Dobermann

By tvaryny
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Der Dobermann (Doberman Pinscher) ist nicht nur ein Hund, er ist eine wahre Legende in der Welt der Kynologie. Elegant, athletisch und mit einem durchdringenden, intelligenten Blick strahlt er eine Mischung aus Bewunderung, Respekt und manchmal auch Furcht aus. Dobermänner sind viel mehr als nur die „bösen Hunde“, als die sie oft in Filmen dargestellt werden. Sie sind unglaublich treue Begleiter, aufmerksame Schüler und unübertroffene Beschützer. Aufgrund ihres stark ausgeprägten, angeborenen Schutzinstinkts haftet ihnen der Ruf aggressiver Tiere an. Diese Eigenschaften zeigen sich jedoch nur dann, wenn ihr Besitzer oder das bewachte Eigentum in Gefahr ist. Tatsächlich verbirgt sich hinter dieser strengen Fassade eine sensible, liebevolle und grenzenlos loyale Seele. Mehr dazu erfahren Sie auf Tvaryny.

Dobermann: Kurzübersicht der Rasse

Доберман лого

Die offizielle Bezeichnung der Rasse lautet Dobermann (Dobermann). Früher wurde oft der Name „Dobermann Pinscher“ verwendet, aber im Laufe der Zeit wurde der Zusatz „Pinscher“ gestrichen, um die Einzigartigkeit der Rasse zu betonen.

MerkmalBeschreibung
HerkunftDeutschland (Apolda, Thüringen)
EntstehungszeitEnde des 19. Jahrhunderts (um 1890)
FCI-KlassifikationGruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molossoide, Schweizer Sennenhunde und andere Rassen). Sektion 1 (Pinscher und Schnauzer).
WiderristhöheRüden: 68-72 cm
Hündinnen: 63-68 cm
GewichtRüden: 40-45 kg
Hündinnen: 32-35 kg
Lebenserwartung10-13 Jahre (oft kürzer aufgrund von Gesundheitsproblemen)
VerwendungBegleithund, Diensthund, Schutzhund, Sporthund.

Entstehungsgeschichte der Rasse

Die Geschichte des Dobermanns ist untrennbar mit dem Namen eines Mannes verbunden – Karl Friedrich Louis Dobermann (1834-1894). Er lebte in der Stadt Apolda in Deutschland und arbeitete als Steuereintreiber, leitete aber auch ein Tierheim und war Hundefänger (fing streunende Hunde). Seine Arbeit war gefährlich, weshalb er einen zuverlässigen, mutigen und gleichzeitig treuen Wachhund brauchte.

Dobermann führte keine Zuchtbücher, weshalb das genaue „Rezept“ für die Entstehung der Rasse ein Rätsel bleibt. Es wird angenommen, dass er Hunde aus seinem Tierheim verwendete. Zu den Hauptvorfahren des modernen Dobermanns gehörten wahrscheinlich alte deutsche Pinscher (Vorgänger des heutigen Deutschen Pinschers), die zu dieser Zeit für ihre Furchtlosigkeit und Schutzqualitäten bekannt waren. Es wird vermutet, dass diesen das Blut von „Metzgerhunden“ (Vorgängern des Rottweilers), dem Beauceron, dem Weimaraner (zur Verbesserung des Geruchssinns) und dem Manchester Terrier (für das kurze, glatte Fell und die klaren Abzeichen) beigemischt wurde.

Friedrich Louis Dobermann strebte danach, nicht nur einen Hund, sondern einen „Superhund“ zu schaffen – den idealen Beschützer, intelligent, schnell und entschlossen. Und es gelang ihm. Die von ihm gezüchteten Hunde erlangten schnell den Ruf hervorragender Wachhunde.

Nach Dobermanns Tod im Jahr 1894 setzten andere Enthusiasten die Arbeit an der Rasse fort, insbesondere Otto Goeller, der als „Pate“ der Rasse gilt. Goeller war es, der das etwas aggressive Temperament der ersten Dobermänner milderte und sie besser für die Rolle des Begleit- und Diensthundes geeignet machte. Er gründete 1899 den ersten Rasseclub. Dank Goeller wurden Dobermänner nicht nur als Diensthunde, sondern auch als Begleiter noch populärer.

Bald verbreiteten sich diese Hunde auf der ganzen Welt. Bereits ab 1902 versahen Dobermänner in Russland ihren Dienst als Polizeihunde. Sie wurden aktiv während des Ersten und Zweiten Weltkriegs eingesetzt, wo sie unter den amerikanischen Marines aufgrund ihres Mutes den Spitznamen „Teufelshunde“ (Devil Dogs) erhielten. Die Rasse wurde 1960 offiziell von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt.

Das Aussehen des Dobermanns: Standard und Erscheinung

Dobermann in Bewegung

Der Dobermann ist die Verkörperung von Athletik und Eleganz. Er ist ein mittelgroßer bis großer Hund von muskulöser, aber „trockener“ Statur. Er hat nichts Überflüssiges – jede Linie des Körpers zeugt von Kraft und Schnelligkeit. Die Silhouette des Dobermanns sollte praktisch quadratisch sein (besonders bei Rüden), mit einer stolzen Haltung.

Kopf und Fang

Der Kopf des Dobermanns ist kräftig und muskulös, von oben gesehen hat er die Form eines stumpfen Keils. Der Übergang von der Stirn zum Fang ist gut ausgeprägt. Der Fang ist ziemlich breit. Die Lippen sind trocken und liegen eng an den starken Kiefern mit einem idealen Scherengebiss an. Der Nasenschwamm ist breit, mit großen Nasenlöchern; die Farbe hängt von der Fellfarbe ab (schwarz bei schwarzen Hunden, braun – bei braunen). Die Augen sind mittelgroß, oval, dunkel (je dunkler, desto besser). Der Blick ist lebhaft, klug und zuversichtlich.

Ohren und Rute: Kupieren

Historisch wurden Dobermännern Ohren und Rute kupiert (abgeschnitten). Die Rute wurde sehr kurz kupiert (es blieben 2-3 Wirbel), und die Ohren erhielten eine spitze, stehende Form. Dies geschah aus praktischen Erwägungen – damit der Hund bei der Arbeit (Wachdienst, Kampf) keine verwundbaren Stellen hatte. Heute ist das Kupieren in vielen europäischen Ländern (einschließlich Deutschland, dem Ursprungsland der Rasse) und Australien gesetzlich verboten und gilt als inhuman. In der Ukraine gibt es derzeit kein so strenges Verbot, aber der Trend zum „natürlichen“ Aussehen nimmt zu.

  • Natürliche Ohren: mittelgroß, hoch angesetzt, hängend, anliegend an den Wangen.
  • Natürliche Rute: lang, säbelförmig.

Daher kann sich das Aussehen des modernen Dobermanns je nach Land und Entscheidung des Züchters stark unterscheiden. Der „natürliche“ Dobermann sieht weniger grimmig aus, verliert aber nichts von seiner Eleganz.

Körper und Gliedmaßen

Der Hals ist lang, muskulös, mit einer schönen Wölbung. Der Rücken ist gerade, kurz, ziemlich breit und kräftig. Die Brust ist ziemlich tief und breit, oval geformt. Der Bauch ist elegant aufgezogen und bildet eine schöne untere Linie. Die Gliedmaßen sind gerade, parallel, mit gut entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind kompakt, „katzenartig“, mit geschlossenen Zehen.

Fell und Farbe des Dobermanns

Farbe des Dobermanns

Das Fell ist eines der charakteristischen Merkmale des Dobermanns. Es ist kurz, hart, dicht und eng anliegend, ohne Unterwolle. Dies macht die Pflege minimal, macht den Hund aber gleichzeitig anfällig für Kälte.

Der FCI-Standard erkennt nur zwei Hauptfarben an:

  • Schwarz mit rot-rostfarbenen Abzeichen.
  • Braun (oder dunkelbraun) mit rot-rostfarbenen Abzeichen.

Die Abzeichen müssen klar abgegrenzt sein und sich an streng definierten Stellen befinden: am Fang, an den Wangen, über den Augen, am Hals, auf der Brust (zwei Flecken), an den Läufen und unter der Rute.

Es gibt auch „verdünnte“ Farben, wie Blau (abgeschwächtes Schwarz) und Isabella (abgeschwächtes Braun, „rehfarben“). Sie werden vom FCI-Standard nicht anerkannt und sind oft mit einer genetischen Erkrankung verbunden – der Color Dilution Alopecia (CDA), die zu Haut- und Fellproblemen führt. Es gibt auch den „weißen“ (eigentlich cremefarbenen) Dobermann – dies ist ein partieller Albino, der ebenfalls ernste Gesundheitsprobleme mit sich bringt und von keiner seriösen kynologischen Organisation anerkannt wird.

Charakter: Temperament und Verhalten

Der Charakter des Dobermanns ist eine komplexe Mischung von Gegensätzen. Er ist ein entschlossener und souvaräner Hund, willensstark und mit einem festen Charakter. Aber gleichzeitig ist er dem Menschen außerordentlich treu ergeben, auf seinen Besitzer fixiert und bereit, alle seine Anforderungen zu erfüllen. Er ist der klassische „Hund eines Menschen“ oder einer Familie.

Intelligenz und Sensibilität

Dobermänner belegen einen der vorderen Plätze in den Ranglisten der intelligentesten Hunderassen. Sie verstehen Kommandos sofort, sind zu einer komplexen Analyse der Situation und zur selbstständigen Entscheidungsfindung fähig (was das Training manchmal erschweren kann). Aber ihre Intelligenz ist mit hoher Sensibilität verbunden. Der Dobermann spürt die Stimmung des Besitzers sehr fein, er verträgt Schreien, Grobheit oder ungerechte Bestrafung schlecht. Er ist ein „Klettverschluss-Hund“ (velcro-dog), der 24/7 in der Nähe seiner Familie sein möchte und unter Einsamkeit und mangelnder Aufmerksamkeit leidet.

Schutzinstinkt

Beim Dobermann ist der Schutz- und Wachinstinkt gut entwickelt. Er ist immer auf der Hut, kontrolliert das Territorium und die Mitglieder seines „Rudels“. Er wird niemals zulassen, dass seinem Besitzer und seiner Familie etwas angetan wird, und ist auch bereit zur verzweifelten Verteidigung des Eigentums seines Besizers. Dabei ist ein richtig erzogener Dobermann außerhalb seines Territoriums friedliebend und freundlich. Er wird nicht als Erster einen Konflikt suchen, aber im Falle einer realen Bedrohung oder Aggression durch andere Hunde oder Fremde wird er für sich und seine Lieben eintreten können. Ihre Furchtlosigkeit, Kraft und Tapferkeit werden ihnen immer helfen, den Sieg davonzutragen.

Dobermann und Kinder

Ein Dobermann, der mit Kindern aufgewachsen ist, verhält sich ihnen gegenüber normalerweise gut, kann ein tapferer und mutiger Beschützer und Spielpartner für sie sein. Allerdings ist dies ein großer und starker Hund. Selbst beim Spielen kann er versehentlich ein kleines Kind anstoßen oder umwerfen. Daher sollte jede Interaktion unter Aufsicht von Erwachsenen stattfinden. Es ist auch wichtig, Kindern beizubringen, den persönlichen Raum des Hundes zu respektieren.

Umgang mit anderen Tieren

Die Sozialisation mit anderen Tieren muss frühzeitig und konsequent erfolgen. Dobermänner können mit anderen Hunden und Katzen zusammenleben, besonders wenn sie zusammen aufgewachsen sind. Bei Rüden kann jedoch eine ausgeprägte Aggression gegenüber gleichgeschlechtlichen Hunden vorhanden sein. Kleine Tiere (Nagetiere, Vögel) können aufgrund ihres Jagdinstinkts (der zwar gedämpft ist, aber existiert) als Beute angesehen werden.

Pflege und Haltung

Auf den ersten Blick scheint die Pflege des Dobermanns einfach, aber es gibt wichtige Nuancen, die mit seinem kurzen Fell und seinem hohen Energieniveau zusammenhängen.

Fellpflege (Grooming)

Die Fellpflege des Dobermanns ist minimal. Sein kurzes Fell muss nicht geschnitten werden. Es reicht aus, den Hund einmal pro Woche mit einem Gummihandschuh oder einer Bürste mit Naturborsten zu bürsten, um abgestorbene Haare zu entfernen und dem Fell Glanz zu verleihen. Häufiges Baden des Dobermanns wird nicht empfohlen – dies stört das natürliche Fettgleichgewicht der Haut. Eine vollständige Wäsche mit Shampoo ist nur bei starker Verschmutzung erforderlich (1-2 Mal pro Jahr). Um das Fell nach dem Spaziergang sauber zu halten, genügt es, es mit einem feuchten Frotteehandtuch abzuwischen.

Wichtig ist auch, regelmäßig:

  • Krallen zu schneiden: etwa alle 2-3 Wochen, wenn sie sich nicht auf Asphalt abnutzen.
  • Ohren zu reinigen: wöchentlich inspizieren und bei Bedarf mit einer speziellen Lotion reinigen.
  • Zähne zu putzen: 2-3 Mal pro Woche mit spezieller Hundezahnpasta.
  • Augen zu reinigen: bei Bedarf mit Kamillentee oder einem sauberen, in Wasser getauchten Wattepad.

Haltungsbedingungen und Wetterempfindlichkeit

Aufgrund des fehlenden Unterfells sind Dobermänner absolut nicht für ein Leben draußen im Zwinger geeignet. Sie sind ausschließlich Wohnungs- oder Haushunde. Sie sind sehr kälteempfindlich – im Winter benötigen sie für den Spaziergang unbedingt einen warmen Mantel. Im Sommer hingegen besteht die Gefahr der Überhitzung, insbesondere bei schwarzen Hunden. Haben Sie immer Wasser dabei und lassen Sie den Hund nicht im Auto zurück.

Körperliche Auslastung

Dies ist ein Schlüssel für die Haltung des Dobermanns. Es sind sehr aktive und energiegeladene Hunde, die nicht nur körperliche, sondern auch geistige Auslastung benötigen. Ein gewöhnlicher Spaziergang „an der Leine“ zweimal täglich ist für sie katastrophal unzureichend. Der Dobermann braucht:

  • Mindestens 2 Stunden aktive Spaziergänge pro Tag.
  • Die Möglichkeit, frei zu laufen ohne Leine (an einem sicheren Ort).
  • Geistige Auslastung: Erlernen von Kommandos, Tricks, Suchspielen.

Wenn der Dobermann nicht genügend Auslastung erhält, findet seine ungenutzte Energie ihren Ausdruck in destruktivem Verhalten (angeknabberte Möbel, Bellen, Aggression).

Erziehung und Sozialisierung

Die Erziehung des Dobermanns ist eine zwingende Voraussetzung, keine Option. Aufgrund ihrer Intelligenz, Kraft und Schutzinstinkte kann ein unkontrollierter Dobermann gefährlich sein. Diese Rasse wird kategorisch nicht für Anfänger oder Menschen mit schwachem Charakter empfohlen.

Frühe Sozialisierung

Für den Dobermann ist eine frühe Sozialisierung (von der 3. bis zur 16. Woche) von entscheidender Bedeutung. Er darf weder ängstlich noch aggressiv sein. Der Welpe muss mit verschiedenen Menschen, Geräuschen, Orten und Transportmitteln vertraut gemacht werden. Nehmen Sie den Welpen öfter mit zu Spaziergängen an belebten Orten und erlauben Sie ihm den Kontakt mit anderen geeigneten Hunden. Sie müssen sicher sein, dass der erwachsene Hund in jeder Situation angemessen reagieren wird.

Erziehungsmethoden

Um mit dem Training zu beginnen, muss eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Ihnen und dem Hund bestehen. Sie müssen die dominante Position einnehmen, aber nicht durch Gewalt oder Grausamkeit, sondern durch Selbstvertrauen, Konsequenz und Autorität. Der Dobermann muss Sie als Anführer ansehen.

Sie reagieren hervorragend auf positive Verstärkungsmethoden (Leckerlis, Lob, Spiel). Grobheit oder körperliche Bestrafung können die sensible Psyche des Dobermanns brechen oder im Gegenteil aggressive Reaktionen hervorrufen. Das Training muss konsequent, fair und interessant sein. Diese Hunde langweilen sich schnell bei monotonen Wiederholungen.

Sport und Arbeit

Dobermänner sind außerordentlich begabte Hunde. Sie werden zu Profis in jeder Tätigkeit. Ideal für sie sind Sportarten wie Agility, Obedience, Coursing sowie Dienstdisziplinen (z. B. IPO/Schutzhund – Schutzdienst, wo sie ihre Instinkte legal unter Kontrolle ausleben können). Die Veranlagung zur Spurensuche liegt ihnen im Blut – sie werden hervorragende Helfer für Polizei und Rettungsdienste, im Gegensatz zu Rassen wie dem Böhmischen Rauhbart (Český Fousek) oder dem Spinone Italiano, die in erster Linie Jagdhunde sind.

Gesundheit: Typische Krankheiten und Prävention

Dobermänner sind starke und robuste Hunde, aber leider weist die Rasse eine Reihe ernster genetischer Erkrankungen auf, die ihre Lebenserwartung erheblich verkürzen. Die Liste der Krankheiten dieser Hunde ist beachtlich, und dies ist wohl der größte Nachteil der Rasse.

Das bedeutet keineswegs, dass Ihr Haustier zwangsläufig erkranken wird. Um jedoch die Anfälligkeit des Welpen für genetische Erkrankungen zu minimieren, muss seine Abstammung sorgfältig geprüft und ein Züchter gewählt werden, der seine Hunde auf diese Krankheiten testet. Sorgfalt und Aufmerksamkeit helfen, viele Probleme mit der Gesunheit Ihres vierbeinigen Freundes zu vermeiden.

ErkrankungBeschreibungPrävention / Diagnose
Dilatative Kardiomyopathie (DCM)Die gefährlichste Krankheit, der „stille Killer“ des Dobermanns. Der Herzmuskel schwächt sich ab, die Herzkammern erweitern sich, was zu Herzversagen und plötzlichem Tod führt.Jährliche (!) Untersuchung beim Kardiologen, beginnend ab 1-2 Jahren: Herzultraschall (Echokardiographie) und Holter-Monitoring (24-Stunden-EKG). Gentests.
Wobbler-Syndrom (CVI)Erkrankung des Rückenmarks im Halsbereich. Instabilität der Wirbel drückt auf das Rückenmark, verursacht Schmerzen, Koordinationsstörungen („torkelnder“ Gang) und Schwäche der Gliedmaßen bis zur Lähmung.Diagnose: MRT. Behandlung oft chirurgisch. Keine Sprünge aus großer Höhe zulassen, Vorsicht im Welpenalter.
Von-Willebrand-Krankheit (vWD)Vererbte Blutgerinnungsstörung, ähnlich der Hämophilie. Führt zu starker Blutung bei Verletzungen oder Operationen.Obligatorischer Gentest vor dem Kauf eines Welpen oder vor jeder geplanten Operation (z. B. Kastration).
HypothyreoseUnterfunktion der Schilddrüse. Führt zu Gewichtszunahme, Haut- und Fellproblemen, Lethargie, Kälteintoleranz.Regelmäßige Blutuntersuchung auf Schilddrüsenhormone (insbesondere im reifen Alter). Wird mit Hormonersatztherapie behandelt.
Hüftgelenksdysplasie (HD)Fehlentwicklung des Gelenks, die zu Schmerzen, Lahmheit und Arthritis führt.Röntgenaufnahmen (nach 1.5-2 Jahren). Gewichtskontrolle, Vermeidung übermäßiger Belastung bei Welpen.
Magendrehung (GDV)Akuter Zustand, bei dem sich der Magen verdreht und den Ausgang von Gasen blockiert. Führt innerhalb weniger Stunden ohne Notoperation zum Tod.2-3 Mal täglich kleinere Portionen füttern. Keine aktiven Spiele direkt nach dem Fressen (1-2 Stunden) zulassen.

Ernährung: Wichtige Empfehlungen

Dobermänner sind aktive Hunde, die eine hochwertige, proteinreiche Ernährung benötigen. Die Wahl liegt zwischen naturbelassenem Futter und fertigem Trockenfutter.

Natürliche Fütterung

Das Hauptprodukt in der Ernährung des Dobermanns sollte Fleisch sein (Rind, Pute, Huhn – wenn keine Allergien vorliegen). Innereien (Herz, Leber – in Maßen), Knorpel, Rinderpansen sind nützlich. Das Fleisch sollte dem Hund in kleinen Stücken gegeben werden. Hackfleisch wird praktisch nicht verwertet. Füttern Sie Ihren Hund niemals mit fettigen Produkten (Schweinefleisch).

Neben Fleischprodukten sollten dem Dobermann gegeben werden:

  • Sauermilchprodukte: Quark, Kefir, Naturjoghurt.
  • Eier: 2-3 Mal pro Woche (gekochte oder rohe Eigelbe).
  • Meeresfisch: einmal pro Woche (gekocht, grätenfrei).
  • Gemüse und Obst: Karotten, Kürbis, Zucchini, Äpfel. Der Hund sollte sie von klein auf essen. Gemüse sollte am besten gerieben und roh hinzugefügt werden, leicht mit Öl beträufelt (zur Aufnahme von Vitaminen).
  • Getreide: Reis, Buchweizen. Brei sollte nicht mehr als 20-30% der Ration ausmachen.

Trockenfutter

Wenn Sie sich für Trockenfutter entscheiden, sollte es Premium-, Super-Premium-Klasse oder Holistic-Futter für aktive Hunde großer Rassen sein. Es ist bereits ausgewogen und enthält alle notwendigen Vitamine. Mischen Sie niemals Trockenfutter und natürliches Futter in einer Mahlzeit – dies führt zu Verdauungsproblemen.

Prävention der Magendrehung

Dobermänner sind anfällig für Magendrehungen. Um das Risiko zu minimieren:

  • Füttern Sie den Hund 2-3 Mal täglich, nicht nur einmal.
  • Der Napf kann auf einem Ständer auf Brusthöhe des Hundes stehen.
  • Es ist strengstens untersagt, 1.5-2 Stunden nach dem Fressen aktive Spiele zu spielen, zu rennen oder zu springen.

Vor- und Nachteile der Rasse

Die Entscheidung, einen Dobermann anzuschaffen, sollte äußerst wohlüberlegt sein. Dies ist kein Hund, den man „der Schönheit wegen“ nimmt und seine Bedürfnisse vernachlässigt.

✅ Vorteile❌ Nachteile
Hohe Intelligenz, lernt schnell.Benötigt einen erfahrenen Besitzer, nicht für Anfänger.
Grenzenlose Loyalität zur Familie, „Klettverschluss-Hund“.Ernste Gesundheitsprobleme (besonders DCM), hohe Tierarztkosten.
Ausgezeichneter Wach- und Schutzhund.Hoher Bedarf an körperlicher und geistiger Auslastung.
Minimale Fellpflege, kein „Hundegeruch“.Neigung zur Dominanz und Sturheit, wenn er die Schwäche des Besitzers spürt.
Elegantes, athletisches Erscheinungsbild.Verträgt Einsamkeit schlecht, neigt zu Trennungsangst.
Energiegeladener Partner für Sport und aktive Freizeit.Verträgt Kälte schlecht, benötigt Kleidung im Winter.
Mögliche Aggression gegenüber anderen Hunden (besonders des gleichen Geschlechts).

Interessante Fakten über die Rasse

  1. Heldenhund: Während des Zweiten Weltkriegs rettete ein Dobermann namens Kurt auf Guam 250 amerikanischen Marines das Leben. Er warnte sie vor einem Hinterhalt japanischer Soldaten, starb jedoch selbst durch eine Granate. Er war der erste Hund, der auf dem National Military Cemetery beigesetzt wurde.
  2. „Filmstar“… mit einem Minuszeichen: Hollywood schuf dem Dobermann das Image eines „Killerhundes“ und Helfers von Bösewichten (zum Beispiel in den Filmen „Resident Evil“ oder „John Wick“). Dies hat den Ruf der Rasse stark geschädigt.
  3. Nicht nur Wachhunde: Obwohl Dobermänner für den Schutz gezüchtet wurden, sind sie universelle „Soldaten“, im Gegensatz zu vielen Diensthunderassen (wie dem Böhmischen Rauhbart (Český Fousek) oder dem Spinone Italiano, die Jagdhunde sind). Ihr scharfer Geruchssinn ermöglicht es ihnen, erfolgreich als Such- und Rettungshunde zu arbeiten.
  4. Der klügste Wachhund: Im berühmten Intelligenztest von Stanley Coren belegt der Dobermann den 5. Platz und wird nur vom Border Collie, Pudel, Deutschen Schäferhund und Golden Retriever übertroffen. Dies macht ihn zum intelligentesten unter allen klassischen Schutzhunderassen.
  5. Name mit Fehler: Der Gründer der Rasse, Karl Friedrich Louis Dobermann, hatte einen Nachnamen mit zwei „n“ am Ende. Bei der Registrierung der Rasse ging jedoch ein Buchstabe „verloren“, und die Rasse wurde Doberman genannt.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Rasse

Stimmt es, dass Dobermänner bösartig und aggressiv sind?

Nein. Das ist ein durch Filme verstärkter Mythos. Ein Dobermann darf laut Standard weder ängstlich noch aggressiv sein. Er ist ein souvaräner Beschützer. Seine „Aggression“ ist ein kontrollierter Schutzinstinkt. Er wird nicht grundlos angreifen, aber er wird seinen Besitzer im Falle einer realen Bedrohung ohne Zögern verteidigen. Dobermänner werden durch falsche Erziehung, mangelnde Sozialisierung oder schlechte Genetik aggressiv.

Vertragen sich Dobermänner mit Kindern?

Ja, Dobermänner, die in einer Familie mit Kindern aufgewachsen sind, sind in der Regel sehr geduldig, sanft und beschützen sie. Sie können ausgezeichnete „Nannys“ sein. Aber es ist ein großer und starker Hund. Alle Spiele sollten unter Aufsicht von Erwachsenen stattfinden, und Kinder müssen lernen, wie man mit dem Hund umgeht.

Kann man einen Dobermann in einer Wohnung halten?

Ja, unter einer Bedingung: Sie müssen dem Hund ausreichend körperliche und geistige Auslastung bieten. In der Wohnung verhält sich ein Dobermann ruhig und schläft viel, wenn er „ausgelastet“ ist. Aber wenn ihm langweilig ist, wird er die Wohnung auseinandernehmen. Sie hassen Kälte und können nicht draußen leben.

Ist das Kupieren von Ohren und Rute obligatorisch?

Nein. In den meisten Ländern der Welt ist dies verboten. Es ist ausschließlich ein kosmetischer Eingriff, der keinen gesundheitlichen Nutzen für den Hund hat und schmerzhaft ist. Der „natürliche“ Dobermann mit Hängeohren und langer Rute ist derselbe Dobermann, mit demselben Charakter und derselben Intelligenz.

Wie lange leben Dobermänner?

Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 10-13 Jahre, aber leider sterben viele Hunde aufgrund der hohen Verbreitung von DCM (Kardiomyopathie) plötzlich im Alter von 6-9 Jahren. Regelmäßige Herzuntersuchungen sind für diese Rasse eine lebenswichtige Notwendigkeit.

Video über die Rasse

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