Der Deutsch Langhaar (German longhaired pointer) ist nicht nur ein Hund, er ist die Verkörperung der deutschen Jagdtradition, gehüllt in einen eleganten, langhaarigen „Mantel“. Diese Rasse, die zur Gruppe der kontinentalen Vorstehhunde gehört, ist einer der ältesten und vielseitigsten Jagdhunde Deutschlands. Sie vereinen die Eigenschaften von Vogel-, Habichts- (Wachtelhund), Wasserhunden und sogar Bracken. Er ist ein intelligenter, ruhiger und unglaublich treuer Begleiter, der jedoch einen ernsthaften Ansatz bei der Erziehung und vor allem die Möglichkeit benötigt, sein starkes jagdliches Potenzial auszuleben. Es ist eine seltene Rasse von geborenen Jägern mit hoher Intelligenz, einem freundlichen Wesen und gehorsamem Verhalten.
Der Deutsch Langhaar besitzt hervorragende jagdliche Eigenschaften, und seine zurückhaltende Haltung gegenüber Fremden macht ihn zu einem wachsamen Aufpasser. Er ist liebevoll zu seinen Besitzern und spielt gerne mit Kindern, aber nichts kann ihm seine geliebte Jagd ersetzen. In diesem Artikel betrachten wir die Geschichte, den Standard, den Charakter und die Pflege dieses edlen Hundes im Detail. Mehr dazu auf Tvaryny.
Deutsch Langhaar: Rasse-Steckbrief

| Merkmal | Beschreibung |
| Herkunft | Deutschland |
| Entstehungszeit | Ende 19. Jahrhundert (Standard 1897) |
| FCI-Klassifikation | Gruppe 7 (Vorstehhunde), Sektion 1.2 (Kontinentale Vorstehhunde, Typ „Spaniel“). Mit Arbeitsprüfung. |
| Lebenserwartung | 12-14 Jahre |
| Größe (Rüden) | 60-70 cm (ideal 63-66 cm) |
| Größe (Hündinnen) | 58-66 cm (ideal 60-63 cm) |
| Gewicht | Ca. 27-32 kg |
| Wesen | Ausgeglichen, ruhig, freundlich, leicht zu erziehen, treu. |
| Verwendung | Vielseitiger Jagdhund (Feld, Wald, Wasser), Begleithund für aktive Menschen. |
| Aktivitätsniveau | Sehr hoch |
| Pflegeaufwand | Mittel (regelmäßiges Bürsten) |
Geschichte und Herkunft des Deutsch Langhaar
Die Geschichte des Deutsch Langhaar ist eine Geschichte der zielgerichteten deutschen Zucht, die darauf abzielte, den idealen, vielseitigen Jagdhelfer zu schaffen. Im Gegensatz zu vielen Rassen, deren Ursprünge sich im Dunkel der Geschichte verlieren, ist der Weg des Langhaar klar dokumentiert.
Die Entstehung der Rasse fällt in das Ende des 19. Jahrhunderts. Zuvor gab es in Deutschland eine Vielzahl von langhaarigen Vorstehhunden (z.B. „Wachtelhund“, „Habichtshund“), die für verschiedene Jagdarten eingesetzt wurden. Ihr Blut bildete die Grundlage für die zukünftige Rasse. Das Hauptziel der Züchter war es, in einem Hund die Fähigkeiten für die Arbeit im Feld (Suche und Vorstehen bei Vögeln), im Wald (Schweißarbeit) und auf dem Wasser (Apportieren von Wild) zu vereinen.
Die ersten Vertreter der Rasse waren recht kräftig, robust, etwas schwerfällig und sogar bärenähnlich, mit einem scharfen und harten Charakter. Sie waren hervorragende Arbeiter, aber es mangelte ihnen an Eleganz und Geschwindigkeit.
Ein Wendepunkt in der Geschichte war die Entscheidung, die Rasse zu „veredeln“. In den 1920er Jahren begannen Züchter, die Langhaars mit englischen Rassen zu kreuzen, insbesondere mit dem Gordon Setter und dem Irish Setter. Diese „Blutauffrischung“ veränderte das Exterieur radikal: Der Hund wurde leichter, feiner, erlangte eine charakteristische Eleganz in den Bewegungen und ein edleres Aussehen. Der grobe „Bär“ verwandelte sich in einen eleganten Athleten.
Als offizielles Datum für den Beginn der Reinzucht gilt das Jahr 1879. Und 1897 stellte Baron von Schorlemer den ersten detaillierten Standard für den Deutsch Langhaar auf und legte damit den Grundstein für die moderne Zucht. Interessanterweise war die Rasse damals nach Farbe getrennt. Braun-weiße und braune Hunde wurden als Deutsch Langhaar registriert, während die schwarz-weißen Hunde die Grundlage für eine andere, wenn auch sehr nahe verwandte Rasse bildeten – den Großen Münsterländer.
Moderne Züchter legen weiterhin das Hauptaugenmerk auf die jagdlichen Qualitäten der Langhaars, um sie als vielseitige Jagdhunde zu erhalten, die sich an alle Bedingungen anpassen können.
Das Erscheinungsbild: Der Rassestandard des Deutsch Langhaar

Der Deutsch Langhaar ist ein kräftiger, muskulöser, aber dennoch eleganter Hund mit fließenden Linien. Er sollte weder zu massig noch zu leicht sein. Sein Äußeres strahlt Kraft, Ausdauer und Adel aus.
- Kopf: Edel, verlängert. Der Schädel ist leicht gewölbt. Der Übergang von der Stirn zum Fang (Stop) ist sanft, nicht abrupt. Fang und Schädel sollten etwa gleich lang sein.
- Augen: Braun, vorzugsweise so dunkel wie möglich. Die Lider liegen fest an. Der Blick ist intelligent und ruhig.
- Ohren: Hängend, nicht zu tief angesetzt, leicht nach vorne gedreht. Sie sind an der Basis breit und an den Enden abgerundet, bedeckt mit langem, gewelltem Haar (Behang), das in Fransen fällt.
- Körper: Kräftig. Der Rücken ist gerade, fest, nicht zu lang. Der Widerrist ist deutlich ausgeprägt. Der Lendenbereich ist sehr muskulös. Die Brust ist tief (reicht bis zu den Ellenbogen oder etwas darunter) und geräumig, aber nicht tonnenförmig.
- Rute: Hoch angesetzt, gerade oder leicht säbelförmig. In Ruhe wird sie horizontal oder leicht gesenkt getragen. Sie ist mit langem Haar bedeckt, das eine schöne „Fahne“ bildet.
- Gliedmaßen: Gerade, parallel, mit kräftigen Knochen und gut entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind kompakt, geschlossen, mit dichter Behaarung zwischen den Zehen.
Fell und Farbe
Der Hauptschmuck der Rasse ist natürlich das Fell. Es sollte glatt, fest anliegend sein, mit einer guten Unterwolle, die den Hund vor schlechtem Wetter und kaltem Wasser schützt. Das Haar sollte weder zu lockig noch zottig sein.
Auf dem Rücken und an den Seiten beträgt die Haarlänge 3-5 cm. An Hals, Brust und Bauch kann es länger sein und eine „Befederung“ bilden. Am Kopf ist das Haar deutlich kürzer, aber länger als bei kurzhaarigen Vorstehhunden. Die Ohren sind mit langen Fransen bedeckt. An der Rückseite der Gliedmaßen befindet sich ebenfalls eine „Befederung“ (Hosen) und an der Rute eine prächtige Fahne.
Der FCI-Standard erlaubt mehrere Hauptfarben:
- Einfarbig Braun: Eine satte, tiefe Farbe.
- Braun mit weißen Abzeichen: Weiße Flecken auf der Brust („Stern“) und an den Pfoten sind möglich.
- Dunkelschimmel: Die Grundfarbe ist braun, aber das Haar ist stark mit weißen Haaren durchmischt.
- Hellschimmel: Die Grundfarbe ist weiß, mit dichter brauner Tüpfelung und Platten.
- Forellenschimmel (Trout roan): Viele kleine braune Flecken auf weißem Grund.
Charakter: Ausgeglichener Athlet und treuer Freund
Der Deutsch Langhaar hat ein außergewöhnlich ausgeglichenes Wesen. Dies ist eines der Schlüsselmerkmale der Rasse, das im Standard festgelegt ist. Er ist ruhig, zurückhaltend, freundlich und leicht zu führen. Aggression oder Nervosität sind ihm völlig fremd. Er ist ein Hund mit starker Psyche, selbstbewusst, aber nicht überheblich.
Sie binden sich stark an alle Mitglieder der Familie ihres Besitzers. Er ist kein Ein-Mann-Hund, er schenkt seine Liebe allen, die er als ’sein Rudel‘ betrachtet. Langhaars sind bekannt für ihre Sanftmut gegenüber Kindern, sie sind geduldig und nehmen gerne an Spielen teil. Wie bei jedem großen Hund sollte jedoch die Interaktion mit kleinen Kindern beaufsichtigt werden.
Gleichzeitig ist der Langhaar ein ausgezeichneter Wächter (watchdog). Er ist nicht aggressiv, aber immer wachsam und misstrauisch gegenüber Fremden. Sein klares Bellen wird Sie zuverlässig vor Gästen oder etwas Ungewöhnlichem auf seinem Territorium warnen. Aber er ist kein Schutzhund (guard dog) in dem Sinne, dass er nicht zum Angriff neigt.
Das Wichtigste am Charakter des Langhaar ist sein Bedürfnis nach menschlichem Kontakt. Sie ertragen keine Einsamkeit und eignen sich nicht für die Zwingerhaltung. Allein gelassen, wird der Langhaar trauern, was zu destruktivem Verhalten führen kann. Er ist ein Partnerhund, der an Ihrer Seite sein möchte, ob auf dem Sofa oder im Feld.
Der Langhaar als Jäger: Ein Alleskönner

Es ist unmöglich, über diese Rasse zu sprechen, ohne ihren Hauptzweck zu erwähnen. Der Deutsch Langhaar gehört zur Jagd-Elite. Er zählt zu den „vielseitigen“ Vorstehhunden, was bedeutet, dass er in der Lage ist, unter allen Bedingungen und bei jedem Wild zu arbeiten.
- Feldarbeit (vor dem Schuss): Der Hund nutzt seinen Geruchssinn (hohe Nase), um das Feld methodisch nach Vögeln abzusuchen. Wenn er Wild findet, macht er das klassische Vorstehen – er erstarrt und zeigt dem Jäger die Richtung an.
- Schweißarbeit (Wald): Dank des Blutes der Bracken arbeitet der Langhaar hervorragend auf der Wundfährte (Schweißspur), um angeschossenes Wild (Reh, Wildschwein, Fuchs) zu finden.
- Wasserarbeit (nach dem Schuss): Dies ist eine der stärksten Seiten der Rasse. Langhaars lieben Wasser. Ihr Fell mit der dichten Unterwolle schützt sie hervorragend vor Kälte und ermöglicht es ihnen, Enten selbst aus eiskaltem Wasser im Spätherbst zu apportieren.
- Apportieren: Sie haben eine angeborene Neigung, Wild zu bringen, und tun dies mit „weichem Maul“, ohne den Wildkörper zu beschädigen.
Aufgrund dieser Neigung zu sorgfältiger Arbeit und gründlicher Durchsuchung des Geländes halten ihn manche im Vergleich zu anderen Vorstehhunden für etwas langsam bei der Jagd. Aber diese „Langsamkeit“ ist in Wirklichkeit Gründlichkeit. Der Langhaar lässt kein Stückchen Land aus. Er ist der ideale Helfer für eine bedächtige, unaufgeregte Jagd.
Die Rasse hat viel mit anderen vielseitigen Vorstehhunden gemeinsam, wie dem Drentsche Patrijshond (Drentscher Hühnerhund), unterscheidet sich aber durch das längere Fell. Seine Arbeit im Feld erinnert etwas an Spaniels, weshalb er in der FCI-Klassifikation dem Typ „Spaniel“ zugeordnet wurde, obwohl er im Grunde keiner ist, so wie es beispielsweise der Blaue Picardie-Spaniel ist.
Vor- und Nachteile der Rasse
Wie jede Rasse hat auch der Deutsch Langhaar seine Vor- und Nachteile. Es ist wichtig, diese nüchtern zu bewerten, bevor man sich für einen solchen Hund entscheidet.
| Vorteile (Pros) | Nachteile (Cons) |
|---|---|
| ✅ Äußerst ausgeglichenes Wesen: Ruhig, nicht aggressiv, nervenstark. | ❌ Sehr hoher Aktivitätsbedarf: Benötigt 2+ Stunden intensiver Bewegung täglich. |
| ✅ Hohe Intelligenz: Lernt leicht und gerne, versteht Befehle schnell. | ❌ Nicht für die Wohnung: Ideal ist ein Haus mit eingezäuntem Garten. |
| ✅ Familienorientiert: Versteht sich super mit Kindern und ist ein treuer Begleiter. | ❌ Starker Jagdtrieb: Kann Katzen, Eichhörnchen, Vögel jagen. Gefahr für kleine Haustiere. |
| ✅ Vielseitigkeit: Top-Jagdhund, aber auch Partner für Hundesport (Agility, Obedience). | ❌ Nicht gern allein: Neigt zu Trennungsangst und destruktivem Verhalten bei Langeweile. |
| ✅ Liebe zum Wasser: Idealer Begleiter zum Schwimmen und für Aktivitäten am See. | ❌ Pflegeaufwand: Fell muss regelmäßig gebürstet werden, um Verfilzungen zu vermeiden. |
| ✅ Guter Wächter: Meldet Fremde zuverlässig, ohne übermäßig aggressiv zu sein. | ❌ Haart: Besonders während des saisonalen Fellwechsels. |
| ✅ Robuste Gesundheit: Bei guter Pflege keine massiven genetischen Probleme. | ❌ Risiko für spezifische Krankheiten: Neigt zu Magendrehung (GDV) und Ohreninfektionen. |
Haltung und Pflege: Was müssen Besitzer wissen?

Die Haltung eines Deutsch Langhaar bedeutet vor allem, sein Bedürfnis nach Bewegung zu befriedigen. Alles andere ist zweitrangig. Dieser Hund ist kategorisch ungeeignet für das Leben in einer kleinen Wohnung oder für Menschen, die einen sitzenden Lebensstil führen.
Anforderungen an Aktivität und Auslastung
Dies ist nicht der Hund, dem ein 15-minütiger Spaziergang um den Block genügt. Der Langhaar braucht mindestens 1,5-2 Stunden aktive körperliche Betätigung täglich. Und das ist nicht nur ein Spaziergang an der Leine.
- Freilauf: Der Hund muss die Möglichkeit haben, an einem sicheren Ort (Wald, Feld, großer Park) ohne Leine zu laufen.
- Schwimmen: Das ist ihr Element. Wenn es in der Nähe ein Gewässer gibt – wird der Langhaar der glücklichste Hund sein.
- Spiele und Apportieren: Sie lieben es, Gegenstände zu bringen und verstecktes Spielzeug zu suchen.
- Geistige Auslastung: Nur Laufen reicht nicht aus. Ihre Intelligenz erfordert Aufgaben. Das kann das Erlernen von Tricks sein, Suchspiele oder jagdliches Training.
Wenn der Langhaar nicht ausreichend ausgelastet wird, findet seine aufgestaute Energie ein Ventil in destruktivem Verhalten: Kauen von Möbeln, Bellen, Graben von Löchern im Garten.
Fellpflege beim Deutsch Langhaar
Die Felllänge des Langhaar (ca. 3-5 cm) erfordert keine komplizierte professionelle Fellpflege, aber regelmäßige Pflege durch den Besitzer. Das Hauptziel ist, Verfilzungen zu vermeiden und die Haut gesund zu halten.
| Maßnahme | Häufigkeit | Tipps und Empfehlungen |
|---|---|---|
| Bürsten | 1-2 Mal pro Woche | Einen Kamm mit groben Zinken und eine Bürste verwenden. Besonderes Augenmerk auf die langen Haarpartien: hinter den Ohren, am Hals, die „Befederung“ an Läufen und Rute. |
| Saisonaler Fellwechsel | Täglich (im Frühjahr und Herbst) | Während des Fellwechsels fällt die Unterwolle stark aus. Tägliches Bürsten hilft, die Haarflut im Haus zu kontrollieren und Verfilzungen forzubeugen. |
| Baden | Bei Bedarf (1-2 Mal pro Jahr oder bei starker Verschmutzung) | Baden Sie den Hund nicht zu oft, um die natürliche Schutzschicht der Haut nicht zu zerstören. Nur spezielle Hundeshampoos verwenden. |
| Ohrenpflege | Wöchentlich (und nach jedem Schwimmen) | Kritisch wichtig! Die Hängeohren und die Liebe zum Wasser schaffen ideale Bedingungen für Infektionen. Den Gehörgang regelmäßig inspizieren und reinigen. Nach dem Schwimmen die Ohren innen unbedingt gründlich abtrocknen. |
| Krallen | 1-2 Mal pro Monat | Wenn der Hund viel auf hartem Boden läuft, können sich die Krallen von selbst abnutzen. Andernfalls müssen sie mit einer Krallenschere gekürzt werden. |
| Pfoten | Nach jedem Spaziergang | Die Ballen auf Schnitte oder Splitter untersuchen. Im Winter Salz und Streumittel abwaschen. Es ist auch ratsam, die Haare zwischen den Zehen zu kürzen, damit sich dort kein Schnee und Schmutz festsetzt. |
Gesundheit der Rasse: Typische Krankheiten und Prävention

Der Deutsch Langhaar gilt allgemein als gesunde und robuste Rasse, besonders die Arbeitslinien. Dank der strengen Zuchtauslese in Deutschland ist die Rasse von vielen Erbkrankheiten verschont geblieben. Wie bei jedem großen und aktiven Hund gibt es jedoch eine Anfälligkeit für bestimmte Probleme.
Hauptgesundheitsrisiken:
- Magendrehung (GDV oder „Bloat“): Dies ist ein extrem gefährlicher Zustand, typisch für große Hunde mit tiefer Brust. Der Magen verdreht sich und blockiert den Austritt von Gasen und Futter. Der Zustand entwickelt sich blitzschnell und erfordert eine sofortige tierärztliche Notoperation.
- Prävention: Füttern Sie den Hund 2-3 Mal täglich mit kleineren Portionen, vermeiden Sie aktives Spielen oder Laufen direkt nach dem Fressen (mindestens eine Stunde „Ruhe“), verwenden Sie Anti-Schling-Näpfe.
- Ohreninfektionen (Otitis): Wie bereits erwähnt, ist dies das Problem Nr. 1 für Langhaars. Hängeohren + Liebe zum Wasser = ein Paradies für Bakterien und Pilze.
- Prävention: Regelmäßige Reinigung und sorgfältiges Abtrocknen der Ohren nach jedem Kontakt mit Wasser.
- Hüftdysplasie (HD): Ein häufiges Problem bei großen Rassen. Es handelt sich um eine Fehlentwicklung des Gelenks, die zu Arthritis und Schmerzen führt.
- Prävention: Kaufen Sie Welpen von verantwortungsvollen Züchtern, die die Elterntiere testen. Überlasten Sie den Welpen während des Wachstums nicht körperlich und halten Sie ein gesundes Gewicht des Hundes während seines gesamten Lebens bei.
- Osteochondrose (OCD): Eine Wachstumsstörung des Knorpels in den Gelenken, am häufigsten in den Schultern.
- Blutkrankheiten: Selten, aber es kommen die Von-Willebrand-Krankheit (eine Blutgerinnungsstörung) und Thrombozytopathie vor.
- Augenprobleme: Entropium (Lideinstülpung) oder Ektropium (Lidausstülpung).
Durch die Kombination von sorgfältiger Pflege, ausgewogener Ernährung und angemessener körperlicher Betätigung können Sie einen hervorragenden körperlichen Zustand Ihres vierbeinigen Helfers und viele Jahre glücklichen Zusammenlebens erwarten.
Erziehung und Sozialisierung des Langhaar
Intelligent und aufgeweckt, lassen sich die Deutsch Langhaar leicht erziehen. Sie sind förmlich für die Interaktion mit dem Menschen geschaffen und streben danach, ihrem Besitzer zu gefallen. In der Regel sind sie gehorsame Jagdhelfer, die Befehle gerne ausführen.
Ihre Intelligenz bedeutet jedoch, dass ihnen sinnloser Drill schnell langweilig wird. Das Training sollte sein:
- Konsequent: Einmal aufgestellte Regeln dürfen nicht geändert werden.
- Positiv: Langhaars reagieren hervorragend auf Lob, Leckerlis und Spiel. Sie reagieren empfindlich auf den Tonfall und vertragen Anschreien oder körperliche Strafen schlecht.
- Frühzeitig: Die Sozialisierung muss so früh wie möglich beginnen. Machen Sie den Welpen mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Orten und anderen (geeigneten) Hunden bekannt.
Besonderes Augenmerk sollte auf die Kontrolle des Jagdinstinkts gelegt werden. Selbst wenn Sie kein Jäger sind, wird der Hund im Park vor Tauben vorstehen. Es ist wichtig, dem Hund von klein auf den Rückruf („Hier!“ oder „Zu mir!“) zu trainieren und seine Ausführung absolut zuverlässig zu machen. Dies ist der Schlüssel zur Sicherheit bei Spaziergängen ohne Leine.
Ernährung des Deutsch Langhaar: Wichtige Empfehlungen

Die Fütterung des Langhaar hat zwei Hauptprioritäten: die Aufrechterhaltung eines hohen Energieniveaus und die Vorbeugung von Magendrehung und Fettleibigkeit.
- Überfüttern Sie nicht: Es ist wichtig, Vertreter dieser Rasse nicht zu überfüttern, besonders wenn Ihr Langhaar nicht jagdlich geführt oder intensiv trainiert wird. Übergewicht ist eine enorme Belastung für die Gelenke.
- Qualitätsfutter: Wählen Sie ein hochwertiges Trockenfutter für aktive, große Hunderassen. Wenn Sie ein Anhänger der Rohfütterung (BARF) oder des Kochens sind, sollte die Basis der Ration (nicht weniger als 60-70%) aus magerem Fleisch (Rind, Pute, Huhn) bestehen, nicht aus Getreide oder Essensresten.
- Fütterungsregime: Füttern Sie einen erwachsenen Hund niemals nur einmal am Tag! Teilen Sie die Tagesration auf 2 oder besser 3 Mahlzeiten auf. Das senkt das GDV-Risiko.
- Wasser: Der Hund muss immer Zugang zu frischem Trinkwasser haben, besonders nach körperlicher Anstrengung.
Interessante Fakten über die Rasse
- Der Name ist Programm: „Deutsch Langhaar“ ist selbsterklärend.
- Vier in einem: Es ist eine der wenigen Rassen, in deren Adern offiziell das Blut von vier verschiedenen Jagdhundeschlägen fließt: Vogelhunde, Habichtshunde (für die Falknerei), Wasserhunde und Bracken.
- Meister der leisen Kommandos: Erfahrene Jäger betonen, dass Langhaars hervorragend darauf trainiert sind, auf leise Kommandos – Gesten, Pfiffe – zu reagieren. Dies ermöglicht es, im Feld leise zu bleiben.
- Vom Bären zum Athleten: Die Rasse hat sich von einem schweren, „bärenähnlichen“ Hund zu einem eleganten und feinen Vorstehhund entwickelt, dank der Einkreuzung von englischen Settern.
- Farbliche Trennung: In der Vergangenheit wurden schwarz-weiße Welpen des Langhaar nicht anerkannt und bildeten die Grundlage für eine eigene Rasse – den Großen Münsterländer.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Eignet sich der Deutsch Langhaar für die Wohnungshaltung?
Nein, das ist absolut nicht ratsam. Der Rasse braucht Platz. Ideal sind ein Haus mit einem gut eingezäunten Garten, in dem der Hund Zeit draußen verbringen kann (aber nicht ständig dort lebt), und tägliche lange Spaziergänge außerhalb des Grundstücks.
Wie verträgt sich der Langhaar mit Kindern und anderen Tieren?
Sie sind bekannt für ihre Sanftmut und Geduld mit Kindern, was sie zu hervorragenden Familienhunden macht. Mit anderen Hunden kommen sie in der Regel gut aus, besonders bei früher Sozialisierung. Mit Kleintieren (Katzen, Kaninchen, Geflügel) ist es jedoch kompliziert. Sie haben einen extrem starken Jagdinstinkt. Wenn der Langhaar nicht von klein auf mit einer Katze aufgewachsen ist, wird er sie höchstwahrscheinlich als Beute betrachten.
Kann man einen Langhaar halten, wenn man kein Jäger ist?
Ja, aber nur, wenn Sie bereit sind, die Jagd durch andere intensive Aktivitäten zu ersetzen. Das kann Hundesport sein (z.B. Canicross – Laufen mit Hund), lange (2-3 Stunden) Wanderungen im Wald oder in den Bergen, regelmäßige Suchspiele oder einfach ein sehr aktiver Lebensstil. Wenn der Hund nur auf dem Sofa liegt, wird er unglücklich und problematisch.
Haart der Deutsch Langhaar stark?
Ja, sie haaren, besonders saisonal (Frühjahr und Herbst), wenn sie ihre dichte Unterwolle wechseln. Regelmäßiges Bürsten (1-2 Mal pro Woche, und täglich während des Fellwechsels) hilft, die Situation unter Kontrolle zu halten.
