zurück. Es wird angenommen, dass die Vorfahren dieser Hunde kleine Terrier waren, die europäische Seefahrer auf ihren Schiffen zur Bekämpfung von Nagetieren hielten. Diese Hunde blieben oft in den brasilianischen Hafenstädten zurück, wo sie sich mit den dortigen kleinen Hunden kreuzten. Es gibt auch Anhaltspunkte, dass der Manchester Terrier zu den Vorfahren gehört.
Die entscheidende Phase in der Entwicklung der Rasse fand Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Zu dieser Zeit reisten die Kinder reicher brasilianischer Gutsbesitzer oft zu Studienzwecken nach Europa, vor allem nach Frankreich und England. Von dort kehrten sie nicht nur mit ihren Diplomen, sondern auch mit kleinen Hunden zurück, meistens waren es Terrier wie der Jack Russell Terrier und der Glatthaar-Foxterrier. Diese importierten Hunde kreuzten sich mit den lokalen Bauernhunden, die bereits an das brasilianische Klima und die dortigen Bedingungen angepasst waren. Aus dieser Blutvermischung entstand der einzigartige Hundetyp, den wir heute als Brasilianischen Terrier kennen. Sein inoffizieller Name „Fox Paulistinha“ bedeutet wörtlich „kleiner Fuchs aus São Paulo“ und deutet auf seine Wendigkeit und die Region hin, in der er besonders beliebt war.
Aussehen und Rassestandard
Der Brasilianische Terrier ist ein eleganter, schlanker, mittelgroßer Hund von quadratischem Format mit klaren, fließenden Körperlinien. Sein Erscheinungsbild zeugt von Agilität und Schnelligkeit, nicht von grober Kraft.
- Kopf: Von oben betrachtet hat er eine dreieckige Form, mit einem breiten Schädelansatz, der sich deutlich zur Nasenspitze hin verjüngt. Der Übergang von der flachen Stirn zum Fang ist gut ausgeprägt.
- Augen: Groß, rundlich, leicht hervorstehend. Sie sind weit auseinander platziert. Die Farbe kann von Dunkelbraun bis Grün, Grau oder Blau variieren, passend zur Fellfarbe. Der Blick ist sehr ausdrucksstark, lebhaft und neugierig.
- Ohren: Befinden sich auf Höhe der Augen, weit auseinander stehend. Sie sind dreieckig, halb aufgerichtet und die Spitzen sind nach vorne gekippt, in Richtung des äußeren Augenwinkels.
- Körper: Gut proportioniert, quadratisches Format. Der Rücken ist kurz, kräftig und muskulös. Der Brustkorb ist nicht sehr breit, aber tief, was den Lungen ausreichend Platz bietet. Der Bauch ist aufgezogen.
- Rute: Niedrig angesetzt, kann von Natur aus kurz oder lang sein. In Ländern, in denen dies erlaubt ist, kann sie kupiert werden. Der Hund trägt sie hoch, wenn er erregt ist, aber die Rute rollt sich nicht über den Rücken.
- Fell und Färbung: Das Fell ist kurz, glatt, dünn, aber nicht weich und liegt eng an der Haut an. Die Grundfarbe ist weiß mit Abzeichen in Schwarz, Braun oder Blau (Grau). Ein charakteristisches Merkmal ist das Vorhandensein von rotbraunen (tan) Abzeichen über den Augen, an den Seiten des Fangs, auf der Innenseite und an den Rändern der Ohren.
Vergleich mit anderen Terriern
Um die Einzigartigkeit des Brasilianischen Terriers besser zu verstehen, ist es hilfreich, ihn mit anderen ähnlichen Terrierrassen zu vergleichen, die wahrscheinlich seine Vorfahren waren, wie der Parson Russell Terrier oder der Rat Terrier.
| Merkmal | Brasilianischer Terrier | Jack Russell Terrier | Glatthaar-Foxterrier |
|---|---|---|---|
| Körperform | Quadratisch, elegant | Rechteckig, gestreckt | Quadratisch, „kompakt“ |
| Körperlinien | Fließend, geschwungen | Eher kantig | Klare, gerade Linien |
| Kopftyp | Dreieckig, mit fließender Verjüngung | Keilförmig, starke Kiefer | Lang, keilförmig |
| Ohren | Halb aufgerichtet, Spitzen zeigen zur Seite | „Knopf-Ohren“, anliegend | Klein, V-förmig, anliegend an den Wangen |
| Wesen | Sanfter und familienorientierter | Sehr unabhängig, starker Jagdinstinkt | Energisch, etwas zurückhaltend |

