Geschichte der Sheltie-Rasse
Die Rasse Sheltie erhielt ihren Namen zu Ehren der Shetlandinseln, die etwa 80 km nördlich der schottischen Küste liegen. Diese rauen, windigen Inseln wurden zur Heimat kleiner, aber widerstandsfähiger Hunde. In alten Zeiten kreuzten die Inselbewohner lokale Hunde mit Vertretern anderer Rassen, um deren Arbeitsqualitäten zu verbessern. Ursprünglich wurden diese Hunde „Toonie Dog“ genannt, was „Bauernhund“ oder „kleiner Hund aus der Stadt/vom Bauernhof“ bedeutet. Die Hauptaufgabe der Tiere war nicht so sehr das Hüten großer Herden, sondern vielmehr das Verjagen unerwünschter Gäste (Tiere und Vögel) von kleinen Gärten durch Bellen und das Warnen der Besitzer vor Gefahren. Oftmals waren Shelties auch Begleiter von Hirten und halfen beim Treiben kleiner Herden von Shetlandponys, halbwüsten Schafen und Miniaturrindern. Es wird angenommen, dass die Vorfahren der heutigen Shelties lokale spitzaartige Hunde waren, möglicherweise verwandt mit der heute ausgestorbenen Rasse Yakki (Greenland Yakki Dog). Auch der Norwegische Buhund, der Isländische Schäferhund, der Schipperke, verschiedene Spitze sowie der Cavalier King Charles Spaniel, der die Seidigkeit des Fells und bestimmte Charakterzüge beigetragen haben könnte, waren wahrscheinlich an der Entstehung der Rasse beteiligt. Ihr erkennbareres, elegantes Aussehen erlangten die Shelties zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch gezielte Kreuzung mit dem Schottischen Schäferhund, bekannt als Langhaar Collie. Die Züchter strebten danach, eine Miniaturversion des Collies zu schaffen, wobei die Arbeitsqualitäten und die Ausdauer erhalten bleiben sollten. Der erste Rasseclub wurde 1908 auf den Shetlandinseln gegründet, und 1909 erkannte der englische Kennel Club die Rasse unter dem Namen „Shetland Collie“ an. Aufgrund von Protesten der Collie-Züchter wurde der Name jedoch 1914 in „Shetland Sheepdog“ geändert.
Wie ein Sheltie aussieht: detaillierte Beschreibung des Erscheinungsbildes

Der moderne Sheltie ist ein kleiner, harmonisch gebauter Hund mit langem, üppigem Fell und einer zarten, keilförmigen Schnauze, die leicht an einen Fuchs erinnert. Er strahlt Wachsamkeit, Intelligenz, Sanftheit und Aktivität aus. Der größte Stolz des Sheltie ist natürlich sein luxuriöses, pelziges „Kleid“, das eine prächtige Krause an der Brust, eine schöne Mähne am Hals und einen üppigen Schwanz umfasst. Es ist ein kleiner, aber außerordentlich schöner Hund, mit symmetrischen und proportionalen Körpermerkmalen, dichtem Haarkleid und einem unglaublich gütigen, intelligenten Blick.
- Kopf: Keilförmig, zart, aber nicht zu schmal, verjüngt sich allmählich von der Ohrlinie bis zur Nasenspitze. Der Schädel ist flach, mäßig breit zwischen den Ohren, der Hinterhauptknochen ist nicht ausgeprägt. Der Übergang von der Stirn zur Schnauze (Stop) ist sanft, aber deutlich.
- Fang: Gut ausgefüllt unter den Augen, gleiche Länge wie der Schädel. Lefzen trocken, fest anliegend. Kiefer kräftig, mit idealem, geradem Scherengebiss.
- Augen: Mittelgroß, mandelförmig, schräg eingesetzt. Die Augenfarbe ist dunkelbraun, außer bei blue-merle Hunden, bei denen ein oder beide Augen blau oder mit blauen Flecken versehen sein können. Der Ausdruck der Augen ist wachsam, intelligent, sanft und neugierig.
- Ohren: Klein, mäßig breit an der Basis, ziemlich dicht beieinander auf dem Scheitel angesetzt. In Ruhestellung zurückgelegt, bei Aufmerksamkeit jedoch aufgerichtet, wobei die Spitzen (ca. 1/3 des Ohres) nach vorne gekippt sind.
- Körper: Etwas länger als die Widerristhöhe. Der Rücken ist gerade, die Lenden leicht gewölbt, die Kruppe fällt sanft zur Schwanzwurzel ab. Die Brust ist tief und reicht bis zu den Ellbogengelenken. Die Rippen sind gut gewölbt.
- Rute: Tief angesetzt, reicht bis zu den Sprunggelenken, reichlich mit Fell bedeckt. In der Bewegung kann sie leicht angehoben sein, wird aber niemals über den Rücken getragen.
- Gliedmaßen: Vorderbeine – gerade, muskulös, mit guten Knochen. Hinterbeine – an den Oberschenkeln muskulös, mit gut ausgeprägten Sprunggelenks-Winkeln. Pfoten oval, kompakt, mit fest geschlossenen Zehen und kräftigen Ballen.
- Fell: Doppelt. Das Deckhaar ist lang, gerade und fühlt sich rau an. Das Unterhaar ist weich, kurz und sehr dicht. Mähne, Krause und „Hosen“ an den Hinterläufen sind besonders üppig. Das Fell an Fang, Ohrspitzen und der Vorderseite der Gliedmaßen ist kurz.
- Farben:
- Zobel (Sable): Von hellgolden bis tief mahagonifarben. Kann mit weißen Abzeichen (an Brust, Halsband, Pfoten, Schwanzspitze) oder ohne diese sein.
- Tricolor: Intensiv schwarzer Körper mit leuchtend rotbraunen (tan) Abzeichen an Fang, über den Augen, an den Beinen und unter dem Schwanz. Weiße Abzeichen sind obligatorisch.
- Blue Merle: Reiner silbergrauer Hintergrund mit schwarzen Flecken und Streifen (Marmorierung). Helle rotbraune Abzeichen sind erwünscht, ihr Fehlen ist jedoch kein Fehler. Große schwarze Flecken, Schiefer- oder Rosttöne sind unerwünscht. Weiße Abzeichen sind obligatorisch.
- Schwarz-weiß: Intensiv schwarz mit weißen Abzeichen.
- Schwarz mit Loh (Black and Tan): Intensiv schwarz mit lohfarbenen Abzeichen, ohne weiße Abzeichen oder mit minimalen.



