Die Geschichte der Rasse: Von der Farm zur Anerkennung
Die Geschichte der York Chocolate Katze begann nicht in elitären Zuchtanlagen, sondern auf einer gewöhnlichen Ziegenfarm im US-Bundesstaat New York. Im Jahr 1983 bemerkte die Farmbesitzerin Janet Chiefari ein ungewöhnliches Kätzchen im Wurf ihrer langhaarigen schwarz-weißen Katze namens Blacky und des lokalen schwarzen Langhaarkaters Smokey. Es handelte sich dabei genetisch um gewöhnliche Hauskatzen. Dieses weibliche Kätzchen hatte jedoch ein sattes, durchgehend schokoladenbraunes Fell und ein entsprechendes Temperament. Janet nannte sie Brownie.
Im darauffolgenden Sommer bekam Brownie eigene Kätzchen von einem schwarzen Langhaarkater. Im Wurf befand sich ein männliches Kätzchen mit schwarzem Fell, das einen deutlichen braunen Unterton aufwies. Er wurde Minky genannt. Fasziniert von diesen ungewöhnlichen Katzen kreuzte Janet ein Jahr später Brownie mit ihrem Sohn Minky. Diese Inzucht (Verpaarung naher Verwandter) führte zur Geburt von zwei Kätzchen, die den Grundstein für die neue Rasse legten: dem vollkommen schokoladenfarbenen Kater Teddy Bear und der schokoladen-weißen Katze Cocoa.
Da Janet Chiefari die Ähnlichkeit im Körperbau und der Felltextur dieser Katzen bemerkte, beschloss sie, eine neue Linie zu entwickeln. Sie konzentrierte sich auf die Farben Schokolade und Lila (die aufgehellte Variante von Schokolade) sowie auf das halblange Fell. Sie benannte die Rasse „York Chocolate“ zu Ehren ihres Heimatstaates New York und der charakteristischen Farbe.
1989 stellte Janet erstmals eine ihrer Katzen auf einer Ausstellung vor, wo sie den ersten Platz in der Kategorie Hauskatzen gewann. Dies inspirierte sie zur Weiterarbeit. 1990 verlieh die kleine amerikanische Organisation CFF (Cat Fanciers' Federation) in Neuengland der Rasse den Status „experimentell“. Später folgten Schritte bei der kanadischen CCA. Stand heute veröffentlichen diese Organisationen jedoch kaum noch aktive Informationen über die Rasse.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die York Chocolate Katze bis heute nicht von den führenden internationalen Katzenverbänden wie der CFA, TICA oder FIFe anerkannt ist. Sie wird jedoch von der kleineren, vorwiegend europäischen Organisation WCF (World Cat Federation) unter dem kürzeren Namen „York“ geführt. Aus diesem Grund bleibt die Rasse recht selten und ist außerhalb eines kleinen Kreises von Enthusiasten, hauptsächlich in den USA und Europa, kaum bekannt.
Wie sieht die York Chocolate Katze aus: Standard und Variationen

Da die Rasse keinen einheitlichen, allgemein anerkannten Standard besitzt, basiert die Beschreibung auf den Standards kleinerer Organisationen (z. B. CCA 1995, WCF) und den allgemeinen Beschreibungen von Züchtern. Es ist eine mittelgroße bis große Katze mit halblangem Fell.
Wie sieht die York Chocolate Katze aus: Standard und Variationen · 11
| Körperteil | Beschreibung |
|---|---|
| Größe und Gewicht | Mittel bis groß. Männchen sind deutlich größer: 6–8 kg (manchmal bis 10 kg). Weibchen: 4–6 kg. |
| Körper | Lang, aber kräftig, mit gut entwickelter Muskulatur und stabilem Knochenbau. Der Brustkorb ist voll und rund. Die Kruppe liegt etwas höher als die Schultern. Sollte weder zu zierlich noch zu massiv wirken. |
| Kopf | Ein modifizierter Keil mittlerer Größe, proportional zum Körper. Länger als breit. Der Schädel ist leicht abgerundet. Im Profil ist ein kleiner, sanfter Übergang („Dip“) von der Stirn zur Nase erkennbar. |
| Schnauze | Mäßig abgerundet, weder kurz noch spitz zulaufend. Leichter „Whisker-Break“ (Verengung hinter den Schnurrhaarkissen). |
| Kinn | Kräftig, weich konturiert. |
| Ohren | Groß, spitz, breit am Ansatz, ziemlich weit auseinander gesetzt, leicht nach vorne geneigt. Pinsel an den Spitzen und Haarbüschel im Inneren sind erwünscht. |
| Augen | Mittelgroß, mandelförmig, leicht schräg gestellt. Farbe – Gold, Grün oder Haselnuss; satte Töne werden bevorzugt. |
| Gliedmaßen und Pfoten | Gliedmaßen von mittlerer Länge, gut bemuskelt. Pfoten groß und rund; Haarbüschel zwischen den Zehen sind erwünscht. |
| Schwanz | Lang, proportional zum Körper, breit am Ansatz, verjüngt sich allmählich zu einer abgerundeten Spitze. Bedeckt mit dichtem, langem Haar („Federbusch“). |
| Fell | Halblang, glatt, glänzend, seidig und weich im Griff, mit minimaler Unterwolle. Kürzer an Schnauze und Bauch, länger an Rücken und Flanken; eine kleine Halskrause ist vorhanden. Im starken Kontrast zur haarlosen Don Sphynx zeichnet sich die York durch ihre üppige Haarpracht aus. |
| Farben | Hauptfarben: einfarbig Schokolade und einfarbig Lila. Auch Bicolour (Schokolade/Lila mit Weiß) ist zulässig. Bei einfarbigen Tieren ist ein kleiner weißer Fleck („Medaillon“) erlaubt. |
Ein wichtiger Unterschied zu Rassen wie der Havana Brown ist nicht nur die Felllänge, sondern auch der Körperbau und die Kopfform. Die Havana weist einen feineren, orientalischen Typ auf.


