Charakter: Nerven aus Stahl und ein feuriges Herz

Die wichtigste Eigenschaft der starken und mutigen Spanischen Bulldogge ist ihre erstaunlich ausgeglichene Psyche. Für einen Hund mit solch mächtigem Jagd- und Schutztrieb ist das ein unschätzbarer Vorteil. Im Alltag verhält sich der Alano ruhig, fast schon etwas phlegmatisch, und spart seine Energie für die Arbeit.
Ein richtig erzogener Welpe wächst zu einem gehorsamen Hund heran, der sich den Befehlen seines Besitzers nicht widersetzt. Allerdings nur dann, wenn er diesen als unbestreitbare Autorität anerkennt. Das ist kein Hund, der für Futter dient; er dient aus Respekt. Alanos zeigen eine blitzschnelle Reaktion und stürzen sich furchtlos in den Kampf, wenn eine Bedrohung für den Besitzer oder das Territorium besteht. Da diese Hunde fähig sind, nicht nur Wild, sondern auch Stiere zu stoppen, werden sie Anfängern, unsicheren Menschen oder jenen, die keine Zeit für ernsthaftes Training haben, absolut nicht empfohlen.
In der Familie sind Alanos zärtlich und geduldig. Sie haben eine hohe Schmerztoleranz und lassen sich daher von kindlichem Übermut kaum aus der Ruhe bringen (wobei die Aufsicht durch Erwachsene immer Pflicht ist). Ihr Schutzverhalten basiert auf Gebietskontrolle: Sie bellen nicht unnötig, sondern greifen blitzschnell und ohne Vorwarnung an, wenn ein Eindringling die Grenze des Erlaubten überschreitet.
Erziehung und Sozialisierung: Wie kontrolliert man Kraft?

Die enorme körperliche Kraft und der ausgeprägte Dominanztrieb erfordern einen möglichst frühen Beginn der Erziehung. Die Sozialisierung sollte vom ersten Tag an beginnen, an dem der Welpe ins Haus kommt: Man muss ihn mit Menschen, anderen Tieren, Stadtlärm und Autos vertraut machen. Ein nicht sozialisierter Alano kann gefährlich für seine Umgebung werden.
Mit dem Hund sollte man sanft, aber beharrlich und konsequent umgehen. Körperliche Bestrafung ist absolut tabu - sie macht den Hund nur bösartig und zerstört den Kontakt. Es ist wichtig, sofort die Autorität des Halters zu etablieren, der in der Lage ist, den Ungehorsamen allein durch Stimme und Körpersprache in die Schranken zu weisen. Der ernste, fast menschliche Blick der Spanischen Bulldoggen beweist, dass es sich um Hunde mit hoher Intelligenz handelt. Eintönige Übungen und das ständige Wiederholen desselben Befehls („Sitz-Sitz-Sitz“) langweilen sie schnell. Das Trainingsprogramm muss daher interessant und dynamisch sein und auf Spiel sowie Beutemotivation basieren.
Für die Arbeit mit Vieh oder im Schutzdienst ähnelt ihre Ausbildung der anderer spezialisierter Rassen. Der Arbeitsstil des Alano hat beispielsweise Gemeinsamkeiten mit dem des Australian Cattle Dog, wobei der Alano mehr physische Kraft und direkten Kontakt (den Griff) einsetzt, um das Tier zu stoppen.
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
|---|---|
| Ausgeglichenes Wesen: Im Gegensatz zu vielen anderen Hetzhunden sind Alanos ruhig und nicht hysterisch. | Dominanz: Erfordert einen erfahrenen Halter, der Hierarchie ohne Gewalt durchsetzen kann. |
| Robuste Gesundheit: Die Rasse entstand unter harten Bedingungen und besitzt daher eine starke Immunität. | Bewegungsdrang: Kein Hund für die Wohnung, er braucht lebensnotwendig Belastung. |
| Vielseitigkeit: Kann Jäger, Wächter, Sportler und Begleiter sein. | Sabbern: Weniger als bei Boxern, aber „feuchte Küsse“ sind garantiert. |
| Loyalität: Bindet sich sehr eng an die Familie, geduldig mit den Kindern des Besitzers. | Artgenossenaggression: Konflikte mit anderen Hunden sind möglich, besonders beim gleichen Geschlecht. |
| Ruhe: Bellt extrem selten und nur, wenn es wirklich nötig ist. | Seltenheit: Welpen sind schwer zu finden und oft teuer. |

