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Spanischer Galgo — Geschichte und Standard

Ein spanischer Aristokrat der Ebenen — ein ausdauernder Windhund mit sanftem Herzen: ruhig zu Hause, rasant im Feld, sanft und treu. Der Galgo Español ist ein uralter Sighthound der Iberischen Halbinsel, schlanker und ausdauernder als der Greyhound; ein hervorragender ruhiger Wohnungsbegleiter, der im Freien zum unermüdlichen Läufer mit starkem Trieb wird.
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Spanischer Galgo
Inhalt
1Herkunft und Geschichte 2Aussehen und Rassestandard

Herkunft und Geschichte

Spanischer Galgo

Die Vorfahren des Galgo kamen vermutlich um das 6. Jahrhundert v. Chr. mit keltischen Wanderungsbewegungen auf die Iberische Halbinsel. Der Rassename ist ein sprachliches Fossil: Aus dem lateinischen Canis Gallicus, dem „keltischen Hund„, wurde über die Jahrhunderte schlicht „Galgo“. Die Römer schätzten diese Hunde als Jagdgehilfen, und schon damals galt das Prinzip, das die gesamte Gruppe der Windhunde definiert: Sie jagen mit den Augen, nicht mit der Nase. Ein Galgo nimmt Bewegung auf, fixiert sie und läuft sie ab – Fährtenarbeit überlässt er anderen. Ähnlich konsequent auf ihre Aufgabe hin geformt wurden auch andere spezialisierte Jagdhunde, etwa der in Europa kaum bekannte Rajapalayam (Polygar Hound) oder der robuste Plott Hound.

Entscheidend für das heutige Erscheinungsbild ist die Art der Jagd, für die man den Galgo über Jahrhunderte geschliffen hat: die Hasenjagd im offenen Feld, auf steinigem, unebenem, ausgetrocknetem Boden der kastilischen Hochebene. Das ist etwas völlig anderes als eine ovale Sandbahn. Gefragt war nicht der explosive Antritt über wenige hundert Meter, sondern die Fähigkeit, minutenlang Tempo zu halten, Haken mitzugehen und dabei nicht zu stürzen. Wer heute einen Galgo neben einem Bahnwindhund laufen sieht, sieht genau diesen Unterschied: weniger Wucht, mehr Ausdauer, mehr Trittsicherheit im Gelände.

Wie selbstverständlich der Galgo zum spanischen Landleben gehörte, zeigt ein literarisches Detail, das in Deutschland kaum jemand kennt: Cervantes stellt seinen „Don Quijote" 1605 im allerersten Satz vor – und zählt neben Lanze, Schild und magerer Mähre auch einen Windhund zum Hausstand des verarmten Landadligen. Der Galgo war damit kein Luxusgut, sondern Inventar eines Mannes, der sich sonst nichts leisten konnte.

Aussehen und Rassestandard

Spanischer Galgo — Aussehen und Rassestandards

Der Galgo Español wird von der FCI unter der Standard-Nr. 285 geführt, Gruppe 10 (Windhunde), Sektion 3 – kurzhaarige Windhunde. Die Patronatshoheit über den Standard liegt bei der Real Sociedad Canina de España. In Deutschland ist der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband (DWZRV) der für die Rasse zuständige VDH-Rassezuchtverband; er führt Zuchtbuch, Züchterlisten und den Sport für die Windhundrassen.

Der Brustkorb des Galgo ist tief, aber schmal – von der Seite betrachtet ein hoher, von vorn ein flacher Hund. Daran schließt sich eine scharf aufgezogene Flanke an, die bei Menschen ohne Windhunderfahrung regelmäßig für Stirnrunzeln sorgt. Dass man die letzten zwei bis drei Rippen sieht und fühlt, ist bei dieser Rasse Normalzustand und kein Zeichen von Vernachlässigung. Die Ohren werden als „Rosenohren" getragen, nach hinten gefaltet und im Erregungsfall halb aufgerichtet. Die Rute ist auffallend lang und endet in einem charakteristischen Haken. Im Galopp zeigt der Galgo den doppelt aufgehängten Sprunggalopp: Es gibt zwei Momente pro Zyklus, in denen kein einziger Fuß den Boden berührt – einmal mit gestrecktem, einmal mit zusammengezogenem Körper.

Im Gegensatz zu seinem Verwandten, dem Greyhound, ist der Galgo flacher bemuskelt, leichter gebaut und im Gesamteindruck „trockener". Der Greyhound ist der Sprinter, der Galgo der Geländeläufer.

Das Fell des Galgos kommt in zwei Varianten vor:

  • Glatthaar: kurz, fein, eng anliegend.
  • Rauhaar (barbudo): etwas grober, bildet Bart, Schnurrbart und Augenbrauen aus.

Beide Haararten sind gleichwertig und können sogar im selben Wurf fallen – der Rauhaar-Galgo ist also keine eigene Rasse und keine Kreuzung, sondern eine Fellvariante. Bei den Farben hat das Spanische eigene Namen, die einem in Vermittlungsanzeigen ständig begegnen: barcino (gestromt), canela (zimtfarben), tostado („getoastet", dunkel rotbraun) und berrendo (weiß mit großen Platten). Dazu kommen Schwarz, Falb und zahllose Schattierungen dazwischen.

MerkmalBeschreibung
WiderristhöheRüden: 62–70 cm; Hündinnen: 60–68 cm
Gewicht20–30 kg
Lebenserwartung12–15 Jahre
KonstitutionstypTrocken, kräftig, elegant
FarbeGestromt, schwarz, falb, zimt, weiß (und deren Kombinationen)
Vollständiges Rasseprofil → Spanischer Galgo: Gesundheit und Risiken, Ernährung, Fotos
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