Charakter und Temperament: Zwei Seiten einer Medaille

Lurcher-Besitzer scherzen oft, dass ihre Hunde einen eingebauten Ein-/Aus-Schalter haben. Zu Hause sind sie die ultimative „Couch-Potato“, die 18 Stunden am Tag schlafen kann, manchmal in den lustigsten Posen - alle Viere von sich gestreckt (das sogenannte „Roaching“). Sie sind liebevoll, sanft, suchen Körperkontakt und halten sich oft für Schoßhunde, wobei sie trotz ihrer Größe versuchen, auf den Knien des Besitzers Platz zu finden.
Doch sobald man nach draußen geht, aktiviert sich der Modus „Raubtier“. In seiner ursprünglichen Form muss der Lurcher die Natur des Windhundes zeigen: Er reagiert blitzschnell auf Bewegung. Wenn Sie einen Hund suchen, der ohne Leine bei Fuß geht und Katzen ignoriert, wird der Lurcher eine Herausforderung sein. Fremden gegenüber sind sie zurückhaltend, ohne Aggression, aber auch ohne die Distanzlosigkeit, die manchen Labradoren eigen ist.
Verhältnis zu Kindern und anderen Tieren
Lurcher lebten historisch in großen Familien und Rudeln, daher sind sie in der Regel wunderbar mit Kindern. Sie sind geduldig und neigen nicht zur Dominanz. Mit anderen Hunden (besonders ihrer eigenen Größe) kommen sie gut aus. Aber Vorsicht: Kleintiere (Katzen, Kaninchen, sehr kleine Hunde) könnten als Beute angesehen werden. Das ist keine Aggression, das ist Instinkt. Zwar kann ein Lurcher, der mit einer Katze aufgewachsen ist, friedlich mit ihr kuscheln, aber die fremde Katze auf der Straße wird er höchstwahrscheinlich zu jagen versuchen.
Erziehung: Verhandeln mit einem Intellektuellen

Der Verstand, mit dem die Natur Lurcher ausgestattet hat, verspricht dem Hundeführer nicht immer ein leichtes Leben. Das ist kein Schäferhund, der auf Befehle wartet. Ein Lurcher denkt mit. Und manchmal denkt er, dass Ihr „Hier!“-Kommando weniger interessant ist als das Eichhörnchen auf dem Baum.
Die wichtigsten Prinzipien der Erziehung:
- Frühe Sozialisierung: Machen Sie den Welpen mit der ganzen Welt bekannt, um seine natürliche Vorsicht zu überwinden.
- Nur positive Bestärkung: Harte Methoden machen einen Lurcher ängstlich oder verschlossen. Sie reagieren sehr sensibel auf Stimmlage.
- Arbeit mit dem Instinkt: Sie werden den Jagdtrieb nie ganz ausschalten können. Selbst die Schwarzwälder Bracke (Wälderdackel), die mit der Nase arbeitet, lässt sich leichter umschalten als ein Lurcher, der ein Ziel gesehen hat. Trainieren Sie den „Notstopp“, sichern Sie den Hund aber in gefählichen Zonen immer mit einer Leine.
Vor- und Nachteile der „Rasse“

| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
|---|---|
| Ruhig im Haus, bellt fast nie ohne Grund. | Starker Jagdinstinkt (Weglauf-Risiko). |
| Liebevoll, familienorientiert. | Nicht für Außenhaltung geeignet. |
| Robuste Gesundheit (Hybridkraft). | Könnte Nachbars Katzen „jagen“. |
| Pflegeleichtes Fell. | Benötigt eingezäunten Bereich zum Laufen. |
| Einzigartiges, unverwechselbares Aussehen. | Schwer, Züchter zu finden (offiziell nicht anerkannt). |


