Der Charakter des Schipperke: „kleiner Teufel“ mit großem Herzen
Der Charakter des Schipperke ist wohl die auffälligste Eigenschaft dieser Rasse. Trotz ihrer bescheidenen Größe besitzen sie ein enormes Temperament, Energie und Selbstvertrauen. Sie werden aufgrund ihrer unbändigen Aktivität, Neugier und einer gewissen Frechheit oft als „kleine Teufel“ bezeichnet.
Schlüsseleigenschaften des Schipperke-Charakters:
- Energisch und agil: Das sind äußerst aktive Hunde, die regelmäßige und lange Spaziergänge sowie die Möglichkeit benötigen, ihre Energie abzubauen. Sie sind immer bereit für Spiele und Abenteuer.
- Neugierig: Schipperke sind extrem neugierig auf alles, was um sie herum passiert. Sie müssen ihre Nase in jede Angelegenheit stecken, jeden Winkel erkunden. Diese Neugier macht sie zu wachsamen Wachen.
- Wachsam und mit Schutzinstinkt: Trotz ihrer Größe sind Schipperke hervorragende Wachhunde. Sie sind sehr wachsam, reagieren schnell auf ungewöhnliche Geräusche oder Bewegungen und melden diese mit lautem Bellen. Ihr Schutzinstinkt ist gut entwickelt, und sie werden ihr Territorium und ihre Familie furchtlos verteidigen.
- Selbstbewusst und unabhängig: Schipperke besitzen einen starken Willen und eine gewisse Unabhängigkeit. Sie sind nicht bedingungslos gehorsam und können Sturheit zeigen, besonders wenn sie keinen Sinn in einem Befehl sehen oder sich langweilen. Diese Eigenschaft erfordert vom Besitzer Konsequenz und Geduld im Training.
- Treue und Zuneigung zur Familie: Schipperke binden sich sehr stark an ihre Besitzer und streben danach, vollwertige Familienmitglieder zu sein. Sie lieben es, Zeit mit Menschen zu verbringen und an allen Familienaktivitäten teilzunehmen. Ihre Treue ist grenzenlos.
- Umgang mit Kindern: Normalerweise kommen Schipperke hervorragend mit Kindern aus, besonders wenn sie mit ihnen aufgewachsen sind oder richtig sozialisiert wurden. Sie lieben es zu spielen und sind geduldige Begleiter für Kinder. Es ist wichtig, dass Kinder den Hund respektieren und ihn nicht verletzen.
- Umgang mit anderen Tieren: Mit anderen Hunden, besonders wenn sie zusammen aufgewachsen sind, kommen Schipperke normalerweise gut aus. Ihr starker Jagdinstinkt kann jedoch Probleme mit kleinen Haustieren wie Nagetieren (ironischerweise, angesichts ihrer Herkunft) oder sogar Katzen verursachen, wenn sie nicht richtig vorgestellt und frühzeitig sozialisiert wurden.
- Bellfreudigkeit: Schipperke neigen zum Bellen. Dies ist Teil ihrer Wachhundnatur. Sie bellen, um vor potenziellen Gefahren zu warnen oder einfach ihre Aufregung oder Freude auszudrücken. Dies kann für Nachbarn zu einem Problem werden, daher muss die Kontrolle des Bellens während des Trainings geübt werden.
- Einfallsreichtum und List: Diese Hunde sind sehr klug und lernen schnell. Sie können ihre Intelligenz sowohl zur Ausführung von Befehlen als auch dazu nutzen, das Gewünschte zu erreichen, wobei sie manchmal eine bemerkenswerte Gerissenheit zeigen.
Der Schipperke - ist kein Hund für ein „Couch-Potato“-Leben. Er braucht eine aktive Familie, die bereit ist, ihm Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken und für körperliche und geistige Auslastung zu sorgen. Ohne angemessene Stimulation können sie destruktiv oder übermäßig bellfreudig werden. Es ist eine Rasse, die eine konsequente Erziehung und frühe Sozialisierung erfordert, damit ihr lebhafter Charakter von seiner besten Seite zum Vorschein kommt. Bei richtiger Herangehensweise wird der Schipperke zu einem wunderbaren, treuen, fröhlichen und furchtlosen Begleiter.
Pflege des Schipperke: Fell, Hygiene und Aktivität

Die Pflege eines Schipperke ist nicht übermäßig kompliziert, erfordert aber Regelmäßigkeit, insbesondere hinsichtlich des Fells und der ausreichenden Aktivität.
Fellpflege: Das einzigartige Fell des Schipperke, bestehend aus hartem Deckhaar und dichter Unterwolle, bietet hervorragenden Schutz bei jedem Wetter. Es hat auch die Eigenschaft, relativ sauber zu bleiben, nicht viel Schmutz anzusammeln und bei richtiger Pflege keinen starken „Hundegeruch“ zu haben.
- Regelmäßiges Bürsten: Die Hauptpflege besteht im regelmäßigen Bürsten, um abgestorbene Haare zu entfernen und die Bildung von Verfilzungen zu verhindern, insbesondere in den Bereichen des „Kragens“ und der „Hosen“, wo das Fell länger ist. Normalerweise reicht es aus, den Hund ein- bis zweimal pro Woche mit einer Zupfbürste oder einem Metallkamm mit engen Zinken zu bürsten.
- Haarwechsel: Schipperke haaren saisonal, normalerweise zweimal im Jahr. Während des Fellwechsels verstärkt sich der Haarausfall erheblich, und der Hund muss täglich, manchmal sogar zweimal täglich, gebürstet werden, um das abgestorbene Unterfell schneller loszuwerden. Interessant ist, dass Rüden normalerweise weniger intensiv haaren als Hündinnen.
- Baden: Der Schipperke sollte nur bei Bedarf gebadet werden, wenn der Hund wirklich schmutzig ist. Zu häufiges Baden kann die Haut austrocknen und die Fellstruktur schädigen, indem es die natürlichen Schutzöle entzieht. Verwenden Sie nur spezielle Hundeshampoos. Dank der dichten Unterwolle trocknen Schipperke recht schnell.
Hygiene:
- Ohrenpflege: Überprüfen Sie regelmäßig die Ohren auf Schmutz, übermäßigen Ohrenschmalz oder Anzeichen einer Infektion (Rötung, unangenehmer Geruch). Reinigen Sie die Ohren mit einer speziellen Ohrenreinigungslotion für Hunde und einem Wattepad oder -tupfer, um ein tiefes Eindringen in den Gehörgang zu vermeiden.
- Augenpflege: Wischen Sie die Augenwinkel täglich mit einem feuchten Tuch oder einem Wattepad ab, das mit einer speziellen Augenpflegelösung oder einfach sauberem Wasser befeuchtet wurde, um Sekrete zu entfernen. Achten Sie auf übermäßigen Tränenfluss oder Rötungen, die auf Probleme wie Distichiasis hindeuten können.
- Zahnpflege: Regelmäßiges Zähneputzen (idealerweise täglich oder mehrmals pro Woche) mit spezieller Hundezahnpasta und einer Bürste hilft, die Bildung von Plaque und Zahnstein sowie Zahnfleischerkrankungen zu verhindern.
- Krallenschneiden: Überprüfen Sie regelmäßig die Krallenlänge und schneiden Sie sie bei Bedarf, normalerweise alle 2–4 Wochen. Zu lange Krallen können Unbehagen beim Gehen verursachen und zu Problemen mit den Pfoten führen. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie die Krallen richtig schneiden, bitten Sie einen Tierarzt oder Hundefriseur, es Ihnen zu zeigen.
Aktivität: Schipperke sind äußerst aktive und energiegeladene Hunde, die täglich viel körperliche Bewegung benötigen. Trotz ihrer geringen Größe sind sie keine „Taschenhunde“ und werden sich nicht mit kurzen Spaziergängen um das Haus zufriedengeben.
- Tägliche Spaziergänge: Es sind mindestens zwei lange Spaziergänge pro Tag erforderlich, bei denen der Hund die Möglichkeit hat zu rennen, zu spielen und zu erkunden. Ideal ist es, wenn der Hund in einem eingezäunten Bereich sicher ohne Leine laufen kann.
- Spiele und Training: Schipperke lieben es zu spielen (Apportieren, Tauziehen) und sich mit intellektuellen Spielen zu beschäftigen. Regelmäßiges Training diszipliniert nicht nur, sondern sorgt auch für die notwendige geistige Auslastung.
- Hundesport: Aufgrund ihrer Energie, Agilität und Intelligenz eignen sich Schipperke hervorragend für verschiedene Hundesportarten wie Agility, Obedience, Flyball. Dies ist eine großartige Möglichkeit, ihre Energie positiv zu lenken und die Bindung zum Besitzer zu stärken.
Denken Sie daran, dass ein gelangweilter Schipperke mit unausgelasteter Energie im Haus destruktiv oder übermäßig bellfreudig werden kann. Die Sicherstellung eines angemessenen Aktivitätsniveaus ist der Schlüssel zu einem glücklichen und gut erzogenen Schipperke.
Erziehung und Sozialisierung des Schipperke

Schipperke sind sehr intelligente, aber gleichzeitig ziemlich unabhängige und listige Hunde. Dies macht ihren Erziehungsprozess gleichzeitig spannend und erfordert Geduld und Konsequenz.
Frühzeitige Sozialisierung: Sozialisierung ist für den Schipperke von entscheidender Bedeutung, beginnend im frühen Welpenalter (etwa ab der 3–4. Woche, sobald dies nach den ersten Impfungen sicher ist). Es ist notwendig, den Welpen mit verschiedenen Menschen (Männern, Frauen, Kindern), anderen freundlichen Hunden unterschiedlicher Größe und Rassen sowie anderen Haustieren vertraut zu machen, wenn möglich. Es ist auch wichtig, ihn mit verschiedenen Geräuschen, Orten und Situationen (Autofahrten, Aufenthalt an belebten Orten, Spaziergänge im Park) vertraut zu machen. Ein gut sozialisierter Schipperke wird selbstbewusster, weniger ängstlich oder aggressiv gegenüber Fremden und anderen Tieren sein.
Erziehung: Schipperke lernen schnell, aber ihre unabhängige Natur bedeutet, dass sie in einem bestimmten Moment entscheiden können, dass die Ausführung eines Befehls für sie nicht interessant ist. Daher sind die Schlüsselpunkte bei der Erziehung des Schipperke:
- Konsequenz und Ausdauer: Legen Sie klare Regeln fest und halten Sie diese immer ein. Erlauben Sie heute nicht, was morgen verboten ist.
- Positive Verstärkung: Schipperke reagieren hervorragend auf positive Verstärkung - Lob, Leckerlis, Spiele. Sie versuchen dem Besitzer zu gefallen (wenn sie wollen!), und Leckereien und Aufmerksamkeit sind ausgezeichnete Motivatoren. Vermeiden Sie grobe Methoden oder Strafen, da dies den Hund verschlossen oder im Gegenteil hartnäckiger machen kann.
- Kurze und interessante Sitzungen: Schipperke verlieren schnell das Interesse an monotonen Wiederholungen. Machen Sie Trainingseinheiten kurz (5–10 Minuten), lustig und abwechslungsreich.
- Frühzeitiger Beginn: Beginnen Sie mit dem Training grundlegender Befehle und der Stubenreinheit sowie dem Anleinen so früh wie möglich, bereits ab der 6–8. Woche. Welpen in diesem Alter sind äußerst empfänglich.
- Bellen kontrollieren: Aufgrund ihrer Wachhundnatur neigen Schipperke zu übermäßigem Bellen. Es ist wichtig, sie von klein auf das Kommando „Ruhe“ oder „genug“ zu lehren. Bringen Sie ihnen bei, zu bellen, wenn jemand an die Tür klopft, aber auf Ihr Kommando hin mit dem Bellen aufzuhören.
- Anleinen lernen: Schipperke haben einen starken Jagdinstinkt und können kleine Tiere verfolgen. Daher ist es wichtig, sie von klein auf daran zu gewöhnen, ruhig an der Leine zu gehen und nicht zu ziehen.
Dank ihres Verstandes und ihrer Energie sind Schipperke erfolgreich in Wettbewerben wie Agility, Flyball und Obedience. Dies stimuliert den Hund nicht nur körperlich, sondern auch geistig und stärkt die Bindung zwischen ihm und dem Besitzer. Denken Sie daran, dass Schipperke sowohl körperliche als auch geistige Auslastung benötigen, um glücklich und führig zu sein. Sie sind sehr an ihre Besitzer gebunden und streben danach, Zeit mit ihnen zu verbringen, daher bereiten ihnen gemeinsame Aktivitäten und Training viel Freude. Im Gegensatz zu einigen anderen Rassen, wie dem Schapendoes oder dem Tervuren, die rein für die Hütearbeit gezüchtet wurden und einen stärkeren Sammel- und Kontrollinstinkt haben, sind Schipperke mehr auf Bewachung und Nagetierbekämpfung ausgerichtet. Dies beeinflusst ihre Instinkte und Motivation während des Trainings.
Vor- und Nachteile der Rasse Schipperke

Wie jede Rasse hat auch der Schipperke seine Vor- und Nachteile. Lassen Sie uns diese betrachten, um potenziellen Besitzern eine fundierte Entscheidung zu ermöglichen.
Vorteile des Schipperke:
- Ausgezeichneter Begleiter für aktive Menschen: Ideal für diejenigen, die einen aktiven Lebensstil pflegen, lange Spaziergänge, Wanderungen und Hundesport lieben.
- Hohe Intelligenz: Schipperke sind sehr intelligent und lernen schnell, was den Erziehungsprozess interessant macht (obwohl es den richtigen Ansatz erfordert).
- Starker Schutzinstinkt: Trotz ihrer Größe sind sie ausgezeichnete Wachhunde, immer wachsam und warnen vor jeder verdächtigen Aktivität.
- Familienverbundenheit: Sie binden sich stark an ihre Besitzer, lieben Kinder sehr und streben danach, Zeit mit der Familie zu verbringen.
- Relativ kleine Größe: Praktisch für die Haltung sowohl in einer Wohnung als auch in einem Haus, obwohl sie viel Bewegung im Freien benötigen.
- Robuste Gesundheit und Langlebigkeit: Im Allgemeinen haben sie eine robuste Gesundheit und können bei richtiger Pflege ein langes Leben führen (12–18 Jahre).
- Geringe Anforderungen an die Fellpflege (außer während des Fellwechsels): Das Fell erfordert keine komplizierte Pflege, regelmäßiges Bürsten ist ausreichend.
- Kein starker „Hundegeruch“: Das Fell bleibt sauber und hat keinen scharfen Geruch.
Nachteile des Schipperke:
- Hohes Energieniveau: Benötigen viel körperliche und geistige Auslastung. Ohne diese können sie destruktiv oder übermäßig bellfreudig werden. Nicht geeignet für Menschen, die nicht bereit sind, viel Zeit für Spaziergänge und Spiele aufzuwenden.
- Neigung zum Bellen: Ihre Wachhundnatur äußert sich in einer Neigung zum Bellen, was für Nachbarn oder diejenigen, die Ruhe schätzen, ein Problem sein kann. Erfordert Korrektur während des Trainings.
- Unabhängigkeit und Sturheit: Können Selbstständigkeit und Sturheit zeigen, was vom Besitzer Geduld, Konsequenz und Erfahrung in der Erziehung erfordert. Keine gute Wahl für unerfahrene Besitzer.
- Starker Jagdinstinkt: Neigen dazu, kleine Tiere zu verfolgen, was Vorsicht bei Spaziergängen ohne Leine erfordert.
- Bedarf an früher Sozialisierung: Ohne angemessene Sozialisierung können sie Fremden und anderen Hunden gegenüber misstrauisch oder sogar aggressiv sein.
- Neigung zu Übergewicht: Eine strikte Kontrolle der Ration und Futtermenge ist notwendig.
Der Schipperke - ist eine wunderbare Rasse für die richtigen Menschen. Sie erfordern Zeit, Energie und Konsequenz, schenken aber im Gegenzug unbegrenzte Treue, Freude und zuverlässigen Schutz. Bevor Sie sich einen Schipperke anschaffen, bewerten Sie ehrlich Ihren Lebensstil und Ihre Bereitschaft, diesem aktiven und intelligenten Hund genügend Aufmerksamkeit zu widmen.

