Die Geschichte der Rasse: Von königlichen Gemächern in die Moderne
Die Geschichte des Zwergspaniels reicht etwa tausend Jahre zurück und ist durch zahlreiche Kunstwerke wunderbar dokumentiert. Die europäische Malerei - vor allem die Porträtmalerei - greift oft das Bild des winzigen Hündchens mit dem niedlichen Aussehen auf, das auf dem Schoß seines Besitzers sitzt. Genau der Phalène ist die ursprüngliche, „originale“ Form des Kontinentalen Zwergspaniels. Auf den Gemälden von Tizian, Rubens, Clouet und anderen Meistern der Renaissance sehen wir genau diese schlappohrigen Spaniels. Sie waren die Lieblinge von Madame de Pompadour und Marie-Antoinette.
Interessanterweise traten die stehenden Ohren (Papillons) erst viel später auf, wahrscheinlich infolge der Einkreuzung von Spitzen oder Terriern zur Verkleinerung der Rasse. Bis ins 19. Jahrhndert dominierten die Phalènes, aber später wechselte die Mode zugunsten der „Schmetterlinge“. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts begannen Kynologen mit der Zucht eines stabilen Rassetyps - der dekorative Winzling eroberte schnell spezialisierte Zwingr, blieb aber ein seltener Familienhund. Heute erlebt der Phalène eine Art Renaissance, da Liebhaber der klassischen Schönheit zu den Ursprüngen der Rasse zurückkehren.
Aussehen und Anatomie: Wie der ideale Phalène aussieht

Ein kleiner Hund mit harmonischem Körperbau, gestrecktem Rumpf, rundlichem Kopf und Hängeohren - genau deren Form ist das Hauptmerkmal, das den Phalène vom Kontinentalen Zwergspaniel Papillon unterscheidet. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Hunde anatomisch, abgesehen vom Ohrknorpel, identisch sind.
Kopf und Schädel
Der Schädel sollte nicht zu rund sein (wie ein Apfel), aber einen deutlich ausgeprägten Stopp (Übergang von der Stirn zum Fang) aufweisen. Der Fang ist kürzer als der Schädelteil, spitz zulaufend, aber nicht so flach wie bei brachyzephalen Rassen; vergleicht man ihn beispielsweise mit einem Pekingesen, so sind beim Phalène die Atemwege offen und verursachen keine Probleme.
Die Ohren - der Stolz der Rasse
Die Ohren sind hoch angesetzt, deutlich oberhalb der Augenlinie. Sie hängen herab, sind aber dennoch recht beweglich. Das Ohrleder sollte kräftig, aber weich sein. Das Schlüsselmerkmal ist das lange Zierhaar an den Ohren, das einen „Fransen-Effekt“ erzeugt. In Ruhe liegen die Ohren am Kopf an, aber wenn der Hund aufmerksam ist, können sie sich an der Basis leicht anheben, die Spitzen bleiben jedoch immer nach unten gerichtet.
Körper und Fell
Der tiefe Brustkorb endet tief zwischen den Vorderläufen und bietet ausreichend Volumen für Lunge und Herz. Der Bauch ist aufgezogen, und die lange Rute wird in einem schönen Bogen über die Rückenlinie getragen und bildet eine „Haarfontäne“. Sie ist mit langen Haarsträhnen geschmückt - ebenso wie die Ohren und die Gliedmaßen; am Körper ist das dichte Fell etwas kürzer, liegt aber eng an. Die Farbe besteht aus bunten Flecken auf weißem Grund, wobei Weiß vorherrschen sollte. Besonders geschätzt wird eine symmetrische weiße Blesse zwischen den Augen, die dem Gesicht Ausdruck verleiht.
Die Struktur des Fells ist seidig, gewellt, aber nicht lockig. Es erinnert an das Fell eines anderen orientalischen Aristokraten - des Japan Chin, ist aber dichter und elastischer. Ein wichtiger Punkt: Dem Phalène fehlt die Unterwolle komplett, was ihn weniger allergen macht und die Reinigung im Haus vereinfacht.



