Eurasier

By tvaryny
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Der Eurasier ist ein reiner Familien- und Begleithund, für den vor allem Geborgenheit und eine freundliche Atmosphäre zu Hause zählen, statt Arbeitsleistung oder Wachdienst. Sie werden zum Schatten ihres Besitzers und begleiten ihn überallhin, wo es nur mglich ist. Diese Rasse wurde erst vor relativ kurzer Zeit gezüchtet, hat es aber bereits geschafft, die Herzen vieler Hundeliebhaber in Europa zu erobern. Diese Hunde sind wahre, treue Freunde, die ständigen Kontakt und Aufmerksamkeit brauchen – und das Wichtigste für sie ist die Wärme und Zärtlichkeit menschlicher Hände. Erfahren Sie mehr auf Tvaryny.

Der Eurasier: Kurzportrait und Rassemerkmale

Eurasier im Garten
UrsprungslandDeutschland
FCI-Anerkennung1973 (Standard Nr. 291)
Lebenserwartung11-13 Jahre (manchmal bis 15)
Widerristhöhe (Rüden)52-60 cm
Widerristhöhe (Hündinnen)48-56 cm
Gewicht (Rüden)23-32 kg
Gewicht (Hündinnen)18-26 kg
FCI-GruppeGruppe 5 (Spitze und Hunde vom Urtyp), Sektion 5 (Asiatische Spitze und verwandte Rassen)

Die Entstehungsgeschichte der Rasse

Eurasier Welpe

Die Geschichte des Eurasiers ist ein Paradebeispiel für gezielte und wissenschaftlich fundierte Zucht mit dem Ziel, den perfekten Familienhund zu schaffen. Die Arbeit an dieser Rasse begann in den 1950er Jahren (die aktive Phase startete 1960), als der deutsche Züchter Julius Wipfel gemeinsam mit seiner Mitstreiterin Charlotte Baldamus beschloss, den idealen „Nordhund“ zu kreieren. Ihr Ziel war es, das attraktive, exotische Aussehen mit einem wunderbaren, sanften Charakter zu verbinden, der maximal an das Leben unter modernen Bedingungen, einschließlich Stadtwohnungen, angepasst ist.

Das Experiment begann mit der Kreuzung zweier Rassen. Als Basis dienten Chow-Chow in rot und schwarz, die Ruhe und Unabhängigkeit in den Genpool einbrachten, sowie der Deutsche Spitz (Wolfsspitz oder Keeshond), der seinen wachen Verstand, seine Gelehrigkeit und die Orientierung am Menschen beisteuerte. Die erste Generation dieser Hunde wurde „Wolf-Chow“ genannt. Diese Hunde besaßen bereits viele der gewünschten Eigenschaften, doch die Züchter strebten nach Perfektion.

Um die Eleganz zu festigen, die Fellstruktur zu verbessern und noch mehr Freundlichkeit hinzuzufügen, wurde 1972 Blut des Samojeden in das Zuchtprogramm eingekreuzt. Genau dieser letzte Schliff formte die Rasse so, wie wir sie heute kennen. Das Ergebnis war ein geselliger Familienhund, sehr treu, überhaupt nicht aggressiv (im Gegensatz zu einigen Vorfahren), aber ein kleines bisschen stur.

Ein interessanter Fakt: An der Etablierung der Rasse war der berühmte Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Konrad Lorenz beteiligt. Er kaufte einen Welpen aus den ersten Würfen, war vom Charakter des Hundes begeistert und unterstützte Wipfels Arbeit aktiv. Im Jahr 1973 wurde die Rasse von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) unter dem neuen Namen offiziell anerkannt – Eurasier. Dieser Name symbolisiert die Verbindung der europäischen (Wolfsspitz) und asiatischen (Chow-Chow, Samojede) Wurzeln. Übrigens, falls Sie sich für seltene asiatische Rassen interessieren, werfen Sie auch einen Blick auf den Kai (Kai Ken), auch wenn dieser sich charakterlich deutlich vom sanften Eurasier unterscheidet.

Wie sieht ein Eurasier aus: Detaillierte Beschreibung

Eurasier Porträt

Der Eurasier ist ein harmonisch gebauter, mittelgroßer Hund vom Spitztyp mit Stehohren und dem charakteristischen „Lächeln“. Er sollte nicht zu schwerfällig wirken wie ein Chow-Chow, aber auch nicht zu leicht. Eleganz gepaart mit Substanz – das ist der Schlüssel zum Verständnis des Exterieurs dieser Rasse.

Kopf und Fang

Der Kopf hat eine Keilform, sowohl von oben als auch von der Seite betrachtet. Der Schädel ist breit, aber nicht übermäßig, die Stirn flach mit einer deutlich ausgeprägten Furche. Der Übergang von der Stirn zum Fang (Stop) ist sichtbar, aber sanft und nicht abrupt. Der Fang ist kräftig, nicht spitz, und seine Länge entspricht in etwa der des Schädels.

  • Nase: Der Nasenschwamm ist mittelgroß und immer schwarz.
  • Lippen: Trocken, straff anliegend und schwarz pigmentiert.
  • Zunge: Dies ist ein besonderes Merkmal. Die Zunge kann rosa, komplett blau-schwarz (das Erbe des Chow-Chow) oder gefleckt (rosa mit blauen Flecken) sein. Alle Varianten sind laut Standard zulässig.
  • Augen: Dunkel, mittelgroß, mit leicht schrägem (mandelförmigem) Schnitt. Der Blick ist intelligent, lebhaft und freundlich. Die Lidränder müssen schwarz sein.
  • Ohren: Dreieckig, stehend, mittelgroß mit abgerundeten Spitzen. Sie sind breit angesetzt (etwa eine Ohrenbreite Abstand).

Körper und Gliedmaßen

Der Hals ist muskulös, mittellang und geht fließend in den ausgeprägten Widerrist über. Der Rücken ist fest, gerade und hervorragend bemuskelt. Der Brustkorb ist oval, tief und reicht bis zu den Ellbogen. Die Rute des Eurasiers ist sein Stolz. Sie ist hoch angesetzt, buschig behaart und wird in der Bewegung über dem Rücken gerollt oder leicht seitlich gebogen getragen.

Fell und Farben des Eurasiers

Das Fell ist mittellang und doppelt: Es besteht aus dichter, weicher Unterwolle und etwas härterem Deckhaar. An Fang, Ohren und der Vorderseite der Läufe ist das Haar kurz. An der Rückseite der Vorderläufe befinden sich „Federn“, an den Hinterläufen üppige „Hosen“. Am Hals bildet das Fell eine mäßige Mähne, die jedoch nicht so massiv sein darf wie beim Chow-Chow.

Zulässige Farben: Der Rassestandard erlaubt fast alle Farben und deren Kombinationen. Am häufigsten sind: rot, wolfsgrau (gewolkt), schwarz, schwarz-marken und falben. Nicht zulässige Farben: Reinweiß, weiß gescheckt und leberfarben (braun). Weiße Abzeichen (z. B. an der Brust) sind nicht erwünscht, aber kleine Flecken kommen manchmal vor.

Charakter: Temperament und Verhalten

Hund der Rasse Eurasier Porträt

Der Eurasier wurde mit einem einzigen Ziel geschaffen – der perfekte Begleiter zu sein. Es ist ein Hund mit einem sehr hohen Maß an Empathie. Sie spüren die Stimmung des Besitzers: Wenn Sie spielen wollen, macht der Hund freudig mit; wenn Sie traurig sind oder sich ausruhen möchten, legt er sich einfach daneben und den Kopf auf Ihre Füße.

  • Bindung: Das ist kein Hund, der „seine eigenen Wege geht“. Der Eurasier leidet ohne menschliche Gesellschaft. Man darf ihn keinesfalls im Zwinger oder an der Kette halten – das würde die Psyche des Tieres zerstören.
  • Verhalten gegenüber Fremden: Der Hund ist zurückhaltend, manchmal gleichgültig gegenüber Fremden, aber nicht aggressiv. Er wird sich nicht jedem an den Hals werfen, er braucht Zeit, um Vertrauen zu fassen.
  • Wacheigenschaften: Er ist eine hervorragende „Klingel“. Der Eurasier hat ein scharfes Gehör und meldet Besucher, bellt aber selten ohne Grund. Das macht ihn zu einem angenehmen Mitbewohner in Mehrfamilienhäusern. Erwarten Sie jedoch kein aktives Stellen von Einbrechern – es ist kein Schutzhund.
  • Umgang mit Kindern und Tieren: Dank ihrer stabilen Psyche kommen Eurasier wunderbar mit Kindern aus und sind geduldig bei deren Streichen. Mit anderen Hunden und sogar Katzen leben sie meist friedlich zusammen, besonders wenn sie sich von klein auf kennen.

Vor- und Nachteile der Rasse

Eurasier schwarz
VorteileNachteile (Besonderheiten)
Hohe Intelligenz und LernfähigkeitErträgt Einsamkeit schlecht, nichts für voll berufstätige Singles
Kein grundloses KläffenStarker Fellwechsel 1-2 Mal im Jahr
Kaum Jagdinstinkt (rennt keiner Katze nach)Kann wählerisch beim Futter sein
Kommt super mit Kindern klarBraucht frühe Sozialisierung wegen natürlicher Zurückhaltung
Robuste Gesundheit im Vergleich zu anderen RassenSeltene Rasse, Wartezeiten auf Welpen

Gesundheit: Typische Krankheiten und Vorsorge

Gesunder Eurasier

Eurasier zeichnen sich im Allgemeinen durch robuste Gesundheit und Langlebigkeit aus. Da die Rasse noch jung ist und von den Zuchtvereinen (in Deutschland z.B. im VDH) streng kontrolliert wird, treten Erbkrankheiten seltener auf als bei kommerziellen Moderassen. Dennoch sollten potenzielle Halter die Risiken kennen.

  • Hüftgelenksdysplasie (HD): Ein erbliches Problem vieler mittelgroßer Rassen. Verantwortungsvolle Züchter lassen die Elterntiere zwingend röntgen (HD-A, HD-B).
  • Patellaluxation: Tritt seltener auf, aber eine Überprüfung ist ebenfalls wünschenswert.
  • Augenerkrankungen: Ektropium oder Entropium (Lidfehlstellungen) sowie Distichiasis (falsch wachsende Wimpern).
  • Schilddrüsenunterfunktion: Symptome können Übergewicht, Trägheit und Fellprobleme sein. Lässt sich bei rechtzeitiger Diagnose gut medikamentös behandeln.

Um Infektionskrankheiten (Staupe, Parvovirose, Leptospirose) zu vermeiden, halten Sie den Impfplan strikt ein. Die Grundimmunisierung erfolgt im Welpenalter, danach folgen jährliche Auffrischungen. Wichtig ist auch der regelmäßige Schutz vor Zecken und Entwurmung.

Pflege und Haltung

Eurasier wolfsgrau

Der Eurasier ist in puncto Wohnraum ein anspruchsloser Hund. Er fühlt sich in einer Wohnung wohl, solange er genügend Auslauf bekommt, ebenso wie in einem Haus. Die Hauptbedingung ist: Er muss im Haus bei der Familie leben, nicht im Hof.

Fellpflege

Das Fell des Eurasiers hat eine einzigartige Eigenschaft – es neigt kaum zum Verfilzen (außer hinter den Ohren) und hat keinen starken „Hundegeruch“. Bürstroutine: Außerhalb des Fellwechsels reicht es, den Hund 1-2 Mal pro Woche mit einem Metallkamm (lange Zinken) und einer Zupfbürste zu kämmen. Fellwechsel: Zweimal im Jahr (Frühling und Herbst) stößt der Eurasier seine Unterwolle ab. In dieser Zeit müssen Sie den Hund täglich bürsten, sonst fliegt der „Flaum“ durchs ganze Haus. Ein warmes Bad kann das Ablösen des alten Fells beschleunigen.

Schneiden: Es ist strengstens verboten, einen Eurasier zu scheren oder zu rasieren! Dies zerstört die Thermoregulation und die Fellstruktur. Erlaubt ist lediglich das hygienische Kürzen der Haare zwischen den Pfotenballen.

Hygienemaßnahmen

  • Baden: Nicht oft, nur bei Verschmutzung (alle 2-3 Monate). Verwenden Sie feuchtigkeitsspendende Shampoos für Hunde mit doppeltem Fell. Föhnen (am besten mit einem Blower) ist Pflicht, um Hautirritationen unter der dichten Unterwolle zu vermeiden.
  • Augen und Ohren: Einmal pro Woche mit einer speziellen Lotion reinigen.
  • Krallen: 1-2 Mal im Monat kürzen, falls sie sich nicht natürlich auf Asphalt abnutzen.
  • Zähne: Mit einer speziellen Bürste putzen oder Kauartikel gegen Zahnbelag geben.

Erziehung und Training

Eurasier Training

Eurasier sind sehr klug, aber ihre Intelligenz unterscheidet sich vom „Kadavergehorsam“ eines Schäferhundes. Sie lernen schnell, hassen aber sinnlose Wiederholungen ein und desselben Befehls zwanzigmal hintereinander. Langeweile ist der Feind bei der Erziehung dieser Rasse.

Die goldene Regel: Nur positive Bestärkung. Der Eurasier ist sehr sensibel für die Stimmlage und Stimmung des Halters. Härte, Geschrei oder körperliche Bestrafung führen dazu, dass der Hund sich verschließt und die Mitarbeit verweigert. Sie müssen für ihn ein fairer Partner sein, kein Diktator.

Die Sozialisierung sollte im frühen Welpenalter beginnen. Machen Sie den Welpen mit verschiedenen Menschen, Verkehrsgeräuschen und anderen Hunden bekannt. Das hilft, die natürliche Zurückhaltung zu überwinden und einen selbstbewussten Hund heranzuziehen. Der Besuch einer Hundeschule ist sehr nützlich. Denken Sie daran, dass es Dinge gibt, die der Hund vielleicht nicht beim ersten Mal versteht, also seien Sie geduldig. Wenn Ihr Liebling sich weigert, „Sitz“ zu machen, ist er vielleicht einfach müde oder der Boden ist zu nass und kalt.

Ernährung: Was kommt in den Napf?

Manche Eurasier können Gourmets oder schlechte Fresser sein. Sie neigen nicht zum Überfressen wie Labradore und hören oft auf, wenn sie satt sind. Sie können zwischen zwei Fütterungsarten wählen:

1. Fertiges Trockenfutter (Super Premium oder Holistic)

Das ist bequem und ausgewogen. Wählen Sie Futter mit moderatem Protein- und Fettgehalt. Lesen Sie die Zusammensetzung genau: An erster Stelle sollte Fleisch stehen.

2. Naturnahe Ernährung (BARF oder Selbstgekochtes)

Eine aufwendigere, aber oft gesündere Variante. Die Basis (50-60%) sollte rohes Fleisch (Rind, Pute, Kaninchen) und Innereien (Pansen, Herz) bilden. 30% bestehen aus Gemüse (Zucchini, Karotten, Kürbis) und etwas Obst. 10-20% sind Milchprodukte (Quark, Hüttenkäse), Eier und Seefisch (grätenfrei). Getreide (Reis, Buchweizen) wird in kleinen Mengen als Kohlenhydratquelle hinzugefügt, ist aber nicht die Basis.

Verbotene Lebensmittel: Röhrenknochen, Schokolade, Weintrauben/Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, fettes Schweinefleisch, Gebäck.

Interessante Fakten über die Rasse

  • Der Eurasier ist die jüngste offiziell anerkannte deutsche Hunderasse.
  • In Deutschland wird die Zucht streng von Vereinen (KZG, EKW, ZG) kontrolliert. Welpen kann man oft nicht „sofort“ kaufen, man muss sich auf Wartelisten setzen lassen.
  • Alle Eurasier haben von Natur aus kaum „Hundegeruch“, selbst wenn das Fell nass ist.
  • Im Gegensatz zum Chow-Chow haben Eurasier keine Atemprobleme und sind bewegungsfreudiger.

Häufige Fragen zur Rasse (FAQ)

Bellen sie viel?

Nein, Eurasier gehören zu den „schweigsamen“ Rassen. Sie bellen nur bei echter Notwendigkeit, um den Besitzer zu warnen.

Sind sie für Allergiker geeignet?

Nein, trotz des fehlenden Geruchs haben Eurasier eine dichte Unterwolle und haaren stark, was Allergien auslösen kann.

Was kostet ein Eurasier-Welpe?

Es ist eine recht seltene und exklusive Rasse. Der Preis bei seriösen Züchtern in Deutschland liegt in der Regel zwischen 1.800 und 2.500 Euro. Der Preis hängt oft von der Zuchtlinie und den Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere ab.

Video über die Rasse

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