Die Geschichte der Rasse
Die Geschichte des Portugiesischen Podengos reicht bis in die Antike zurück. Man geht davon aus, dass diese Hunde Nachfahren alter ägyptischer Jagdhunde sind, ähnlich dem Pharaonenhund, die von phönizischen und römischen Händlern vor über 2000 Jahren auf die Iberische Halbinsel gebracht wurden. Die Isolation in diesem Gebiet und die harten Lebensbedingungen trugen zur Entwicklung einer extrem widerstandsfähigen, gesunden und funktionalen Rasse bei. Über Jahrhunderte hinweg selektierten portugiesische Bauern und Jäger die Hunde nach ihren Arbeitsqualitäten und nicht nach dem Aussehen.

Dies führte zur Entstehung von drei Größenvarietäten, von denen jede an eine bestimmte Art der Jagd angepasst war:
- Der Große Portugiesische Podengo - wurde für die Jagd auf Großwild wie Hirsche und Wildschweine eingesetzt.
- Der Mittlere Portugiesische Podengo - spezialisierte sich auf die Kaninchenjagd und arbeitete im Rudel.
- Der Kleine Portugiesische Podengo - war unverzichtbar, um Kaninchen aus ihren Bauen und anderen schwer zugänglichen Verstecken zu treiben.
Der kleine Podengo, oder „Pequeno“, war besonders wertvoll an Bord der portugiesischen Karavellen im Zeitalter der Entdeckungen (15.-16. Jahrhundert). Sie wurden auf den Schiffen gehalten, um Ratten zu bekämpfen, was die Lebensmittelvorräte schützte und die Ausbreitung von Krankheiten verhinderte. Diese Rolle als „Schiffshund“ zeugt von ihrer unglaublichen Anpassungsfähigkeit und Genügsamkeit. Die offizielle Anerkennung erhielt die Rasse deutlich später, und der Standard wurde erst im 20. Jahrhundert festgelegt, was den Erhalt ihrer einzigartigen Merkmale ermöglichte.
Wie sieht der Kleine Portugiesische Podengo aus: Rassestandard

Das Aussehen des kleinen Podengo verkörpert Funktionalität und natürliche Harmonie. Es ist ein Hund mit proportionalem, leicht gestrecktem Körperbau, trockener Muskulatur und stabilem Knochenbau. Seine Erscheinung vermittelt den Eindruck von Flinkheit und Handlungsbereitschaft. Das Hauptmerkmal der Rasse ist die Existenz zweier Felltypen.
Kopf und Schnauze: Der Kopf hat die Form einer vierseitigen Pyramide mit breiter Basis und spitzer Schnauze. Der Schädel ist flach, der Übergang von der Stirn zur Schnauze ist kaum wahrnehmbar. Die Schnauze ist kürzer als der Schädelteil und gerade. Die Lippen sind dünn und liegen eng an.
Augen und Ohren: Die Augen sind klein, mandelförmig und schräg gestellt. Die Farbe variiert je nach Fellfarbe von Honiggelb bis Kastanienbraun. Der Blick ist sehr ausdrucksstark, lebendig und intelligent. Die Ohren sind das Markenzeichen der Rasse. Sie sind hoch und leicht schräg angesetzt, stehend, dreieckig und sehr beweglich. Der Hund nutzt sie wie Radare, indem er sie in Richtung des Geräuschs dreht.
Körper und Rute: Der Körper ist etwas länger als die Widerristhöhe. Der Rücken ist gerade und lang, die Lendenpartie kräftig und muskulös. Der Brustkorb ist nicht sehr breit, aber tief und reicht bis zu den Ellbogen. Der Bauch ist trocken und aufgezogen. Die Rute ist recht hoch angesetzt, an der Basis dick und verjüngt sich zum Ende hin. In Ruhe hängt sie herab, in Bewegung wird sie waagerecht oder etwas höher getragen, rollt sich aber niemals zu einem Ring ein.
Felltypen und Farben:
- Kurzhaar (Liso): Das Fell ist kurz, dicht, glatt, aber nicht zu weich. Unterwolle fehlt. Dieser Felltyp erfordert minimale Pflege.
- Rauhaar (Cerdoso): Das Fell ist mittellang, rau und erinnert an Wildschweinborsten. Es steht ab und glänzt nicht. An der Schnauze bildet es einen charakteristischen „Bart“. Auch hier fehlt die Unterwolle.
Farben: Vorherrschend sind Gelb und Falb (von hell bis sehr dunkel) sowie Schwarz (verdünnt). Möglich sind sowohl einfarbige Varianten als auch solche mit weißen Abzeichen. Auch Weiß mit Flecken der genannten Farben ist zulässig.

