Geschichte und Herkunft des Großen Münsterländers
Die Geschichte des Großen Münsterländers ist eng mit der einer anderen deutschen Rasse verbunden – dem Deutsch-Langhaar. Über Jahrhunderte züchteten deutsche Jäger langhaarige Vorstehhunde, die hervorragende Helfer bei der Jagd auf Federwild waren. Bei diesen Hunden gab es zwei Hauptfarbschläge: braun-weiß und schwarz-weiß. Beide Varianten galten als Teil derselben Rasse und wurden ausschließlich nach ihren Arbeitsleistungen bewertet.
Die Situation änderte sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Standardisierung der Rassen begann. 1909 traf der Deutsch-Langhaar-Verein eine schicksalhafte Entscheidung: die schwarz-weiße Farbvariante aus dem Rassestandard auszuschließen. Von diesem Zeitpunkt an wurden offiziell nur noch braune und braun-weiße Hunde anerkannt. Doch Enthusiasten, die gerade die schwarz-weißen Hunde für ihre außergewöhnlichen jagdlichen Fähigkeiten und ihr elegantes Aussehen schätzten, fanden sich damit nicht ab. Sie lebten hauptsächlich im Münsterland (Westfalen), wo die schwarz-weißen Vorstehhunde besonders verbreitet waren.
Im Jahr 1919 schlossen sich diese Zücher zusammen und gründeten ihren eigenen „Verein für die Reinzucht des schwarz-weißen Münsterländer Vorstehhundes“. Sie sammelten die verbliebenen Vertreter der schwarz-weißen Linie der Langhaar-Hunde, die zur Grundlage der neuen Rasse - des Großen Münsterländers - wurden. Bereits 1922 wurde der erste offizielle Standard entwickelt und verabschiedet. Es ist wichtig zu betonen, dass der Große Münsterländer nicht einfach eine schwarz-weiße Variante des Deutsch-Langhaar ist, sondern sich als eigenständige Rasse mit eigenen Zuchtzielen entwickelte. Er sollte auch nicht mit dem Kleinen Münsterländer verwechselt werden, der eine völlig separate, wenn auch verwandte Rasse ist.
Standard und Erscheinungsbild der Rasse

Der Große Münsterländer ist ein Hund von kräftigem, athletischem und zugleich elegantem Körperbau. Sein Erscheinungsbild zeugt von Kraft, Ausdauer und Schnelligkeit, die für die Arbeit im Feld notwendig sind. Der Körper sollte harmonisch und gut bemuskelt sein.
- Kopf: Langgestreckt, edel, mit einem leichten Übergang von der Stirn zum Fang. Der Schädel ist nicht zu breit. Der Fang ist kräftig, lang und hat einen geraden Nasenrücken. Die Lefzen liegen eng an, der Nasenschwamm ist schwarz.
- Augen: Dunkel, von mittlerer Größe. Der Blick ist intelligent, lebhaft und freundlich. Die Augenlider liegen fest an.
- Ohren: Hoch angesetzt, breit, hängend und eng am Kopf anliegend. Die Spitzen sind abgerundet. Das lange Haar an den Ohren bildet schöne „Behänge“.
- Körper: Fast quadratisches Format. Der Rücken ist kurz, fest und gerade. Der Brustkorb ist tief und breit und bietet ausreichend Platz für Herz und Lunge.
- Rute: Setzt die Rückenlinie fort, wird waagerecht oder leicht angehoben getragen. Das dichte und lange Haar an der Unterseite bildet eine schöne „Fahne“.
- Haarkleid: Lang, dicht, glatt, aber nicht lockig. Am Kopf ist das Haar kurz. An der Rückseite der Vorder- und Hinterläufe sowie an Ohren und Rute bildet das Haar deutliche „Federn“ und „Hosen“.
- Farbe: Die Grundfarbe ist weiß mit schwarzen Platten unterschiedlicher Größe oder schwarz geschimmelt (Mischung aus schwarzen und weißen Haaren). Der Kopf ist überwiegend schwarz, eine weiße Blesse oder ein Fleck am Fang sind erlaubt.
In seinem Körperbau kann der Große Münsterländer leicht an einen English Setter erinnern, wirkt jedoch kräftiger und muskulöser, was seine deutsche Herkunft und seine Vielseitigkeit bei der Arbeit unterstreicht.


