Die Geschichte der Rasse
Die Geschichte des italienischen Laufhundes reicht bis in die Antike zurück, was ihn zu einer der ältesten Rassen Europas macht. Man geht davon aus, dass seine Vorfahren die altägyptischen Laufhunde waren, die mit phönizischen Händlern auf die Apenninhalbinsel gelangten. Diese Hunde kreuzten sich mit lokalen keltischen Laufhunden, was zur Entstehung der einzigartigen Rasse führte, die perfekt für die Jagd im italienischen Gelände geeignet war.
Die Blütezeit der Rasse fiel in die Epoche der Renaissance. Adelsfamilien wie die Sforza, Gonzaga und Medici hielten große Meuten dieser Hunde zur Jagd auf Hasen, Füchse und Wildschweine. Abbildungen von Laufhunden, die den modernen Segugios sehr ähnlich sind, finden sich auf zahlreichen Fresken, Gemälden und Skulpturen aus dieser Zeit, zum Beispiel im berühmten Schloss Reggia di Caserta. Dies zeugt vom hohen Status und der Wertschätzung der Rasse unter der italienischen Aristokratie.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich die Rasse hauptsächlich als Arbeitshund, wobei die wichtigsten Auswahlkriterien die jagdlichen Qualitäten waren: Schnelligkeit, Ausdauer, ein unglaublicher Geruchssinn und eine charakteristische laute Stimme. Die offizielle Anerkennung und Standardisierung erfolgte erst viel später. Erst im Jahr 1881 wurde die erste offizielle Beschreibung vorgenommen, und der heutige Standard wurde 1989 von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt. Heute ist der italienische Laufhund nach wie vor die beliebteste Jagdrasse in Italien, wird aber dank seines sanften Wesens immer öfter zu einem wunderbaren Begleithund.
Rassestandard und Aussehen
Der kurzhaarige italienische Laufhund ist ein mittelgroßer bis großer Hund mit einem kräftigen, aber eleganten Körperbau. Sein Aussehen verrät, dass er ein typischer Laufhund ist, der für Schnelligkeit und Ausdauer geschaffen wurde. Jedes Element seines Körpers ist funktionell und auf eine effiziente Arbeit im Feld ausgerichtet.
- Körper: Trocken, muskulös, mit einem gut entwickelten Brustkorb, der ein großes Lungenvolumen gewährleistet. Die Körperlänge entspricht in etwa der Widerristhöhe oder übertrifft sie leicht. Der Rücken ist gerade, die Lendenpartie kräftig.
- Kopf: Lang, schmal (dolichocephal), mit der charakteristischen „römischen Nase“ (ein kleiner Höcker auf dem Nasenrücken). Der Schädel ist leicht gewölbt. Der Übergang von der Stirn zum Fang ist sanft.
- Augen: Groß, ausdrucksstark, mandelförmig. Die Farbe ist dunkles Ocker. Der Blick ist intelligent, sanft und ein wenig traurig.
- Ohren: Lang, hängend, auf Augenhöhe angesetzt. Sie sind an der Basis breit und verjüngen sich zu einem spitzen Ende, dabei sind sie nach innen gedreht. Die Länge des Ohres sollte bis zur Nasenspitze reichen.
- Schwanz: Hoch angesetzt, dünn an der Basis und verjüngt sich zum Ende hin noch mehr. Im Ruhezustand hängt er herab, bei Bewegung hebt er sich nicht über die Rückenlinie.
- Fell: Der Hauptunterschied zu seinem nächsten Verwandten. Das Fell ist sehr kurz, dicht, glänzend und liegt eng am Körper an. Es fühlt sich glatt und seidig an. Gerade das kurze Fell unterstreicht die reliefartige Muskulatur des Hundes ideal. Sein naher Verwandter, der rauhaarige italienische Laufhund, hat ein raueres und längeres Fell, was den entscheidenden Unterschied zwischen den beiden Varianten darstellt.
- Farbgebung: Es sind zwei Hauptvarianten zugelassen: gleichmäßiges Falb (Nuancen von sattem Rotbraun bis Hellgelb) und Schwarz-Brand (ein schwarzer Sattel auf falbfarbenem Grund). Weiße Abzeichen sind auf dem Fang (Stern), am Hals, auf der Brust, an den Gliedmaßen und an der Schwanzspitze erlaubt.

