Die Geschichte der Deutschen Bracke
Die Geschichte der Deutschen Bracke reicht weit zurück. Ihre fernen Vorfahren sind die alten keltischen Laufhunde (Segusian), die keltische Stämme auf ihren Wanderungen durch Europa begleiteten. Diese Hunde waren für ihren außergewöhnlichen Geruchssinn und ihre unermüdliche Fähigkeit, Beute zu verfolgen, bekannt. Mit der Zeit bildeten sich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands regionale Typen von Laufhunden, die unter dem Oberbegriff „Bracke“ bekannt wurden. Sie waren unverzichtbare Helfer bei der Jagd auf verschiedenes Wild.
Bis ins 19. Jahrhundert gab es eine Vielzahl von Unterarten, die sich in Größe, Farbe und bestimmten Arbeitsqualitäten unterschieden. In der Region Westfalen waren zwei Typen besonders verbreitet: die schwerere und massivere Sauerländer Holzbracke und die agilere, elegantere Steinbracke. Sie bildeten die Grundlage für die moderne Rasse. Ziel der Züchter war es, die besten Eigenschaften beider Typen zu vereinen: die Ausdauer und Kraft der Holzbracke mit dem hervorragenden Geruchssinn und der Schnelligkeit der Steinbracke. Mehr über ähnliche Rassen wie die Westfälische Dachsbracke, finden Sie auf unserer Website.
Ein entscheidendes Datum in der Geschichte der Rasse war das Jahr 1896, als der „Deutsche Bracken-Club“ gegründet wurde. Dank der Bemühungen der Clubmitglieder gelang es, die Rasse zu standardisieren und die verschiedenen Varianten unter dem einheitlichen Namen Deutsche Bracke zusammenzuführen. Dies ermöglichte die Bewahrung der einzigartigen Arbeitsqualitäten und des charakteristischen Aussehens dieser Hunde. Die Deutsche Bracke blieb der einzige Vertreter der westfälischen Laufhunde, der bis heute überlebt hat. Heute gilt sie als wertvolles nationales Kulturgut Deutschlands und wird von Jägern in ganz Europa hoch geschätzt. Die Rasse wurde 1954 offiziell vom Weltverband für Hundewesen (FCI) anerkannt.
Standard und Erscheinungsbild der Deutschen Bracke

Die Deutsche Bracke ist ein mittelgroßer Jagdhund, der Eleganz mit einem robusten Körperbau verbindet. Ihr Äußeres verrät, dass sie ein unermüdlicher Jäger ist, der in der Lage ist, weite Strecken in unwegsamem Gelände zu bewältigen. Sie macht den Eindruck eines leichten, hochbeinigen, aber dennoch kräftigen Hundes mit einem edlen Kopf und einer selbstbewussten Haltung.
- Kopf: Trocken, gestreckt, leicht. Der Schädel ist etwas breiter als die Schnauze. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze ist fließend, aber sichtbar. Die Schnauze ist nicht spitz.
- Ohren: Sehr lang (erreichen die Nasenspitze) und breit, hoch angesetzt. Sie liegen eng an den Wangen an, haben abgerundete Spitzen und eine glatte Oberfläche. Dies ist eines der charakteristischsten Merkmale der Rasse.
- Augen: Dunkel, klar, mit einem freundlichen und intelligenten Ausdruck.
- Körper: Leicht gestreckt. Der Hals ist von mittlerer Länge und kräftig. Der Rücken ist gerade, leicht abfallend zum Kruppe. Die Brust ist tief und lang und bietet ausreichend Platz für Lunge und Herz. Der Bauch ist mäßig eingezogen.
- Rute: Lang, hoch angesetzt, dick an der Basis und verjüngt sich zur Spitze hin. Sie ist mit dichtem Haar bedeckt, was einen „Bürsten“-Effekt erzeugt. Der Hund trägt sie säbelartig oder leicht gesenkt.
- Fell: Kurz, sehr dicht, fühlt sich rau an, fast wie Borsten. Am Bauch und an der Innenseite der Oberschenkel ist das Fell weicher. Eine gut entwickelte Unterwolle schützt den Hund zuverlässig vor Witterungseinflüssen.
- Farbe: Klassisch für Laufhunde – dreifarbig. Die Grundfarbe ist von Rot bis Gelb-Lohfarben mit einem schwarzen Sattel oder Mantel. Charakteristische weiße Abzeichen, die sogenannten „Brackenmarken“, sind obligatorisch: eine Blässe oder „Fellzeichnung“ auf dem Kopf, eine weiße Schnauze, ein weißer Ring um den Hals, eine weiße Brust, weiße Gliedmaßen und eine weiße Rutenspitze.
Interessanterweise gibt es unter den europäischen Laufhunden eine große Vielfalt an Rassen vom Typ „Bracke“. Zum Beispiel hat die Österreichische Glatthaarige Bracke eine ähnliche Bestimmung, unterscheidet sich aber durch ihre einfarbige schwarze Färbung mit lohfarbenen Abzeichen.


