Geschichte und Herkunft der Rasse
Die Geschichte des Toypudels ist untrennbar mit seinen größeren Vorfahren verbunden. Es wird angenommen, dass Pudel von deutschen Wasserhunden abstammen, die als „Pudel“ (vom altdeutschen Wort „pudeln“, was „im Wasser planschen“ bedeutet) bekannt waren. Diese Hunde waren unschlagbare Jäger und Apportierhunde, besonders bei der Jagd auf Wasservögel. Ihr berühmtes lockiges Fell schützte sie nicht nur vor kaltem Wasser, sondern wurde auch auf charakteristische Weise geschoren („Löwenschur“), um lebenswichtige Organe und Gelenke zu schützen, während der hintere Teil des Körpers für das Schwimmen freigelassen wurde.
Mit der Zeit gelangten die Pudel nach Frankreich, wo ihre Eleganz und außergewöhnliche Intelligenz von der Aristokratie hoch geschätzt wurden. In Frankreich wurde die Rasse „veredelt“ und standardisiert. Allmählich tauchten neben den großen (Standard-)Pudeln auch kleinere Varietäten auf. Zuerst der Kleinpudel und dann der Zwergpudel wurden zu beliebten Begleitern.
Der Toypudel ist das Ergebnis einer gezielten Selektion zur Miniaturisierung, die im 18. und 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte. Adlige Damen wünschten sich einen noch kleineren Begleithund, den man leicht auf dem Arm tragen konnte. König Ludwig XVI. und Madame de Pompadour waren bekannte Liebhaber von Zwergpudeln, was deren Ansehen weiter steigerte. Kleine Pudel traten auch oft im Zirkus auf und zeigten dank ihrer Intelligenz und ihres Wunsches zu gefallen (Will to please) erstaunliche Tricks.
Die offizielle Anerkennung des Toypudels als eigenständige Größenvarietät erfolgte wesentlich später. Die Rassestandards wurden Mitte des 20. Jahrhunderts endgültig festgelegt, die klare Größengrenzen (bis 28 cm Widerristhöhe) festlegten, um den Toy vom Zwergpudel abzugrenzen. Heute ist der Toypudel ausschließlich ein Gesellschaftshund, der die Intelligenz seiner arbeitenden Vorfahren bewahrt hat, sich aber vollständig an das Leben in einer Stadtwohnung angepasst hat.
Das Aussehen des Toypudels: Eine Beschreibung

Der Toypudel ist eine Miniaturkopie des Großpudels, die durch ihre Harmonie, Eleganz und stolze Haltung besticht. Es ist ein raffinierter, winziger Hund mit einem robusten, aber nicht massiven Körperbau. Er muss proportioniert aussehen und darf weder den Eindruck eines „zu groß geratenen“ Welpen noch eines zerbrechlichen, zarten Wesens erwecken.
Kopf und Fang
Der Kopf des Toypudels ist zierlich, länglich, aber proportional zum Körper. Der Schädel ist leicht gewölbt, und der Übergang von der Stirn zum Fang (Stop) ist sanft und kaum merklich. Der Fang ist lang, gerade und nicht spitz. Der Nasenschwamm ist gut entwickelt, bei schwarzen, weißen und silbernen Hunden schwarz pigmentiert, bei braunen braun. Bei apricotfarbenen oder roten Hunden kann der Nasenschwamm schwarz oder braun sein.
Augen, Ohren und Hals
Die Augen des Toypudels sind mandelförmig und leicht schräg gestellt. Die Augenfarbe ist sehr dunkel - fast schwarz oder dunkelbraun. Bei braunen Hunden sind dunkel-bernsteinfarbene Augen zulässig. Der Ausdruck ist lebhaft, intelligent und neugierig. Die Ohren sind lang, flach, hängen an den Wangen herab und sind tief angesetzt (auf Augenhöhe oder etwas darunter). Sie sind mit langem, gewelltem Haar bedeckt. Der Hals ist kräftig, mittellang und leicht gebogen, was dem Hund ein stolzes Aussehen verleiht.
Körper und Rute
Der Körper des Toypudels ist gut proportioniert. Die Körperlänge übertrifft leicht die Widerristhöhe. Der Rücken ist kurz und fest, die Lendenpartie muskulös und die Brust tief und mäßig breit. Der Bauch ist aufgezogen. Die Rute wurde früher traditionell auf die Hälfte oder ein Drittel ihrer Länge kupiert. Heute ist das Kupieren der Rute in vielen Ländern (einschließlich Deutschland und dem Großteil Europas) verboten. Die natürliche Rute ist hoch angesetzt und wird vom Hund erhoben getragen.
Fell: Struktur und Farben des Toypudels
Das Fell ist das Markenzeichen des Pudels. Der Standard erkennt zwei Felltypen an:
- Lockiges Haar (Wollpudel): Sehr dicht, elastisch, fein, mit wolliger Textur. Es bildet kleine, enge Locken.
- Schnürenhaar (Schnürenpudel): Ebenfalls dicht und fein, bildet aber charakteristische, gleich lange Schnüre, die mindestens 20 cm lang sein sollten.
Pudel haaren praktisch nicht. Abgestorbenes Haar fällt nicht zu Boden, sondern verfängt sich in den Locken, weshalb sie als hypoallergene Rasse gelten. Das bedeutet aber auch, dass sie regelmäßig gebürstet werden müssen, um Verfilzungen zu vermeiden.
Der FCI-Standard erkennt nur einfarbige Fellfarben an. Dazu gehören:
- Schwarz
- Weiß (sollte rein sein, ohne Gelbstich)
- Braun (ein tiefer, warmer Ton)
- Silber (werden schwarz geboren und „hellen“ mit dem Alter auf)
- Apricot
- Rot (ein satter, fuchsroter Ton)
Die Farbe muss gleichmäßig sein. Gefleckte (Parti-Color) oder Phantom-Zeichnungen werden vom FCI-Standard nicht anerkannt, obwohl sie existieren und in einigen Ländern, insbesondere in den USA, beliebt sind.



