Charakter: Temperament und Verhalten

Der Charakter des English Shepherd ist eine einzigartige Mischung aus Intelligenz, Hingabe und Pragmatismus. Wie andere Hütehunderassen sind sie es gewohnt, Entscheidungen selbstständig zu treffen. Das ist kein Roboter-Hund, der auf jedes Kommando wartet; es ist ein Partner, der ein Problem sieht und es löst. Wenn Sie einen Hund mit einem völlig anderen, eher flegmatischen oder dekorativen Temperament suchen, sollten Sie vielleicht einen Blick auf Rassen wie den American Lo-Sze Pug werfen, der ganz andere Prioritäten im Leben hat.
Wichtige Charaktereigenschaften:
- „Schatten des Herrn“: Diese Rasse wird oft als „Shadow Shepherd“ bezeichnet. Sie wollen immer in der Nähe sein, Ihre Handlungen beobachten und helfen.
- Chef im Ring: Der English Shepherd liebt Ordnung. Wenn Kinder zu chaotisch rennen oder sich ein anderer Hund „falsch“ verhält, könnte er versuchen, sie zu „hüten“ und in die sichere Zone zurückzubringen.
- Wachinstinkt: Im Gegensatz zum Australian Shepherd, der zu allen zu freundlich sein kann, ist der „Engländer“ Fremden gegenüber misstrauischer. Er warnt durch Bellen vor Gästen, zeigt aber ohne reale Bedrohung keine Aggression.
- Empathie: Sie spüren die Stimmung des Besitzers sehr genau. So aufmerksam sie gegenüber den zu hütenden Schafen sind, so zärtlich sind sie auch zu den Kindern des Besitzers. Der verspielte vierbeinige Freund lässt sich vom Nachwuchs fast alles gefallen und wird für sie zur echten Nanny.
Güte ist eine der charakteristischen Eigenschaften der Rasse, aber sie paart sich mit Charakterfestigkeit. English Shepherds lieben Kommunikation und ihre Arbeit. Es sind energiegeladene und mutige Lieblinge für die ganze Familie, die allerdings einen Anführer brauchen.
Erziehung und Sozialisierung

Vertreter dieser Rasse vereinen natürlichen Gehorsam und hohe Intelligenz. Das bedeutet, dass die Erziehung des English Shepherd leicht und ergebnisreich verläuft, aber nur, wenn Sie für Ihren Hund interessant sind. Sie merken sich Kommandos schnell, können sich aber ebenso schnell bei monotonen Wiederholungen langweilen.
Besonderheiten des Trainings:
- Autorität: Der Hund wird nicht auf jemanden hören, den er nicht als Anführer betrachtet, und auch nicht auf Fremde. Man muss ihm erklären, „wer hier der Boss ist“, dies aber ruhig und selbstsicher tun.
- Methoden: Man darf ihn nicht schlagen oder beleidigen - ein solcher vierbeiniger Zögling hat ein gutes Gedächtnis. Nur positive Verstärkung (Leckerlis, Spielzeug, Lob). Härte führt dazu, dass der Hund sich in sich selbst zurückzieht oder aggressiv wird.
- Frühe Sozialisierung: Es ist kritisch wichtig, den Welpen von klein auf mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Verkehrsmitteln und anderen Tieren vertraut zu machen, um übermäßiges Misstrauen zu verhindern.
Der English Shepherd neigt zur Dominanz, zeichnet sich jedoch nicht durch Sturheit aus wie manche andere Rassen. Training auf dem Hundeplatz bereitet ihm echtes Vergnügen. Zudem zeigt diese Rasse herausragende Ergebnisse im Agility, Frisbee, Obedience und sogar im Rettungshundedienst.
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
|---|---|
| Hohe Intelligenz und Lernfähigkeit | Benötigt täglich erhebliche körperliche Belastung |
| Hervorragender Wächter und Beschützer der Familie | Kann Kinder „hüten“ und dabei in die Fersen zwicken |
| Robuste Gesundheit im Vergleich zu vielen Rassen | Starkes Haaren zweimal im Jahr |
| Ausgeglichene Psyche, nicht hysterisch | Kann dominant gegenüber anderen Hunden sein |
| Vielseitigkeit (Sport, Arbeit, Begleiter) | Nicht geeignet für Zwingerhaltung ohne Kontakt |



