Brüsseler Griffon

By tvaryny
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Der Brüsseler Griffon (Brussels Griffon / Griffon Bruxellois) ist eine belgische Rasse von roten Gesellschaftshunden mit einem extrem ausdrucksstarken und selbstbewussten, fast menschlichen Gesichtsausdruck. Dieser wird durch buschige Augenbrauen, große Augen und einen deutlichen Unterbiss (Vorbiss) geprägt. Diese Hunde werden wegen ihres einzigartigen Aussehens oft als „kleine Äffchen“ oder „Gremlins“ bezeichnet. Trotz ihres scheinbar ernsten und sogar etwas mürrischen Blicks sind Brüsseler Griffons unglaublich lebensfrohe, ergebene und liebenswerte Begleiter. Sie leben buchstäblich für ihren Menschen, brauchen viel Aufmerksamkeit und ertragen die Einsamkeit nicht gut. Ihre Pflege hat ihre Tücken, besonders bei ihrem rauen Fell. Die flache Gesichtsstruktur (brachycephal) begünstigt bestimmte Krankheiten, aber im Gegensatz zum Mops schnarchen oder grunzen Brüsseler Griffons normalerweise nicht so stark. Mehr dazu auf Tvaryny.

Brüsseler Griffon: Kurzer Rasseüberblick

Brüsseler Griffon Foto
HerkunftBelgien
Erste Erwähnung1883 (erste Registrierung), Standard 1903
Lebenserwartung12-15 Jahre
Schulterhöhe18-25 cm (Standard nicht eindeutig)
Gewicht3.5 – 6 kg (Standard teilt in zwei Klassen)
TemperamentAnhänglich, neugierig, sensibel, wachsam
PflegeaufwandHoch (Trimmen erforderlich)
AktivitätMittel, passt sich gut der Wohnung an
HaarausfallMinimal (bei richtiger Pflege)
IntelligenzHoch, aber manchmal stur
Andere NamenGriffon Bruxellois, Brüsseler Griffon

Geschichte der Rasse

Die Geschichte des Brüsseler Griffons beginnt im 19. Jahrhundert in Belgien. Seine Vorfahren waren rauhaarige kleine Hunde, die in Ställen gehalten wurden, um Nagetieren zu bekämpfen. Diese Hunde wurden „Griffons d’Ecurie“ (Stall-Griffons) genannt und waren sie etwas größer und gröber als die heutigen Vetreter der Rasse. Sie waren die Lieblinge der Brüsseler Kutscher, die sie oft als Gesellschaft und zum Schutz mit in ihre Droschken nahmen.

Um die Rasse zu verfeinern, wurden diese lokalen Rattenfänger mit anderen Rassen gekreuzt. Man nimmt an, dass die folgenden Rassen einen entscheidenden Einfluss hatten:

  • Affenpinscher: Von ihm erbten die Griffons ihr „affenartiges“ Gesicht, das raue Fell und den selbstbewussten Charakter.
  • Mops: Diese Kreuzung war entscheidend. Sie brachte die kurze Nase, die großen Augen, die brachycephale Schädelstruktur und vor allem das Gen für kurzes, glattes Fell ein. So entstand die kurzhaarige Variante der Griffons.
  • King Charles Spaniel: Diese Rasse fügte wahrscheinlich die satte rote Farbe hinzu und trug zur Entwicklung des runden Kopfes und der großen, ausdrucksstarken Augen bei.

Anfangs wurden alle drei Varietäten (rauhaarig rot, rauhaarig schwarz/schwarz-loh und kurzhaarig) als eine einzige Rasse betrachtet. Der eigentliche Popularitätsschub kam Ende des 19. Jahrhunderts, als sich die belgische Königin Marie Henriette, eine bekannte Hundeliebhaberin, in diese drolligen Geschöpfe verliebte und mit der Zucht begann. Die königliche Gönnerschaft machte die Rasse sofort in der Aristokratie und der feinen Gesellschaft beliebt.

Der erste Rasseklub wurde 1883 in Brüssel gegründet. Die Rasse wurde während des Ersten und Zweiten Weltkriegs fast ausgelöscht. Ihr Überleben hing stark von Enthusiasten in Großbritannien und den USA ab, die den Bestand erhalten konnten. Später erfolgte die offizielle Aufteilung in drei separate Rassen (gemäß FCI-Standards):

  • Brüsseler Griffon (Griffon Bruxellois): Nur rauhaarig, ausschließlich in roter Farbe (rot, rehbraun).
  • Belgischer Griffon (Griffon Belge): Rauhaarig, aber in den Farben Schwarz, Schwarz-Loh oder gemischt (Schwarz mit Rot).
  • Kleiner Brabanter (Petit Brabançon): Die kurzhaarige Variante, die alle Farben der beiden rauhaarigen Typen aufweisen darf.

Es sei darauf hingewiesen, dass in einigen Ländern (z. B. den USA) alle drei Varietäten immer noch als eine einzige Rasse „Brussels Griffon“ mit unterschiedlichen Felltypen und Farben angesehen werden.

Das Aussehen des Brüsseler Griffons: Beschreibung

Der Brüsseler Griffon ist ein kleiner, aber robuster Hund von quadratischem Format mit einem erstaunlichen Aussehen. Seine Erscheinung ist voller Intelligenz, Lebhaftigkeit und Selbstvertrauen. Sein Hauptmerkmal ist der fast menschliche Gesichtsausdruck.

Wichtige Merkmale des Standards:

  • Kopf: Groß im Verhältnis zum Körper, rundlich. Die Stirn ist breit und gewölbt.
  • Fang: Extrem kurz. Die Nase ist sehr kurz, eine Stupsnase (remontant), mit weiten, offenen Nasenlöchern. Der Nasenschwamm befindet sich auf gleicher Höhe wie die Augen.
  • Gebiss: Ausgeprägter Vorbiss (der Unterkiefer steht vor). Das Kinn ist gut sichtbar und breit. Die Lippen sind schwarz und liegen eng an.
  • Augen: Sehr groß, rund, dunkel (fast schwarz) und weit auseinanderstehend. Sie dürfen nicht hervorquellen. Der Blick ist lebhaft und ausdrucksstark.
  • Ohren: Klein, hoch angesetzt. Früher wurden sie oft kupiert, aber heute werden die Ohren in den meisten Ländern natürlich belassen – sie werden halb aufrecht getragen, wobei die Spitzen nach vorne kippen.
  • Körper: Kompakt, kräftig, quadratisches Format (die Körperlänge entspricht etwa der Schulterhöhe).
  • Rute: Hoch angesetzt. Wurde früher kupiert. Die natürliche Rute wird erhoben getragen, mit einer leichten Biegung zum Rücken hin, aber nicht geringelt.

Fell und Farbe

Genau der Felltyp und die Farbe unterscheiden den Brüsseler Griffon von seinen nächsten Verwandten. Für den Griffon Bruxellois ist charakteristisch:

  • Felltyp: Rauhaar (wire coat). Es fühlt sich rau an, ist trocken, leicht gewellt, aber nicht lockig. Es muss Unterwolle vorhanden sein. Im Gesicht ist das Haar länger und bildet die charakteristische „Garnitur“ – Schnurrbart, Bart und Augenbrauen. Dieses raue Fell haart fast nicht.
  • Farbe: Ausschließlich rot (rot, rehbraun). Ein wenig Schwarz (Maske) im Gesicht ist erlaubt, aber nicht zwingend erforderlich.

Charakter: Temperament und Verhalten

Vertreter dieser Rasse vermitteln den Eindruck von lebhaften und entschlossenen Hunden mit einem intelligenten Blick aus funkelnden Äuglein. Die charakteristische Komik des Brüsseler Griffons ergibt sich aus der Kombination seines selbstbewussten Ausdrucks und seiner winzigen Größe. Er ist ein Begleithund im wahrsten Sinne des Wortes.

Wichtige Charakterzüge:

  • „Kletten-Hund“ (Velcro dog): Das ist vielleicht das wichtigste Merkmal. Der Brüsseler Griffon vergöttert seinen Menschen. Er möchte 24/7 in der Nähe sein – auf dem Schoß sitzen, im Bett schlafen, einem ins Badezimmer folgen. Oft wählen sie eine „Hauptperson“ in der Familie.
  • Hohe Sensibilität: Sie sind sehr emotional und reagieren empfindlich auf die Stimmung des Besitzers und die Atmosphäre im Haus. Sie reagieren schlecht auf Geschrei, Streit oder grobe Behandlung.
  • Wachsamer Aufpasser: Trotz ihrer Größe sind sie eine hervorragende „Alarmanlage“. Sie sind wachsam, aufmerksam und melden Gäste, den Postboten oder verdächtige Geräusche hinter der Tür immer mit lautem Bellen.
  • Intelligenz und Eigensinn: Sie sind sehr kluge Hunde, die schnell lernen… wenn sie wollen. Sie haben ihren eigenen Kopf und können ziemlich stur sein, besonders wenn es um Dinge geht, die sie nicht mögen (wie Spaziergänge im Regen).
  • Keine Aggressivität: Bei richtiger Sozialisierung sind Griffons nicht aggressiv, obwohl sie Fremden gegenüber reserviert bleiben. Sie können sich anderen Hunden gegenüber „bossy“ verhalten, ohne sich ihrer geringen Größe bewusst zu sein.
  • Neigung zu Angstzuständen: Ihr größtes Problem ist die Trennungsangst. Sie leiden körperlich, wenn sie allein sind. Diese Rasse ist kategorisch ungeeignet für Menschen, die den ganzen Tag bei der Arbeit sind.

Umgang mit Kindern und anderen Tieren

Der Brüsseler Griffon kann gut mit Kindern auskommen, aber er ist nicht die beste Wahl für Familien mit Kleinkindern. Erstens ist der Hund ziemlich zerbrechlich und könnte von einem Kind unbeabsichtigt verletzt werden. Zweitens dulden Griffons keine Grobheiten oder eine raue Behandlung. Sie könnten sich verteidigen, wenn sie geärgert oder ihnen wehgetan wird. Sie sind ideal für Familien mit älteren, verständigen Kindern (ab 10-12 Jahren).

Mit anderen Hunden und Katzen kommen sie in der Regel gut aus, besonders wenn sie zusammen aufgewachsen sind. Eine frühe Sozialisierung spielt hier eine entscheidende Rolle. Sie können etwas eifersüchtig sein, wenn der Besitzer einem anderen Haustier Aufmerksamkeit schenkt.

Vor- und Nachteile der Rasse

Wie jede Rasse hat auch der Brüsseler Griffon seine Vor- und Nachteile. Es ist wichtig, diese nüchtern abzuwägen, bevor man sich einen solchen Hund anschafft.

VorteileNachteile
Unglaubliche Anhänglichkeit und MenschenbezogenheitStarke Neigung zu Trennungsangst (kann nicht allein gelassen werden)
Minimaler Haarausfall (bei richtiger Pflege)Aufwändige Pflege (erfordert regelmäßiges manuelles Trimmen)
Hohe Intelligenz und KlugheitSturheit und Schwierigkeiten beim Training (besonders bei der Stubenreinheit)
Kompakte Größe, ideal für die WohnungZahlreiche Gesundheitsprobleme (Brachycephalie, Augen, Neurologie)
Lebhafte, komische Persönlichkeit, „Hunde-Clown“Nicht die beste Wahl für Familien mit kleinen Kindern
Gute „Alarmanlage“Hohe Kosten für Welpen und Haltung (Pflege, Tierarzt)
Verträgt sich gut mit anderen Tieren (bei Sozialisierung)Empfindlichkeit gegenüber Hitze und Kälte

Pflege und Haltung

Brüsseler Griffon Foto

Die Haltung eines Griffons ist räumlich unkompliziert, erfordert aber viel Zeit und Liebe zum Detail, insbesondere bei der Pflege und Gesundheit.

Pflege: Besonderheiten des Rauhaars

Dies ist der schwierigste Aspekt der Pflege. Das raue Fell des Brüsseler Griffons haart nicht im herkömmlichen Sinne, aber es stirbt ab. Damit der Hund gepflegt aussieht und die richtige Fellstruktur behält, muss er getrimmt (oder per Hand-Stripping) werden.

  • Trimmen – ist das manuelle Auszupfen abgestorbener Haare. Dies ist für den Hund schmerzlos, wenn es rechtzeitig geschieht (wenn das Fell „reif“ ist). Der Vorgang wird alle 2-4 Monate durchgeführt. Dies ermöglicht das Nachwachsen von neuem, rauem Haar mit der richtigen Farbe und Textur.
  • Das Scheren mit der Maschine (Clipping) – ist eine einfachere Alternative, aber es ruiniert das Fell. Nach dem Scheren wird das Fell weich, stumpf, manchmal lockig und verliert seine satte rote Farbe. Außerdem beginnt ein geschorener Hund zu haaren. Diese Option eignet sich für Hunde-Senioren oder wenn der Besitzer keine Ausstellungen plant und mit der veränderten Textur leben kann.

Zusätzlich zum Trimmen ist eine regelmäßige Pflege erforderlich:

  • Pflege des „Bärtchens“: Die schmutzigste Stelle. Bart und Schnurrbart müssen täglich nach dem Fressen gewaschen oder abgewischt werden, um die Ansammlung von Futterresten, Speichel und die Entstehung von schlechtem Geruch zu verhindern.
  • Augenpflege: Wegen der großen, hervorstehenden Augen tränen sie oft. Die Falten unter den Augen müssen täglich mit einer speziellen Lotion abgewischt werden, um Tränenspuren und Infektionen vorzubeugen.
  • Krallen: Alle 2-3 Wochen schneiden.
  • Ohren: Regelmäßig inspizieren und reinigen.

Bewegung und Spaziergänge

Der rote „Hausgeist“ braucht keine übermäßige körperliche Anstrengung. Der Brüsseler Griffon ist kein Sportler. Er befriedigt den größten Teil seines Bewegungsbedarfs, indem er seinem Besitzer durch die Wohnung folgt.

Dennoch sind tägliche Spaziergänge für die Sozialisierung und geistige Anregung unerlässlich. Ein bis zwei Spaziergänge von 20-30 Minuten sind ausreichend. Sie spielen gern, werden aber schnell müde. Man muss sich ihrer brachycephalen Struktur bewusst sein: Sie vertragen Hitze (Risiko eines Hitzschlags) und starke Kälte schlecht.

Haltungsbedingungen

Er ist ein reiner Wohnungshund. Er braucht ständigen Kontakt zu seinem Menschen. Eine Haltung im Zwinger oder im Freien bedeutet für ihn den Tod durch Kummer und Kälte. Sie fühlen sich selbst in einer kleinen Wohnung pudelwohl, vorausgesetzt, der Besitzer ist in der Nähe.

Gesundheit: Typische Krankheiten und Prävention

Leider ist das charmante Aussehen des Griffons mit einer Reihe ernsthafter Gesundheitsprobleme verbunden. Dies ist eine der Rassen, die eine sorgfältige Auswahl des Züchters und eine aufmerksame tierärztliche Betreuung erfordert.

Hauptrisikogruppen:

  • Brachycephales Syndrom (BOAS): Aufgrund der flachen Schnauze leiden sie unter Umständen an verengten Nasenlöchern (Nasenstenose) und einem verlängerten weichen Gaumen. Dies erschwert die Atmung, führt zu Röcheln, Schnarchen und einer geringen Belastungs- und Hitzetoleranz.
  • Augenprobleme: Ihre großen Augen sind sehr verletzlich.
  1. Hervortreten des Augapfels (Proptose): Kann durch einen heftigen Stoß, Schreck oder sogar durch ein zu enges Halsband verursacht werden.
  2. Progressive Retinaatrophie (PRA) und Katarakt (Grauer Star): Erbkrankheiten, die zur Erblindung führen.
  3. Distichiasis (zusätzliche Wimpern): Wimpern wachsen in Richtung des Augapfels und reizen die Hornhaut.
  4. Hornhautgeschwüre: Sehr häufig, da das Auge leicht verletzt werden kann.
  • Neurologische Probleme:
  1. Syringomyelie (SM) und Chiari-Malformation (CM): Eine ernste und schmerzhafte Erkrankung, die auch bei verwandten Rassen (z. B. Cavalier King Charles Spaniel) verbreitet ist. Der Schädel ist zu klein für das Gehirn, was starke Schmerzen und neurologische Symptome verursacht.
  2. Wasserkopf (Hydrocephalus): Kommt bei der Rasse ebenfalls vor.
  • Reproduktionsprobleme: Hündinnen haben oft schwierige Geburten (Dystokie) aufgrund der großen Köpfe der Welpen. Ein geplanter oder notfallmäßiger Kaiserschnitt ist sehr häufig erforderlich.
  • Zahnprobleme: Aufgrund des kleinen Mauls und des Vorbisses stehen die Zähne oft eng, was zu schneller Zahnsteinbildung und frühem Zahnverlust führt.
ProblemSymptomePrävention / Maßnahmen
BOAS (Brachycephales Syndrom)Lautes Röcheln, Schnarchen, Hitzeintoleranz, AtemnotGewichtskontrolle, Hitze meiden, Geschirr statt Halsband verwenden. In schweren Fällen – chirurgische Korrektur.
Augenprobleme (Verletzungen, Geschwüre)Zukneifen, Tränenfluss, Rötung, TrübungTägliche Kontrolle, Schutz vor Ästen/Gras. Sofortiger Besuch beim Tieraugenarzt.
Syringomyelie (SM)„Luft-Kratzen“ am Hals, grundloses Winseln, Schmerzen bei Berührung von Kopf/HalsWahl eines Züchters, der die Eltern testet (MRT). Symptomatische Behandlung (Schmerzmittel).
ZahnproblemeMundgeruch, wackelnde Zähne, FutterverweigerungTägliches Zähneputzen. Regelmäßige professionelle Zahnreinigungen beim Tierart (oft unter Narkose).
Schwierige GeburtenAnhaltende, erfolglose Wehen bei der trächtigen HündinPlanung der Trächtigkeit unter tierärztlicher Aufsicht, Bereitschaft zum Kaiserschnitt.

Erziehung und Sozialisierung

Das selbstbewusste Temperament des Brüsseler Griffons führt zu seinem Wunsch, im Mittelpunkt zu stehen. Dieser kleine Kerl hat wirklich das „Syndrom des großen Hundes“ und versucht vielleicht, einen größeren Hund oder sogar seinen Besitzer zu dominieren.

Frühzeitige Sozialisierung – ist für den Griffon absolut entscheidend. Ab dem Welpenalter muss er an verschiedene Menschen, Geräusche, Orte und andere (unbedingt ruhige und geimpfte) Hunde gewöhnt werden. Dies hilft, einen selbstbewussten und keinen nervösen oder aggressiven Hund heranzuziehen.

Besonderheiten der Erziehung:

  • Nur positive Verstärkung verwenden. Griffons sind extrem sensibel. Geschrei, Rucke oder Strafen führen nur dazu, dass der Hund „dicht macht“, beleidigt ist und die Zusammenarbeit verweigert. Sie arbeiten hervorragend für Leckerlis und Lob.
  • Auf Probleme mit der Stubenreinheit vorbereitet sein. Dies ist vielleicht der schwierigste Aspekt der Erziehung. Griffons gelten als eine der am schwierigsten stubenrein zu bekommenden Rassen. Sie mögen keinen Regen, keine Kälte, keinen Schnee und werden alles tun, um ihr Geschäft im Haus zu verrichten. Es erfordert unglaubliche Konsequenz, Geduld, häufiges Gassigehen und möglicherweise das Antrainieren einer Hundetoilette/Welpenunterlage als Backup-Lösung.
  • Trainingseinheiten kurz und unterhaltsam halten. Sie sind klug, aber schnell gelangweilt. 5-10 Minuten spielerisches Training mehrmals am Tag bringen bessere Ergebnisse als eine lange Sitzung.
  • Lassen Sie sie nicht die Führung übernehmen. Ein Griffon, dem alles durchgelassen wird, entwickelt sich schnell zu einem kleinen Haustyrannen. Setzen Sie vom ersten Tag an klare Regeln und Grenzen.

Ernährung: Wichtige Empfehlungen

Die richtige Ernährung ist für den Griffon lebenswichtig, insbesondere wegen seiner Anfälligkeit für Gesundheitsprobleme.

  • Gewichtskontrolle ist alles. Übergewicht ist eine enorme Belastung für Herz, Gelenke und, am schlimmsten, für das Atmungssystem eines brachycephalen Hundes. Nicht überfüttern! Halten Sie sich an die auf der Futterpackung angegebenen Mengen und passen Sie diese je nach Aktivität des Hundes an.
  • Wahl des Futters. Am besten eignet sich hochwertiges holistisches oder Super-Premium-Trockenfutter für kleine Rassen. Die Kroketten sollten klein sein, damit der Hund sie gut aufnehmen kann. Einige Besitzer entscheiden sich für BARF oder gekochtes Futter, dies muss jedoch von einem Tierernährungsberater sorgfältig ausgewogen werden.
  • Fütterungsplan. Ein erwachsener Hund (ab einem Jahr) wird zweimal täglich zur gleichen Zeit gefüttert. Lassen Sie niemals Futter zur freien Verfügung im Napf stehen.
  • Nicht vom Tisch füttern. Dies ist nicht nur der Weg zu Fettleibigkeit, sondern auch zu Magen-Darm-Problemen und Allergien. Griffons sind meisterhafte Manipulatoren, aber bleiben Sie standhaft.
  • Frisches Wasser. Sauberes Trinkwasser muss immer verfügbar sein, besonders wenn der Hund Trockenfutter frisst.
  • Hygiene nach dem Fressen. Wie bereits erwähnt, wischen Sie nach jeder Mahlzeit das „Bärtchen“, um es sauber zu halten.

Interessante Fakten über den Brüsseler Griffon

  • Inspiration für „Star Wars“. Obwohl George Lucas offiziell sagte, er habe die Ewoks aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ basierend auf seinem eigenen Griffon geschaffen, sind viele Fans überzeugt, dass der Brüsseler Griffon das Vorbild war. Ihre affenartigen Gesichter und großen Augen ähneln diesen Filmfiguren sehr.
  • Hollywood-Star. Die Rasse erlebte einen enormen Popularitätsschub nach dem Film „Besser geht’s nicht“ (As Good as It Gets) von 1997. Der Hund namens Verdell, gespielt von einem Griffon namens Jill (und mehreren Doubles), stahl den Zuschauern weltweit die Herzen.
  • Königliche Lieblinge. Die belgische Königin Marie Henriette liebte ihre Griffons so sehr, dass sie sie überallhin mitnahm, sogar zu offiziellen Anlässen, was ihre Popularität in Europa Ende des 19. Jahrhunderts enorm steigerte.

Häufig gestellte Fragen zur Rasse (FAQ)

Haart der Brüsseler Griffon stark?

Nein, bei richtiger Pflege. Ein rauhaariger Griffon, der regelmäßig (alle 2-4 Monate) getrimmt (ausgezupft) wird, haart praktisch nicht. Wird er jedoch mit der Maschine geschoren, verbleiben die abgestorbenen Haare im Follikel, die neuen wachsen weich nach, und ein solcher Hund wird haaren.

Sind Griffons für Familien mit kleinen Kindern geeignet?

Das ist nicht empfehlenswert. Griffons sind zerbrechlich und können von einem kleinen Kind verletzt werden. Außerdem mögen sie keine grobe Behandlung und könnten zur Selbstverteidigung zuschnappen. Sie verstehen sich viel besser mit älteren, ruhigen Kindern, die verstehen, wie man mit einem kleinen Hund umgeht. Für Familien mit Kleinkindern ist es besser, geduldigere Rassen in Betracht zu ziehen, wie zum Beispiel einen Toypudel (obwohl auch dieser Vorsicht erfordert).

Kann man einen Brüsseler Griffon allein zu Hause lassen?

Äußerst unerwünscht. Das ist ihre größte Schwäche. Sie leiden unter Trennungsangst, die sich in destruktivem Verhalten, ständigem Bellen oder Unsauberkeit äußern kann. Diese Rasse ist für Menschen, die von zu Hause aus arbeiten, Rentner sind oder die Möglichkeit haben, den Hund mitzunehmen.

Brüsseler Griffon und Belgischer Griffon – ist das dieselbe Rasse?

Nach FCI-Standards (die in Deutschland gelten) sind dies zwei verschiedene Rassen. Der Unterschied liegt ausschließlich in der Farbe. Der Brüsseler Griffon ist nur rot. Der Belgische Griffon ist schwarz, schwarz-loh oder gemischt. Ansonsten (Charakter, Pflege, Gesundheit) sind sie identisch. In den USA werden sie als eine Rasse betrachtet.

Ist die Fellpflege kompliziert?

Ja, sie ist aufwändig. Das manuelle Trimmen ist ein Verfahren, das man entweder selbst erlernen muss (was schwierig ist) oder man muss regelmäßig die Dienste eines professionellen Groomers in Anspruch nehmen, der diese Technik beherrscht. Das ist deutlich teurer als ein normaler Haarschnitt.

Video über die Rasse

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