Charakter: Temparament und Verhalten

Der Charakter des Kaukasischen Schäferhundes ist das Ergebnis jahrhundertelanger natürlicher Selektion, bei der nur die stärksten, klügsten und mutigsten Hunde überlebten. Sie sind stark, furchtlos, selbstbewusst und ausgeglichen. Bei Gefahr reagieren sie blitzschnell, bewahren aber einen kühlen Kopf. Ihr Wachinstinkt ist angeboren und extrem stark ausgeprägt. Dies ist keine Rasse, der man das Bewachen erst beibringen muss - sie tut es instinktiv.
Vertretern dieser Rasse ist eine gewisse Aggressivität gegenüber Fremden und anderen Hunden eigen, daher ist die Erziehung solcher Hunde keine leichte Aufgabe, besonders wenn man keine Erfahrung hat. Sie sind unabhängig, neigen dazu, Entscheidungen selbstständig zu treffen, und werden Befehle nicht blind befolgen, wenn sie keinen Sinn darin sehen. Kaukasen sind Rudeltiere und werden immer versuchen, ihre Hierarchie zu etablieren, weshalb der Besitzer vom ersten Tag an zeigen muss, wer der „Rudelführer“ ist.
Seiner eigenen Familie begegnet der Kaukasische Schäferhund mit großer Liebe und Hingabe. Sie sind geduldig mit Kindern, mit denen sie aufgewachsen sind, und betrachten sie als Teil ihres „Rudels“, das beschützt werden muss. Wegen ihrer enormen Größe und Kraft sollten Spiele mit kleinen Kindern jedoch immer unter Aufsicht von Erwachsenen stattfinden. Anderen Haustieren, mit denen sie zusammen aufgewachsen sind, begegnen sie meist friedlich. Fremde Tiere auf ihrem Territorium werden jedoch als Bedrohung wahrgenommen.
Kaukasen sind sehr widerstandsfähig und passen sich jedem Wetter an. Strenge Winter machen ihnen absolut nichts aus; sie lieben Schnee und können stundenlang in einer Schneewehe liegen und ihr Revier beobachten. Diese Rasse ist nicht für jeden geeignet. Sie erfordert einen erfahrenen, selbstsicheren, geduldigen und verantwortungsbewussten Halter.
Erziehung und Sozialisierung

Training und frühe Sozialisierung sind für den Kaukasischen Schäferhund absolut entscheidend. Dieser Prozess muss am ersten Tag beginnen, an dem der Welpe in Ihr Haus kommt. Bis zum Alter von zwei Jahren sind Charakter und Verhaltensweisen Ihres Schützlings vollständig ausgeformt. Danach wird es schwer, noch etwas zu korrigieren.
Kaukasen sind eigenwillige, freiheitsliebende und sture Hunde, die sich nur schwer im klassischen Sinne dressieren lassen. Sie führen Befehle nicht so schnell aus wie beispielsweise ein Deutscher Schäferhund, daher sollte man sie nicht hetzen. Grobe Behandlung, Schreien und körperliche Bestrafung werden sie ebenfalls nicht dulden. Dies kann Gegenaggression provozieren. Um einen solchen Hund zu trainieren, brauchen Sie einen festen, konsequenten und starken Charakter. Der Hund muss in Ihnen einen ruhigen und souveränen Anführer sehen. Diesem Tier muss man zeigen, wer der Chef im Rudel ist. Wenn der Kaukase Sie als Autorität anerkennt, wird er gehorsam sein. Dennoch kann er ab und zu, besonders im Jugendalter, versuchen, die dominante Position einzunehmen. Sie müssen also immer auf der Hut sein.
Sozialisierung bedeutet, den Welpen mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Orten und anderen Tieren vertraut zu machen. Dies hilft dem Hund, ausgeglichen und angemessen heranzuwachsen. Wenn Sie sich unsicher fühlen, wenden Sie sich unbedingt an einen professionellen Hundetrainer, der Erfahrung mit großen Schutzhunderassen hat. Denn dies ist eine ernste Wachrasse mit dominantem Charakter, und Fehler in der Erziehung können gravierende Folgen haben. Ähnliche Anforderungen an die Erziehung stellen auch andere große Schutzhunderassen, wie der Ukrainische Schäferhund, der Zentralasiatische Owtscharka (Alabai) oder der Moskauer Wachhund.
Vor- und Nachteile der Rasse

Vor- und Nachteile der Rasse · 6
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Unübertroffene Wacheigenschaften: Angeborener Instinkt zum Schutz von Revier und Familie. | Neigung zu Dominanz und Sturheit: Braucht einen starken und erfahrenen Anführer. |
| Treue zur Familie: Sehr liebevoll und sanft zu den eigenen Leuten. | Misstrauen und Aggression gegen Fremde: Braucht frühe und andauernde Sozialisierung. |
| Hohe Intelligenz: Fähig, Situationen selbstständig einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen. | Nicht für Anfänger geeignet: Die Erziehung erfordert viel Zeit, Geduld und Wissen. |
| Anspruchslosigkeit bei der Haltung: Fühlen sich draußen bei jedem Wetter wohl. | Größe und Kraft: Kann bei falscher Erziehung gefährlich sein. Braucht viel Platz. |
| Robuste Gesundheit und Ausdauer: In rauen Bedingungen geformte Rasse. | Starkes Haaren: Das Fell braucht regelmäßiges Bürsten, besonders im Fellwechsel. |
| Ruhiges Temperament zu Hause: Neigen nicht zu grundlosem Bellen oder Zerstörungswut. | Hohe Haltungskosten: Hochwertiges Futter und Tierarztkosten für einen großen Hund sind teuer. |



