Geschichte der Rasse Ca de Bou: Vom Kampfhund zum Familienliebling
In Spanien werden diese Hunde Perro de Presa Mallorquin genannt, was übersetzt „Mallorquinischer Bulldog“ bedeutet. Und das nicht zufällig, denn die Hauptversion der Herkunft des Ca de Bou besagt, dass sie Nachfahren englischer Bulldogs sind. Man nimmt an, dass englische Bulldogs nach Spanien gebracht wurden, wo sie mit Vertretern lokaler Rassen gekreuzt wurden, und so der Ca de Bou entstand. Dies erscheint sehr plausibel, denn in Spanien gab es keine Rasse, die dem Ca de Bou ähnelte, während die englischen Bulldogs alten Typs ihnen sehr ähnlich waren. Dies wird durch alte Gravuren bestätigt, auf denen Bulldogs jener Zeit abgebildet sind. Im Laufe der Zeit hat sich die Rasse der englischen Bulldogs stark verändert, und heute haben sie mit dem Ca de Bou nichts mehr gemeinsam.
Die ersten Erwähnungen dieser spanischen Bulldogs tauchten im 17. und 18. Jahrhundert auf Basreliefs auf, die stämmige, breitschultrige Hunde mit massiven Köpfen zeigten, die in Arenen gegen Wildtiere kämpften. Denn zu jener Zeit waren blutige Stierkämpfe, die sogenannte Corrida, sehr populär. Daran nahmen nicht nur Menschen, sondern auch Hunde teil, wobei der Hund den Menschen bei solchen Kämpfen stets begleitete. Interessanterweise waren die Vorfahren des Ca de Bou, wie auch im Fall des Neapolitanischen Mastiffs und des Dogo Canario, alte Molosser, die für Bewachungs- und Kampfawecke eingesetzt wurden.
Die Fédération Cynologique Internationale (FCI) erkannte die Rasse im Jahr 1964 an. Im Jahr 1992 wurden blutige Kämpfe in Spanien verboten. Und der Ca de Bou begann, die Aufgaben von Wachhunden und treuen Familienlieblingen zu erfüllen. Interessanterweise gab es bis 1998 praktisch keine Rassevertreter mit vollständigen Stammbäumen. Dies deutet darauf hin, dass die Rasse hauptsächlich eine Arbeitsrasse war und ohne strenge Registrierung gezüchtet wurde, bis zu ihrer offiziellen Anerkennung und dem Anstieg ihrer Popularität als Begleithund.
Wie der Ca de Bou aussieht: Beschreibung von Aussehen und Rassestandard

Der Ca de Bou ist ein massiver, stämmiger und muskulöser Hund mit einem sehr großen Kopf und einer breiten Schnauze. Trotz seiner mittleren Größe macht dieser Hund dank seiner Masse und seines kräftigen Körperbaus einen sehr imposanten Eindruck. Der Rassestandard beschreibt präzise jedes Detail des Aussehens, das den Ca de Bou so unverwechselbar macht.
Kopf und Schädel des Ca de Bou
Diese Hunde haben einen großen, breiten Schädel mit einer breiten und flachen Stirn. Die Schnauze ist quadratisch, leicht stumpfnasig, was ihr einen charakteristischen Ausdruck verleiht. Die Oberlippe bedeckt die Unterlippe seitlich bis zur Mitte der Schnauze und bildet „feuchte“ Mundwinkel. Die Kiefer sind sehr kräftig und stark, mit einem tiefen Scherengebiss; die Zähne sind bei geschlossenem Maul praktisch nicht sichtbar. Die Ohren sind klein, hoch angesetzt, meist rosenförmig oder rosarot, eng am Kopf anliegend. Die Augen sind oval, weit auseinander liegend, meist dunkel gefärbt, was dem Blick Ernsthaftigkeit und Aufmerksamkeit verleiht.
Körper und Gliedmaßen des Ca de Bou
Der Hals ist dick und kräftig und geht harmonisch in den mächtigen Rumpf über. Die Haut ist leicht locker und kann eine kleine Wamme bilden, besonders am Hals, aber nicht übermäßig. Die Brust ist breit und tief, was ein beträchtliches Lungenvolumen gewährleistet. Die Kruppe liegt höher als der Widerrist, was ein charakteristisches Merkmal dieser Rasse ist und ihr eine leichte Vorwärtsneigung des Körpers verleiht. Der Bauch ist aufgezogen. Die Gliedmaßen sind parallel und weit auseinander positioniert, mit kräftigen Knochen und gut entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind kräftig mit dicken Zehen, zu einer „Katzenpfote“ zusammengezogen. Wolfskrallen sind unerwünscht und werden in der Regel bei Welpen entfernt.
Fell und Fellfarben des Ca de Bou
Die Haut ist dicht und liegt eng am Körper an. Das Fell ist hart, kurz, glänzend und glatt, ohne Unterwolle, was die Pflege vereinfacht. Folgende Farbvarianten sind zulässig:
- Gestromt (brindle): von dunkelbraun bis hellrot mit dunklen Streifen.
- Rot (fawn): von hellem Sandbeige bis zu intensivem Rotbraun.
- Hellbraun (pale): heller Beigeton oder Cremefarbe.
- Schwarz: selten, aber zulässig.
Weiße Abzeichen können an den Pfoten, der Brust und der Schnauze vorhanden sein, dürfen aber 30 % der Gesamtfärbung nicht überschreiten. Eine schwarze Maske an der Schnauze ist zulässig, was den Ausdruck des Blicks des Ca de Bou unterstreicht.
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Kopfgröße | Groß, massiv, mit kräftigen Kiefern |
| Felltyp | Kurz, hart, glänzend |
| Zulässige Farben | Gestromt, rot, hellbraun, schwarz (mit weißen Abzeichen bis zu 30 %) |
| Körpereigenschaften | Breite Brust, aufgezogener Bauch, Kruppe höher als Widerrist |
| Temperament | Ruhig, ausgeglichen, treu, mit stark ausgeprägtem Schutzinstinkt |
