Charakter und Temperament: Kleiner Teufel oder treuer Freund?

Das ist der wichtigste Abschnitt für künftige Besitzer, und der UKC-Standard äußert sich hier für ein Dokument dieser Gattung ungewöhnlich offen: Patterdales „arbeiten sehr bereitwillig und haben einen starken Willen zu gefallen“, aber das ist kein Hund für den gewöhnlichen Heimtierhalter, und vom Halter braucht es Humor und Verständnis für echtes Terrierwesen. Das ist ein seltener Fall, in dem ein Register den Käufer unmittelbar warnt.
Zu Hause ist der Patterdale meist sanft und anhänglich, manchmal aufdringlich. Das Umschalten in den Arbeitsmodus geht bei ihm jedoch augenblicklich, und an Intensität und Kompromisslosigkeit ist er deutlich härter als der Border Terrier, den man oft als sanftere Alternative betrachtet.
In der Art zu arbeiten und im Erregungsniveau stehen Patterdales dem Deutschen Jagdterrier am nächsten. Beide neigen dazu, die eigenen Kräfte zu überschätzen und einen deutlich größeren Gegner anzugehen. Die praktische Folge für die Stadt ist klar und sehr konkret: Ein Spaziergang ohne Leine dort, wo es Katzen, Eichhörnchen oder eine Fahrbahn gibt, ist ein unnötiges Risiko, denn die Hetze schaltet sich schneller ein, als der Gehorsam greift.
Menschen gegenüber sind Patterdales in der Regel loyal; der UKC-Standard verlangt, dass der Hund gegenüber Menschen, Vieh und anderen Hunden ruhig ist, und Bösartigkeit oder übermäßige Scheu stehen auf der Liste der Disqualifikationen. In der Praxis geraten Rüden allerdings oft untereinander aneinander, weshalb man einen zweiten Hund klüger vom anderen Geschlecht wählt. Kleintiere — Hamster, Ratten, Kaninchen — vertragen sich mit einem Patterdale nicht: Der Jagdtrieb ist hier zu stark, um sich auf Sozialisierung zu verlassen.
Anders als der ODIS, den man vor allem als Begleithund mit gemäßigtem Temperament gezüchtet hat, braucht der Patterdale konsequente Regeln und eine ernsthafte Auslastung. Das ist kein Hund, bei dem eine weiche Unentschlossenheit in der Erziehung funktioniert.
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (−) |
|---|---|
| Kompakte Größe: bequem zu transportieren, auf Reisen mitzunehmen, in einer kleinen Wohnung zu halten. | Bedarf an Auslastung: ohne tägliche Arbeit für Kopf und Körper wird er zerstörerisch. |
| Einfache Pflege: das Haar braucht keine aufwendigen Schnitte. | Unverträglichkeit mit Artgenossen: Rüden geraten oft mit anderen Hunden aneinander. |
| Auffassungsgabe: lernt schnell, wenn es eine Motivation gibt. | Jagdtrieb: läuft Katzen und Kleintieren hinterher; mit Nagern unvereinbar. |
| Treue: bindet sich stark an seinen Menschen. | Neigung zum Untergraben: ein gewöhnlicher Zaun hält ihn nicht. |
| Ausdauer: ein echter Arbeitshund mit großen Kraftreserven. | Eigensinn: Selbstständigkeit bei der Arbeit wird zu Selbstständigkeit zu Hause. |



