Geschichte des West Highland White Terriers

Die Geschichte des West Highland White Terriers ist untrennbar mit den rauen und malerischen Landschaften Westschottlands verbunden. Sein Name bedeutet übersetzt „Weißer Terrier des westlichen Hochlands“. Seine Vorfahren waren kleine Arbeitsterrier, die über Jahrhunderte zur Jagd auf kleine Nagetiere, Füchse und Dachse in der felsigen Gegend eingesetzt wurden. Ursprünglich hatten diese Terrier verschiedene Fellfarben – rötlich, sandfarben oder gestromt, was ihnen bei der Tarnung half. Weiße Welpen tauchten gelegentlich in den Würfen auf, wurden aber oft aussortiert, da man sie für schwächer und ungeeignet für die Jagd hielt.
Dies änderte sich dank Colonel Edward Donald Malcolm aus Poltalloch in Argyllshire. Der Legende nach schoss er im 19. Jahrhundert während der Jagd versehentlich seinen Lieblings-Rott terrier ab, weil er ihn mit einem Fuchs verwechselte. Dieses tragische Ereignis brachte den Colonel dazu, die Vorteile einer weißen Fellfarbe zu erkennen: Einen solchen Hund konnte man unmöglich mit der Beute verwechseln. Seitdem widmete sich Malcolm der gezielten Zucht ausschließlich weißer Terrier, wobei er die besten Vertreter dafür auswählte. Er schuf keine neue Rasse, sondern festigte lediglich die gewünschte Fellfarbe bei den bereits existierenden Arbeitsterriern. Man geht davon aus, dass sie gemeinsame Vorfahren mit Cairn Terriern und Scottish Terriern, sowie möglicherweise mit Skye Terriern haben, was ihre Ähnlichkeit in Charakter und Statur erklärt.
Zunächst war die Rasse zu Ehren von Malcolms Anwesen als „Poltalloch-Terrier“ bekannt. Parallel dazu züchtete der Duke of Argyll weiße Terrier auf seinem Anwesen Roseneath, die als „Roseneath-Terrier“ bezeichnet wurden. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der gemeinsame Name West Highland White Terrier eingeführt. Offiziell wurde die Rasse 1904 vom englischen Kennel Club anerkannt und die ersten Westies wurden 1907 auf der Crufts-Ausstellung präsentiert. Seitdem ist ihre Popularität stetig gestiegen, und heute gehören diese schneeweißen Schotten zu den bekanntesten und beliebtesten Terriern der Welt.
Das Aussehen des West Highland White Terriers: Standard und Erscheinung

Der Westie ist ein kleiner, aber kräftig gebauter Hund mit einem ausgeprägten Sinn für seine eigene Würde. Sein Äußeres ist die Verkörperung von kompakter Stärke und Wendigkeit. Das Hauptmerkmal ist sein hartes, schneeweißes Fell und sein kluger, neugieriger Blick aus den dunklen Augen.
- Kopf: Der Schädel ist leicht gewölbt, mit einem deutlich ausgeprägten Übergang von der Stirn zum Fang (Stop). Die Schnauze verjüngt sich allmählich zur Nase hin, ist aber nicht spitz. Die Kiefer sind kräftig, der Biss scherenartig.
- Nase: Die Nase ist groß und muss schwarz gefärbt sein, was einen starken Kontrast zum weißen Fell bildet.
- Augen: Weit auseinander liegend, mittelgroß, so dunkel wie möglich. Der Blick ist direkt, durchdringend und sehr intelligent. Helle Augen gelten als Mangel.
- Ohren: Klein, stehend, an den Spitzen zugespitzt. Hoch und nicht zu weit auseinander angesetzt. Mit kurzem, samtigem Haar bedeckt. Die Ohren verleihen dem Westie sein charakteristisches wachsames Aussehen.
- Körper: Kompakt, mit geradem Rücken und kräftiger Lendenpartie. Der Brustkorb ist tief, die Rippen gut gewölbt. Der Hals ist muskulös und lang genug, damit der Hund seinen Kopf stolz tragen kann.
- Rute: 12–15 cm lang, gerade, aufrecht getragen, aber nicht über den Rücken gebogen. Aufgrund ihrer Form wird sie oft als „karottenförmig“ bezeichnet. Historisch gesehen konnte man den Hund an seiner kräftigen Rute aus dem Bau ziehen, wenn er stecken blieb.
- Gliedmaßen: Die Vorderbeine sind kurz, gerade und muskulös. Die Hinterbeine sind kräftig, mit gut entwickelten Oberschenkeln. Die Pfoten sind rund, mit dicken schwarzen Ballen.
- Fell: Doppelt. Die obere Schicht besteht aus hartem, geradem Deckhaar von etwa 5 cm Länge, ohne jegliche Locken. Darunter befindet sich eine weiche, dichte und dicke Unterwolle. Diese Fellstruktur schützt den Hund hervorragend vor schlechtem Wetter.
- Fellfarbe: Ausschließlich reinweiß. Jegliche Flecken einer anderen Farbe sind ein ausschließendes Merkmal.
Tabelle der Rassestandards (Schlüsselparameter)
Tabelle der Rassestandards (Schlüsselparameter) · 6
| Eigenschaft | Beschreibung gemäß FCI-Standard Nr. 85 |
|---|---|
| Allgemeines Erscheinungsbild | Kräftig, kompakt, mit tiefer Brust und muskulösen Gliedmaßen. |
| Proportionen | Der Körper ist etwas kürzer als die Widerristhöhe. |
| Gebiss | Scherengebiss, vollständiges Gebiss. |
| Bewegung | Frei, gerade und leicht. Kräftiger Schub der Hinterbeine. |
| Fell | Hartes Deckhaar (ca. 5 cm) und weiche Unterwolle. |
| Fehler | Jede Abweichung vom Standard. Helle Augen, schlechte Pigmentierung, falsches Gebiss, weiches oder lockiges Fell. |


