Die Geschichte des Ogar Polski
Die Geschichte des Ogar Polski reicht weit zurück und ist untrennbar mit den Jagdtraditionen des polnischen Adels verbunden. Die ersten Erwähnungen großer Laufhunde auf polnischem Gebiet stammen aus dem 11. Jahrhundert. Es wird angenommen, dass die Rasse aus der Kreuzung lokaler polnischer Laufhunde mit den aus dem heutigen Belgien und Frankreich stammenden Hunden des Heiligen Hubertus (Bloodhounds) entstand. Es gibt auch Theorien über Blutbeimischungen von Laufhunden der Apennin-Halbinsel, die der Rasse Eleganz verliehen haben sollen.
Das goldene Zeitalter für die Rasse waren das 16. und 17. Jahrhundert. In dieser Zeit fand keine Jagd des polnischen Adels auf Großwild (Hirsche, Wildschweine, Füchse) ohne eine Meute Ogar statt. Sie wurden für ihren unglaublichen Geruchssinn, ihre Ausdauer und ihre charakteristische laute, melodische Stimme geschätzt, die die Jäger über die Spur des Wildes informierte. Im 18. Jahrhundert begann man, Ogar Polski mit englischen Foxhounds zu kreuzen, um ihre Schnelligkeit zu verbessern. Dies veränderte das Erscheinungsbild leicht, hatte aber keinen Einfluss auf die entscheidenden Arbeitsmerkmale. Eine solche Praxis der Einkreuzung zur Verbesserung von Qualitäten ist nicht einzigartig. Zum Beispiel wurde bei der Entwicklung des Glattfell-Foxterriers ebenfalls Blut anderer Rassen verwendet, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die Rasse kurz vor dem Aussterben. Enthusiasten unternahmen gigantische Anstrengungen, um sie wiederherzustellen. Eine Schlüsselrolle spielte dabei Oberst Piotr Kartawik, der 1959 drei Ogars (zwei Hündinnen und einen Rüden) aus dem Gebiet des heutigen Belarus mitbrachte und die Zuchtstätte „z Kresów“ gründete. Als eigentlicher „Vater“ der modernen Rasse gilt jedoch Oberst Józef Pawłusiewicz, der 1964 den ersten offiziellen Standard der Rasse entwickelte. Dank seiner Arbeit und der Zuchtstätte „z Karpat“ wurde die Rasse 1966 offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt.
So sieht der Ogar Polski aus: eine detaillierte Beschreibung des Standards

Der Ogar Polski ist ein Hund von kräftiger, aber nicht schwerer Statur, was von seiner Kraft und Ausdauer zeugt, nicht von Schnelligkeit. Sein Erscheinungsbild ist harmonisch und erweckt Respekt.
- Kopf: Ziemlich schwer, keilförmig, mit ausgeprägten Augenbrauenbögen. Auf der Stirn befinden sich charakteristische Falten, die dem Hund einen weisen, etwas traurigen Ausdruck verleihen. Der Übergang von der Stirn zum Fang ist deutlich ausgeprägt.
- Augen: Mandelförmig, nicht tief liegend, von dunkelbrauner Farbe. Der Blick ist ruhig, sanft und intelligent. Ein charakteristisches Merkmal sind die leicht herabhängenden unteren Augenlider, die einen Teil der Bindehaut freilegen können, insbesondere bei erwachsenen Hunden.
- Ohren: Lang, hängend, tief angesetzt. Sie sind weich im Griff, an den Enden abgerundet und liegen eng an den Wangen an. Diese spezielle Ohrstruktur hilft, Gerüche am Geruchssinn zu konzentrieren, erfordert aber auch eine sorgfältige Pflege, ähnlich wie bei anderen Rassen mit ähnlicher Ohrform, wie dem Basset Hound.
- Körper: Rechteckig, mit einem tiefen und breiten Brustkorb. Der Rücken ist lang, breit und muskulös. Die Kruppe sollte nicht abfallend sein.
- Rute: Ziemlich dick, säbelförmig, tief angesetzt. Im Ruhezustand hängt sie nach unten, bei Bewegung hebt sie sich nicht über die Rückenlinie.
- Fell: Dicht, fest, mit gut entwickelter Unterwolle, was es wetterfest macht. Am Rumpf ist das Fell mittellang, auf Kopf und Ohren kurz und glatt.
- Farbe: Die häufigste ist lohfarben mit schwarzem Mantel (ein schwarzer oder dunkelgrauer „Sattel“ auf dem Rücken, auf einem rötlichen oder falbfarbenen Grund). Lohfarbene Abzeichen befinden sich normalerweise auf Kopf, Brust und Gliedmaßen. Eine schwarze Farbe mit lohfarbenen Abzeichen ist ebenfalls zulässig. Kleine weiße Abzeichen auf der Brust, den Pfotenspitzen und der Rute sowie ein „Stern“ auf dem Kopf sind erlaubt.