Geschichte der Rasse
Die Geschichte des Kleinen Schweizer Niederlaufhundes, wie er in seiner Heimat genannt wird, ist untrennbar mit den Änderungen der Jagdgesetze in der Schweiz zu Beginn des 20. Jahrhunderts verbunden. Bis dahin wurden in den Alpenkantonen aktiv mittelgroße Laufhunde (Berner Laufhund, Jura Laufhund, Luzerner Laufhund und Schwyzer Laufhund) für die Jagd auf verschiedenes Wild eingesetzt. Ab 1905 wurde jedoch ein System von Jagdrevieren mit begrenzter Fläche eingeführt, und die schnellen, hochläufigen Laufhunde wurden weniger praktikabel. Sie trieben das Wild zu schnell und jagten es außerhalb der erlaubten Zone.
Es entstand ein dringender Bedarf an einem Hund mit den gleichen ausgezeichneten Jagdeigenschaften, aber langsamer und besser an die Arbeit auf kleinen Flächen angepasst. Jäger und Kynologen beschlossen, eine niederläufige Version der nationalen Laufhunde zu schaffen. Dazu wurden die Schweizer Laufhunde gezielt mit Dachsbracken gekreuzt, die bereits kurze Beine und ein ruhigeres Arbeitstempo hatten. Das Ergebnis dieser Zuchtarbeit war ein Hund mit einem längeren Körper, kurzen, aber kräftigen Gliedmaßen, der das hervorragende Geruchsvermögen, die Ausdauer und den Jagdeifer seiner Vorfahren bewahrte.
Der Club „Schweizer Niederlaufhund“ wurde 1905 gegründet, und von da an begann die systematische Arbeit an der Standardisierung der Rasse. Wie ihre größeren Pendants wurden auch die Kleinen Niederlaufhunde in vier Varianten nach Fellfarbe aufgeteilt, von denen jede einem bestimmten geografischen Gebiet der Schweiz entsprach. Der kurzhaarige Kleine Schweizer Niederlaufhund ist eine von zwei Fellvarianten (neben dem rauhaarigen) und ist in allen vier Farbvariationen vertreten.
Wie sieht der Schweizer Niederlaufhund aus: Standard und Varianten

Der Kleine Schweizer Niederlaufhund ist ein harmonisch, wenn auch etwas gestreckter, gebauter Hund. Er macht trotz seiner geringen Größe einen robusten und ausdauernden Eindruck. Sein Äußeres entspricht voll und ganz seinem funktionalen Zweck: der Jagd unter schwierigen Bedingungen, dem sicheren Folgen einer Fährte und dem Durchhaltevermögen über viele Stunden hinweg.
- Kopf: Lang, schmal, mit klaren Linien. Der Schädel ist leicht gewölbt. Der Übergang von der Stirn zum Fang ist mäßig ausgeprägt.
- Augen: Oval geformt, dunkelbraun, mit einem lebhaften und freundlichen Ausdruck.
- Ohren: Sehr lang, tief angesetzt, hängend, weich. Sie sind eines der charakteristischsten Merkmale der Rasse.
- Körper: Rechteckiges Format, mit einem kräftigen Rücken und einem tiefen, gut entwickelten Brustkorb, der ausreichend Platz für Herz und Lungen bietet.
- Gliedmaßen: Kurz, aber sehr muskulös und knochig, was dem Hund Stabilität in jedem Gelände verleiht.
- Rute: Mittellang, tief angesetzt. Im Ruhezustand herabhängend, kann sich in der Bewegung heben, rollt sich aber nicht über dem Rücken ein.
- Fell: Bei der kurzhaarigen Variante ist das Fell kurz, dicht, glatt und glänzend, mit wenig Unterwolle.
Es gibt vier Hauptvarianten des Kleinen Schweizer Niederlaufhundes, die sich durch ihre Fellfarbe unterscheiden und nach den Schweizer Kantonen benannt sind:
1. Schweizerischer Niederlaufhund (Berner Niederlaufhund): Dreifarbig – weiße Grundfarbe mit großen schwarzen Flecken und lohfarbenen Abzeichen über den Augen, an den Wangen und Ohren.
2. Schweizerischer Niederlaufhund (Jura Niederlaufhund): Schwarze Grundfarbe mit lohfarbenen Abzeichen. Sehr ähnlich einer verkleinerten Kopie des Hubertushundes.
3. Schweizerischer Niederlaufhund (Luzerner Niederlaufhund): Eine „blaue“ Fellfarbe, die durch eine Mischung aus schwarzen und weißen Haaren (Tüpfelung) entsteht, mit schwarzen Flecken oder einem schwarzen „Sattel“. Dies verleiht dem Fell einen charakteristischen bläulichen Schimmer.
4. Schweizerische Niederlaufhund (Schwyzer Niederlaufhund): Weiße Grundfarbe mit rot-gelben oder orangefarbenen Flecken.

