Geschichte und Herkunft des Mioritic-Schäferhundes
Die Geschichte des Rumänischen Mioritic-Schäferhundes reicht Jahrhunderte zurück und ist untrennbar mit den Traditionen der Schafzucht in den Karpaten verbunden. Der Name „Mioritic“ leitet sich vom rumänischen Wort „miorița“ ab, was „kleines Schaf“ bedeutet, und verweist auf die berühmte rumänische Volksballade „Miorița“. Diese Ballade erzählt von der tiefen Verbindung zwischen einem Hirten und seiner Herde, was den Zweck dieser Rasse perfekt symbolisiert.
Über viele Generationen hinweg wurden diese Hunde nicht nach ihrem Aussehen, sondern nach ihren Arbeitseigenschaften selektiert: Ausdauer, Widerstandsfähigkeit gegen raue Wetterbedingungen, Mut zur Verteidigung der Herde gegen Wölfe und Bären und natürlich ein angeborener Hüteinstinkt. Ihr dichtes, weißes oder helles Fell diente als hervorragende Tarnung inmitten der Schafe und machte den Hund für Raubtiere fast unsichtbar.
Die gezielte Arbeit zur Standardisierung der Rasse begann in Rumänien erst vor relativ kurzer Zeit. Der erste Standard wurde 1981 vom Rumänischen Kynologenverband entwickelt. Nach mehreren Überarbeitungen und Anpassungen erhielt die Rasse am 6. Juli 2005 die vorläufige Anerkennung durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI), die vollständige Anerkennung erfolgte später. Heute ist der Rumänische Mioritic-Schäferhund ein nationaler Stolz Rumäniens und gewinnt allmählich Anhänger auf der ganzen Welt.
Das Aussehen des Rumänischen Mioritic-Schäferhundes: Rassestandard

Der Mioritic ist ein großer, aber nicht schwerfälliger Hund, der einen Eindruck von Kraft und Energie vermittelt. Sein Körper ist vollständig von langem, dichtem und leicht zotteligem Fell bedeckt, was das Markenzeichen der Rasse ist.
- Allgemeines Erscheinungsbild: Ein großer, energischer Hund mit rechteckigem Körperbau. Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe.
- Kopf: Massiv, aber nicht schwer. Der Schädel ist breit und leicht gewölbt. Der Übergang von der Stirn zum Fang (Stop) ist nicht stark ausgeprägt. Der Fang ist kräftig, verjüngt sich allmählich zur Nase hin, ist aber nicht spitz.
- Augen: Mittelgroß, schräg angesetzt, von haselnussbrauner, brauner oder dunkelbrauner Farbe. Der Ausdruck ist ruhig und intelligent.
- Ohren: Relativ hoch angesetzt, V-förmig mit abgerundeten Spitzen, hängen an den Seiten des Kopfes herab.
- Körper: Kräftig, mit gut entwickelter Muskulatur. Der Hals ist muskulös und von mittlerer Länge. Der Rücken ist gerade, der Brustkorb breit und tief und reicht bis zu den Ellenbogen.
- Rute: Hoch angesetzt. In Ruhestellung hängt sie herab und reicht bis zu den Sprunggelenken oder tiefer. Wenn der Hund aufgeregt oder in Bewegung ist, wird die Rute über der Rückenlinie getragen, leicht gebogen, aber niemals über dem Rücken geringelt. Das Kupieren der Rute ist verboten.
- Haarkleid: Sehr dicht und lang, mit einer Länge von mindestens 10 cm, gerade und fühlt sich rau an. Die Unterwolle ist dicht und weich, von hellerer Farbe. Das Fell bedeckt reichlich nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf und die Gliedmaßen. Dieser „Pelzmantel“ schützt den Hund zuverlässig vor jedem Wetter.
- Farbe: Die Grundfarbe ist weiß, hellgrau oder cremefarben. Der Hund kann einfarbig weiß, einfarbig grau oder einen weißen Grundton mit klar abgegrenzten grauen oder cremefarbenen Flecken haben.


