Detaillierte Entstehungsgeschichte des Pixie-bob
Die Geschichte der Pixie-bob-Rasse ist von Legenden umwoben, hat aber einen ganz konkreten Anfang. Alles begann 1985 im US-Bundesstaat Washington, als Carol Ann Brewer eine ungewöhnliche Katze mit kurzem Schwanz und Polydaktylie (überzähligen Zehen) von einem Paar erwarb, das sie als Kätzchen in der Nähe der Cascade Mountains gefunden hatte. Dieser Kater, Keba genannt, hatte ein wildes Aussehen. 1986 rettete Carol eine weitere Katze, sehr groß und mit kurzem Schwanz, die sie Maggie nannte. Maggie brachte später Kätzchen von Keba zur Welt. Eines dieser Kätzchen, ein Weibchen namens Pixie („Elfe“ oder „Fee“), hatte ein besonderes, luchsähnliches Aussehen (Bobcat) und wurde zur Grundlage der neuen Rasse. Ihr Name gab der Rasse den Namen – Pixie-bob.
Carol Brewer war fasziniert vom „wilden“ Aussehen dieser Katzen und beschloss, ein Zuchtprogramm zu starten, um ihre einzigartigen Merkmale zu festigen. Sie entwickelte einen Rassestandard, der auf Pixies Erscheinung basierte. Ursprünglich gab es die Legende, dass Pixie-bobs das Ergebnis einer natürlichen Kreuzung zwischen Hauskatzen und dem nordamerikanischen Luchs (North American Bobcat) seien. Diese Legende trug zur Popularität der Rasse bei und verlieh ihr eine Aura des Geheimnisvollen und Wilden. Jedoch haben genetische Tests diese Theorie wiederholt widerlegt und gezeigt, dass Pixie-bobs reine Hauskatzen ohne kürzliche wilde Vorfahren sind. Ihre Ähnlichkeit mit dem Luchs ist das Ergebnis sorgfältiger Selektion nach äußeren Merkmalen.
1993 wandte sich Carol Brewer an die International Cat Association (TICA) zur Anerkennung der Rasse. 1994 erhielt der Pixie-bob den Status „Exhibition New Breed and Color“ und bereits 1995 wurde er in die Kategorie „New Breed and Color“ aufgenommen. Die volle Champion-Anerkennung von TICA erhielt die Rasse 1998. Später wurde der Pixie-bob auch von anderen Organisationen anerkannt, wie der American Cat Fanciers Association (ACFA) im Jahr 2005.
Heute bleiben Pixie-bobs eine relativ seltene, aber beliebte Rasse, geschätzt für ihr einzigartiges Aussehen und ihren wunderbaren Charakter.
Wie sieht eine Pixie-bob Katze aus: Standard und äußere Merkmale

Der Pixie-bob ist eine große und muskulöse Katze, die den Eindruck eines wilden Waldbewohners vermittelt. Ihr äußeres Erscheinungsbild ist das Hauptmerkmal der Rasse.
- Größe und Statur: Es sind mittelgroße bis große Katzen mit kräftigem Knochenbau und entwickelter Muskulatur. Männchen sind deutlich größer als Weibchen, ihr Gewicht kann 10 kg und mehr erreichen, während Weibchen normalerweise 3–6 kg wiegen. Der Körper ist lang, kräftig, mit breiter Brust und hervorstehenden Schulterblättern. Die Rückenlinie kann zum Schwanz hin leicht abfallen.
- Kopf: Der Kopf hat die Form einer umgedrehten Birne, ist mittelgroß bis groß. Die Schnauze ist breit, voll, mit ausgeprägten Schnurrhaarkissen („Whisker-Pads“) und einem starken, tiefen Kinn. Die Nase ist breit, mit einer leichten Wölbung.
- Augen: Die Augen sind mittelgroß, tiefgesetzt und haben die Form eines leicht bedeckten, kapuzenförmigen Dreiecks oder einer Zitrone. Die Augenfarbe variiert von goldgelb bis braun („Stachelbeergrün“ ist ebenfalls zulässig, aber selten). Schwere, überhängende Augenbrauenwülste verleihen dem Blick eine charakteristische Schläfrigkeit oder Nachdenklichkeit.
- Ohren: Die Ohren sind mittelgroß, breit an der Basis, mit abgerundeten Spitzen. Luchspinsel (Lynx-Tips) an den Ohrspitzen sind erwünscht, da sie das wilde Aussehen verstärken. Die Ohren sind ziemlich tief und schräg vom Oberkopf angesetzt.
- Schwanz: Der Schwanz ist kurz und das Markenzeichen der Rasse. Die Mindestlänge laut TICA-Standard beträgt 2 Zoll (ca. 5 cm), die maximale Länge reicht bis zum Sprunggelenk des Hinterbeins. Der Schwanz kann gerade, geknickt oder geknotet sein, muss aber flexibel sein.
- Pfoten und Polydaktylie: Die Pfoten sind groß, lang und kräftig. Die Hinterpfoten sind etwas länger als die Vorderpfoten. Ein charakteristisches Merkmal der Rasse ist die Polydaktylie – das Vorhandensein überzähliger Zehen. Der TICA-Standard erlaubt bis zu 7 Zehen an jeder Pfote. Die Pfoten sollten groß, fast rund sein, mit gut entwickelten Ballen.
- Fell: Es gibt zwei Felltypen: Kurzhaar (Shorthaired) und Langhaar (Longhaired). Im Gegensatz zu Rassen, die speziell für ihr langes Fell bekannt sind, wie die Exotic Longhair, bietet der Pixie-bob zwei Fellvarianten.
- Kurzhaariger Pixie-bob: Das Fell ist dicht, plüschig, federnd und steht vom Körper ab. Die Haarlänge sollte 2 Zoll (5 cm) nicht überschreiten.
- Langhaariger Pixie-bob: Das Fell ist halblang, weich und liegt am Körper an. Die Haarlänge kann länger sein, besonders am Bauch und am Schwanz, aber nicht übermäßig dicht oder buschig.
- Färbung und Muster: Die einzig zulässige Färbung ist getupftes Tabby (Spotted Tabby). Der Grundton variiert von hellgrau bis rötlich-braun, mit charakteristischem „Ticking“ (Streifen auf jedem einzelnen Haar). Die Tupfen sollten klein bis mittelgroß sein, zufällig über den Körper verteilt und vorzugsweise in gedämpften Tönen. Der Bauch ist immer getupft.
Insgesamt soll der Pixie-bob den Eindruck einer verkleinerten Kopie des nordamerikanischen Luchses vermitteln, jedoch mit dem Charakter einer Hauskatze.
Merkmal · 8
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Allgemeines Erscheinungsbild | Mittelgroße bis große Katze, muskulös, mit schwerem Knochenbau, luchsähnlich. |
| Kopf | Form einer umgedrehten Birne, breite Schnauze, starkes Kinn. |
| Augen | Mittelgroß, tiefgesetzt, „schläfriger“ Blick, Farbe goldgelb/braun. |
| Ohren | Mittelgroß, breit an der Basis, abgerundet, Luchspinsel erwünscht. |
| Schwanz | Kurz (min. 5 cm), kann gerade, geknickt, geknotet sein. |
| Pfoten | Groß, kräftig, oft mit Polydaktylie (bis zu 7 Zehen). |
| Fell | Kurzhaarig (plüschig) oder langhaarig (halblang), mit dichter Unterwolle. |
| Färbung | Nur getupftes Tabby (Brown Spotted Tabby) in verschiedenen Schattierungen. |


