Geschichte der Dackelrasse
Die Geschichte des Dackels reicht tief in die Jahrhunderte zurück, obwohl seine genaue Herkunft umstritten bleibt. Es wird angenommen, dass die Vorfahren des Dackels niedrigläufige deutsche Bracken waren. Abbildungen von kurzbeinigen Jagdhunden wurden sogar im Alten Ägypten (Epoche 18.–23. Jahrhundert v. Chr.) gefunden, und die antiken griechischen Historiker Xenophon und Arrian erwähnten ähnliche Hunde. Eine gezielte Züchtung der heutigen Dackelrasse begann jedoch deutlich später.
Deutschland wurde zum Schlüsselland in der Entwicklung der Rasse. Der Name „Dachshund“ bedeutet wörtlich „Dachshund“ (Dachs – Dachs, Hund – Hund), was direkt auf den ursprünglichen Verwendungszweck dieser Tiere hinweist – die Jagd auf Dachse, Füchse und andere Erdbauten bewohnende Tiere. Ihr einzigartiger Körper – lang, auf kurzen Beinen – war ideal für die Arbeit unter der Erde. Die ersten Erwähnungen von „Dachs“- oder „Erdhunden“ in deutschen Quellen datieren bereits auf das 16. bis 17. Jahrhundert.
Die systematische Zuchtarbeit begann im 18. Jahrhundert, und die offizielle Anerkennung erfolgte im 19. Jahrhundert. Im Jahr 1888 wurde der Deutsche Teckelklub gegründet, der den ersten Rassestandard festlegte. Ursprünglich gab es nur die kurzhaarige Variante, doch später, durch Kreuzungen mit Spaniels und Schnauzern/Terriern, wurden entsprechend langhaarige und rauhaarige Dackel gezüchtet.
Interessanterweise entstanden die Miniaturvarianten (Zwerg- und Kaninchen-Dackel) später, wahrscheinlich unter Beteiligung von Toy Pinschern. Dies könnte einige Merkmale ihres Aussehens beeinflusst haben, zum Beispiel die stärker hervorstehenden Augen, was manchmal als Mangel angesehen wird.
Die Popularität des Dackels wuchs schnell, nicht nur in Deutschland, sondern auch darüber hinaus. Insbesondere in Großbritannien wurden sie durch Königin Victoria, die sie aus Deutschland mitbrachte, zu Lieblingen der königlichen Familie. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs sank die Popularität der Rasse in englischsprachigen Ländern jedoch drastisch, da sie mit Deutschland assoziiert wurden. Glücklicherweise erlangten Dackel mit der Zeit ihre verdiente Beliebtheit weltweit zurück.
Wie der Dackel aussieht: Standard und Varianten

Der Dackel ist eine Rasse, die durch ihre Vielfalt beeindruckt. Das Hauptmerkmal ist der langgestreckte Körper auf kurzen, kräftigen Beinen. Es ist ein kleiner, aber robuster Hund mit gut entwickelter Muskulatur und breiter Brust. Die Vorderbeine sind massiver als die Hinterbeine, was eine Anpassung an das Graben von Bauten darstellt. Die Rückenlinie sollte gerade sein. Die Schnauze ist langgestreckt, mit einem minimal ausgeprägten Übergang von der Stirn zum Nasenrücken. Der FCI-Standard unterscheidet neun Hauptvarianten des Dackels, die nach zwei Parametern klassifiziert werden: Felltyp und Größe (bestimmt durch den Brustumfang im Alter von mindestens 15 Monaten).
Felltypen des Dackels
- Kurzhaar: Der älteste Typ. Das Fell ist kurz, dicht, glänzend und liegt eng am Körper an. Es erfordert minimale Pflege und schützt gut vor Schmutz und Feuchtigkeit.
- Langhaar: Das Fell ist weich, seidig, gerade oder leicht gewellt, länger an den Ohren, der Unterseite des Körpers, der Rückseite der Beine und am Schwanz (bildet eine „Fahne“). Erfordert regelmäßiges Bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden. Es wird angenommen, dass langhaarige Dackel ein ruhigeres Temperament haben als kurzhaarige.
- Rauhaar: Das Fell ist dicht, hart, drahtig, mit gut entwickelter Unterwolle. Charakteristische Merkmale sind dichte „Augenbrauen“, „Schnurrbart“ und „Bart“ an der Schnauze. Erfordert regelmäßiges Trimmen (Ausrupfen des abgestorbenen Deckhaars), um die richtige Struktur und das Aussehen zu erhalten. Rauhaar-Dackel gelten oft als die widerstandsfähigsten und eigensinnigsten.
Größen des Dackels
Die Größe des Dackels wird nicht durch die Widerristhöhe oder das Gewicht bestimmt (obwohl es Richtwerte gibt), sondern durch den Brustumfang, gemessen im Alter von mindestens 15 Monaten:
| Größe | Brustumfang (FCI) | Ungefähres Gewicht |
|---|---|---|
| Standard | Über 35 cm | bis 9–12 kg |
| Zwerg-Dackel (Miniatur) | 30–35 cm | 4–5 kg |
| Kaninchen-Dackel | Bis 30 cm | bis 3,5 kg |
Es ist wichtig zu beachten, dass die Klassifizierung in einigen Ländern (z. B. USA und Großbritannien) unterschiedlich sein kann und dort hauptsächlich Standard- und Miniatur-Dackel nach Gewicht unterschieden werden.
Fellfarben des Dackels
Dackel haben eine außergewöhnlich breite Farbpalette:
- Einfarbig: Rot (von hell-sandfarben bis satt mahagonirot), falb. Kleine weiße Abzeichen auf der Brust sind zulässig, aber nicht erwünscht.
- Zweifarbig: Schwarz-lohfarben, braun-lohfarben (schokoladenfarben), blau-lohfarben (grau), isabell-lohfarben (lila). Die Lohfarben sollten klar abgegrenzt und von sattem Rot oder Falb sein.
- Gefleckt (marmoriert, merle): Grundfarbe (schwarz, rot, grau) mit unregelmäßigen grauen oder beigefarbenen Flecken. Große Flecken sind unerwünscht. Keine der Farben sollte dominieren.
- Gestromt: Grundfarbe rot oder falb mit dunklen (schwarzen) Streifen.
Die Farbe Weiß, mit Ausnahme eines kleinen Brustflecks, gilt als schwerwiegender Fehler bei den meisten Farbschlägen, außer bei gefleckten, wo sie als kleine Flecken vorhanden sein kann.
