Alano (Spanischer Bulldogge)

By tvaryny
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Der Alano (Spanish Bulldog / Alano Español) ist nicht einfach nur ein Hund. Er ist lebendige Geschichte der Iberischen Halbinsel – eine Geschichte von jahrhundertelangen Kämpfen, der Jagd und treuem Dienst. Diese Rasse, die man heute nur noch selten antrifft, gilt als Paradebeispiel für Funktionalität unter den Molossern. Hunde mit echtem spanischem Temperament – edel, zurückhaltend und unglaublich mutig. Sie sind erst vor kurzem aus der Vergessenheit zurückgekehrt, um wieder ihren Platz an der Seite des Menschen einzunehmen. Mehr dazu erfahren Sie auf Tvaryny.

Der Alano (Spanische Bulldogge): Kurzer Überblick und Eigenschaften

Alano Español
EigenschaftWerte und Beschreibung
HerkunftSpanien (Iberische Halbinsel)
GruppeMolosser, Packhunde (nicht von der FCI, aber von der RSCE anerkannt)
Erste Erwähnung1349 (im „Buch der Jagd“ von König Alfonso XI.)
Lebenserwartung11-14 Jahre (Langlebigkeit ist typisch für diese Molosser)
WiderristhöheRüden: 58-63 cm; Hündinnen: 55-60 cm
GewichtRüden: 30-45 kg; Hündinnen: 25-35 kg
FelltypKurz, dicht, hart, ohne Unterwolle
VerwendungGroßwildjagd, Viehschutz, Wachdienst

Die Geschichte der Rasse: Von antiken Kriegern zu modernen Begleitern

Die Geschichte des Alano Español liest sich wie ein Abenteuerroman. Der Name der Rasse leitet sich vom Nomadenstamm der Alanen ab, die im 5. Jahrhundert in die Iberische Halbinsel einfielen. Diese kriegerischen Stämme brachten riesige, wilde Hunde mit sich, um ihre Pferdeherden zu bewachen und in Schlachten zu ziehen. Genau diese Hunde wurden zu den Vorfahren der modernen Spanischen Bulldogge.

Der Alano oder die Spanische Bulldogge ist eine uralte Rasse, die seit 1350 offiziell in der Literatur erwähnt wird. König Alfonso XI. beschrieb diese Hunde in seinem „Buch der Jagd“ als unverzichtbare Helfer, deren Biss einen Eber oder Stier bewegungsunfähig machen konnte. Diese robusten und ausdauernden Hunde vom Molosser-Typ unterstützten Jäger jahrhundertelang bei der Hetzjagd, indem sie das Wild bis zum Eintreffen des Menschen festhielten.

Neben der Jagd wurden sie aktiv als Wächter für Rinderherden eingesetzt. Die halbwilden Stierherden erforderten eine harte Hand – oder besser gesagt, einen harten Biss – und der Alano meisterte diese Aufgabe perfekt. Am bekanntesten wurde der Alano jedoch durch seine Teilnahme am Stierkampf in dessen frühen Entwicklungsphasen. Diese mutigen Hunde mit ihren kräftigen Kiefern traten gegen wütende Stiere an und zeigten dabei Wunder an Tapferkeit und Geschicklichkeit.

Übrigens hat Spanien der Welt viele großartige Hunderassen geschenkt. Wenn Sie sich für andere spanische Molosser interessieren, sollten Sie unbedingt einen Blick auf den Dogo Canario werfen, der ähnliche Wurzeln hat, oder auf den legendären Ca de Bou (Mallorquinische Dogge), dessen Geschichte ebenfalls eng mit Stieren und Hafenstädten verbunden ist.

Im 20. Jahrhundert stand die Rasse kurz vor dem Aussterben. Das Verbot, Hunde im Stierkampf einzusetzen, sowie Veränderungen in den Jagdmethoden und der Landwirtschaft machten den Alano quasi „arbeitslos“. Bis in die 1970er Jahre galt die Rasse als ausgestorben. Doch eine Gruppe von Enthusiasten und Kynologen fand überlebende Exemplare alter Arbeitslinien in abgelegenen Viehzuchtgebieten der Extremadura und Kastiliens. Es begann eine mühsame Arbeit zur Wiederbelebung. Obwohl die Spanischen Bulldoggen international noch nicht von der FCI anerkannt sind, hat der spanische Dachverband (RSCE) sie akzeptiert. Dank ihrer stabilen Psyche und körperlichen Kraft finden sie heute oft Verwendung bei der Polizei und im Suchdienst.

Das Aussehen des Alano: Anatomie der Funktionalität

Typische Färbung des Alano Español

Das Erscheinungsbild des Alano Español ist eine Hymne an die Funktionalität. Es gibt an ihm nichts Überflüssiges, keine dekorativen Elemente, die bei der Arbeit stören könnten. Er ist ein Athlet, geschaffen für schnelus Laufen und Kraftproben.

  • Kopf: Brachyzephal, aber nicht extrem. Der Schädel ist breit und kräftig. Der Fang ist kurz, breit und mit sehr mächtigen Kiefern ausgestattet. Ein wichtiges Merkmal ist die schwarze Maske, die oft unabhängig von der Grundfarbe vorhanden ist.
  • Körper: Der Körperbau ist leicht gestreckt. Der Rücken ist gerade und muskulös, die Lendenpartie breit. Der Brustkorb ist tief, aber nicht fassförmig, was dem Hund erlaubt, im Galopp effektiv zu atmen.
  • Gliedmaßen: Stark, mit gut ausgeprägten Winkelungen. Die Pfoten sind groß und kompakt („Katzenpfoten“), was für hervorragenden Halt auf dem Boden sorgt.
  • Haut und Fell: Spanische Bulldoggen zeichnen sich durch eine dicke Haut aus, die vor den Hauern der Wildschweine und den Hörnern der Stiere schützt. Am Hals bildet sie eine leichte Wamme. Das Fell ist kurz und fühlt sich hart an.
  • Farbe: Am beliebtesten ist die gestromte Färbung (in allen Schattierungen – von hell bis schwarz gestromt). Auch rot, falb und wolfsgrau sind verbreitet. Auf der breiten Brust finden sich oft weiße Flecken.

Im Vergleich zu anderen schweren Molossern, wie der Bordeauxdogge, wirkt der Alano „trockener“ und drahtiger. Er erinnert eher an einen Sprinter als an einen Gewichtheber. Seine Bewegungen sind leicht und raumgreifend, was es ihm ermöglicht, große Distanzen ohne Ermüdung zurückzulegen.

Charakter: Nerven aus Stahl und ein feuriges Herz

Die wichtigste Eigenschaft der starken und mutigen Spanischen Bulldogge ist ihre erstaunlich ausgeglichene Psyche. Für einen Hund mit solch mächtigem Jagd- und Schutztrieb ist das ein unschätzbarer Vorteil. Im Alltag verhält sich der Alano ruhig, fast schon etwas phlegmatisch, und spart seine Energie für die Arbeit.

Ein richtig erzogener Welpe wächst zu einem gehorsamen Hund heran, der sich den Befehlen seines Besitzers nicht widersetzt. Allerdings nur dann, wenn er diesen als unbestreitbare Autorität anerkennt. Das ist kein Hund, der für Futter dient; er dient aus Respekt. Alanos zeigen eine blitzschnelle Reaktion und stürzen sich furchtlos in den Kampf, wenn eine Bedrohung für den Besitzer oder das Territorium besteht. Da diese Hunde fähig sind, nicht nur Wild, sondern auch Stiere zu stoppen, werden sie Anfängern, unsicheren Menschen oder jenen, die keine Zeit für ernsthaftes Training haben, absolut nicht empfohlen.

In der Familie sind Alanos zärtlich und geduldig. Sie haben eine hohe Schmerztoleranz und lassen sich daher von kindlichem Übermut kaum aus der Ruhe bringen (wobei die Aufsicht durch Erwachsene immer Pflicht ist). Ihr Schutzverhalten basiert auf Gebietskontrolle: Sie bellen nicht unnötig, sondern greifen blitzschnell und ohne Vorwarnung an, wenn ein Eindringling die Grenze des Erlaubten überschreitet.

Gesundheit und typische Krankheiten: Der Preis der Ausdauer

Spanischer Alano im Stand

Bei einer Rasse, die nach langem Vergessen unter den rauen Bedingungen des spanischen Hinterlandes wiederauferstanden ist, hat sich eine phänomenal robuste Gesundheit erhalten. Spanische Bulldoggen zeigen nicht nur Kraft, sondern auch eine einzigartige Regenerationsfähigkeit – Wunden heilen bei ihnen sehr schnell. Bei ihren Nachkommen wurden bisher keine spezifischen genetischen Erkrankungen festgestellt, die für künstlich gezüchtete Moderasen typisch sind.

Dennoch sollte man sich nicht zu früh freuen. Folgende Risiken sollten beachtet werden:

  • Hüftgelenksdysplasie: Diese Krankheit lauert bei allen großen Hunderassen, und moderne Alanos sind da keine Ausnahme, obwohl sie seltener daran leiden als beispielsweise Schäferhunde.
  • Magendrehung: Ein akutes Problem für alle Hunde mit tiefem Brustkorb.
  • Probleme mit dem Bewegungsapparat bei falscher Aufzucht des Welpen.

Vertreter der Rasse reagieren empfindlich auf die Ausgewogenheit ihrer Ernährung, besonders in der Phase des aktiven Wachstums (bis 1,5 Jahre). Die richtige Fütterung hilft, Gelenkerkrankungen vorzubeugen.

Pflege und Haltung: Ein Minimum an Aufwand

Die Tatsache, dass der Spanische Bulldogge keine Unterwolle hat und an sich pflegeleicht ist, macht ihn noch lange nicht zum idealen Wohnungshund. Sperrt man einen Alano ohne Aufgabe in vier Wände, riskiert der Halter destruktives Verhalten oder sogar Aggression aus Langeweile. Ein Haus auf dem Land mit großem Grundstück und hohem Zaun ermöglicht es dem Hund, seine Energie abzubauen und das Gelände zu patrouillieren.

Die wichtigsten Pflegemaßnahmen:

  • Fell: Das kurze Fell sollte regelmäßig mit einem Gummihandschuh oder einer Bürste aus Naturborsten gebürstet werden. Das entfernt nicht nur abgestorbene Haare, sondern massiert auch die Haut.
  • Baden: Gebadet wird selten, nur wenn das Fell anfängt unangenehm zu riechen oder der Hund stark verschmutzt ist. Häufiges Waschen zerstört die natürliche Fettschicht.
  • Krallen: Der Halter muss die Länge der Krallen im Auge behalten. Alanos sind aktive Hunde und meist nutzen sich die Krallen von selbst ab, aber wenn der Hund viel auf weichem Boden läuft, müssen sie gekürzt werden.
  • Ohren und Augen: Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Ohren helfen, Infektionen zu vermeiden.

Erziehung und Sozialisierung: Wie kontrolliert man Kraft?

Die enorme körperliche Kraft und der ausgeprägte Dominanztrieb erfordern einen möglichst frühen Beginn der Erziehung. Die Sozialisierung sollte vom ersten Tag an beginnen, an dem der Welpe ins Haus kommt: Man muss ihn mit Menschen, anderen Tieren, Stadtlärm und Autos vertraut machen. Ein nicht sozialisierter Alano kann gefährlich für seine Umgebung werden.

Mit dem Hund sollte man sanft, aber beharrlich und konsequent umgehen. Körperliche Bestrafung ist absolut tabu – sie macht den Hund nur bösartig und zerstört den Kontakt. Es ist wichtig, sofort die Autorität des Halters zu etablieren, der in der Lage ist, den Ungehorsamen allein durch Stimme und Körpersprache in die Schranken zu weisen. Der ernste, fast menschliche Blick der Spanischen Bulldoggen beweist, dass es sich um Hunde mit hoher Intelligenz handelt. Eintönige Übungen und das ständige Wiederholen desselben Befehls („Sitz-Sitz-Sitz“) langweilen sie schnell. Das Trainingsprogramm muss daher interessant und dynamisch sein und auf Spiel sowie Beutemotivation basieren.

Für die Arbeit mit Vieh oder im Schutzdienst ähnelt ihre Ausbildung der anderer spezialisierter Rassen. Der Arbeitsstil des Alano hat beispielsweise Gemeinsamkeiten mit dem des Australian Cattle Dog, wobei der Alano mehr physische Kraft und direkten Kontakt (den Griff) einsetzt, um das Tier zu stoppen.

Ernährung: Die Basis der Kraft

Spanische Bulldoggen werden entweder mit hochwertigem kommerziellem Futter (Super-Premium oder Holistic für große, aktive Rassen) oder mit natürlichen Produkten ernährt. Eine wichtige Regel: Kein Mischen von Trockenfutter und Brei im täglichen Menü! Dies führt zu einem Ungleichgewicht und Magenproblemen.

Besonderheiten der natürlichen Fütterung (Barf):

  • Basis (60-70%) – rohes Fleisch (Rind, Pferd) und Innereien.
  • Gemüse und Obst (Zucchini, Karotten, Äpfel).
  • Sauermilchprodukte (Quark, Kefir) – besonders für Welpen.
  • Seefisch (ohne Gräten).

Wenn man sich für eine Fütterungsart entschieden hat, muss man auf den Kaloriengehalt achten. Alanos haben einen guten Appetit, aber auch einen hohen Stoffwechsel. Um Fettleibigkeit (die tödlich für ihre Gelenke ist) oder Untergewicht zu vermeiden, sollten die Portionen an die körperliche Belastung angepasst werden. Trotz der starken Zähne solte der Alano keine Röhrenknochen von Vögeln fressen. Ein Übermaß an Brot, Nudeln und Süßigkeiten schadet dem strengen Wächter nur.

Vor- und Nachteile der Rasse

Porträt eines Alano Español
Vorteile (+)Nachteile (-)
Ausgeglichenes Wesen: Im Gegensatz zu vielen anderen Hetzhunden sind Alanos ruhig und nicht hysterisch.Dominanz: Erfordert einen erfahrenen Halter, der Hierarchie ohne Gewalt durchsetzen kann.
Robuste Gesundheit: Die Rasse entstand unter harten Bedingungen und besitzt daher eine starke Immunität.Bewegungsdrang: Kein Hund für die Wohnung, er braucht lebensnotwendig Belastung.
Vielseitigkeit: Kann Jäger, Wächter, Sportler und Begleiter sein.Sabbern: Weniger als bei Boxern, aber „feuchte Küsse“ sind garantiert.
Loyalität: Bindet sich sehr eng an die Familie, geduldig mit den Kindern des Besitzers.Artgenossenaggression: Konflikte mit anderen Hunden sind möglich, besonders beim gleichen Geschlecht.
Ruhe: Bellt extrem selten und nur, wenn es wirklich nötig ist.Seltenheit: Welpen sind schwer zu finden und oft teuer.

Interessante Fakten über die Rasse

  • Kletterkünstler: Trotz ihrer Massivität sind Alanos so geschickt und koordiniert, dass sie auf Bäume klettern können, um eine Wildkatze oder andere Beute zu verfolgen. Diese „katzenartigen“ Sprungfähigkeiten sind einzigartig unter Molossern.
  • Der eiserne Griff: Ein Alano kann seine Beute über lange Zeit mit den Kiefern festhalten, ohne zu kauen, sondern nur durch Fixierung. Das erlaubte es den Jägern früher, sich zu nähern und das Tier lebend zu fangen (oder mit dem Dolch zu erlegen), ohne die Hunde zu gefährden.
  • Verwandt mit dem Stafford? Der Alano gilt als einer der Vorfahren vieler moderner Rassen, darunter der American Staffordshire Terrier und der Dogo Argentino, denen er seine Kraft und seinen Mut vererbt hat.
  • Geborener Herdenschutzhund: Ähnlich wie der Akbash kann der Alano selbstständig Entscheidungen zum Schutz der Herde treffen, ohne auf den Befehl des Hirten zu warten, wenn ein Raubtier in der Nähe ist.

Häufige Fragen (FAQ)

Eignet sich der Alano für Familien mit Kindern?

Ja, sie sind sehr tolerant gegenüber Kindern ihres eigenen „Rudels“. Aufgrund ihrer Größe und Aktivität sollte man sie jedoch nicht unbeaufsichtigt mit Kleinkindern lassen. Der Hund könnte ein Kind versehentlich umstoßen.

Sind diese Hunde aggressiv gegenüber Menschen?

Ein wesensfester, reinrassiger Alano zeigt keine grundlose Aggression gegenüber Menschen. Sie sind Fremden gegenüber misstrauisch, greifen aber nur bei echter Bedrohung an. Dies ist keine Rasse, die sich wahllos auf Passanten stürzt.

Kann man einen Alano an der Kette halten?

Kategorisch nein. Kettenhaltung bricht die Psyche dieses stolzen Hundes, macht ihn bösartig und unkontrollierbar. Zwingerhaltung ist möglich, aber nur unter der Bedingung regelmäßigen Auslaufs und Kontakts mit dem Besitzer.

Video über die Rasse

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