Charakter: Temperament und Verhalten

Von einem Charakter wie dem des Pharaonenhundes kann man nur träumen, wenn man bereit ist, ihre Unabhängigkeit zu akzeptieren. Manchmal scheint es, als wären sie gar keine Hunde. So sehr ähneln sie Menschen, nur sind sie viel gutmütiger und strahlender. Sie können unterschiedlich sein, man weiß nie, was einem „Pharao“ gerade durch den Kopf geht. Er kann ein verspielter Clown sein oder umgekehrt ein nachdenklicher und ruhiger Aristokrat, der die Welt herablassend vom Sofa aus betrachtet. Manchmal schlau, und manchmal völlig naiv.
Beziehung zur Familie
Diese Hunde haben ein riesiges Bedürfniss nach Liebe und Zärtlichkeit. Es ist für sie lebensnotwendig, dass der Besitzer ihnen viel Aufmerksamkeit schenkt. Das ist keine Rasse, die man in einen Zwinger sperren und zweimal am Tag füttern kann. Man darf sie nicht lange allein lassen - das verursacht bei ihnen Stress und destruktives Verhalten. Diese Hunde lieben es zu kommunizieren oder einfach nur in der Nähe zu sein und Sie mit der Seite zu berühren. Sie kommen wunderbar mit Kindern aus und sind geduldig bei deren Streichen, aber wie bei jedem Hund sollten Spiele unter Aufsicht stattfinden.
Jagdtrieb
Wichtig zu wissen: Zu Hause sind sie Plüschtiere, aber draußen unermüdliche Raubtiere. Ihr Instinkt, Beute zu verfolgen, ist extrem stark. Im Gegensatz zu typischen Windhunden (Greyhounds), die auf Sicht jagen, nutzen Pharaonenhunde eine Kombination aus Sicht, Gehör und Geruch. Das macht sie zu universellen „Jagdmaschinen“. Wenn Sie einen Hund mit hohem Energielevel suchen, ähnlich dem Irish Red and White Setter, aber mit kurzem Fell, ist der Pharao eine gute Wahl, bedenken Sie jedoch seine Unabhängigkeit.
Vor- und Nachteile der Rasse

| Vorteile (+) | Nachteile (-) |
|---|---|
| Kein Geruch: Selbst nasses Fell riecht kaum nach „Hund“. Sie sind sehr reinlich. | Laute Stimme: Pharaonen sind gesprächige Hunde. Sie bellen bei der Verfolgung und können zu Hause „diskutieren“. |
| Freundlichkeit: Völliges Fehlen von Aggression gegenüber Menschen. | Jagdinstinkt: Können Katzen, Eichhörnchen oder Plastiktüten hinterherjagen und Befehle ignorieren. |
| Gesundheit: eine rassespezifische Liste von Erbkrankheiten wurde nie erstellt — „nicht beschrieben“ heißt „nicht untersucht“, nicht „nicht vorhanden“. | Kälteempfindlich: Brauchen Kleidung bei kaltem und feuchtem Wetter. |
| Intelligenz: Sehr klug, fähig, selbstständig Entscheidungen zu treffen. | Unabhängigkeit: Erziehung erfordert Geduld, sie gehorchen nicht blind wie Schäferhunde. |
| Ästhetik: Unglaublich schöne und graziöse Tiere. | Koprophagie: Einige Vertreter neigen dazu, Unverdauliches zu fressen, besonders im jungen Alter. |
Erziehung und Sozialisierung

Pharaonenhunde sind klug und lernen schnell, können aber übermäßig emotional sein und sich leicht ablenken lassen. Standardmethoden des „Drills“, die bei Schäferhunden funktionieren, passen hier nicht. Der Pharao muss verstehen, warum er einen Befehl ausführen soll.
Diese Hunde dulden keine grobe Behandlung; sie können sogar beleidigt sein und mit ihrem ganzen Aussehen zeigen, dass sie nicht mehr mit Ihnen kooperieren wollen. Die beste Methode ist positive Bestärkung (Leckerlis, Spielzeug, Lob). Schon für einen Leckerbissen sind Pharaonenhunde zu vielem bereit. Mit der Sozialisierung sollte man so früh wie möglich beginnen: den Welpen mit verschiedenen Geräuschen, Menschen, anderen Hunden und Autos vertraut machen. Das hilft, Schreckhaftigkeit in der Zukunft zu vermeiden.
Wenn Ihnen der Typ der mediterranen Windhunde gefällt, der Pharao aber zu groß erscheint, werfen Sie einen Blick auf seinen „kleinen Bruder“ - den Cirneco dell’Etna. Das ist eine sizilianische Rasse, äußerlich sehr ähnlich, aber kleiner, was für kleine Wohnungen praktischer sein kann.


