Geschichte und Herkunft
Die Geschichte des English Cocker Spaniels reicht Jahrhunderte zurück. Es wird angenommen, dass ihre Vorfahren, die „Spaniels“, bereits zur Zeit des Römischen Reiches aus Spanien auf die Britischen Inseln kamen (der Name „Spaniel“ leitet sich von „spanisch“ ab). Über Jahrhunderte hinweg wurden diese Hunde für die Jagd auf Federwild in dichtem Gestrüpp eingesetzt. Ihre Aufgabe war es, das Wild aufzustöbern und für den Jäger aufzuscheuchen. Anfangs wurden die Spaniels nicht in separate Rassen unterteilt, sondern nach ihrer Jagdart klassifiziert: „Landspaniels“ und „Wasserspaniels“.
Erst im 19. Jahrhundert begann die gezielte Aufteilung der Landspaniels nach Größe. Hunde aus demselben Wurf konnten unterschiedlichen Typen zugeordnet werden: Die größeren, über 11 kg schweren, wurden „Springer“ oder „Field Spaniels“ genannt (die Vorfahren der heutigen English Springer Spaniels), während die kleineren als „Cocker“ bezeichnet wurden. Der Name „Cocker“ leitet sich vom englischen Wort „woodcock“ (Waldschnepfe) ab, da diese kleinen und wendigen Hunde am häufigsten für die Jagd auf diesen Vogel eingesetzt wurden. Sie waren ideal für die Arbeit im dichten Unterholz, wo sich größere Hunde nur schwer bewegen konnten.
Die offizielle Anerkennung der Rasse erfolgte 1892, als der englische Kennel Club den English Cocker Spaniel endlich als eigenständige Rasse anerkannte. Seitdem begann seine Popularität nicht nur als Jagd-, sondern auch als Begleithund zu wachsen. Sein fröhliches Wesen, seine Treue und sein attraktives Äußeres haben die Herzen von Millionen Menschen weltweit erobert.
Aussehen des English Cocker Spaniels: Standard und Erscheinungsbild

Der English Cocker Spaniel ist ein harmonisch gebauter, kompakter und kräftiger Hund von sportlicher Statur. Sein Erscheinungsbild strahlt Energie und Lebensfreude aus. Ein wesentlicher Unterschied zu seinem engsten Verwandten ist, dass er etwas höher und nicht so gedrungen ist wie der Amerikanische Cocker Spaniel und zudem ein weniger dichtes Fell und eine nicht ganz so kurze Schnauze hat.
- Kopf: Klar konturiert, mit einem ausgeprägten Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop). Die Schnauze ist rechteckig und nicht spitz.
- Augen: Groß, aber nicht hervorstehend, von dunkelbrauner oder brauner Farbe, die mit der Fellfarbe harmoniert. Der Blick ist sehr ausdrucksstark, intelligent, sanft und ein wenig bittend – ein Markenzeichen der Rasse.
- Ohren: Tief auf Augenhöhe angesetzt. Sie sind lang, dünn, mit seidigem, glattem Haar bedeckt und reichen, wenn man sie nach vorne zieht, bis zur Nasenspitze. Dies ist eines der bekanntesten Merkmale der Rasse.
- Körper: Kräftig, kompakt, mit einer tiefen Brust und einer geraden Rückenlinie, die leicht zur Rute hin abfällt.
- Rute: Früher wurde die Rute traditionell etwa auf die Hälfte ihrer Länge kupiert, insbesondere bei Arbeitshunden, um Verletzungen im Gestrüpp zu vermeiden. Heute ist das Kupieren in vielen Ländern, einschließlich Deutschland, verboten, sodass man immer häufiger Cocker mit langen, fröhlich wedelnden Ruten sieht. Die Rute ist etwas unterhalb der Rückenlinie angesetzt, wird auf Rückenhöhe getragen und ist ständig in Bewegung.
- Fell: Glatt, seidig, mit leichter Befederung (längeres Haar) an Ohren, Brust, Bauch und Läufen. Das Fell sollte nicht zu dicht oder lockig sein, um den Hund bei der Jagd nicht zu behindern.
Fellfarben des English Cocker Spaniels
Die Farbpalette dieser Rasse ist außerordentlich breit. Man kann sie grob in zwei große Gruppen einteilen: einfarbig und mehrfarbig (particolour).
Einfarbige Varianten:
- Schwarz: Tiefes Schwarz ohne rötlichen Schimmer.
- Rot: Von hellem Gold bis zu sattem Dunkelrot.
- Leberfarben/Braun (Liver): Ein sattes Braun.
- Schwarz mit Loh (Black and Tan): Schwarz mit klaren, lohfarbenen Abzeichen über den Augen, an der Schnauze, an der Brust und an den Pfoten.
- Braun mit Loh (Liver and Tan): Analog zur vorherigen Farbe, aber die Grundfarbe ist Braun.
Mehrfarbige (Particolour) Varianten:
- Zweifarbig (Bicolour): Schwarz-weiß, rot-weiß, braun-weiß. Die Flecken sollten idealerweise gleichmäßig verteilt sein.
- Dreifarbig (Tricolour): Schwarz-weiß mit Loh, braun-weiß mit Loh.
- Schimmel (Roan): Bei dieser Färbung sind weiße Haare gleichmäßig mit farbigen gemischt, was einen „gesprenkelten“ Effekt erzeugt. Es gibt Blauschimmel (blue roan), Orangeschimmel (orange roan) und Braunschimmel (liver roan). Die Blauschimmel-Färbung ist eine der beliebtesten.
- Schimmel mit Loh: Blauschimmel mit Loh, Braunschimmel mit Loh.


