Yorkshire Terrier vs Chihuahua: Welche Miniaturstarsollte man wählen?

By tvaryny
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Die Wahl eines Hundes ist immer ein emotionaler Moment – besonders wenn es um einen Gefährten geht, der die nächsten 12 bis 15 Jahre Teil Ihres Lebens sein wird. Wenn der Platz in der Wohnung begrenzt ist oder das Herz einfach für das „Taschenformat“ schlägt, betreten zwei unangefochtene Spitzenreiter die Arena: der elegante Yorkshire Terrier und der freche Chihuahua. Beide Rassen haben Millionen von Fans weltweit, aber welcher der beiden passt eigentlich zu Ihnen?

Viele glauben fälschlicherweise, der Unterschied liege nur im Aussehen: einer flauschig, der andere glatt. Doch in Wahrheit sind es zwei völlig verschiedene Welten, was Temprament, Pflegebedürfnisse und Erziehung angeht. Wenn Sie zwischen diesen beiden Schönheiten schwanken, hilft Ihnen dieser Artikel, die richtige Entscheidung zu treffen. Erfahren Sie mehr auf Tvaryny.

Herkunft: Kumpel unter Tage vs. Heiliger Hund

Um das Verhalten eines Hundes zu verstehen, muss man einen Blick in seine Vergangenheit werfen. Das genetische Gedächtnis ist eine hartnäckige Sache und diktiert oft die alltäglichen Gewohnheiten Ihres Lieblings.

Yorkshire Terrier: Der Arbeiter aus Nordengland

Lassen Sie sich nicht von der seidenen Schleife auf dem Kopf täuschen. Im Herzen ist der Yorkie ein echter Jäger. Die Rasse wurde im 19. Jahrhundert in der Grafschaft Yorkshire keineswegs für Sofakissen gezüchtet. Ihre Aufgabe war die Jagd auf Ratten in Kohleminen und Textilfabriken. Das bedeutet, dass der moderne Yorkie Folgendes bewahrt hat:

  • Mut (manchmal übermäßigen).
  • Hohe Aktivität und Neugier.
  • Eine laute Stimme (als Alarmsignal).

Chihuahua: Das mystische Erbe Mexikos

Die Geschichte des Chihuahua reicht Jahrhunderte zurück, bis zu den Zivilisationen der Tolteken und Azteken. Ihre Vorfahren, die Techichi-Hunde, galten als Führer der Seelen ins Jenseits. Sie waren heilige Tiere, Begleiter des Adels und der Priester. Das hat ihren Charakter geprägt:

  • Starke Fixierung auf den Menschen (Ein-Personen-Hund).
  • Ausgeprägte Intuition und Empathie.
  • Ein gewisser „königlicher“ Stolz.

Aussehen und Physiologie: Hypoallergen vs. Vielfalt

Die wichtigste Schlacht für viele Besitzer dreht sich um das Thema Hundehaare und Wohnungsreinigung. Hier weisen die beiden Hunderassen kardinale Unterschiede auf.

MerkmalYorkshire TerrierChihuahua
FelltypStruktur ähnelt menschlichem Haar. Keine Unterwolle.Gibt es als Langhaar und Kurzhaar. Besitzt Unterwolle.
HaarenPraktisch nicht vorhanden. Das Haar wächst ein Leben lang und fällt nur bei mechanischer Beschädigung aus.Saisonaler Fellwechsel. Kurzhaarige „nadeln“ fein, was schwer aus Stoffen zu entfernen ist.
HypoallergenHoch. Gilt als eine der besten Rassen für Allergiker.Niedrig. Allergien können sowohl auf Fell als auch auf Hautschuppen auftreten.
Größe & GewichtStandard: bis 3,1 kg.Standard: 0,5 – 3,0 kg. Die kleinste Rasse der Welt.

Fazit: Wenn Sie Allergiker sind oder Hundehaare auf der Kleidung hassen, ist der Yorkie Ihre Wahl. Wenn Sie jedoch keine Zeit für Haarschnitte und Bürsten aufwenden wollen, ist der kurzhaarige Chihuahua bequemer – allerdings müssen Sie sich mit dem Haaren abfinden.

Temperament: Wer ist der Boss im Haus?

Hier wird es spannend. Yorkshire Terrier gegen Chihuahua im Kampf der Charaktere – das ist das Duell zwischen einem Extrovertierten und einem besitzergreifenden Introvertierten.

Yorkie: Das Perpetuum mobile

Yorkies sind Energie pur. Sie lieben es, im Mittelpunkt zu stehen, vergöttern Gäste, neues Spielzeug und Spaziergänge. Es ist ein Begleithund, der bereit ist, jede Ihrer Initiativen zu unterstützen, sei es Joggen (auf kurzen Strecken) oder Ballspielen.

  • Vorteile: Fröhlich, verspielt, lernen leicht Tricks, verstehen sich gut mit anderen Tieren (bei guter Sozialisierung).
  • Nachteile: Können kläffen und zeigen manchmal das „Napoleon-Syndrom“, indem sie sich mit großen Hunden anlegen. Der Jagdinstinkt kann sie dazu bringen, Eichhörnchen oder Vögel zu jagen.

Chihuahua: Der treue Wächter

Chihuahuas suchen sich oft einen „Lieblingsmenschen“ aus und werden zu dessen Schatten. Sie können eifersüchtig sein. Das bedeutet nicht, dass sie andere Familienmitglieder nicht mögen, aber die Hierarchie ist ihnen sehr wichtig. Sie werden oft als „Schoßhunde“ bezeichnet.

  • Vorteile: Unglaublich verschmust bei „ihren“ Leuten, ruhiger in häuslicher Umgebung, benötigen weniger körperliche Aktivität.
  • Nachteile: Können aggressiv gegenüber Fremden sein (Schutzreaktion), gewöhnen sich schwerer an Kinder, die sie versehentlich verletzen könnten. Emotional sehr verletzlich.

Obwohl diese Kleinen das Herz eines Löwen haben, gleicht ihr Schutz eher einer lauten Alarmanlage. Für die ernsthafte Verteidigung eines Privathauses sind unerschütterliche Wächter: Cane Corso, Dobermann, Rottweiler, Schäferhunde, Riesenschnauzer besser geeignet.

Pflege und Grooming: Im Detail

Die Pflege kleiner Hunde erfordert Zeit, unterscheidet sich aber je nach Rasse erheblich.

Yorkshire Terrier: Schönheitssalon zu Hause

Wenn Sie sich einen Yorkie zulegen, werden Sie entweder Stammkunde im Hundesalon oder lernen, den Hund selbst zu schneiden. Ihr Haar wächst ständig. Ohne den „Hygieneschnitt“ (Pfoten, Ohren, Bereich unter dem Schwanz) verliert der Hund schnell sein gepflegtes Aussehen.

Die tägliche Routine umfasst:

  • Bürsten (mindestens 1 Mal täglich), um Verfilzungen zu vermeiden.
  • Baden (alle 7-10 Tage) mit speziellen Shampoos und Spülungen.
  • Schneiden (alle 1-2 Monate).
  • Augenreinigung (jeden Morgen), da Haare in die Augen gelangen und Tränenfluss verursachen können.

Chihuahua: Minimalismus

Beim Chihuahua ist alles einfacher, besonders beim kurzhaarigen. Die Pflege beschränkt sich auf ein Minimum. Sie müssen nicht geschoren werden. Langhaarige Vertreter sollten 2-3 Mal pro Woche gebürstet werden, kurzhaarige einmal pro Woche mit einem Gummihandschuh.

Es gibt jedoch eine Nuance: Chihuahuas sind sehr kälteempfindlich. Sie müssen in eine Garderobe investieren. Wird der Yorkie oft wegen der Schönheit und Sauberkeit des Fells angezogen, ist Kleidung für den Chihuahua im Winter und Herbst eine lebenswichtige Notwendigkeit.

Gesundheit: Schwachstellen der Mini-Rassen

Beide Rassen gehören zu den langlebigen (12-16 Jahre und mehr), haben aber spezifische Gesundheitsprobleme, über die ein zukünftiger Besitzer Bescheid wissen muss.

Gemeinsame Probleme:

  • Zähne: Das ist die Achillesferse beider Rassen. Der kleine Kiefer führt oft zu Zahnengstand, Zahnsteinbildung und frühem Zahnverlust. Zähneputzen sollte zum täglichen Ritual werden.
  • Patella: Die Luxation der Kniescheibe ist ein häufiges orthopädisches Problem.
  • Trachealkollaps: Beiden Rassen wird empfohlen, ein Geschirr statt eines Halsbandes zu tragen, um den zarten Hals nicht zu verletzen.

Spezifisch für Chihuahua:

Hydrozephalus (Wasserkopf) tritt aufgrund der besonderen Schädelstruktur (Vorhandensein der „Molera“ – einer offenen Fontanelle) häufiger auf. Zudem neigen sie zu Hypoglykämie (starker Abfall des Blutzuckers), weshalb sie nicht hungern dürfen.

Spezifisch für Yorkies:

Empfindliches Verdauungssystem. Yorkies leiden eigendlich oft an Pankreatitis und Gastritis, wenn die Diät nicht eingehalten wird. Die Legg-Calvé-Perthes-Krankheit (Nekrose des Oberschenkelkopfes) kommt bei Terriern ebenfalls vor.

Training und Intelligenz: Wer lernt schneller?

Viele Besitzer ignorieren die Erziehung kleiner Hunde, und das ist ein fataler Fehler. Ein unerzogener Chihuahua verwandelt sich in einen Haustyrannen und ein Yorkie in ein unkontrollierbares Bündel bellender Energie.

Wichtig: Die Größe des Hundes befreit nicht von der Notwendigkeit, Kommandos wie „Aus“, „Komm“ und „Platz“ zu beherrschen.

Der Yorkshire Terrier lernt schneller. Ihr Intellekt ist rege, sie wollen dem Besitzer für ein Leckerli oder Lob gefallen. Man kann ihnen leicht Zirkustricks beibringen. Allerdings lässt ihre Aufmerksamkeit schnell nach, daher sollten Trainingseinheiten kurz und interessant gestaltet sein.

Chihuahuas sind ebenfalls klug, aber stur. Wenn ein Chihuahua beschlossen hat, dass er nicht sitzen will, wird er nicht sitzen. Sie brauchen einen Ansatz, der auf Respekt und Geduld basiert. Harte Methoden funktionieren bei ihnen überhaupt nicht – der Hund verschließt sich einfach oder beginnt, sich zu verteidigen.

Das Toiletten-Thema

Das ist wohl die beliebteste Frage bei Anfängern. Beide Rassen können an eine Unterlage oder ein Katzenklo gewöhnt werden. Das ist ein riesiges Plus für vielbeschäftigte Menschen oder ältere Besitzer, denen es schwerfällt, bei schlechtem Wetter rauszugehen.

Allerdings neigen Rüden beider Rassen dazu, ihr Revier zu markieren (sogar in der Wohnung), wenn sie nicht kastriert sind. Beim Chihuahua kann die Kälteempfindlichkeit im Winter zum Problem werden – sie könnten sich weigern, ihr Geschäft draußen zu verrichten, weil es zu kalt ist.

Kinder und andere Tiere

Yorkie: Die bessere Wahl für eine Familie mit Kindern (älter als 6-7 Jahre). Sie machen beim Spielen mit und rennen mit dem Kind um die Wette. Mit ganz kleinen Kindern ist es gefährlich, sie allein zu lassen – das Kind könnte den zerbrechlichen Hund versehentlich verletzen.

Chihuahua: Nicht empfehlenswert für Familien mit kleinen Kindern. Chihuahuas dulden keine grobe Behandlung und können zur Selbstverteidigung viel schneller zubeißen als ein Yorkie. Zudem sind Schläge auf den Kopf aufgrund der offenen Fontanelle für sie lebensgefährlich.

Das finale Urteil: Wen wählen?

Zusammenfassend eine kurze Checkliste für Ihre Entscheidung.

Wählen Sie den Yorkshire Terrier, wenn:

  • Sie einen aktiven Begleiter für Spaziergänge wollen.
  • Sie allergisch gegen Hundehaare sind.
  • Sie bereit sind, Zeit für Fellpflege und Grooming aufzuwenden.
  • Sie Kinder im Schulalter haben.
  • Ihnen die Ästhetik von „Frisuren“ und Schleifchen gefällt.

Wählen Sie den Chihuahua, wenn:

  • Sie einen maximal treuen Freund „für die Seele“ suchen, der auf dem Arm sitzt.
  • Sie sich nicht mit Schneiden und kompliziertem Grooming beschäftigen wollen.
  • Sie alleine oder als Paar ohne kleine Kinder leben.
  • Sie einen Hund brauchen, den man leicht auf Reisen mitnehmen kann (in der Tasche).
  • Sie ein begrenztes Budget für Hundesalon-Dienstleistungen haben.

Denken Sie daran: Unabhängig von der Rasse ist jeder Hund eine Individualität. Sowohl der Yorkshire Terrier als auch der Chihuahua sind fähig, Ihnen ein Meer an Liebe zu schenken. Die Hauptsache ist, diese mit Gegenseitigkeit und Fürsorge zu erwidern.

Häufige Fragen (FAQ)

Wer bellt lauter?
Es heißt, dass Yorkies aufgrund ihres Terrier-Temperaments häufiger bellen. Aber auch ein unerzogener Chihuahua kann sehr „gespächig“ sein.

Wer ist günstiger im Unterhalt?
Die Ernährung kostet ungefähr gleich viel (sehr wenig). Aber die Haltung eines Yorkies ist teurer wegen der obligatorischen Besuche beim Groomer.

Kommen sie miteinander aus?
Ja! Das ist ein klassisches Paar. Der Yorkie bringt Aktivität rein, und der Chihuahua lehrt den Yorkie, entspannt auf dem Sofa zu faulenzen. Wichtig ist, beiden gleichermaßen Aufmerksamkeit zu schenken, um Eifersucht zu vermeiden.

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