Ein gut geplanter Impfkalender für Hunde ist nicht nur eine tierärztliche Empfehlung, sondern das Fundament für ein langes und gesundes Leben Ihres Lieblings. Von den ersten Lebenswochen bis ins Erwachsenenalter schützen Impfungen den Hund vor lebensbedrohlichen Viren, beugen Krankheitsausbrüchen vor und tragen zur Herdenimmunität unter Tieren bei. In diesem Artikel beleuchten wir detailliert, welche Impfungen unverzichtbar sind, wann sie durchgeführt werden sollten, wie Sie sich auf den Tierarztbesuch vorbereiten und warum das Auslassen einer Auffrischungsimpfung Ihren Hund das Leben kosten kann; mehr dazu auf Tvaryny.
Warum ist die Impfung von Hunden so wichtig?
Jedes Jahr erkranken zahlreiche Hunde an Tollwut, Staupe, Parvovirose und anderen gefährlichen Infektionen. Die meisten dieser Krankheiten verlaufen tödlich oder führen zu lebenslangen Komplikationen. Die Impfung ist die einzig zuverlässige Präventionsmethode. Sie:
- Baut Immunität gegen spezifische Krankheitserreger auf, indem sie die Antikörperproduktion anregt, ohne dass das Tier erkrankt.
- Reduziert die Ausbreitung von Infektionen in Hunde- und Menschenpopulationen (insbesondere bei Tollwut, einer Zoonose).
- Spart Kosten für Behandlungen: Die Therapie von Viruserkrankungen ist teurer und oft weniger wirksam als eine Impfung.
- Ist teilweise gesetzlich vorgeschrieben: Die Tollwutimpfung ist für die Registrierung des Tieres und für Reisen oft obligatorisch.
Wie Impfstoffe funktionieren: ein kurzer wissenschaftlicher Überblick

Die meisten Impfstoffe für Hunde werden hergestellt als:
- Lebendimpfstoffe (modifizierte Lebendviren) – sie sorgen für eine schnelle und langanhaltende Immunantwort.
- Totimpfstoffe (inaktivierte Viren) – sie sind sicher für Tiere mit geschwächtem Immunsystem, erfordern aber möglicherweise häufigere Auffrischungen.
- Subunit- und rekombinante Impfstoffe – sie enthalten nur Teile des Erregers, wodurch Nebenwirkungen minimiert werden.
Nach der Injektion „lernt“ der Körper das abgeschwächte oder teilweise zerstörte Virus kennen und produziert spezifische Antikörper. Gelangt der echte Erreger später in den Organismus, „erinnert“ sich das Immunsystem und kann ihn sofort unschädlich machen.
Unverzichtbare Impfungen für Hunde (Core-Vakzine)
Der Begriff „Core-Vakzine“ (Kern- oder Pflichtimpfungen) bezeichnet Impfungen, die jeder Hund benötigt, unabhängig von Rasse, Alter, Geschlecht oder Lebensstil. Dazu gehören:
- Tollwut (Rabies).
- Staupe (CDV, Canine Distemper Virus).
- Parvovirose (CPV-2).
- Hepatitis contagiosa canis/Adenovirus-2 (CAV-2, H.c.c.).
- Parainfluenza (CPiV) – als Teil eines Kombinationsimpfstoffs.
- Leptospirose (L. interrogans Serogruppen Icterohaemorrhagiae und Canicola) – wird gemäß neueren Empfehlungen in Regionen mit hoher Verbreitung zunehmend zu den Core-Vakzinen gezählt.
Alle anderen Impfungen (Bordetella bronchiseptica, Influenza-Virus H3N8/H3N2, Borreliose, Coronavirus etc.) gelten als „Non‑Core“-Vakzine und werden individuell je nach Risiko empfohlen.

Detaillierter Impfplan für Welpen
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick, wann ein Hund geimpft werden sollte, von der Geburt bis zum Alter von 18 Monaten. Die Angaben können je nach Impfstofftyp und regionalen Vorschriften leicht variieren. Konsultieren Sie daher immer Ihren Tierarzt.
| Alter des Welpen | Impfung | Gegen Krankheiten | Auffrischung / Hinweise |
|---|---|---|---|
| 6–8 Wochen | SHP + Pi | CDV, CAV‑2, CPV‑2, CPiV | Erste Impfung; Beginn der Grundimmunisierung |
| 10–12 Wochen | SHPPi + L | Dieselbe + Leptospira spp. | Zweite Dosis; Aufbau des Grundschutzes |
| 14–16 Wochen | SHPPi + L | Wiederholung zur Stärkung der Immunität | Wichtige Impfung aufgrund maternaler Antikörper |
| ≥ 12 Wochen (gesetzlich vorgeschrieben) | Tollwut (T) | Tollwut | Einzeln oder kombiniert; Pflicht für Auslandsreisen |
| 6–12 Monate | SHPPi + L + T | Umfassende Auffrischung | Erste Auffrischung nach der Welpen-Grundimmunisierung |
| Alle 12 Monate | L (+ Bordetella bei Bedarf) | Leptospirose, „Zwingerhusten“ | Jährliche Auffrischung |
| Alle 3 Jahre | SHPPi + T | Core-Krankheiten | Langzeitschutz gemäß WSAVA/AAHA |
Wichtig! Das Auslassen einer Dosis kann bedeuten, dass der Hund ungeschützt bleibt. Wurde der Impfplan unterbrochen, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt, um einen individuellen „Nachholplan“ zu erstellen.
Auffrischungsimpfungen bei erwachsenen Hunden
Nach der ersten Auffrischungsimpfung im Alter von 6–12 Monaten werden die meisten Core‑Vakzine (SHPPi und Tollwut) alle drei Jahre verabreicht. Impfungen gegen Leptospirose und gegebenenfalls Bordetella hingegen erfordern je nach Präparat und Risiko eine jährliche Auffrischung. Einige Tierärzte bieten eine Antikörpertiterbestimmung an, um zu prüfen, ob eine Auffrischungsimpfung aktuell notwendig ist. Dies ist eine nützliche Option für ältere oder empfindliche Tiere.
Nicht obligatorische, aber nützliche Impfungen (Non-Core-Vakzine)
- Bordetella bronchiseptica – zur Vorbeugung des „Zwingerhustens“, oft erforderlich für Ausstellungen, Tierpensionen und Hundeschulen.
- Canine Influenza (H3N8/H3N2) – empfohlen bei Ausbrüchen von Virusgrippe in der Region oder für häufig reisende Hunde.
- Lyme-Borreliose – relevant für Hunde, die in Waldgebieten leben und häufig Zecken ausgesetzt sind.
- Canines Coronavirus – verläuft meist mild, daher wird nur in Zuchten geimpft, in denen Ausbrüche registriert wurden.
Bevor Non‑Core-Impfstoffe verabreicht werden, bewertet der Tierarzt die Risiken: geografische Verbreitung von Krankheiten, Lebensstil des Hundes, Alter und Krankengeschichte.
Faktoren, die den individuellen Impfplan beeinflussen
- Regionale Seuchenlage – in Gebieten mit hohem Leptospirose-Vorkommen können häufigere Auffrischungen nötig sein.
- Rasse und Größe: Bestimmte Rassen oder sehr kleine Hunde können empfindlicher auf Impfungen reagieren. Eine individuelle tierärztliche Beratung ist hier wichtig.
- Gesundheitszustand – chronische Krankheiten, Immunsuppression oder Trächtigkeit können den Zeitplan beeinflussen.
- Lebensstil – Ausstellungs-, Arbeits- oder reiner Familienhund – unterschiedliche Risiken des Kontakts mit Krankheitserregern.

So bereiten Sie Ihren Hund auf die Impfung vor
Eine gute Vorbereitung minimiert Stress und reduziert das Risiko von Nebenwirkungen:
- Führen Sie 7–10 Tage vor der Impfung eine Entwurmung durch.
- Stellen Sie sicher, dass der Hund gesund ist – kein Durchfall, Husten oder Fieber.
- Ändern Sie das Futter nicht unmittelbar vor oder nach der Impfung, um keine allergischen Reaktionen zu provozieren.
- Beobachten Sie Ihren Hund nach der Injektion: Leichte Schläfrigkeit ist normal, aber Schwellungen im Gesicht oder Atembeschwerden sind ein Grund, sofort die Tierklinik aufzusuchen.
Verbreitete Mythen über Hundeimpfungen
Mythos 1: „Ein reiner Wohnungshund braucht keine Impfungen.“ Auch wenn der Hund das Haus kaum verlässt, können Viren über Schuhe oder Kleidung des Besitzers ins Haus gelangen.
Mythos 2: „Impfungen verursachen schwere Nebenwirkungen.“ Ernste Reaktionen sind selten und äußern sich meist nur als leichtes Fieber oder Schmerzen an der Einstichstelle, die nach 1–2 Tagen abklingen.
Mythos 3: „Eine einzige Impfung schützt ein Leben lang.“ Die Wirkung der meisten Impfstoffe lässt mit der Zeit nach, daher ist eine Auffrischungsimpfung unerlässlich.
Mythos 4: „Kleine Rassen vertragen die Standarddosis nicht.“ Die Dosis ist darauf ausgelegt, das Immunsystem zu aktivieren, und ist nicht vom Körpergewicht abhängig; eine reduzierte Dosis kann unwirksam sein.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann darf mein Welpe nach der Impfung raus?
Am sichersten ist es, 7 Tage nach der letzten Impfung der Grundimmunisierung (im Alter von ca. 14–16 Wochen) zu warten, damit sich der Impfschutz vollständig aufbauen kann.
Ist eine Auffrischungsimpfung nötig, wenn der Hund den jährlichen Termin verpasst hat?
Ja. Der Tierarzt wird einen „Nachholplan“ erstellen: eine oder mehrere Dosen, je nachdem, wie lange die Impfung überfällig ist.
Darf eine trächtige oder säugende Hündin geimpft werden?
Lebendimpfstoffe sind kontraindiziert. Es wird empfohlen, die Impfung zu verschieben oder inaktivierte Impfstoffe unter tierärztlicher Aufsicht zu verwenden.
Darf mein Hund nach der Impfung gebadet werden?
Eine leichte feuchte Reinigung ist möglich, aber vermeiden Sie Unterkühlung und ausgiebige Bäder für 48 Stunden.
Was ist eine serologische Titerbestimmung und ersetzt sie die Auffrischungsimpfung?
Der Test misst den Antikörperspiegel und zeigt, ob noch ausreichend Schutz vorhanden ist. Bei einem hohen Titer kann die Impfung möglicherweise verschoben werden, aber diese Entscheidung trifft immer der Tierarzt.
Fazit
Ein gut durchdachter Impfplan für Hunde ist eine Investition in die Gesundheit Ihres Lieblings und Ihre eigene Sorgenfreiheit. Befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Tierarztes, bewahren Sie den Impfpass sorgfältig auf und vergessen Sie die Auffrischungsimpfungen nicht. So kann Ihr vierbeiniger Freund ein langes, aktives und glückliches Leben ohne gefährliche Infektionen führen.
