Die Geschichte der Rasse

Die Geschichte des Mittelschnauzers ist eine faszinierende Zeitreise, die lange vor der offiziellen Kynologie beginnt. Der genaue Ursprung der Rasse ist immer noch Gegenstand von Diskussionen, aber die meisten Kynologen sind sich einig, dass diese Hunde vor vielen Jahrhunderten auf dem Gebiet des heutigen Bayern und Württemberg auftauchten.
Bereits im 15. Jahrhundert waren auf vielen Gemälden berühmter Künstler, darunter Albrecht Dürer und Lucas Cranach der Ältere, Hunde zu sehen, die den modernen Schnauzern extrem ähneln. Dies zeugt davon, dass der Typ des rauhaarigen Pinschers (denn so nannte man sie anfangs) bereits geformt und in der Bevölkerung des mittelalterlichen Europas beliebt war.
Vom Stallpinscher zum modernen Schnauzer
Interessanterweise galten Schnauzer und der Deutsche Pinscher anfangs als eine Rasse, die sich nur durch die Fellstruktur unterschied. Glatthaarige Welpen wurden zu Pinschern und rauhaarige zu Schnauzern. Im Jahr 1836 beschrieb ein deutscher Wissenschaftler diese Hunde unter dem Namen „rauhaariger Pinscher“.
Der Name „Schnauzer“ etablierte sich etwas später und leitet sich vom Wort „Schnauze“ ab, was auf den markanten Bart hinweist. Genau dieser prächtige Bart und die Schnauze wurden zum Markenzeichen, das sie von anderen Hunden unterschied. Es gibt eine Legende, dass der erste Hund, der eine Ausstellung unter dem neuen Namen gewann, selbst „Schnauzer“ hieß.
Man vermutet, dass an der Bildung des Genotyps der schwarze deutsche Pudel, der Wolfsspitz und rauhaarige Terrier beteiligt waren. Diese „explosive Mischung“ schenkte der Welt einen Hund mit einem einzigartigen Set an Qualitäten: die Intelligenz des Pudels, die Ausdauer des Spitzes und die Furchtlosigkeit des Terriers.
1880 wurde der erste Standard erstellt, und 1895 gründete sich in Köln der „Pinscher-Schnauzer-Klub“, was die offizielle Anerkennung der Rassentrennung markierte. Damals waren Schnauzer reine „Arbeitstiere“. Man nannte sie „Stallhunde“, denn sie:
- Bewachten Pferde auf Bauernhöfen und bei Postkutschen. Schnauzer hatten die einzigartige Fähigkeit, Pferde zu beruhigen.
- Begleiteten Kutschen und liefen kilometerweit neben den Rädern her. Bei Gefahr meldeten sie mit lautem Gebell die Annäherung von Räubern.
- Waren unübertroffene Rattenfänger. Deshalb ist ihre Schnauze so dicht mit Fell bewachsen - das ist ein natürlicher Schutz vor Bissen der Nagetiere.
Es ist erwähnenswert, dass gerade der Mittelschnauzer zum Stammvater einer ganzen Gruppe von Rassen wurde. Aus ihm wurde durch Selektion der gigantische Riesenschnauzer für die Arbeit mit Großvieh und den Polizeidienst gezüchtet, sowie der winzige Zwergschnauzer - zur Bekämpfung von Nagetieren in Häusern und als Begleithund. Auch das Blut des Mittelschnauzers fließt in den Adern eines so mächtigen Hundes wie dem Schwarzen Russischen Terrier, der vom deutschen Vorfahren das harte Fell und den ausgeglichenen Charakter geerbt hat.
Wie sieht der Schnauzer (Mittelschnauzer) aus: Beschreibung des Äußeren

Der Schnauzer ist ein mittelgroßer Hund mit quadratischem Format. Das bedeutet, dass die Widerristhöhe des Hundes ungefähr der Länge seines Rumpfes entspricht. Er wirkt stämmig, aber nicht dick; elegant, aber nicht zierlich. Er ist die Verkörperung von Kraft und Energie.
Kopf und Schnauze
Der Kopf des Schnauzers ist groß, langgestreckt und entspricht dem kräftigen Körperbau des Hundes. Die Gesamtlänge des Kopfes (von der Nasenspitze bis zum Hinterhauptbein) beträgt die Hälfte der Länge der Oberlinie (vom Widerrist bis zum Rutenansatz). Die Stirn ist flach, faltenlos und verläuft parallel zum Nasenrücken. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist gut ausgeprägt, besonders dank der buschigen Augenbrauen.
Die Schnauze hat die Form eines stumpfen Keils. Der Nasenrücken ist gerade, der Nasenschwamm ist immer schwarz, unabhängig von der Fellfarbe, mit breiten Nasenlöchern. Die Lippen sind schwarz, trocken und liegen fest an den Kiefern an, die Mundwinkel hängen nicht herab. Die Kiefer sind stark, das Gebiss ist ein vollständiges Scherengebiss (42 Zähne).
Die Augen sind mittelgroß, oval, gerade eingesetzt, dunkel, mit einem lebhaften und neugierigen Ausdruck. Die Ohren sind hoch angesetzt, V-förmig, klappen nach unten und liegen an den Wangen an. Früher wurden die Ohren oft kupiert, um ihnen eine spitze Form zu geben, aber heute ist dies in den meisten europäischen Ländern verboten, daher sind natürliche Ohren die Norm.
Körper und Gliedmaßen
Der Hals ist kräftig, muskulös, edel geschwungen und geht fließend in den Widerrist über. Die Haut an der Kehle liegt straff an, ohne eine Wamme zu bilden. Die Oberlinie fällt vom Widerrist zur Kruppe leicht ab. Der Rücken ist kurz, fest und elastisch. Die Lendenpartie ist kurz und tief, was den Hund kompakt macht.
Der Brustkorb ist mäßig breit, oval im Querschnitt und tief (reicht bis zu den Ellbogen). Die Vorbrust wird optisch durch das vorstehende Brustbein geformt. Die Rute ist hoch angesetzt. Die natürliche Rute hat eine Säbel- oder Sichelform. Das Kupieren der Rute ist, wie auch bei den Ohren, in vielen Ländern bereits verboten.
Die Gliedmaßen sind gerade, parallel, mit starkem Knochenbau und entwickelter Muskulatur. Die Pfoten sind kurz, rund („Katzenpfoten“), mit eng aneinanderliegenden Zehen, schwarzen Krallen und elastischen Ballen. Die Bewegungen des Schnauzers sind ein eigenes ästhetisches Vergnügen: sie sind raumgreifend, frei und elegant.
Fell und Farben
Das Fell des Schnauzers ist seine Rüstung. Es muss drahthaarig, hart und dicht sein. Es besteht aus dichter Unterwolle und nicht zu kurzem Deckhaar, das eng am Körper anliegt. An Stirn und Ohren ist das Haar kürzer. Ein charakteristisches Merkmal der Rasse ist das längere Haar an der Schnauze, das einen harten Bart bildet, sowie die buschigen Augenbrauen, die die Augen leicht überschatten.
Offiziell sind zwei Farben anerkannt:
- „Pfeffer und Salz“ (Pepper and Salt): Dies ist eine einzigartige Färbung, die schwer mit einer anderen zu verwechseln ist. Sie entsteht durch den Wechsel von hellen und dunklen Zonen auf jedem Haar. Der Gesamtton kann von dunklem Eisengrau bis Silbergrau variieren. Eine dunkle Maske auf der Schnauze ist obligatorisch.
- Rein schwarz: Sattes Schwarz wie ein „Rabenflügel“ ohne jegliche andersfarbige Einschlüsse. Die Unterwolle muss ebenfalls schwarz sein.

