Geschichte des Zentralasiatischen Owtscharkas
Die Geschichte des Zentralasiatischen Owtscharkas ist keine Geschichte moderner Zuchtarbeit. Es ist eine Geschichte der natürlichen Selektion, die sich über mehr als viertausend Jahre auf riesigen Gebieten vom Kaspischen Meer bis China erstreckte. Diese Hunde waren unersetzliche Helfer nomadischer Stämme, die Viehzucht betrieben. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, Schafherden vor Raubtieren (Wölfen, Bären) zu schützen und Lager vor Eindringlingen zu verteidigen.
Harte Lebensbedingungen prägten die einzigartigen Merkmale der Rasse. Nur die stärksten, ausdauerndsten und intelligentesten Individuen überlebten, die in der Lage waren, in extremen Situationen selbstständig Entscheidungen zu treffen. Die Hunde mussten nicht nur Raubtieren, sondern auch einem rauen Klima standhalten: heißen Tagen, kalten Nächten und abrupten Temperaturschwankungen. Sie passten sich an karge Nahrung und begrenzte Wassermengen an.
Gezielte Zuchtarbeit mit der Rasse begann erst im 20. Jahrhundert in der UdSSR. Die Hunde wurden zum Schutz militärischer und staatlicher Objekte eingesetzt. Der erste Rassestandard, der ihre Schlüsselmerkmale definierte, wurde 1989 von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) genehmigt. Auch heute noch bewahren Alabais, die in abgelegenen Gebieten Zentralasiens leben, ihre ursprünglichen Merkmale und haben sich über Jahrtausende kaum verändert.
Wie der Zentralasiatische Owtscharka aussieht: Rassestandard

Der Alabai ist ein großer Hund von harmonischem und kräftigem Körperbau. Sein Aussehen strahlt Kraft, Selbstvertrauen und Ruhe aus. Jedes Element seines Exterieurs zeugt von seiner Bestimmung – ein unermüdlicher Wächter zu sein.
- Kopf: Massiv, proportional zum Körper, mit einem breiten und flachen Schädel. Der Stop (Übergang von Stirn zu Fang) ist fließend. Der Fang ist voluminös, stumpf, nicht spitz zulaufend.
- Augen: Klein, rundlich, weit auseinanderliegend. Farbe – von hellbraun bis dunkelbraun. Der Blick ist selbstbewusst, streng, „von unter den Brauen“.
- Ohren: Tief angesetzt, dreieckig, hängend. Historisch wurden Ohren und Rute kupiert, um Verletzungen in Kämpfen mit Raubtieren zu vermeiden. In vielen Ländern ist das Kupieren heute verboten.
- Körper: Kräftig, mit einem breiten und tiefen Brustkorb. Der Rücken ist gerade und stark. Der Hals ist kurz, muskulös, oft mit einer ausgeprägten Wamme (Hautfalte).
- Gliedmaßen: Gerade, parallel, mit massivem Knochenbau und gut entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind groß, oval, kompakt.
- Rute: Hoch angesetzt, säbelförmig, dick an der Basis. Im Ruhezustand herabhängend, bei Erregung auf Rückenhöhe oder höher erhoben.
- Fell: Rau, gerade, mit dichter Unterwolle. Es gibt zwei Typen: kurz (3–5 cm) und lang (7–10 cm), wobei letzterer eine Mähne am Hals und „Hosen“ an den Hinterläufen bildet.
- Farbe: Jede Farbe ist erlaubt, außer genetisch blau, braun und Sattelzeichnung. Am häufigsten sind – weiß, schwarz, grau, falbfarben, rot, gestromt, sowie deren Kombinationen.



