| Höhe | 25–38 cm |
| Gewicht | 5–9 kg |
| Lebenserwartung | 12–15 Jahre |
| FCI-Gruppe | von der FCI nicht anerkannt (Arbeitstyp) |
| Herkunft | Großbritannien |
Genaue Bewertungen
Häufige Krankheiten
Ernährung
Der Patterdale Terrier ist ein kompakter Arbeitsterrier aus dem Lake District im Nordwesten Englands. Seine wichtigste Besonderheit zeigt sich schon vor jeder Beschreibung des Äußeren: Er ist keine Rasse im Sinne der Register, sondern ein Arbeitstyp, den die meisten großen kynologischen Organisationen überhaupt nicht beschreiben — und die wenigen, die es tun, beschreiben ihn unterschiedlich. Deshalb nennen wir auf dieser Seite jedes Mal, wessen Vorgabe gerade zitiert wird. Ähnliche Rassen finden Sie bei Tvaryny.
Wer den Patterdale überhaupt beschreibt — und warum die Beschreibungen abweichen
Die Frage „Was sagt der Standard des Patterdale?“ hat keine einheitliche Antwort, denn einen einheitlichen Standard gibt es nicht. Die Rasse fehlt in der Nomenklatur der Fédération Cynologique Internationale (FCI). Sie fehlt auch in der Rasseliste des American Kennel Club (AKC) — und das, obwohl in derselben Liste der Lakeland Terrier, der Border Terrier und der Parson Russell Terrier stehen, also die nächsten Nachbarn des Patterdale. Ebenso wenig steht sie in der Standardliste oder in der Rasseliste des britischen Kennel Club, wo Lakeland, Bedlington, Border und Parson ihre festen Plätze haben.
Das Fehlen in einer Liste, die die Nachbarn derselben Gruppe enthält, ist eine inhaltliche Tatsache und keine Lücke unserer Recherche. Es bedeutet genau das, was es bedeutet: In diesen Registern hat der Patterdale weder einen Standard noch eine Nummer noch eine Ausstellungsklasse.
Zwei Organisationen haben die Rasse dagegen sehr wohl beschrieben, und genau auf sie sollte man sich berufen.
- Der United Kennel Club (UKC, USA) hat den Patterdale Terrier am 1. Januar 1995 anerkannt und der Terriergruppe zugeordnet. Die gültige Fassung des offiziellen UKC-Standards trägt das Datum 1. Dezember 2014. Das ist ein vollwertiger Ausstellungsstandard — mit einer Liste von Fehlern, schweren Fehlern und Disqualifikationen.
- Der Patterdale Terrier Club of America (PTCA) ist der Rasseclub, der einen eigenen schriftlichen Standard mit eigenen Vorgaben veröffentlicht.
Zwei Dokumente sind nicht „das richtige und das falsche“. Es sind zwei verschiedene Aufnahmekriterien, und jedes gilt bei den eigenen Veranstaltungen. Die Unterschiede zwischen ihnen sind ganz konkret:
| Merkmal | UKC-Standard (Fassung 2014) | PTCA-Standard |
|---|---|---|
| Größe | 10–15 Zoll am Widerrist | 10–15 Zoll an der Schulter |
| Gewicht | Nennt überhaupt keine Zahl: „das Gewicht soll im Verhältnis zur Größe stehen“ | Im Verhältnis zur Größe; „zwölf bis zwanzig Pfund wären ein Durchschnittswert“ |
| Farbe | Schwarz, Rot, Schokoladenbraun, Grizzle, Schwarz mit Loh und Bronze | Schwarz, Rot, Schokoladenbraun, Schwarz mit Loh — und ausdrücklich der Hinweis, dass andere Farben nicht registriert werden |
| Kupieren der Rute | Wenn kupiert wird, wird nur ein Viertel oder ein Drittel abgenommen | Wenn kupiert wird, höchstens ein Viertel |
| Augenfarbe | Im Einklang mit der Fellfarbe, aber niemals blau | Braun oder kastanienbraun; bei schokoladenfarbenen Hunden jeder Bernsteinton |
| Ohren | Dreieckig, eng anliegend, etwas oberhalb des Schädels | „Knopfohren“ mit enger Falte |
| Disqualifikationen | Vier: Kryptorchismus, Bösartigkeit oder übermäßige Scheu, Albinismus, jeder weiße Fleck an Körper oder Kopf | Zwei: Kryptorchismus, Scheu oder Bösartigkeit |
Die praktische Schlussfolgerung für Käufer ist einfach: Die Frage, ob ein Hund dem Standard entspricht, bleibt ohne die Angabe, welchem, inhaltsleer. Derselbe Grizzle- oder Bronzehund besteht nach dem UKC-Standard und wird nach der Farbliste des PTCA nicht registriert.
Herkunftsgeschichte: Was dokumentiert ist und was mündliche Überlieferung
Der Name stammt vom Dorf Patterdale in der Grafschaft Cumbria. Der Lake District, das sind steile Hänge, Geröllfelder, Nebel und Dauerregen, und die Bauern dort brauchten keinen schönen Hund, sondern einen, der einem Fuchs in eine Felsspalte folgt und lebend wieder herauskommt. Das wichtigste Auswahlkriterium war gameness — die Bereitschaft, gegen das Wild zu arbeiten und nicht zurückzuweichen; das Wort wird bis heute unübersetzt verwendet.
Danach wird es schwieriger. Die Geschichte von Arbeitstypen ist fast immer mündlich, und der Patterdale ist ein Musterfall: Was am häufigsten erzählt wird, ist am schlechtesten durch Dokumente belegt.
Die erste Falle ist der Name selbst. „Patterdale Terrier“ bezeichnete zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nicht den Hund, den man heute so nennt. Der anschaulichste Beleg ist das Buch von Richard Clapham „Foxes, Foxhounds and Fox-hunting“ (1922): Die Bildunterschrift lautet dort „Ein arbeitender Lakeland Terrier. Einer der ‚Patterdale‘-Rasse“ — derselbe Hund trägt also beide Namen zugleich, und auf der Aufnahme ist der Hund hell und zottig, dem heutigen schwarzen, glatthaarigen Patterdale überhaupt nicht ähnlich.
Die Klärung kam 1921, als die Lakeland Terrier Association gegründet wurde und den Namen „Lakeland“ gerade deshalb festschrieb, um damit alle örtlichen Bezeichnungen zu erfassen, die bis dahin nebeneinander in Gebrauch waren — Patterdale-, Ennerdale-, Fell-, Cumberland- und Westmorland-Terrier. Der heutige Lakeland Terrier hat also auch den Namen „Patterdale“ in sich aufgenommen; der frei gewordene Name blieb später an dem Arbeitstyp haften, der außerhalb der Register geblieben ist. Deshalb sind alte Bücher und Artikel mit dem Wort „Patterdale“ mit Vorsicht zu lesen: Gemeint ist nicht zwangsläufig der heutige schwarze Hund.
Die früheste ausführliche Beschreibung, die wir zitieren können, ist ein Brief von Lord Decies unter der Überschrift „The Patterdale Terriers“, gedruckt in der Zeitschrift The Field am 18. April 1903; den Text gibt der PTCA auf seiner Website wieder. Der Autor schreibt, er habe zwanzig Jahre lang ein Notizbuch über seine Terrier geführt, und beschreibt den Typ, den ein Fell Terrier braucht: sehr beweglich, eher hochläufig, „schmal in der Brust, mit einem Gewicht von etwa 15 oder 16 Pfund“, mit wetterfestem Haar. Dort werden auch Red Tinker — „der Urvater vieler heutiger Patterdale Terrier“ — und Blondin genannt, beschrieben als „zwerghafter reinrassiger Bedlington“, den man in Verpaarungen breit eingesetzt hat, „um die Bergterrier zu verbessern“. Die Beteiligung des Bedlingtons an der Entstehung des Typs ist also keine Vermutung, sondern das, was ein Zeitzeuge ausdrücklich behauptet.
Die zweite Falle ist Joe Bowman. Der Name dieses Jagdführers der Ullswater Foxhounds wird in den meisten populären Beschreibungen als „Schöpfer“ des Patterdale genannt — er habe den blauschwarzen Border Terrier mit dem schwarz-lohfarbenen Fell Terrier gekreuzt. Das Problem daran: Die modernen Quellen beschreiben andere Hunde als die Quellen seiner Zeit. Derselbe Clapham schreibt 1922 über die Terrier „der Patterdale-Rasse“ bei Bowman, sie hätten „eine ganze Menge Bedlington-Blut“ und wögen zwischen 14 und 16 Pfund, und die von ihm namentlich genannten Hunde sind rot, braun-rauhaarig, blau. Ein schwarzer glatthaariger Hund ist nicht darunter. Bowman hielt also tatsächlich Terrier, die man Patterdales nannte — aber es waren Hunde jenes Typs, aus dem später der Lakeland wurde.
Der Brief von 1903 liest sich genauso: Sein Autor zählt Terrier auf, die er Bowman über sechzehn Jahre hinweg geliehen hat. Wichtig ist, dass Clapham zwei Jahrzehnte später unabhängig davon dieselben Hunde erwähnt — Sweep, der Lord Decies gehörte, ebenso wie Corby und Blondin —, was bestätigt, dass der Brief keine späte Erfindung ist. Bowman ist in diesem Bild ein herausragender Nutzer und Popularisator von Arbeitsterriern und nicht derjenige, der den heutigen Typ herausgezüchtet hat.
Das Interessanteste daran ist, wie die Legende beim Weitererzählen an Gewicht gewann, denn das lässt sich Schritt für Schritt nachvollziehen. Mehrere heutige Seiten wiederholen ein und denselben Satz, der keinen Quellenverweis trägt; und bei jeder Wiedergabe verschieben sich Details. Es schwankt das Alter, in dem Bowman das Amt angetreten haben soll. Es schwankt auch das Amt selbst: Populäre Darstellungen machen ihn zum Master der Ullswater Foxhounds, während eine Quelle aus seiner Zeit einen ganz anderen Mann als Master bezeichnet und Bowman als huntsman, also als Jäger der Meute. Und jene Seite, die als einzige unter ihnen Einzelnachweise führt, zählt namentlich alle auf, die das Amt des Master innehatten — und Bowman steht nicht in dieser Aufzählung.
Das ist zugleich die praktische Lehre dieses Abschnitts, und sie lässt sich auf jede andere Rasse übertragen: Die bloße Zahl der Seiten, die eine Geschichte wiederholen, verleiht ihr kein Gewicht, wenn alle denselben quellenlosen Satz nacherzählen. Das Erkennungszeichen dafür sind driftende Details: Ändern sich von Fassung zu Fassung Alter, Amt oder Farbe, dann hatte niemand der Beteiligten das Dokument je in der Hand.
Wann der heutige schwarze Patterdale entstanden ist. Hier stimmen die Quellen bei den Namen überein und gehen bei den Daten auseinander. Moderne Darstellungen nennen einhellig Cyril Breay und Frank Buck, die in den 1950er Jahren gezielt mit dem Typ gearbeitet haben, sowie Brian Nuttall, dessen Linien vom Ende der 1950er und aus den 1960er Jahren hinter vielen heutigen Hunden stehen. Das sind aber moderne Zeugnisse und keine Dokumente jener Zeit. Deshalb erstreckt sich die Spanne der Daten, die verschiedene Autoren als Beginn der heutigen Rasse nennen, über ein halbes Jahrhundert — von den 1910er bis in die 1960er Jahre —, und keines dieser Daten sollte als gesichert dargestellt werden.
Warum es so wenige Primärdokumente gibt — und das ist eine Erklärung, keine Ausrede. Die Lücke hat mindestens drei konkrete Gründe, und jeder davon ist überprüfbar. Erstens hat niemand die Arbeitsterrier des Lake District registriert, weil es für sie kein Register gab: Das erste Rasseregister — der Club PTCA — wurde erst 1993 gegründet, und zwar in Amerika. Zweitens wurden die Aufzeichnungen privat geführt und aufbewahrt: Lord Decies schreibt ausdrücklich, dass er zwanzig Jahre lang ein Buch über seine Terrier geführt hat — es ging also nicht darum, dass niemand etwas aufschrieb, sondern darum, dass diese Aufzeichnungen nicht in den öffentlichen Umlauf gelangten. Drittens hielt der Autor des neunzehnten Jahrhunderts Rawdon Lee, als er die Terrier von Cumberland und Westmorland beschrieb, ausdrücklich fest, dass man sie nicht konsequent gezüchtet und den Typ nicht gefestigt hat — in jenen Jahrzehnten gab es als „Rasse“ also wirklich nichts festzuhalten. Ein erklärtes Fehlen von Dokumenten ist eine überprüfbare Aussage und weit nützlicher als ein vages „die Quellen widersprechen einander“.
Aufschlussreich ist auch das Schicksal der nächsten Version — angeblich habe Brian Nuttall den Namen in weiten Umlauf gebracht. Auf die direkte Frage antwortete er, dass rauhaarige, glatte und Broken-Terrier in seiner Gegend „immer Patterdales oder Fells genannt wurden, je nachdem, mit wem man spricht“. Auch diese Version hält also der Nachfrage beim Beteiligten selbst nicht stand.
Die eigene historische Notiz des UKC formuliert die Herkunft vorsichtiger und breiter: Die Rasse „stammt hauptsächlich vom schwarzen, glatthaarigen Fell Terrier ab, der unter den harten Bedingungen Nordenglands gezüchtet wurde“ und den man gegen Raubwild hielt, das den Schafen gefährlich war. Man sollte im Blick behalten, dass der historische Abschnitt eines Standards die Position des Registers wiedergibt und keine unabhängig festgestellte Tatsache; aber gerade diese vorsichtigere Version passt am besten zu den Dokumenten.
Äußeres: Funktion vor allem anderen

Die Züchter der Patterdales sind bewusst nicht den Weg der Ausstellungsauslese gegangen, und deshalb wird das Äußere der Rasse über die Eignung zur Arbeit beschrieben und nicht über Schönheit. Die These „hier gibt es überhaupt keinen Standard, wichtig ist allein die Fähigkeit, in den Bau zu schlüpfen“ ist aber ungenau: Der UKC-Standard ist durchaus detailliert und enthält vier Gründe für eine Disqualifikation.
- Größe. Beide vorhandenen Standards geben denselben Bereich an — 10–15 Zoll, also etwa 25–38 cm. Der Unterschied liegt allein im Messpunkt: Der UKC misst am Widerrist, der PTCA an der Schulter.
- Gewicht. Hier gehen die Standards grundsätzlich auseinander. Der UKC nennt gar keine Zahl und beschränkt sich auf das Verhältnis zur Größe und eine Arbeitskondition ohne überflüssiges Fett. Der PTCA verlangt ebenfalls Proportionalität, fügt aber einen Anhaltspunkt hinzu: 12–20 Pfund (etwa 5–9 kg) „wären ein Durchschnittswert“. Das ist genau ein Anhaltspunkt und keine Vorschrift: Das Wort „durchschnittlich“ steht in der Quelle nicht zufällig. Zum Vergleich: Der Brief von 1903 nannte für einen Bergterrier 15–16 Pfund.
- Brustkorb und „Zwei-Hände-Regel“. Das ist keine Folklore der Besitzer, sondern das offizielle Richtverfahren des UKC. Der Hund wird mit den Händen vermessen: Die Brust direkt hinter den Schulterblättern soll sich von den Handflächen eines erwachsenen Mannes so umfassen lassen, dass sich die Finger beider Hände berühren. Der Standard beschreibt auch, wie genau das gemacht wird — die Vorderläufe werden vom Boden gehoben und der untere Teil des Brustkorbs sanft zusammengedrückt, um sicherzugehen, dass er nachgibt. Ein zu großer, zu breiter oder nicht nachgebender Brustkorb ist ein Fehler.
- Haar. Drei Typen: glatt (smooth), dazwischenliegend (broken) und rau (rough). Die Anforderung ist dieselbe — dicht und grob, in der Lage, vor Nässe, Dornen und den Zähnen des Wildes zu schützen. Beschädigte Arbeitsstellen im Haar werden im Ring nicht bestraft.
- Rute. Beide Standards erwähnen das Kupieren als Möglichkeit und nicht als Pflicht. Beide begründen es gleich: Die Rute ist mitunter die einzige Möglichkeit, den Hund aus dem Bau zu ziehen. Der UKC hält ausdrücklich fest, dass es keinen Vorzug zwischen kupierter und natürlicher Rute gibt.
Beim Kupieren lohnt der Blick auf die rechtliche Seite: Der UKC selbst hält im Text des Standards fest, dass er als internationales Register das Verbot des Kupierens von Ruten und Ohren in einer Reihe von Ländern kennt und dass deshalb kein Hund bei seinen Veranstaltungen wegen einer natürlichen Rute oder natürlicher Ohren benachteiligt werden darf.
Und nun das Wichtigste — jenes Detail, bei dem sich fast jede Rassebeschreibung irrt. Die Formulierung „in Großbritannien ist das Kupieren für Arbeitshunde erlaubt“ ist falsch: Die Regelung zerfällt innerhalb des Vereinigten Königreichs, und für den Patterdale fällt die Antwort in seinen drei Rechtsgebieten unterschiedlich aus.
- England — der Patterdale fällt darunter. Die Liste der Typen, für die eine Ausnahme gilt, umfasst drei Positionen, und die dritte ist offen formuliert: Terrier jeden Typs oder jeder Kombination von Typen. Keine einzige Rasse wird namentlich genannt, also passt der Patterdale unter diese Formulierung.
- Wales — fällt nicht darunter. Hier ist die Liste geschlossen: Vier konkrete Terrierrassen werden genannt, der Patterdale ist nicht darunter, und zusätzlich steht der Vorbehalt, dass eine Kombination von Rassen nicht zählt.
- Schottland — Terrier kommen in der Ausnahme überhaupt nicht vor. Die Ausnahme erfasst nur Spaniels und Vorstehhunde; zudem betrifft sie ausschließlich die Arbeit auf der Jagd und nicht die Schädlingsbekämpfung, erlaubt höchstens ein Drittel der Rute und verlangt, dass ausschließlich ein Tierarzt den Eingriff vornimmt.
Auch die Bedingungen, unter denen die Ausnahme in England greift, sollte man vorher kennen, denn mehrere davon sind wenig naheliegend: Die Mutter des Welpen muss einem der aufgeführten Typen angehören; der Welpe darf höchstens fünf Tage alt sein; nötig ist eine tierärztliche Bescheinigung, ausgestellt auf Grundlage eines von sieben zulässigen Nachweisen der Arbeitsbestimmung — darunter ausdrücklich ein Schreiben eines Vertreters des Verbands der Arbeitsterrier, ein Detail, das genau diese Rasse betrifft; der Hund muss vor dem dritten Lebensmonat gechippt werden; und ein solcher Hund darf nicht auf Veranstaltungen gezeigt werden, bei denen Zuschauer Eintritt zahlen, außer zur Vorführung der Arbeitseigenschaften.
Außerhalb Großbritanniens folgt die Logik mitunter einem ganz anderen Muster. In Deutschland knüpft die Ausnahme nicht an die Rasse an, sondern an die vorgesehene Verwendung — an Hunde, die auf der Jagd geführt werden sollen; eine Rasseliste und eine Altersgrenze enthält der Gesetzestext nicht, stattdessen müssen drei Bedingungen zugleich erfüllt sein: die aus dieser Verwendung folgende Notwendigkeit, das Fehlen tierärztlicher Einwände und die Durchführung durch einen Tierarzt. In Polen ist das Verbot ausdrücklich benannt, und eine Arbeits- oder Jagdausnahme ist dazu nicht vorgesehen — nur eine therapeutische.
Gesondert zur Ukraine, und hier markieren wir bewusst die Grenze unserer eigenen Aussage: Eine eigene Norm speziell zum Kupieren enthält das einschlägige Gesetz nicht. Es gibt das allgemeine Verbot, Haustiere zu verstümmeln, und ein Kupieren aus kosmetischen Gründen fällt höchstwahrscheinlich darunter — aber das ist unsere Schlussfolgerung aus der allgemeinen Norm und kein Zitat aus einem eigenen Paragrafen, und der Leser sollte diesen Unterschied kennen.
| Merkmal | Beschreibung der Besonderheiten |
|---|---|
| Farbe | Am typischsten ist einfarbiges Schwarz, doch die Farblisten der beiden Standards sind verschieden (siehe Tabelle oben). Beide lassen etwas Weiß an Brust und Pfoten zu; nach dem UKC-Standard ist ein weißer Fleck an Körper oder Kopf eine Disqualifikation. |
| Kopf | Kräftig, von vorn keilförmig oder trapezförmig. Schädel und Fang sind gleich lang, oder der Fang ist etwas kürzer. Der Fang soll weder spitz noch schwach sein. |
| Zähne | Vollständiges Gebiss, Scheren- oder Zangenbiss. Bei der Arbeit gebrochene oder verlorene Zähne werden nicht bestraft. |
| Augen | Gerade und ziemlich weit auseinander eingesetzt, nicht vorstehend — das ist wichtig für einen Hund, der in der Erde arbeitet. |
| Ohren | Klein, mit enger Falte, die Spitzen zum äußeren Augenwinkel gerichtet. |
Charakter und Temperament: Kleiner Teufel oder treuer Freund?

Das ist der wichtigste Abschnitt für künftige Besitzer, und der UKC-Standard äußert sich hier für ein Dokument dieser Gattung ungewöhnlich offen: Patterdales „arbeiten sehr bereitwillig und haben einen starken Willen zu gefallen“, aber das ist kein Hund für den gewöhnlichen Heimtierhalter, und vom Halter braucht es Humor und Verständnis für echtes Terrierwesen. Das ist ein seltener Fall, in dem ein Register den Käufer unmittelbar warnt.
Zu Hause ist der Patterdale meist sanft und anhänglich, manchmal aufdringlich. Das Umschalten in den Arbeitsmodus geht bei ihm jedoch augenblicklich, und an Intensität und Kompromisslosigkeit ist er deutlich härter als der Border Terrier, den man oft als sanftere Alternative betrachtet.
In der Art zu arbeiten und im Erregungsniveau stehen Patterdales dem Deutschen Jagdterrier am nächsten. Beide neigen dazu, die eigenen Kräfte zu überschätzen und einen deutlich größeren Gegner anzugehen. Die praktische Folge für die Stadt ist klar und sehr konkret: Ein Spaziergang ohne Leine dort, wo es Katzen, Eichhörnchen oder eine Fahrbahn gibt, ist ein unnötiges Risiko, denn die Hetze schaltet sich schneller ein, als der Gehorsam greift.
Menschen gegenüber sind Patterdales in der Regel loyal; der UKC-Standard verlangt, dass der Hund gegenüber Menschen, Vieh und anderen Hunden ruhig ist, und Bösartigkeit oder übermäßige Scheu stehen auf der Liste der Disqualifikationen. In der Praxis geraten Rüden allerdings oft untereinander aneinander, weshalb man einen zweiten Hund klüger vom anderen Geschlecht wählt. Kleintiere — Hamster, Ratten, Kaninchen — vertragen sich mit einem Patterdale nicht: Der Jagdtrieb ist hier zu stark, um sich auf Sozialisierung zu verlassen.
Anders als der ODIS, den man vor allem als Begleithund mit gemäßigtem Temperament gezüchtet hat, braucht der Patterdale konsequente Regeln und eine ernsthafte Auslastung. Das ist kein Hund, bei dem eine weiche Unentschlossenheit in der Erziehung funktioniert.
Arbeitsqualitäten — und warum hier das Gesetz wichtiger ist als die Tradition
Haltung und Pflege: Einfach und kompliziert zugleich

In der Fellpflege ist der Patterdale anspruchslos — der UKC-Standard hält ausdrücklich fest, dass für ein ordentliches Haarkleid sehr wenig Pflege nötig ist. Die Schwierigkeit der Haltung liegt auf einer ganz anderen Ebene.
- Glatthaarige. Es genügt, einmal in der Woche mit einem feuchten Tuch oder einem Gumminoppenhandschuh über den Hund zu gehen, um die toten Haare aufzunehmen.
- Rauhaarige und Broken. Sie brauchen mehrmals im Jahr ein Trimmen (Auszupfen). Das ist nicht nur Ästhetik: Altes Haar fällt nicht von selbst aus und kann Juckreiz verursachen.
Die eigentliche Last für den Besitzer besteht darin, dem Hund ein Ventil für seine Energie zu verschaffen. Eine Viertelstunde ums Haus herum bringt einem Patterdale nichts. Er muss laufen, suchen, graben und Aufgaben lösen, und ohne das sucht er sich selbst Arbeit: Grabungen, zerstörte Möbel und abgerissene Tapeten sind das typische Ergebnis von Langeweile und nicht eines schlechten Charakters. Geeignet ist jede Beschäftigung mit einem Such- oder Tempoanteil — Nasenarbeit, Agility, Flyball; der UKC veranstaltet übrigens Coursing- und Nasenarbeitsprüfungen, die der Rasse offenstehen. Die Ausdauer dieser Hunde ist wirklich auffällig: Sie können ein Fahrrad kilometerweit begleiten.
Gesondert zu berücksichtigen ist die Neigung zum Ausbüxen. Patterdales klettern gut und graben ausgezeichnet, deshalb muss der Zaun hoch und mit einem Untergrabschutz versehen sein — sonst führt der Jagdtrieb den Hund früher oder später über die Grundstücksgrenze.
Gesundheit und genetische Besonderheiten
Besonderheiten der Ernährung: Treibstoff für einen Arbeitshund
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (−) |
|---|---|
| Kompakte Größe: bequem zu transportieren, auf Reisen mitzunehmen, in einer kleinen Wohnung zu halten. | Bedarf an Auslastung: ohne tägliche Arbeit für Kopf und Körper wird er zerstörerisch. |
| Einfache Pflege: das Haar braucht keine aufwendigen Schnitte. | Unverträglichkeit mit Artgenossen: Rüden geraten oft mit anderen Hunden aneinander. |
| Auffassungsgabe: lernt schnell, wenn es eine Motivation gibt. | Jagdtrieb: läuft Katzen und Kleintieren hinterher; mit Nagern unvereinbar. |
| Treue: bindet sich stark an seinen Menschen. | Neigung zum Untergraben: ein gewöhnlicher Zaun hält ihn nicht. |
| Ausdauer: ein echter Arbeitshund mit großen Kraftreserven. | Eigensinn: Selbstständigkeit bei der Arbeit wird zu Selbstständigkeit zu Hause. |
Interessante Fakten über die Rasse
- Anerkannt, aber nicht überall. Der UKC hat die Rasse am 1. Januar 1995 anerkannt, während der AKC und der britische Kennel Club sie bis heute nicht in ihren Listen führen.
- Der Name gehörte einst einer anderen Rasse. 1921 wurde der Name „Lakeland“ gerade deshalb eingeführt, um damit mehrere örtliche Bezeichnungen zu erfassen, darunter auch „Patterdale“; in einem Buch von 1922 ist derselbe Hund auf der Fotografie mit beiden Namen zugleich beschriftet.
- Der Hund wird mit den Händen gerichtet. Das Abtasten des Brustkorbs mit beiden Händen ist keine Gewohnheit der Besitzer, sondern ein im UKC-Standard festgeschriebenes Richtverfahren.
- Narben sind kein Fehler. Der UKC-Standard nennt die Spuren von Arbeitsverletzungen ehrenvoll und verbietet es, sie zu bestrafen; bei der Arbeit gebrochene Zähne werden ebenfalls nicht geahndet.
- Bedlington in der Ahnentafel. Im Brief von 1903 wird ein Deckrüde mit dem Rufnamen Blondin, ein „zwerghafter reinrassiger Bedlington“, als Hund genannt, den man breit zur Verbesserung der Bergterrier eingesetzt hat.
Häufige Fragen zur Rasse (FAQ)
Ist der Patterdale für eine Wohnung geeignet? Die Größe steht dem nicht im Weg, der Lebensstil des Besitzers dagegen schon. Der Hund braucht mehrere Stunden Aktivität am Tag, einschließlich Arbeit für den Kopf. Fehlt diese Ressource, passt die Rasse unabhängig von der Quadratmeterzahl nicht.
Haaren sie stark? Mäßig. Glatthaarige haaren saisonal; Rauhaarige und Broken werden regelmäßig getrimmt, und dann bleibt im Haus fast kein Haar zurück.
Wie gehen sie mit Kindern um? In der Regel gut, wenn die Kinder die Grenzen des Hundes achten. Patterdales spielen und rennen gern, Grobheit und Schmerz dulden sie aber nicht, deshalb ist die Rasse für Familien mit ganz kleinen Kindern nicht die beste Wahl.
Video über die Rasse
- Außerordentlich ausdauernd und mutig
- Kompakt und anspruchslos in der Pflege
- Aufgeweckt, lernt bei vorhandener Motivation schnell
- Bindet sich stark an seinen Menschen
- Sehr hohes Energieniveau und sehr starker Jagdtrieb
- Eigensinnig — braucht Konsequenz und klare Regeln
- Kommt mit Katzen und Kleintieren schlecht zurecht
- Neigt zum Untergraben und zum Ausbüxen auf Beutesuche
| Deutscher Jagdterrier | Jack Russell Terrier | Lakeland Terrier | |
|---|---|---|---|
| Höhe | 33–40 cm | 25–30 cm | 33–38 cm |
| Energie | 5 | 4.5 | 4 |
| Wohnung | 1.5 | 3.5 | 3 |
| Anfänger | 1.5 | 3 | 2.5 |
Ist der Patterdale eine Rasse oder ein Typ?
Ist der Patterdale für Anfänger geeignet?
Versteht er sich mit Katzen?
UKC-Standard (Fassung 2014) · PTCA-Standard · R. Clapham, „Foxes, Foxhounds and Fox-hunting“ (1922) · OMIA 000588-9615 (ADAMTS17) · Hunting Act 2004 · Protection of Badgers Act 1992
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