Charakter und Temperament: Ein Clown im Körper eines Aristokraten

Wenn Sie vom Otterhound den bedingungslosen Gehorsam eines Schäferhundes erwarten, sollten Sie sich besser nach anderen Rassen umsehen. Er ist ein klassischer Laufhund - unabhänig, stur, aber grenzenlos gutmütig. Besitzer beschreiben sie oft als „große Clowns“. Sie spielen für ihr Leben gern, können im Haus etwas tollpatschig sein (Vorsicht bei Vasen auf niedrigen Tischen!) und lieben Gesellschaft.
- Freundlichkeit. Aggression ist dieser Rasse fremd. Sie freuen sich über Gäste, Kinder und andere Hunde. Ihre Größe und stürmische Freude können für ganz kleine Kinder jedoch ein Problem darstellen.
- Stimme. Die „Musik“ des Otterhoundes ist ein Kapitel für sich. Sie bellen nicht einfach, sie „singen“. Ihre Stimme ist ein tiefer, resonanter Bass, den man kilometerweit hört. Sie lieben es auch zu „brummen“ und verschiedene lustige Geräusche zu machen, wenn sie sich mit ihrem Besitzer unterhalten.
- Jagdinstinkt. Die Nase regiert das Hirn. Wenn der Otterhound einen interessanten Geruch wittert, schaltet er bei Kommandos auf „Durchzug“. Deshalb sind Spaziergänge ohne Leine in der Stadt tabu.
Vergleicht man sie mit weniger jagdlich orientierten Rassen, wie zum Beispiel dem Odis, der perfekt an die Stadtwohnung angepasst und auf den Menschen fixiert ist, braucht der Otterhound deutlich mehr Raum und Verständnis für seine ursprüngliche Natur. Er ist kein Diener, sondern ein Partner für Abenteuer.
Erziehung und Training: Wer trainiert wen?

Die Erziehung eines Otterhoundes erfordert Engelsgeduld und Sinn für Humor. Sie sind klug, aber ihre Intelligenz zielt auf die Lösung eigener Probleme ab (wie komme ich an das Essen auf dem Tisch oder wie finde ich die Geruchsquelle), nicht darauf, zum zehnten Mal „Sitz“ zu machen. Harte Methoden funktionieren nicht - der Hund wird einfach dichtmachen oder beleidigt sein. Nur positive Verstärkung, Leckerlis und Spiel führen zum Ziel.
Es ist wichtig zu verstehen, dass sie langsam erwachsen werden. Ein zweijähriger Hund kann den Körper eines Riesen und das Gehirn eines naiven Welpen haben. Die Sozialisierung muss früh beginnen, um diesem Koloss beizubringen, vorsichtig mit kleineren Lebewesen umzugehen.
Vor- und Nachteile der Rasse

Vorteile (+)
- Einzigartiges Aussehen und Exklusivität (Sie werden wahrscheinlch keinen zweiten beim Spaziergang treffen).
- Keine Aggression gegenüber Menschen, gutmütiges Wesen.
- Verstehen sich prächtig mit anderen Hunden (gewohnt an das Leben in der Meute).
- Hohe Intelligenz und Fähigkeit zu eigenständigen Entscheidungen.
Nachteile (-)
- Aufwendige Pflege von Fell und Bart („nasser Bart“ überall).
- Spezifischer „Hundegeruch“ (besonders wenn er nass ist), der stärker sein kann als bei anderen Rassen.
- Lautes Organ, das den Nachbarn missfallen könnte.
- Sturheit bei der Erziehung.
- Hoher Preis und Schwierigkeiten beim Erwerb eines Welpen (lange Wartezeiten).


