Geschichte der Burmilla-Rasse: der 11. September 1981
Die Entstehungsgeschichte dieser Rasse ist ein kleines Lehrstück darüber, wie aus einem Missgeschick eine Tugend wird. Schauplatz ist der Haushalt der Baronin Miranda von Kirchberg in Großbritannien. Dort lebte eine lilafarbene Burmakatze mit dem Zuchtnamen Bambino Lilac Faberge – und ein silberner Chinchilla-Perserkater namens Jemari Sanquist, der als Schmusekater für den Ehemann der Baronin angeschafft worden war und kurz vor der geplanten Kastration stand.
Beide Katzen waren für Verpaarungen mit der jeweils eigenen Rasse vorgesehen. Doch eine Reinigungskraft ließ eine Tür offen stehen, die Burmakatze war rollig, und der Kater hatte, wie es der britische Dachverband GCCF bis heute augenzwinkernd formuliert, andere Pläne. Am 11. September 1981 kam der erste Wurf zur Welt: vier Kätzchen, allesamt weiblich, allesamt kurzhaarig und in einem schwarz schattierten Silber, das die funkelnde Unterwolle des Chinchilla-Persers mit dem Körperbau der Burma verband. Die vier hießen Galatea, Gemma, Gabriela und Gisella.
Statt die Kätzchen als reine Liebhabertiere abzugeben, entschied sich die Baronin, aus dem Zufall ein Zuchtprogramm zu machen, und gründete die Burmilla Association. 1984 folgte durch die Züchterin Thérèse Clarke der Burmilla Cat Club. In den Jahren danach wurde die Verpaarung Burma × Chinchilla-Perser planvoll wiederholt, wobei konsequent auf kontrastreiche Augenumrandung, rein silbrige Unterwolle und ein ausgeglichenes Wesen selektiert wurde.
Der Name selbst ist ein Kofferwort aus Burmese und Chinchilla. Man könnte sagen: Diese Rasse existiert, weil jemand vergessen hat, eine Tür zu schließen. Das ist keine Anekdote am Rande, sondern die nüchterne Erklärung dafür, warum in ihrem Erbgut zwei sehr unterschiedliche Katzenwelten stecken – mit allen Vorzügen und allen Risiken, die daraus folgen.
Das Aussehen der Burmilla: Detaillierte Beschreibung des Exterieurs
- Körper – mittelgroß, muskulös, mit breiter Brust.
- Kopf – sanft keilförmig; bei Katern ausgeprägte Wangen, bei Katzen glatter.
- Ohren – groß, leicht nach vorne geneigt, mit abgerundeten Spitzen.
- Augen – groß, mandelförmig; Farbe von Gelbgrün bis Smaragdgrün.
- Nase – mittellang, mit kaum merklichem Stop; Nasenspiegel oft rosa-korallenfarben.
- Schwanz – mittellang, zur Spitze hin allmählich schmaler werdend.
- Fell – seidig, am Körper anliegend; dichte Unterwolle, aber nicht so plüschig wie bei Perserkatzen.
Das unverwechselbare Markenzeichen ist die dunkle Umrandung von Augen, Nasenspiegel und Lippen – im deutschen Sprachgebrauch spricht man von „geschminkten Augen“. Beide Fellvarianten zeigen dieses Merkmal gleichermaßen; die halblanghaarige wirkt durch Schwanzfahne und Halskragen nur etwas opulenter. Wichtig: Die Rasse soll nicht in Richtung eines flachen Perser-Gesichts gehen. Ein eingedrückter Nasenrücken ist hier kein Schönheitsplus, sondern ein Rückschritt.



