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Šarplaninac — Geschichte und Standard

Balkanischer Herdenschutzhund: Er arbeitet selbstständig bei der Herde, ohne Kommandos. Nach FCI-Standard Nr. 41 messen Rüden im Mittel 62 cm, Hündinnen 58 cm. Bei den Seinen ruhig und unbestechlich, Fremden gegenüber wachsam; er braucht Raum, einen sicheren Zaun und einen erfahrenen Halter — nichts für die Wohnung.
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Šarplaninac
Inhalt
1Geschichte der Rasse Šarplaninac 2Wie der Šarplaninac aussieht: Standard und Erscheinungsbild

Geschichte der Rasse Šarplaninac

Der historische Abriss im Standard selbst ist kurz und vorsichtig. Dort heißt es, der Hund werde „seit unvordenklichen Zeiten“ in den südöstlichen Bergregionen des einstigen Jugoslawien gezüchtet, die Rasse sei nach dem Gebirgszug Šar Planina benannt, wo sie am häufigsten anzutreffen war, und der ursprüngliche Typ habe sich genau dort erhalten, wo noch heute intensive Viehhaltung besteht und der Hund weiterhin seine erste Aufgabe erfüllt — die Bewachung der Herde. Das ist ein wichtiges Detail: Der Standard knüpft die Erhaltung des Typs nicht an Ausstellungen, sondern an das Vorhandensein echter Arbeit.

Auch die offizielle kynologische Chronologie steht im Standard. Die FCI registrierte die Rasse 1939 unter der Nummer 41 — damals hieß sie allerdings „Ilirski ovčar“, Illyrischer Schäferhund. 1957 nahm die Generalversammlung der FCI den Vorschlag des jugoslawischen kynologischen Verbandes an, sie in „Jugoslawischer Hirtenhund — Šarplaninac“ umzubenennen; als Datum der endgültigen Anerkennung ist in der Nomenklatur der 24. Juli 1957 vermerkt. Der geltende Standard wurde am 24. November 1970 veröffentlicht, und seine verbindliche Sprache ist Französisch — die englische Fassung erschien erst am 3. Oktober 1980.

Das Interessanteste an dieser Geschichte ist der Moment, in dem aus einem einzigen „Illyrischen Schäferhund“ zwei Rassen wurden. Das Datum nennt nicht der Standard Nr. 41, sondern der Standard der Nachbarrasse: Im Text des FCI-Standards Nr. 278 zum Karst-Schäferhund steht, dass bis zum 16. März 1968 der Schäferhund aus dem Karstmassiv und der Schäferhund aus dem Massiv der Šar Planina denselben Namen trugen und dass die Zentrale Kynologische Gesellschaft Jugoslawiens an jenem Tag beschloss, den ersten „Karst-Schäferhund“ und den zweiten „Šarplaninac“ zu nennen. Seither sind die beiden Rassen vollständig voneinander unabhängig. Bemerkenswert ist hier die Methode: Die Geschichte einer Rasse steht oft genauer im Standard der Nachbarrasse, von der sie abgetrennt wurde, als im eigenen.

Die Frage der nationalen Zugehörigkeit der Rasse ist auf dem Balkan heikel, deshalb hält man sich besser an Dokumente als an Überlieferungen. Im englischen Text des Standards von 1980 steht in der Rubrik Herkunft „Serbien/Mazedonien“; im aktuellen Eintrag der FCI-Nomenklatur sind als Ursprungsländer Nordmazedonien und Serbien vermerkt. Der historische Abriss des Standards selbst knüpft den Namen nicht an einen Staat, sondern an einen Berg: Die Rasse wurde nach dem Zug der Šar Planina benannt, wo sie am häufigsten vorkam. Genau das halten die offiziellen Dokumente des Verbandes fest, und auf sie sollte man sich berufen.

Die Rasse war nicht bloß bäuerlicher Besitz: Ende des 20. Jahrhunderts wurden Šarplaninac in militärischen Diensthundezentren gehalten und ausgebildet. Das ist keine Legende — die 2020 in Acta Veterinaria-Beograd veröffentlichte genetische Studie sammelte ihr Material nicht nur auf drei Ausstellungen, sondern auch in einem militärischen Hundeausbildungszentrum in Serbien. Die Autoren derselben Arbeit vermerken gesondert, dass außerhalb des Registersystems, auf Höfen in den Bergregionen des westlichen Balkans, bis heute ein lokaler, an seine Umgebung angepasster Bestand dieser Rasse lebt — und dass er nicht Teil ihrer Stichprobe war. Gemeinsame Wurzeln hat die Rasse zudem mit den übrigen balkanischen Herdenschutzhunden wie dem Tornjak und dem Karst-Schäferhund.

Wie der Šarplaninac aussieht: Standard und Erscheinungsbild

Erwachsener Šarplaninac — FCI-Standard Nr. 41

Das Erste, was man sich aus dem Abschnitt über die Größe merken sollte: Der Standard nennt für Rüden und Hündinnen unterschiedliche Zahlen, und man darf sie nicht zu einer einzigen Spanne verschmelzen. Die mittlere Widerristhöhe beträgt 62 cm bei Rüden und 58 cm bei Hündinnen. Gesondert festgelegt ist die Grenze, unterhalb derer ein Hund nicht zur Zucht zugelassen wird: Rüden unter 56 cm und Hündinnen unter 54 cm. Das Gewicht in Arbeitskondition liegt bei 35–45 kg bei Rüden und 30–40 kg bei Hündinnen. Die Körperlänge übertrifft die Widerristhöhe leicht; der Standard gibt ein Verhältnis von etwa 8:10 bei Rüden und 10:12 bei Hündinnen an.

  • Kopf: dem Körper angemessen, mit einer Gesamtlänge von etwa 25 cm, was rund 40 % der Widerristhöhe entspricht. Der Schädel ist etwas länger als der Fang — der Standard nennt das Verhältnis 57:43. Die Schädellinie ist leicht gewölbt, der Nasenrücken gerade, die Profillinien laufen zusammen.
  • Fang und Gebiss: Der Fang ist kürzer als der Schädel, an der Basis breit und tief und verjüngt sich gleichmäßig zu einem breiten schwarzen Nasenschwamm. Die Lefzen sind mäßig dick und trocken, die Lefzenwinkel sauber, ohne jede Andeutung von Hängelefzen. Scherengebiss, vollständige Zahnformel — das Fehlen von Prämolaren zählt der Standard zu den disqualifizierenden Fehlern.
  • Augen: mandelförmig, weder groß noch tief liegend, dunkel- oder hellbraun. Die Formulierung des Standards zum Ausdruck verdient ein Zitat: Der Blick ist ruhig, aber durchdringend, und er „darf niemals Furcht verraten“. Lider und sichtbare Schleimhäute sind schwarz.
  • Ohren: angesetzt auf der Linie, die von der Nasenspitze durch den inneren Augenwinkel verläuft, oder etwas darunter; V-förmig, hängend, eng an den Wangen anliegend, mit kurzem, dichtem Haar bedeckt. Ein zu hoch angesetztes oder abstehendes Ohr zählt der Standard zu den schweren Fehlern.
  • Hals und Körper: Der Hals ist mittellang, breit, tief und bemuskelt, ohne Wamme; durch das lange Haar und die ausgeprägte „Krause“ am Übergang zum Kopf wirkt er kürzer, als er ist. Der Rücken ist gerade und breit, die Lende kürzer, die Kruppe mittellang und abfallend. Die obere Linie verläuft waagerecht oder leicht zur Kruppe geneigt; bei in den Bergen gezogenen Hunden duldet der Standard eine Kruppe etwas über Widerristhöhe, hält dies aber für unerwünscht.
  • Brust: tief, mit dem Brustbein auf Ellenbogenhöhe, die Rippen leicht gewölbt. Der Standard verlangt, dass der Brustumfang die Widerristhöhe um mindestens 20 % übertrifft — genau jener tiefe und geräumige Brustkorb, von dem im Gesundheitskapitel die Rede sein wird.
  • Rute: lang, mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, an der Wurzel dick, an der Unterseite mit Fahne. Getragen in leichter Säbelform; in der Erregung verstärkt sich die Biegung, und die Rute kann sich über die Rückenlinie heben. Eine seitlich abweichend getragene Rute ist ein schwerer Fehler.
  • Gliedmaßen und Bewegung: Die Ellenbogen liegen bei etwa 55 % der Gesamthöhe am Widerrist; das Schulterblatt bildet mit der Waagerechten einen Winkel von etwa 65°, der Oberarm etwa 55°, das Knie etwa 125° und das Sprunggelenk etwa 130°. Afterkrallen kommen selten vor und sind zu entfernen. Die gewohnte Gangart ist der Trab, raumgreifend und federnd; im Galopp wirkt der Hund, wie der Standard ausdrücklich sagt, etwas unbeholfen, auch wenn seine Sprünge weit sind.
  • Haar: kurz an Kopf, Ohren und der Vorderseite der Gliedmaßen; lang, fast glatt und etwas rau um den Hals, auf der Kruppe, an der Rückseite der Gliedmaßen und an der Rute. Unter dem Deckhaar liegt reichlich kurze, feine Unterwolle. Am Widerrist muss das Haar 10–12 cm messen und niemals kürzer als 7 cm sein; unter 7 cm bedeutet Disqualifikation.
  • Farbe: ein Hund von einfarbigem Haarkleid. Zugelassen sind alle Töne von Weiß bis zu fast schwarzem Dunkelbraun, als erwünscht nennt der Standard Grünlichgrau (Eisengrau) und Dunkelgrau. Scheckung und weiße Abzeichen sind nicht erlaubt; bei pigmentierten Hunden sind winzige weiße Zeichen an Brust und Zehen möglich, aber unerwünscht. Kopfoberseite, Hals und Körper sind dunkler, zu den Extremitäten hellt der Ton allmählich bis Schmutzigweiß oder Gelblichgrau auf — der Übergang muss sehr allmählich sein und darf keinesfalls den Eindruck einer Scheckung erwecken.

Zur Farbe lohnt ein eigenes Wort, denn hier hält sich ein Missverständnis. Man stellt sich den Šarplaninac oft ausschließlich eisengrau vor, und schuld daran ist kein Irrtum, sondern die Formulierung des Standards: Er nennt die Grautöne erwünscht, nicht als einzige zulässig. Tatsächlich akzeptiert der Standard die gesamte Reihe einfarbiger Haarkleider von Weiß bis zu fast schwarzem Dunkelbraun und verbietet etwas anderes — die Scheckung. Gestromtes Haarkleid und ausgedehnte weiße Abzeichen sind disqualifizierend, während ein einfarbig falbfarbener oder weißer Hund nicht im Widerspruch zum Standard steht. „Falsche Farbe“ bedeutet im Gespräch über diese Rasse also meist Scheckung und nicht einen Farbton.

Die Liste der disqualifizierenden Fehler ist bei dieser Rasse aufschlussreich, denn sie betrifft nicht nur das Äußere. Neben einer Größe unterhalb des Zulässigen, Haar unter 7 cm, gestromtem Haarkleid und ausgedehnten weißen Abzeichen disqualifizieren unpigmentierte sichtbare Schleimhäute und Augen, das Fehlen von Prämolaren, eine auffällige Disproportion zwischen Körperlänge und Widerristhöhe — und, als eigener Punkt, Aggressivität oder übermäßige Ängstlichkeit. Der Standard siebt also beide Extreme des Temperaments aus der Zucht aus und nicht nur „bissige“ Hunde. In der Schlussbemerkung steht noch eines: Zur Zucht sollen nur funktional und klinisch gesunde Hunde mit rassetypischem Bau zugelassen werden.

Vollständiges Rasseprofil → Šarplaninac: Gesundheit und Risiken, Ernährung, Fotos
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